Das Image der Türkei in Deutschland Thomas Braun
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Vorgehen 2
3. Bestandsaufnahme 2
3.1. Forschungsstand 3
3.2. Mediaclipping 5
3.3. Public Diplomacy-Aktivitäten der Türkei 8
4. Entwicklung eines Konzepts zur Imageverbesserung. 10
4.1. Problemidentifikation 11
4.2. Konzeptentwurf 11
5. Zusammenfassung 15
Literaturverzeichnis 16
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Das Image der Türkei in Deutschland Thomas Braun
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Kategorisierte prozentuale Verteilung von Artikeln mit Bezug zur Türkei in FAZ und Welt ............................................................................ 6
Abbildung 2: Kategorisierte prozentuale Verteilung von Türkei-Artikeln mit
Politikbezug in der Welt ........................................................................... 7
Abbildung 3: Überblick eines möglichen Konzeptes zur Imageverbesserung der
Das Image der Türkei in Deutschland Thomas Braun
1. Einleitung
Politische Kommunikation ist ein wesentliches Element politischer Arbeit. Sie dient dazu, Politik für den Bürger sichtbar und erfahrbar zu machen, Deutungs-, Orientierungs- und Verhaltensmuster zu vermitteln, Werte und Konsensformen anzubieten sowie relevante Zielgruppen mit politischen Themen zu konfrontieren (Machnig, 2009, S. 78). In Anbetracht der zunehmenden Zusammenarbeit zwischen Staaten, z.B. im Rahmen der Europäischen Union, und globalem Wettbewerb von Unternehmen, ist es essentiell auch international politische Kommunikation zu betreiben. Internationales Reputationsmanagement und die Beeinflussung der öffentlichen Meinung in anderen Staaten gelten daher als zentrale Zielwerte der Außenpolitik eines Staates (Anholt & Hildreth, 2005, S. 165). Ein in diesem Bezug oft gebrauchter Begriff ist ‚Public Diplomacy‘. Public Diplomacy kann definiert werden als:
„die Gesamtheit der Maßnahmen außenpolitisch agierender staatlicher Akteure
(Akteure), die auf die Adressierung ausländischer Öffentlichkeiten (Adressa-ten) abzielen und dabei das Ziel der Steigerung der Soft Power (Ziel) des durch
sie vertretenen Staates verfolgen, wobei sie zur Erreichung dieses Ziels Instru-mente aus dem Gebiet der Public Relations adaptieren, Netzwerkbildung be-treiben und außenkulturpolitische Maßnahmen implementieren (Instrumente)“
(Ostrowski, 2010, S. 49).
Mit solchen Maßnahmen soll ein objektives Bild des jeweiligen Landes im Ausland erzeugt werden, die Attraktivität eines Staates sowohl im Hinblick auf Tourismus- als auch wirtschaftliche und andere Aspekte gesteigert und schließlich der internationale Einfluss gesichert werden.
Gerade die Türkei sollte darum bemüht sein, ein positives Image im Ausland zu generieren. Allein die schon lange andauernden Verhandlungen zum EU-Beitritt könnten durch ein positiveres Bild der Türkei beschleunigt werden. Zudem ist die Integrationsdebatte von Türken in Deutschland besonders vom Image abhängig. Neben Public Diplomacy-Aktivitäten spielt bei der Vermittlung eines Images auch eine Rolle, wie das jeweilige Land in den nationalen Medien dargestellt wird. Fernsehen und Presse gelten (abgesehen von eigenen Erfahrungen) als die wichtigsten Quellen bei der Informationsbeschaffung über ausländische Staaten (Alvarez & Korzey, 2008, S. 38). Deswegen sollten nicht nur Kommunikationsmaßnahmen initiiert, sondern auch politi-
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sche Aktivitäten an das Bild, das man vermitteln will, angepasst werden. Wenn der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, bei einer Ansprache in Düsseldorf davon redet, dass niemand in der Lage sein wird, die Türken von ihrer Kultur loszureißen, hat dies sicher keinen positiven Effekt auf das Bild der Türkei in Deutschland (Stollarz, 2011).
2. Vorgehen
In vorliegender Arbeit soll das Image der Türkei in Deutschland näher betrachtet und mögliche Strategien zur Imageverbesserung aufgezeigt werden. Der erste Teil der Arbeit hat zum Ziel, die aktuelle Situation in Bezug auf das in Deutschland vorherrschende Bild der Türkei zu analysieren. Hierzu werden zum einen einige wissenschaftliche Veröffentlichungen zum Image der Türkei betrachtet (Abschnitt 3.1) und zum anderen ein Mediaclipping durchgeführt, um zu ermitteln, wie die Türkei in den deutschen Medien dargestellt und über welche Themen vorwiegend berichtet wird (Abschnitt 3.2). Weiterhin werden in Abschnitt 3.3 Aktivitäten der Türkei im Rahmen von Public Diplomacy und politischer PR aufgearbeitet.
Im zweiten Teil der Arbeit dient die durchgeführte Situationsanalyse und die daraus abgeleiteten Probleme und Ansatzpunkte (Abschnitt 4.1) als Grundlage für eine Konzeptentwicklung zur Imageverbesserung und eine mögliche strategische Umsetzung (Abschnitt 4.2). Schließlich werden in Kapitel 5 die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst.
3. Bestandsaufnahme
Im Anholt-GfK Roper Nation Brand Index, einem Index bei dem Länder von Bürgern anderer Staaten zu politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und weiteren Aspekten bewertet werden, um zusammengefasst ein Image eines Landes abzubilden, belegt die Türkei seit langem nur hintere Plätze (Anholt, 2007, S. 117). Begründet wird das schlechte Abschneiden der Türkei durch die mangelnde Erfahrung der Menschen mit der Türkei als Land selbst sowie mit türkischen Bürgern und Produkten (Kemming, 2009, S. 29-31).
Das Image der Türkei in Deutschland Thomas Braun
Um diesen Missstand weiter zu analysieren, werden in den nächsten Abschnitten andere Studien zum Image der Türkei betrachtet. Weiterhin werden die wichtigsten Aktivitäten der Türkei im Hinblick auf die Verbesserung des Türkei-Bildes in anderen Staaten aufgezeigt und mithilfe eines Mediaclippings untersucht, wie die Türkei in den deutschen Medien dargestellt wird.
3.1. Forschungsstand
Die Forschung zum Image der Türkei in anderen Staaten hat häufig den EU-Beitritt im Fokus (z.B. Barysch, 2007; Kemming, 2009; Kemming & Sandikci 2007). Daneben werden auch Tourismus-Aspekte betrachtet (z.B. Alvarez & Korzay, 2008; Sönmez & Sirakaya, 2002). Im Folgenden werden einige ausgewählte wissenschaftliche Beiträge kurz vorgestellt.
Sönmez und Sirakaya (2002) beachteten in ihrer Studie primär Tourismus-Aspekte und untersuchten Gründe für die zurückgehenden Zahlen von Türkei-Urlaubern. Auch wenn die Umfrage in den USA durchgeführt wurde, können wichtige Implikationen für die Themenstellung der vorliegenden Arbeit abgeleitet werden. Ein zentrales Ergebnis war, dass die Wahrscheinlichkeit, die Türkei als Reiseziel zu wählen, hauptsächlich von dem Image des Landes abhängig ist. Dieser Gesamteindruck wiederrum ergibt sich aus einer breiten Anzahl von Faktoren. Zu nennen sind hier zum einen affektive Faktoren, wie Erwartungen zur Freundlichkeit der Menschen oder der Attraktivität der Städte. Zum anderen spielen bei der Imagebildung aber auch sozioökonomische und kulturelle Fak-toren, wie Einschätzungen zu politischer Stabilität, der Sicherheit im Land oder erwarteten Lebensstilen der Bevölkerung eine wichtige Rolle (Sönmez & Sirakaya, 2002, S. 191). Daneben zeigte sich, dass die einzelnen Erwartungen und Einschätzungen vor allem von sozialen Kontakten, d.h. Meinungen und Erfahrungen von Freunden und Bekannten abhängig sind. Dennoch haben auch öffentlich zugängliche Informationsquellen und dabei besonders Artikel und Beiträge im Internet einen großen Einfluss auf die Imagebildung zu einem Land (Sönmez & Sirakaya, 2002, S. 193). In Anbetracht der rückläufigen Touristen-Zahlen und den in der Studie ermittelten Zusammenhängen, kann abgeleitet werden, dass das Image der Türkei verbesserungswürdig ist und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden sollten.
Arbeit zitieren:
Thomas Braun, 2011, Das Image der Türkei in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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