Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 3
2. Grundbegriffe
2.1 Das In-der-Welt-sein 4
2.2 Das Welterkennen 5
2.3 Das alltägliche Selbstsein und das Man 6
2.4 Die Befindlichkeit 7
2.5 Das Verstehen 8
2.6 Die Auslegung 9
2.7 Die Aussage als abkünftiger Modus der Auslegung 10
2.8 Da-sein und Rede. Die Sprache 12
2.9 Die Sorge 12
3. Die uneigentlichen Seinsformen des Daseins
3.1 Das Gerede 13
3.2 Die Neugier 13
3.3 Die Zweideutigkeit 14
3.4 Das Verfallen und die Geworfenheit 15
4. Wahrheit und Realität
4.1 §43 Dasein, Weltlichkeit und Realität 15
4.2 §44. Dasein, Erschlossenheit und Wahrheit 18
5. Fazit 22
6. Literatur 23
7. Bibliographie 23
2
1 Einleitung
In dieser Arbeit soll der Wahrheitsbegriff Heideggers dargestellt werde. Die Hauptpunkte der Untersuchung sollen die §§43 „Dasein, Weltlichkeit und Realität“ und 44 „Dasein, Erschlossenheit und Wahrheit“ sein. Um diese Paragraphen durchdringen zu können ist es aber nötig einige vorgängige Paragraphen aus „Sein und Zeit“ näher zu beleuchten. Denn Heidegger entwickelt in diesen das Fundament seiner Untersuchung zur Wahrheit. Das Verständnis der zu untersuchenden Abschnitte hängt so stark mit den vorgängig untersuchten Begrifflichkeiten zusammen, dass dieses Vorgehen unbedingt angezeigt ist. So werden nacheinander die Paragraphen zwölf „Die Vorzeichnung des In-der-Weltseins aus der Orientierung am In-Sein als solchem“, dreizehn „Die Exemplifizierung des In-Seins an einem fundiertem Modus. Das Welterkennen.“, §27 „Das alltägliche Selbstsein und das Man“, §29 „Das Da-sein als Befindlichkeit“, §31. „Das Da-sein als Verstehen“, §32. „Verstehen und Auslegung“, §33. „Die Aussage als abkünftiger Modus der Auslegung“ §34. „Da-sein und Rede. Die Sprache“, §35. „Das Gerede“, §36. „Die Neugier“, §37. „Die Zweideutigkeit“, §38. „Das Verfallen und die Geworfenheit“, §41. „Das Sein des Daseins als Sorge“ dargestellt. Die Grundbegriffe, ‚In-der-Welt-sein’, ‚Befindlichkeit’, ‚Verstehen’, ‚Auslegung’ und ‚Aussage’ scheinen zunächst nicht erklärungsbedürftig, jedoch erhalten sie in der heideggerschen Verwendung andere Konnotationen und Bedeutungen, die den Leser zu einer näheren Betrachtung ‚zwingen’. Ebenso verhält es sich mit den uneigentlichen Seinsweisen dem ‚Gerede’, der ‚Neugier’ und der ‚Zweideutigkeit’. Wenn diese erste Aufgabe abgeschlossen ist, kann mit der Darstellung der Paragraphen §43 „Dasein, Weltlichkeit und Realität“ und §44. „Dasein, Erschlossenheit und Wahrheit“ fortgefahren werden. Am Ende soll eine kurze Zusammenfassung des Ergebnisses stehen.
3
2 Grundbegriffe
2.1 Das In-der-Welt-sein
Ein Dasein ist ein Etwas, dass sich selbst, verstehend zu seinem Sein verhält. 1 Dies sei nun der Begriff der Existenz. Die Seinsbestimmung des Daseins müsse aber „…auf dem Grunde der Seinsverfassung gesehen und verstanden werden…“ 2 . Diese Seinsverfassung ist das „in-der-Welt-sein“. 3 Dieser zusammengesetzte Begriff müsse hinsichtlich der Einzelbegriffe „in der Welt“, „das Seiende“ und allgemein das „In-Sein“ 4 beleuchtet werden.
„In-Sein“ bedeutet nicht, dass sich etwas räumlich innerhalb von etwas anderem befindet, sondern eine „Seinsverfassung des Daseins“ 5 Es bedeute vielmehr bewohnen, vertraut sein mit…Etwas Seiendem, das diese „Bedingungen“ des „In-Seins“ erfüllt, sich also als etwas begreift und versteht, das bei etwas vertrautem ist, ist ein Dasein. Es ist bei, hält sich auf, ist vertraut mit der Welt. 6 Das Dasein ist damit wesenhaft „In-der-Welt“. 7 Dieses „Sein bei“ ist aber wieder nicht als räumliche Angabe zu verstehen. Das „In-Sein“ ist vielmehr zu verstehen, als „… zutunhaben mit etwas, herstellen von etwas,…, befragen, betrachten…“ 8 . Diese Arten des „In-Seins“ sind in der Seinsart des Besorgens vereint, die noch erklärt werden wird. 9 Das Dasein ist also nicht so verfasst, dass es sich aussuchen könnte mit der Welt in Kontakt zu treten und dies dann manchmal auch macht, sondern es ist von seiner Verfasstheit her dazu gezwungen sich „in-der-Welt“ zu ‚bewegen’. 10 Das meint, dass das Dasein alltäglich „…mit vielen bestimmten Zusammenhängen vertraut, und zwar derart, daß sie meist gar nicht auffallen [ist]. Sie sind uns selbstverständlich.[…] Diesen in einzelne Zusammenhänge differenzierbaren Zusammenhang der Vertrautheit mit den Dingen, in dem wir auf bestimmte Weise sein können, nennt Heidegger »Welt«. Und da wir nicht anders als in der Welt sein
1 SUZ S. 52f
2 SUZ S. 52f
3 Ebd.
4 Vgl. ebd.
5 ebd. S.53
6 Vgl. ebd.
7 ebd.
8 ebd. S.56
9 SUZ S.56f
10 Vgl. ebd. S.57
4
können, ist klar, daß Dasein und Welt zusammengehören: Dasein ist immer In-der-Welt-sein.“ 11 Auch zeigt sich schon die Erschlossenheit von Welt, von der noch die Rede sein wird.
2.2 Das Welterkennen
Da das Dasein als „In-der-Welt-sein“ gekennzeichnet ist und dargestellt wurde, müsse es ein intuitives Verständnis dafür haben. Das Phänomen des Welterkennens erschöpfe sich aber nicht in einer Subjekt-Objekt-Beziehung, wie es die „…heute noch übliche Ansetzung von Erkennen…“ 12 erkläre. Subjekt und Objekt sind aber nicht zu übersetzen mit „…Dasein und Welt“. 13 Das Erkennen „…gründet in seinem Schon-sein-bei-der-Welt…“ 14 , wodurch das Dasein konstituiert wird. Wenn als Erkennen ein „…betrachtendes Bestimmen des Vorhandenen….“ 15 begriffen werden soll, so darf das Besorgen eben nicht ein Handeln, sondern das Gegenteil, das Nichthandeln sein. 16 Durch das Nichthandeln wird ein Vernehmen des Vorhandenen möglich, dieses Vernehmen hat aber den Vollzug des Ansprechens von etwas. Dadurch wird das Vernehmen zum Bestimmen und „…kann in Sätzen ausgesprochen….und verwahrt werden.“ 17 Dieses Vernehmen sei aber kein ‚Vorgang’, der dazu dient sich etwas anzueignen und dessen Aussagen auf Richtigkeit geprüft werden könnten, sondern ist vielmehr eine weitere Seinsform des „In-der-Welt-seins“. Daraus ergibt sich, dass das Erkennen nicht im Dasein selbst ablaufen kann, sondern auf seine Seinsform, des „In-der-Welt-seins“ angewiesen ist. Das Erkennen ist also eine Seinsart des Daseins, die auf dem „In-der-Welt-sein“ basiert. 18
11 Figal, Günter, „Martin Heidegger, Zur Einführung, Hamburg 3 1999
12 SUZ S. 60
13 ebd.
14 ebd. S.61
15 ebd.
16 Vgl. ebd.
17 ebd. S.62
18 ebd.
5
2.3 Das alltägliche Selbstsein und das Man
Das Dasein sei ständig besorgt um einen Abstand zu den Anderen. Es vergleiche sich ständig und versuche einen Unterschied aufzuholen, oder einen Vorrang zu behalten. 19 Durch diesen Umstand ist das Da-sein nicht mehr frei, es ist in seiner alltäglichen Welt des Miteinanderseins bestimmt durch die Anderen. Diese Anderen, zu denen man selbst gehört, sind das „Man“. Das ‚Man’ meint dabei den „…Oberbegriff für alle Verhaltensweisen und Einstellungen, die das Dasein leiten und dessen Realität ausmachen…“ 20 . Man macht etwas so und so. Dabei ist nicht ausgesagt wer etwas auf diese Weise macht, und doch liegt darin eine Anleitung zur Handlung. Durch das ‚Man’ herrsche die Durchschnittlichkeit, sie bediene sich des Geredes, der Neugier und der Zweideutigkeit, wie später noch erklärt werden wird. Dadurch komme es zu einer Einebnung aller Möglichkeiten, die ein Da-sein ergreifen könne oder nicht. Denn das ‚Man’ gebe vor, welche dieser Möglichkeiten ergriffen werden dürften. Das ‚Man’ bestehe also aus drei Seinsweisen der „Abständigkeit, Durchschnittlichkeit …[und der] Einebnung…“ 21 . Diese drei Seinswesen konstituieren „…»die Öffentlichkeit«…“ 22 . Diese Öffentlichkeit regele nun den gesamten innerweltlichen Verkehr, sei es auf Dasein—Ding—Ebene oder auch im zwischenmenschlichen Verkehr. Dabei sei sie aber eine Verdeckung, „…auf Grund ihres Nichteingehens »auf die Sachen«, weil sie unempfindlich ist gegen alle Unterschiede des Niveaus und der Echtheit.“ 23 Durch das ‚Man’ werde das Dasein in seiner Alltäglichkeit von Entscheidungen und Untersuchungen befreit. Eben dadurch kann das ‚Man’ auch seine Herrschaft behaupten. Man ist nicht mehr in der Verlegenheit etwas verantworten zu müssen, wenn man sich darauf berufen kann, ‚dass man das so macht’. Allerdings ist das ‚Man’ ein Existential des Daseins, denn im ‚Man’ ist das Dasein eingeschlossen, es kann sich aber auch aus ihm ‚befreien’. 24
19 Vgl. ebd. S.126
20 Luckner, Andreas, „Martin Heidegger: Sein und Zeit“ Paderborn 2 2001 S.59
21 SUZ S.127
22 ebd.
23 ebd.
24 Vgl. ebd. S129
6
Arbeit zitieren:
Martin Böse, 2011, Heideggers Wahrheit in "Sein und Zeit", München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart: Heideggers Wahrheit in "Sein und Zeit" ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart: neuer Titel erschienen: Heideggers Wahrheit in "Sein und Zeit"
Martin Böse hat einen neuen Text hochgeladen
Jesus begegnen Seine Zeit - Sein Leben - Seine Worte und Taten
Einführung - Materialien - Kre...
Michael Landgraf
Philosophie Und Theologie Des Ausgehenden Mittelalters: Marsilius Von ...
Maarten J. F. M. Hoenen, Paul J. M. Bakker
0 Kommentare