INHALTSVERZEICHNIS
1 Einleitung. 3
2 Die Weihen. 3
2.1 Die Priesterweihe 3
2.2 Die Bischofsweihe 4
3 Der Seelsorgebegriff. 5
3.1 Philosophischer Hintergrund 5
3.2 Kirchengeschichtlicher Hintergrund. 6
3.3 Gegenwart. 6
4 Seelsorge und Verkündigung bei Augustinus. 7
4.1 Situation in der Kirche von Hippo Regius 7
4.2 Die Antworten 7
4.2.1 Predigt-, Katechese- und Verkündigungsdienst. 7
4.2.2 Kampf gegen die Manichäer und Donatisten. 8
4.2.3 Verhalten zu den Armen 9
4.2.4 Organisation der Gemeinde und der Diözese. 9
5 Richterfunktion 10
5.1 Audientia episcopalis 10
5.2 Richtertätigkeit. 11
5.3 12
5.4 12
5.4.1 Gesetz. 12
5.4.2 Gerechtigkeit. 12
5.4.3 Richteramt 13
5.4.4 Wahrheitsfindung. 13
5.4.5 Urteilen. 13
5.5 Beispiel 14
6 Schlussbemerkungen. 14
Literaturverzeichnis 15
Prim ärliteratur. 15
Sekund ärliteratur. 15
Lexikonartikel. 15
2
1 EINLEITUNG
Vobis enim sum 1 , so beschreibt Bischof Augustinus von
Hippo in einer Predigt das Bischofsamt. Dieses Zitat eröffnet eine Spannung zwischen dem einfa- verantwortungsvollen, seelsorgerischenAufgabe für die Menschen da zu sein, sie zu leiten und zu begleiten.
Da die Forschung über das Leben und Wirken des Augustinus ausgebildet ist, ist es relativ leicht Übersichten und Biographien zu finden. Schwieriger ist es, die Tätigkeit nur unter einem bestimmten Gesichtspunkt, der Seelsorge, zu untersuchen.
Nachdem im ersten Schritt eine Übersicht über den Empfang der Weihen gegeben werden soll, wird in einem zweiten Schritt die Frage, wie Seelsorge überhaupt beschrieben werden kann eine Rolle spielen. Dabei soll auf die zeitliche Veränderung, Entwicklung und Bedeutung des Begriffes eingegangen und eine mögliche Bedeutung für eine Einschätzung zu Augustinus geklärt werden
In einem ausführlicheren Teil werden die Aufgabenfelder und Tätigkeiten des Augustinus in seiner seelsorgerischen Funktion beschrieben und analysiert. Im Überblick soll die Richterfunktion, die
Als Literatur und Quellen dienen unter anderem die Standardwerke von van der Meer und Brown sowie verschiedene Briefe, Predigten und Werke Augustinus. Die Schwierigkeit liegt dabei in der Fülle der unterschiedlichen Quellen, da sich Augustinus zur Seelsorge in vielen seiner Werke äußert. In dieser Hausarbeit wird versucht werden, wichtige und grundlegende Ansichten und Verhal-tensgrundzüge des Kirchenlehrers darzustellen.
Wichtig ist bei der Untersuchung stets die Unterscheidung zwischen den Ansichten und Gedanken Augustinus, die er in seinen Werken beschreibt und dem historischen Verhalten, wie wir es aus anderen Quellen, aber auch in Augustins eigenen Schriften finden.
Frederik van der Meer, einer der bekanntesten Augustinus-Biografen, überschreibt sein Werk mit ein Seelsorger-Sein umsetzte, welche
Schwerpunkte er setzte und wie er selber darüber dachte sind zentrale Fragestellungen dieser Arbeit.
2 DIE WEIHEN
2.1 DIE PRIESTERWEIHE
Denkt man heute an das Wort Priesterweihe" sind Standards heutiger Ausbildung wie Priesterseminar, Praktika und Theologiestudium sofort präsent. Ganz überraschend scheint dagegen die Berufung und Priesterweihe des Augustinus. Im Frühling 391 reiste der nach seiner Bekehrung als Mönch in Gemeinschaft lebende Gottesmann von Thagaste nach Hippo Regius, einer Hafenstadt Nordafrikas, um dort einem Mitglied des kaiserlichen Kurierkorps zu helfen. 2 In dieser Stadt konnte er sich sicher sein, dass er nicht aufgrund einer vakanten Kathedra als Bischof eingesetzt wird. So war es für ihn eine Überraschung, als bei einem Besuch in der dortigen katholischen Gemeinde Bi-
1 AUGUSTINUS,Sermones 340, 1 (PL 38, 1483); übers.: Hubertus R. DROBNER, Für euch bin ich Bischof": Die Predigten Augustins über das Bischofsamt, in: Augustinus-Institut der deutschen Augustiner (Hg.), Augustinus - Heute : Aktuelle Texte des Kirchenvaters und Darstellung seines geistigen Erbes, Bd. 7, Würzburg 1993,
2 Vgl. Frederik van der MEER, Augustinus der Seelsorger. Leben und Wirken eines Kirchenvaters, Köln 3 1958, 23.
3
schof Valerius in der Predigt dazu aufrief, einen Priester für die Stadt zu wählen. Augustinus, der ruhig in der Gemeinde saß, wurde von einigen Gläubigen ergriffen, die von seiner Gelehrsamkeit wussten und ihn gerne als Priester sehen wollten. Sie brachten ihn zum Bischof, damit er ihn entgegen seinem Willen zum Priester weihen möge. Es wird berichtet, dass die Menschen seinen Widerwillen und seine Gefühlsausbrüche als Ärger interpretierten. Sie gingen davon aus, dass er sofort zum Bischof und nicht erst zum Priester geweiht werden wollte und versicherten ihm, dass er durch das Priesteramt zum Bischofsamt gelangen könne. Ursprung seines Unmutes war aber die Sorge, den Leitungsaufgaben nicht gerecht werden zu können. Trotz der Abneigung weihte Bischof Valerius Augustinus zum Priester. 3 In den folgenden Jahren widmete er sich verschiedenen seelsorgerischen Aufgaben und konnte seine Talente unter anderem beim Kampf gegen die Manichäer 4 und bei der Auslegung des Glaubensbekenntnisses in Hippo einsetzen. 5
2.2 DIE BISCHOFSWEIHE
Der amtierende Bischof von Hippo Regius war Valerius. Possidius beschreibt ihn als einen 6 7 war. Es ist also verständlich, dass er sich
sowohl um Unterstützung für seine Amtsaufgaben als auch um seine Nachfolge sorgte. Augustinus war ebenso, wie vor seiner Priesterweihe eine gefragte Persönlichkeit, die auch in anderen Diözesen Afrikas als Kandidat für ein Bischofsamt gehandelt wurde. 8 Valerius merkte zeitnah, dass es zwecklos ist, seinen Presbyter 9 an einem geheimen Ort zu verstecken und suchte nach einer Möglichkeit ihn zu weihen. In einem Brief an den Primas von Karthago bat er, Augustinus zunächst als Helfer einzusetzen. Nachdem die Zustimmung zu dieser Bitte erteilt wurde, konnte der Primas in die Diözese eingeladen werden. Bei diesem Treffen überraschte Valerius den Primas die anderen anwesenden Bischöfe und das Volk mit seiner Idee, Augustinus zum Bischof zu weihen. Im Gegensatz zu den jubelnden Bischöfen und der frohen Volksmenge verweigerte sich Augustinus mit dem Hinweis, dass es gegen alle Gewohnheiten der Kirche sei einen Bischof zu Lebzeiten des Vorgängers zu weihen. 10 Damit wird eine Problematik angesprochen, die Augustinus später in seinen Briefen mehrmals beschreibt. Seiner Meinung stand die Weihe im Konflikt mit dem Canon 8 von Nizäa, der zwei Bischöfe in einer Stadt untersagt. 11 Im Augustinus-Handbuch wird die Ansicht dargelegt, dass r- 12 RolandKany untersucht diese Situation näher und betrachtet die Aussage im Kontext des
3 Vgl. POSSIDIUS, Vita Augustini 4, 3 (PL 32, 36f); übers.: Wilhelm GEERLINGS (Hg.), Possidius Vita Augustini. Zweisprachige Ausgabe eingeleitet, kommentiert und herausgegeben von Wilhelm Geerlings (Augustinus Opera · Werke), Paderborn 2005, 35.
4 Gnostische Religion, die auf den Gründer Mani zurückgeht und sich als das wahre Christentum versteht. Die Lehre ist geprägt von einem Dualismus zwischen Gut und Böse, der sich in Prinzipien wie Licht und Dunkel, Geist und Materie darstellt. Vgl. Hans-Joachim KLIMKEIT, Art. Mani, Manichäismus, in: LThK, Bd. 6, 3 2006, 1265ff. 5 Vgl. Jochen REXLER / Volker Henning DRECOLL (Hg.), Augustin Handbuch, Tübingen 2007, 41. 6 POSSIDIUS, Vita Augustini 8, 2 (PL 32, 39); übers.: GEERLINGS (Hg.), 7 Ebd. 41
8 Vgl. REXLER / DRECOLL (Hg.), Augustin Handbuch, 41. 9
und ab dem 3. Jahrhundert für ein Mitglied des Klerus verwendet wird. Vgl. Alexandre FAIVRE, Art. Presbyter, in: LThK, Bd. 8, 3 2006, 538f.
10 Vgl. POSSIDIUS, Vita Augustini 8, 2 (PL 32, 39); übers.: GEERLINGS (Hg.), Possidius Vita Augustini, 41. 11 Vgl. REXLER / DRECOLL (Hg.), Augustin Handbuch, 41. 12 Ebd. 41.
4
Erlasses. Der Canon entstand in Hinsicht auf die Frage, was mit wiedereintretenden Novatianer 13 -Bischöfen geschehen soll. Das Recht entscheidet, dass der amtierende katholische Bischof im Amt bleibt und der Novatianer als Presbyter eingesetzt wird. An dieser Stelle schließt sich der Satz an, dass es nicht zwei Bischöfe in einer Stadt geben soll. In diesem Kontext sollte diesem Satz eine andere Sinnrichtung gegeben werden. Der Canon bewahrt vor möglichem Streit zwischen zwei Bischöfen einer Stadt und äußert sich nicht hinsichtlich einer möglichen Amtshilfefunktion oder Nachfolgeregelung. 14 Die Problematik der Kontexteinordnung ist letztendlich auf verschiedene Übersetzungen zurückzuführen. In der Version, die Augustinus gekannt hat, findet sich die Regelung über die Bischofsnachfolge nicht im Zusammenhang mit der Novatianer-Frage, sondern als eigenständiger, einem eigenen Kanon gleichwertigen Satz. Demzufolge wird Augustinus davon ausgegangen sein, dass seine Weihe nicht rechtmäßig gewesen ist 15 und es wird verständlich, warum er so großen Wert darauf legte, dass sein Nachfolger erst nach seinem Tod zum Bischof ernannt wird.
Augustinus erkannte letztendlich in der Bitte der Bischöfe und des Volkes den Willen Gottes 16 und ließ sich, nachdem andere Bischöfe ihn überzeugt hatten, dass es in Afrika bereits mehrmals vorgekommen sei 17 , vermutlich im Jahr 395 zum Bischof weihen. 18
Augustinus Priester- und Bischofsweihe wirken in den Darstellungen sehr überraschend, weil sie beide unvorbereitet und eigentlich gegen den eigenen Willen auf den Weihekandidaten" zukamen. Betrachtet man aber die Lebensumstände Augustinus näher, wird deutlich, dass Augustinus durch sein asketisches und monastisches Leben eine tiefe Gottesbeziehung lebte. Aus dieser Perspektive lassen sich die Bereitschaft und die ungewöhnlichen Berufungswege Gottes vielleicht ein Stück verstehen.
3 DER SEELSORGEBEGRIFF
Für den Seelsorgebegriff lässt sich heute keine eindeutige Definition finden. Er ist immer gefärbt von Zeit und Umständen, in denen er benutzt wird. Um den Begriff zu klären ist ein Blick in die Entstehung und Entwicklung notwendig.
3.1 PHILOSOPHISCHER HINTERGRUND
Die Forschung geht heute davon aus, dass der Begriff der Seelsorge aus der antiken griechischen Philosophie stammt. Wir finden diesen bei Platon, der in einer Apologie die griechische Formulierung der als die Sorge um die eigene Seele benutzt. Dieser Begriff wird in Platons Werken weiterentwickelt und wandelt sich zur Formulierung die
einen therapeutischen, heilenden und erzieherischen Charakter hat und über die Sorge um die ei-
13 AufNovatian zurückgehende Gruppierung, die durch eigene Ansicht zur Bußpraxis in Konflikt mit dem Bischof von Rom Cornelius kamen. Setzten sich u.a. mit der Trinitätslehre auseinander. Vgl. Herman-Josef VOGT, Art. Novatian, in: LThK, Bd. 7, 3 2006, 938.
14 Vgl. Roland KANY, Der vermeintliche Makel von Augustins Bischofsweihe. Zur Rezeption griechischer Konzilskanones in Rom und Nordafrika: Zeitschrift für antikes Christentum 1 (1997) nr. 1, 116-125. 119f. 15 Vgl. ebd. 121f.
16 Vgl. AUGUSTINUS, Epistulae 31, 4 (PL 33, 132f); übers.: BKV² Augustinus 9, 88f HOFFMANN. 17 Vgl. MEER, Augustinus der Seelsorger, 29. 18 Vgl. REXLER / DRECOLL (Hg.), Augustin Handbuch, 41.
5
Arbeit zitieren:
Samuel-Kim Nguyen, 2010, Augustinus als Seelsorger, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte: Augustinus als Seelsorger ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte: neuer Titel erschienen: Augustinus als Seelsorger
Samuel-Kim Nguyen hat einen neuen Text hochgeladen
Würde im Alter im Horizont von Seelsorge und Pflege
Der Beitrag eines intergrative...
Anne Schütte
Altersverwirrte Menschen seelsorgerlich begleiten 1
Hintergründe, Zugänge, Begegnu...
Klaus Depping
Altersverwirrte Menschen seelsorgerlich begleiten 2
Eine Vermittlungshilfe für Aus...
Klaus Depping
Altenheimseelsorge - Gemeinden begleiten Menschen im Alter und mit Dem...
Gemeindearbeit praktisch mit b...
Burkhard Pechmann
Augustinus: Bildung - Wissen - Weisheit
Beiträge des VI. Würzburger Au...
Cornelius Mayer, Christof Müller, Guntram Förster
0 Kommentare