Inhaltsangabe
I. Einleitung (S.1)
II. Geschichte des Gesundheitswesens in
Deutschland (S.1)
III. Übersicht über verschiedene
Finanzierungsmodelle (S.2)
IV. Situation in Deutschland - Die
Strukturen und die Finanzierung (S.3)
V. Die Gesundheitsreform (S.5)
VI. Fazit (S.7)
VII. Literaturverzeichnis (S.8)
VII.
I. Einleitung
Das deutsche Gesundheitssystem rückt wieder in den Focus der Medien und wird wieder zum Gegenstand der Diskussion in Deutschland. Nachdem es nach der Bundestagswahl 2009 zu einer Koalition zwischen CDU, CSU und FDP kam, wurde von der Regierung angekündigt, dass es höchstwahrscheinlich eine Gesundheitsreform in dieser Legislaturperiode geben wird. Vor allem die FDP drängt auf einen Systemwechsel im Gesundheitssystem. „Die Gesundheitsreform muss ein Markenzeichen von Schwarz-Gelb werden“, so Philipp Rösler, aktueller Gesundheitsminister, in einem Interview. Doch bisher sind keine konkreten Entscheidungen gefallen, erst soll eine Kommission ein Konzept für eine Gesundheitsreform entwerfen. Seitdem sind Schlagworte wie z.B. die Kopfpauschale oder die Abschaffung des Gesundheitsfonds zum Thema in Politikforen und Diskussionsrunden geworden. 1 Das Gesundheitssystem spielt in Deutschland eine solch große Rolle wie sonst in wenigen anderen Ländern. Obwohl diese auch von der sogenannten „Kostenexplosion“ betroffen sind, ist diese ein wichtiges Thema in Deutschland. Wachsende Skepsis und ein erhöhtes Interesse sind Folge dieser Entwicklung.
Im Folgenden wird ein grober Überblick über das Gesundheitssystem gegeben und auf verschiede Aspekte und Themen aus diesem Bereich eingegangen, teils auch deren Problematik oder Vor- und Nachteile erläutert. Weiterhin wird auch ein aktuelles Beispiel der Gesundheitspolitik gegeben.
II. Geschichte des Gesundheitswesens in Deutschland
Um das deutsche Gesundheitssystem verstehen zu können, muss man auch dessen historische Entwicklung in Betracht ziehen. Denn das deutsche System ist nicht von Fachleuten am Reißbrett entworfen worden und somit die optimale Lösung für die heutige Gesellschaft, sondern ist überwiegend historisch geprägt. Es entwickelte sich im Laufe der Zeit und wurde von damals wichtigen Faktoren (Arbeiterschaft, damalige Ziele und politische Ideologien, etc.) maßgebend beeinflusst. Daher gibt dieses Kapitel eine grobe Übersicht über die historische Entwicklung hin zum heutigen System. 2
Im Zuge der Industriellen Revolution und der Sozialen Frage im 19. Jhd wurde auch die Frage nach der Rolle des Staates in der Sozialpolitik immer lauter. Somit wurde im damaligen Kaiserreich eine neue Form der Sozialpolitik betrieben, die nun auch immer mehr in das staatliche Interesse rückte. Daher setzte sich auch der damalige Reichskanzler Otto von Bismarck gemeinsam mit der von ihm geführten Regierung mit diesem Thema auseinander, da sie immer mehr unter Druck gerieten. Sein Konzept war dies, dass er mit einer Sozialversicherung den Arbeiter an den Staat bindet und somit Aufstände und revolutionäre Strömungen besänftigt. Im Jahr 1883 folgte dann eine Gesetzliche Krankenversicherung (GKV), mit der er für den größten Teil der Bevölkerung, hauptsächlich für die Arbeiter, eine medizinische Versorgung ermöglichen wollte. 1911 wurde dieses Gesetz auch auf die Angestellten erweitert. 3
1941, in Zeiten des Nationalsozialismus, wurde die GKV auf die Rentner erweitert. Diese waren seitdem automatisch krankenversichert. 4
In der Nachkriegszeit gab es im geteilten Deutschland verschiedene Systeme im Gesundheitswesen. Die BRD behielt das von Bismarck konzipierte Modell bei und
1 Siehe Lit. 1
2 Siehe Lit. 2
3 Siehe Lit. 3
4 Siehe Lit. 4
entwickelte dies mit verschiedenen Reformen weiter bzw. passte es an die aktuelle finanzielle und politische Lage an. Die DDR verfolgte ein ähnliches System, jedoch war ein großer Teil der Bevölkerung pflichtversichert und es gab darüber hinaus das Modell der Polikliniken. In diesen waren ambulante und stationäre Versorgung zusammen und nicht, wie es in der BRD der Fall war/ist, getrennt voneinander. Noch heute halten viele Experten den Grundsatz der Polikliniken für moderner und effizienter als die aktuelle Situation in Deutschland. Letztendlich scheiterte jedoch dieses System an der schlechten Finanzierung und der daraus folgenden unzureichenden technischen Ausstattung. Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde das ostdeutsche dem westdeutschen Modell angeglichen. 5
III. Übersicht über verschiedene Finanzierungsmodelle
Jedes Land besitzt verschiedene Finanzierungsmodelle des Gesundheitssystems und hat spezifische Besonderheiten (meist aus der historischen Entwicklung und der Mentalität des Volkes zu verschiedenen Zeiten). Jedoch kann man diese, trotz der Unterschiede, meist in drei Kategorien einordnen: Den Nationalen Gesundheitsdienst, das Sozialversicherungsmodell und das Privatversicherungsmodell. 6 Der Nationale Gesundheitsdienst
Beim Nationalen Gesundheitsdienst, dessen Name aus dem britischen System stammt, handelt es sich um ein steuerfinanziertes Gesundheitssystem. Die Kosten werden überwiegend aus den allgemeinen Steuern gedeckt. Meist entscheidet die Regierung, wie viel Geld im nächsten Jahr oder für die nächsten Jahre dafür ausgegeben wird. Solch ein System gibt es z.B. in Großbritannien, Irland, Dänemark und Portugal. Sozialversicherungsmodell
Das Sozialversicherungsmodell beschreibt ein Modell der Finanzierung über eine gesetzliche Pflichtversicherung. Demnach wird bei den Versicherten ein Beitrag erhoben, aus dessen Ertrag die Gesundheitskosten gedeckt werden. Meistens ist diese Versicherung jedoch nicht verpflichtend, sondern es gibt auch die Alternative, sich bei privaten Krankenkassen oder gar nicht versichern zu lassen. Beispiele für dieses Modell wären Deutschland, Frankreich und die Benelux-Staaten. Privatversicherungsmodell
Hierbei handelt es sich um ein System, bei dem der Staat so gut wie keine Rolle spielt und es die Angelegenheit der Bürger ist, sich gesundheitlich zu versichern. Dies verläuft über private Krankenkassen, wobei diese im Gegensatz zu den deutschen gesetzlichen Krankenkassen nicht verpflichtet sind, jeden Kunden zu versichern, da diese ihn auch ablehnen können (z.B. bei fehlendem Vermögen oder einem schlechten Gesundheitszustand). Dieses Modell ist das am meisten umstrittene, da nicht jeder Bürger versichert wird und somit die soziale Gerechtigkeit hierbei eine sehr große Rolle spielt. Das bekannteste Beispiel für solch ein Versicherungsmodell ist die USA. Der amtierende Präsident Barack Obama hat sich zwar als Ziel gesetzt, eine Krankenversicherung für alle Amerikaner zu ermöglichen, jedoch stößt er
5 Siehe Lit. 2
6 Siehe Lit. 5
Arbeit zitieren:
Patrick Straburzynski, 2010, Das Gesundheitssystem: Ein grober Überblick mit aktuellem Themenbezug, München, GRIN Verlag GmbH
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