Vertriebswege im Retail Banking
Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 3
2. Was ist Retail Banking? 4
3. Welche Probleme gibt es derzeit? 5
4. Welche Kundenwünsche bestehen? 6
5. Was ist Multi-Channel-Vertrieb? 7
i. Filialen der Zukunft 8 - 12
ii. Direct Banking 13
iii. Telefon- Mobile-Banking 14 - 15
iv. Internet-Banking 16 - 17
6. Fazit 18
2
1. Einleitung
„Wenn die traditionellen Retail Banks nicht kurzfristig einen strategischen Kurswechsel zum Strukturwandel vollziehen, werden innerhalb von acht Jahren die Finanzinstitute von Einzelhandelsunternehmen, die Direktbanken sowie virtuellen Banken von Softwaren-Häusern den Markt dominieren.“ 1 Der Trend der Kundenbedürfnisse nach Bequemlichkeit, Zeitersparnis sowie eine von Öffnungszeiten und Standort ungebundene Kommunikation führt zu völlig neuen Verhaltensmustern. Schon heute kann der Kunde wählen, welchen Zugang zu Bankleistungen er wann und wo nutzen möchte - der typische Bankkunde der Zukunft ist „Multikanalnutzer“.
Die neuen Kommunikationstechnologien haben die Wettbewerbersituation radikal verschärft. Direktbanken und sogar Non- und Nearbanks können immer rascher und vor allem preis- und kostengünstiger in die Märkte eindringen. Neue Technologien, geänderte Wettbewerbsbedingungen sowie der Wandel im Kundenverhalten fordern von den Banken eines: neue Vertriebsstrategien! Denn nur diejenigen Banken werden auch in Zukunft erfolgreich sein, denen es gelingt ihre Vertriebskonzeption den gestiegenen und differenzierten Ansprüchen der Kunden anzupassen. Telefon-Banking, Handy-Banking und Internet-Banking sind nur einige Schlagworte, die die Vielfalt des modernen Multi-Channel-Vertriebs kennzeichnen.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der alternativen „Vertriebswege im Retail Banking“. Hiezu wird nach einer einführende Erläuterung zum Begriff „Retail Bank“ die derzeitige Problematik auf diesem Gebiet dargestellt und ein Einblick in die Wünsche der Kunde gewährt. Dies alles führt im Großen und Ganzen zu einem äußerst interessanten und sehr aktuellen Begriff, dem „Multi-Channel-Vertrieb“. Es wird erklärt, was genau sich dahinter verbirgt, welche neuen Vertriebsformen es in Zukunft geben wird und was aus der klassischen Filiale wird. Um einige Arten der künftigen Vertriebswege näher zu beleuchten, folgt im Anschluss daran eine kurze Vorstellung der beiden Direct Banking-Formen Telefon- und Internet-Banking.
1 Prof. Dr. Hans Ambros, „Multi Channel - Strukturwandel im Retail Banking-Vertrieb“, 2000
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2. Was ist Retail Banking?
„Unter Retail Banking subsumiert man das standardisierte Massengeschäft mit Privatkunden, die vor allem Basisleistungen beanspruchen und ein relativ geringes Beratungsbedürfnis haben.“ 2
Gleichzusetzen ist das Retail Banking mit dem in der Praxis bekannten Privatkunden- oder Massenkundengeschäft. Dieser Art des Bankgeschäfts ist vor allem bei den Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken und Sparda-Banken ein wichtiges Kerngeschäftsfeld. Einige Großbanken verabschieden sich jedoch allmählich vom Massenkundengeschäft.
Folgende meist standardisierte Bankprodukte und Dienstleistungen werden angeboten:
- Girokonto (als Schlüsselprodukt)
- Zahlungsverkehr
- Einlagenprodukte (z.B. Sparpläne und -briefe)
- Kreditprodukte (Ratenkredite, Baufinanzierung)
- Investmentfonds-Vermittlung
- Vermittlung von Bausparprodukten
- Vermittlung von Versicherungsleistungen (insb. Kapitallebensversicherung)
Das relativ flache und enge Leistungsprogramm richtet sich an alle Privatkunden. Hierzu zählen vor allem Schüler, Jugendliche, Angestellte, Beamte, Arbeiter und Rentner. Das individuelle Geschäft wird weniger bis gar nicht bearbeitet. In wenigen Fällen wird dann maximal eine Mittlerfunktion gegenüber kooperierenden Instituten (wie z.B. Versicherungen oder Bausparkassen, Investmentgesellschaften oder anderen Banken) wahrgenommen. Beim Retail Banking werden wie schon gesagt alle Privatkunden angesprochen - dies umfasst sowohl die „Retail-“ als auch die „Private-Kunden“. Private Banking-Kunden fordern aufgrund der meist erweiterten finanziellen Bedürfnisse zusätzliche Leistungen, die nur das Private Banking abdecken kann. Vor allem Großbanken haben ihr Core Business auf potenzielle Privatkunden gelegt.
2 siehe „Retail-Banking und Private Banking“, Uwe C. Swoboda, Bankakademie Verlag, 1. Aufl.
(2001), S.167
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3. Welche Probleme gibt es derzeit?
Das Bild deutscher Banken in den Köpfen der Kunden ist nicht gerade das Beste. Alarmierende Ergebnisse brachte eine entsprechende Umfrage, wobei folgende Punkte zusammengefasst wurden:
Kundenkontakt: bei nur 1,32% erfolgte eine Beratungsinitiative durch den Zweigstellenmitarbeiter
Kundenprobleme: 78% werden nicht zufrieden stellend gelöst Produktangebot: 87% der Kunden wurden in den letzten 3 Jahren kein Produkt angeboten
Personalkosten: Bankmitarbeiter kosten durchschnittlich 120% mehr als Handelsangestellte mit höherer Verkaufsleistung Kundenfrequenz: rückläufig
Kundennähe: zukünftige städtische Bauentwicklungen (z.B. Shopping-Center-Flächen voraussichtlich bis zum Jahr 2010 verdreifacht) behindern die traditionellen Zweigstellen-Standorte
(Mega-)Trend: Bequemlichkeit - dadurch entstehen von Öffnungszeiten und Zweigstellen unabhängige Vertriebswegen Marktvorteile: gehen verloren - viele Sparkassen und Volksbanken profitierten und warben mit einer dichten regionalen Zweigstellenpräsenz; neue Mitbewerber können teilweise einen Full-Time-Service anbieten, das heißt eine Verfügbarkeit von 168 Stunden wöchentlich statt den traditionellen 42 Stunden.
Transaktionskosten: Routinetransaktionen an den Kassen und Schaltern kosten etwa 10-mal so viel wie der SB-Service an Bankautomaten und 27-mal so viel wie die vergleichbare Net-Banking-Transaktion. Wettbewerb: branchenfremde Finanzinstitute stürmen den Markt - im Privatkundenbereich werden rund 35% aller Leasing- und Kreditgeschäfte von neuen Mitbewerbern abgewickelt (Autofinanzierung sogar 84%)
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Arbeit zitieren:
Alina Dorl, 2003, Vertriebswege im Retail Banking, München, GRIN Verlag GmbH
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