Ludwig Feuerbach (1804‒1872) und Karl Marx (1818‒1883) stellten ähnliche, jedoch zum Teil unterschiedliche Thesen zur Religionskritik auf.
So bezeichnet Feuerbach den Gottesglauben als „Glückseligkeitstrieb“. Gott sei selig und der Mensch glaube nur an ihn um selber selig zu werden bzw. zu sein. Um die Ziele seines Glaubens zu erreichen - beispielsweise ein glückliches, seliges, vollkommenes und unsterbliches Wesen zu werden, so wie es Gott ist -, glaubt der Mensch an eine Religion, dieser Ansicht ist Feuerbach. Dieser Gottesglaube des Menschen könne die Glückseligkeitstriebe der Menschen befriedigen.
Die Menschen der damaligen Gesellschaft hätten ihr Elend akzeptiert und könnten sich damit abfinden, um jedoch später ein glückliches Leben nach dem Tod (Paradiesvorstellung) zu führen, projizierten sie das Gute in den Himmel.
Seiner Aussage ist die Theologie (Lehre vom Gott) nicht anderes als die Anthropologie (Lehre vom Menschen), der oberste praktische Grundsatz seine Lehre lautet „Homo homini deus est.“, das heißt der Mensch ist sein eigener Gott. Auch Marx ist der Ansicht, dass der Mensch selbst die Religion „macht“, das heißt verkörpert. Seiner Aussage zufolge ist es jedoch vor allem der Staat, der die Religion produziert. Marx sieht die Religion als Trost- und Rechtfertigungsgrund an und bezeichnet sie als „Opium des Volkes“. Hiermit bringt er deutlich zum Ausdruck, dass die Religion die Menschen in der damaligen Zeit regelrecht betäubte (Dieses Phänomen kann wohlgemerkt heutzutage auch noch beobachtet werden.). Für ihn ist die Religion verlorenes Selbstbewusstsein und der „Seufzer der bedrängten Kreatur“, der Traum von der Erlösung aus dem bestehenden Elend. Marx will die Blase des sogenannten Himmelreiches zerplatzen lassen, damit die unglücklichen Arbeiter sehen können, dass auch sie glücklich werden können, dazu müsse es zu einer Revolution kommen. Er bezeichnet das Menschenbild allgemein als zu optimistisch.
Die Religionskritik stellt Religion und Religiosität mitsamt ihren Konzepten und Aussagen in Frage. Zu bekannten Vertreten der Religionskritik gehörten die bereits genannten Herren Feuerbach und Marx. Diese Religionskritiker wollten vor allem die armen und benachteiligten aber dennoch hart arbeitenden Fabrikarbeiter der damaligen Zeit dazu bewegen, nicht nur auf die vorgebeteten Texte der Vorarbeiter zu vertrauen und an sie
Arbeit zitieren:
Tim Blume, 2009, Heinz Zahrnt: „Stammt Gott vom Menschen ab?“ – Analyse und Erörterung unter Berücksichtigung der religionskritischen Thesen Feuerbachs und Marx’, München, GRIN Verlag GmbH
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