6 Dinosaurier in Bayern
Lebensbild von Compsognathus longipes
Zeichnung von Nobu Tamura
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Dinosaurier in Bayern 7
Inhalt
Vorwort / Seite 9 Wie die Dinosaurier
zu ihrem Namen kamen /
Cetiosauriscus / Seite 11 45
Compsognathus / Seite 13 Der Autor / 51
Juravenator / Seite 23 Literatur / 53
Plateosaurus / Seite 27 Bildquellen / 55
Was ist ein Dinosaurier? / Bücher von Ernst Probst /
Seite 37 57
7
Dinosaurier in Bayern
Vorwort
M it den bisher im weißblauen Freistaat nachgewiesenen Gattungen der „Schreckensechsen“ befasst sich das Taschenbuch „Dinosaurier in Bayern“: Dabei handelt es sich um Cetiosauriscus, Compsognathus, Juravenator und Plateosaurus. Bereits 1834 wurde der bis zu 10 Meter lange pflanzenfressende Plateosaurus bei Heroldsberg unweit von Nürnberg entdeckt. Von ihm kennt man in Deutschland mehr als 50 Fundstellen. 1858 kam der räuberische Compsognathus vermutlich bei Jachenhausen nahe Riedenburg zum Vorschein. Dieses kaum 90 Zentimeter lange Tier betrachtete man früher als kleinsten Dinosaurier der Erde. 1978 barg man zwischen Kulmbach und Kronach fossile Knochen, die vom pflanzenfressenden Cetiosauriscus stammen sollen. Er gehört zu den Elefantenfuß-Dinosauriern mit kleinem Kopf, langem Hals, elefantenförmigen Beinen und peitschenartigem Schwanz. 1998 gelang in Schamhaupten bei Eichstätt der bislang weltweit einmalige Fund des Raub-Dinosaurier Juravenator. Jener „Jäger des Juragebirges“ ereichte eine Länge von rund 75 bis 80 Zentimetern. Autor des Taschenbuches „Dinosaurier in Bayern“ ist der in Bayern geborene und heute in Wiesbaden lebende Wissenschaftsautor Ernst Probst, der etliche Werke über Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit veröffentlicht hat.
11 Dinosaurier in Bayern
Cetiosauriscus
Name: Walähnliche Echse
Größe: etwa 15 Meter lang Vorkommen: Obere Jurazeit Funde: England, Schweiz, Deutschland (Bayern) Systematik: Saurischia, Sauropodomorpha, Sauropoda, Diplodocidae Erstbeschreibung: Huene 1927 (nach anderen Angaben 1922)
Der Dinosaurier Cetiosauriscus lebte in der Oberen Jurazeit vor etwa 150 Millionen Jahren in Europa. Um 1850 wurden in einem Steinbruch in der Nähe von Moutier im schweizerischen Kanton Bern zahlreiche Saurierknochen gefunden. 1870 beschrieb der Basler Arzt und Geologe Jean Baptiste Greppin (1819-1881) diesen Fund als Megalosaurus meriani. Aber in der Folgezeit zeigte sich, dass nur ein Zahn vom Raub-Dinosaurier Megalosaurus („Große Echse“) stammte. 1922 beschrieb der deutsche Paläontologe Friedrich von Huene (1875-1969) die übrigen Reste als Knochen eines Elefantenfuß-Dinosauriers (Sauropoda), den er Ornithopsis greppini nannte. Doch später wurde diese Art der Gattung Cetiosauriscus einverleibt, weswegen das Tier heute Cetiosauriscus greppini heißt. Der pflanzenfressende Cetiosauriscus ist nahe verwandt mit der „Donner-Echse“ Diplodocus. Einem Wirbelknochen von Cetiosauriscus
12 Dinosaurier in Bayern
ähnelt einer der Funde, die gegen Ende des Jahres 1978 den Kronacher Brüdern Dr. Friedrich Martin und Hans Martin auf der freigelegten Sohle eines Steinbruches zwischen den oberfränkischen Städten Kronach und Kulmbach glückten. Dies fand der damals am Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart arbeitende Paläontologe Rupert Wild durch Vergleiche heraus. In dem Buch „Dinosaurier in Deutschland“ (1993) von Ernst Probst und Raymund Windolf hieß es: „Ob die Kronacher Dinosaurierwirbel genau zu Cetiosauriscus oder zu einem ihm nahe verwandten Sauropoden gehören, ist noch nicht gesichert. Doch weiß man durch durch diese Funde, daß zu Beginn des Oberjura in Deutschland mittelgroße Sauropoden lebten. Etwas höher im Jura, im frühen Kimmeridge, kennt man aus der niedersächsischen Ortschaft Barkhausen Fährten, die Sauropoden verursacht haben, deren Größe zu Cetiosauriscus passen würde. Ob die Barkhausener Sauropoden allerdings mit den Kronacher Sauropoden identisch waren, bleibt vorerst nur Spekulation.“
Arbeit zitieren:
Ernst Probst, 2011, Dinosaurier in Bayern, München, GRIN Verlag GmbH
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