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Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. FILMPROPAGANDA IM DRITTEN REICH 4
3. FILMPROPAGANDA AM BEISPIEL VON „JUD SÜß“ 6
3.1 ALLGEMEINES 6
3.2 HANDLUNG 7
3.3 WIRKUNG UND ZIELE 7
4. JUDENDARSTELLUNG AM BEISPIEL EINER DRUCKPUBLIKATION 9
5. DER UNTERHALTUNGSFILM - VOLKSBERUHIGUNG MIT INTENTION 10
5.1 ALLGEMEINES 10
5.2 HEINZ RÜHMANN UND DIE „STAATSPOLITISCH BESONDERS
WERTVOLLEN “ UNTERHALTUNGSFILME 10
6. NS-SPUREN IM MÄRCHENFILM 13
7. FAZIT / ZUSAMMENFASSUNG 14
LITERATURVERZEICHNIS
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1. Einleitung
Die Folgende Facharbeit befasst sich mit der Fragestellung „Hetze oder Volksberuhigung? - Der NS-Film als Mittel der Propaganda“. Ich habe mich für dieses Thema entschieden, weil mich der Zusammenhang zwischen Medien und Staat im Dritten Reich sehr interessiert und weil ich erfahren wollte, in welcher Art und Weise und ob das Regime die Menschen, in diesem Fall mit Hilfe des Films, gezielt manipulierte.
Anhand von Beispielen wird die Funktion und Wirkung des Filmes zur Durchsetzung der NS-Ideologie untersucht. Dabei werden zunächst einige historische Fakten der allgemeinen Filmpropaganda einleitend dargestellt, um anschließend Mittel, Wege und Intentionen der Propaganda am Beispiel des antisemitischen Hetzfilmes „Jüd Süß“ (1940) näher zu untersuchen. Den Antisemitismus aufgreifend wird eine Druckpublikation des Films „Der ewige Jude“ (1940) näher betrachtet und analysiert. Als Ausgleich dazu gehe ich danach auf die Komödie im Dritten Reich ein, die zur damaligen Zeit zur Ablenkung und Beruhigung des Volkes gedient hat und lege anhand von Unterhaltungsfilmen, in denen Heinz Rühmann die Hauptfigur verkörperte, die Wirkung auf das Volk und die Intention des Staates dar.
Nachdem ich dann kurz auf den Märchenfilm und dessen Motive eingehe, werde ich im anschließenden Fazit unter Beachtung der erarbeiteten Ergebnisse feststellen, ob und inwiefern die Filmpropaganda 1933-1945 als Hetze oder Volksberuhigung zu bewerten ist.
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2. Filmpropaganda im Dritten Reich
„Propaganda [lat. Propagare >ausdehnen<] die, Form der Werbung, besonders für bestimmte geistige Ziele und polit., religiöse, wirtschaftl., aber auch künstler. oder humanitäre Ideen; allg. die publizist. Beeinflussung, ihre Inhalte und Methoden.“ 1
Die Propaganda war zweifelsohne ein Werkzeug, welches maßgeblich für den Aufstieg der NSDAP (ab 1933) in Deutschland verantwortlich war. Es wurde die ideologische Schwäche des Nationalsozialismus versteckt und in politische Stärke verwandelt. Adolf Hitler beschrieb in seinem Buch „Mein Kampf“, dass jede politische Propaganda nur dann erfolgreich sein könne, wenn diese auf ein Massenpublikum ziele. 2 Der Film als modernes Massenbeeinflussungsmittel wurde schon früh erkannt. Kein Medium wirkte direkter, überzeugender und nachhaltiger auf die Menschen ein. 3 Während der Weimarer Republik (1918/19 - 1933) gab es bereits Filme von Reden einflussreicher NS-Oberhäupter, die als Wahlspots auf Parteiveranstaltungen eingesetzt wurden. Im Zuge der Machtergreifung wurde das deutsche Filmwesen institutionalisiert und unter anderem durch die Errichtung der Reichsfilmkammer, in der jeder Filmschaffende Mitglied sein musste, völlig von oben gesteuert. Dies hatte zur Folge, dass Tausende von Juden und politisch anders Denkenden aus der Filmbranche ausgeschlossen wurden. Aus dem Lichtspielgesetz von 1934 geht hervor, dass Filme, welche "das nationalsozialistische, religiöse, sittliche oder künstlerische Empfinden“ verletzten, ohne weiteres verboten werden durften. Nicht nur allein die Filmproduktion wurde staatlich kontrolliert, auch die Filmkritik war betroffen. Jede Kritik oder individuelle Wertung konnte durch einen Erlass verboten werden - Die „Filmbetrachtung“, welche sich auf die vom Regime genehmen Inhaltsbeschreibungen zu beschränken hatte, löste die subjektive Filmkritik ab 4 . Reichsminister Joseph Goebbels galt fortan als oberster Filmherr und griff immer mehr persönlich in die Filmproduktion ein, indem er Besetzungslisten, Schnitte, Schauspieler und sogar Dialogtexte in Drehbüchern bestimmte. Dieses Handeln wurde mit der Änderung des Lichtspielgesetzes 1935 legitimiert, indem es heißt: „Unabhängig von dem Verfahren vor der Filmprüfstelle und der Filmoberprüfstelle kann der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda (...) das Verbot eines Films aussprechen, wenn er es aus dringenden Gründen des
1 Brockhaus-Lexikon, Band 14 Pas-Qua. Wiesbaden 1984. S.290
2 STAHR, Gerhard: Volksgemeinschaft vor der Leinwand? S. 16
3 Ebd. S.22
4 filmportal.de: Hinweis zur Dokumentation der Filme der NS-Zeit. Stand: 25/03/11
http://www.filmportal.de/df/26/Artikel,,,,,,,,F3AC85FAEDC6AD14E03053D50B377C9C,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,.ht ml
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öffentlichen Wohls für erforderlich hält.“ 5 Der Film wurde also zum idealen Instrument, um eine ideologische Gleichschaltung zu bezwecken, vor allem durch Emotionalität und das „Appellieren an den Instinkt“ (Zit. nach Goebbels). Um das ideologische Bild des Führertums, die Überlegenheit der arischen Rasse und die Unbezwingbarkeit des eisernen Willens zur scheinbaren Wirklichkeit werden zulassen, spielten die über 5.000 Kinos im Deutschen Reich eine zentrale Rolle. Sie mussten dafür sorgen, die Propagandafilme angemessen in ihr Programm aufzunehmen und zu präsentieren. Aus der herkömmlichen Vorführung eines Films wurde eine bedeutende, nationalsozialistische Kulturfeier - Das Kino war nun ein „Lichtspieltheater“ und dessen Betreiber wurde „Intendant eines Volkstheaters“. 6 Neben der Propagierung des Führerprinzips, Antisemitismus oder Feindpropaganda als Filminhalt, gehörte die überwiegende Menge der während des Dritten Reiches produzierten Filme dem Genre der Komödie, des Musikfilms oder der leichten Unterhaltung an (heitere Filme). Während in diesen Produktionen keine offene Propaganda zu erkennen war, dienten sie doch indirekt dem Regime, indem sie von Sorgen und Problemen des Volkes ablenkten. Insgesamt wurden rund 1200 Spielfilme produziert und vielfache „Kulturfilme“ und Sach-/Dokumentationsfilme über naturwissenschaftliche, kulturelle oder Allgemeine Themen. Ihr Ende fand die Filmindustrie des deutschen Reiches ab Herbst 1944 - Viele Studioanlagen und Kinos waren zerstört, was Goebbels bis zuletzt versuchte mit improvisierten Lichtspielorten auszugleichen. 7 Bevor sich Joseph Goebbels am 01. Mai 1945 zusammen mit seiner Frau und Kindern aufgrund Deutschlands Ausweglosigkeit umbringt, hält er seine letzte Rede an die Mitarbeiter: „Meine Herren, in hundert Jahren wird man in einem schönen Farbfilm die schrecklichen Tage zeigen, die wir durchleben. Möchten Sie nicht in diesem Film eine Rolle spielen? Halten Sie jetzt durch, damit die Zuschauer in hundert Jahren nicht johlen und pfeifen, wenn Sie auf der Leinwand erscheinen." 8
5 KLEINHANS, Bernd: Propaganda im Film des Dritten Reiches. Stand: 25/03/11 http://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/drittes-reich/propaganda/217-propaganda-im-film-des-dritten-reiches.html
6 KLEINHANS, Bernd: Ein Volk, ein Reich, ein Kino. Lichtspiel in der Braunen Provinz. Köln 2003. S. 9-11
7 KLEINHANS, Bernd: Propaganda im Film des Dritten Reiches.
8 MOMMERT, Wilfried: „Drehen bis zum Untergang“. Stand: 25/03/2011 http://www.stern.de/politik/geschichte/ns-film-drehen-bis-zum-untergang-538367.html
Arbeit zitieren:
Christopher Schwab, 2011, Hetze oder Volksberuhigung?, München, GRIN Verlag GmbH
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