Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Materialbasis und methodische Vorgehensweise 3
3. Das Gedächtnis 4
3.1 Die DDR in der Erinnerung der Deutschen 6
3.2 Medien und Gedächtnis 6
4. „Sonnenallee“ 8
4.1 Inhalt 8
4.2 Transport von Erinnerungen 9
4.3 Szenenauswahl - Visualisierung von Erinnerungen 11
5. Das Medium Film und das kollektive Gedächtnis 13
5.1 Die Bedeutung von „Sonnenallee“ 13
5.2 „Sonnenallee“ im Vergleich 14
6. Fazit 15
7. Literaturverzeichnis 16
1. Einleitung
‚Sich erinnern’ - das ist eine Gedächtnisleistung, die täglich von Menschen in Anspruch genommen wird. Hinterfragt wird dieser Vorgang jedoch nicht. Er wird ganz selbstverständlich vollzogen und geschieht meist unbewusst. Unsere Erinnerungen resultieren aus unseren eigenen individuellen Erfahrungen. Wir können aber auch andere Menschen daran teilhaben lassen, indem wir ihnen davon berichten.
Diesen Punkt greifen ‚Medien’ auf. Mit ihrem Aufkommen veränderten sie die Erinnerungskultur, denn sie brachten eine neue Möglichkeit hervor, an Vergangenes zu erinnern, Erinnerungen zu speichern und weiter zu vermitteln. Mit einer besonderen medialen Möglichkeit beschäftige ich mich in der folgenden Hausarbeit: Erinnerungsvermittlung durch den Film. Es gibt viele Beispiele für Filme, die diese Funktion übernehmen. Vergangene Ereignisse bieten oft gerade wegen ihrer Bekanntheit besonders viel Anreiz, sie filmisch zu verarbeiten und dar zu stellen.
Die Zeit, in der die heutige Bundesrepublik Deutschland zweigeteilt war, war eine besondere Phase der deutschen Geschichte.
Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) war der sowjetische Sektor Berlins. Dieses Gebiet grenzte sich als „Ost-Berlin“ von dem amerikanischen, französischen und auch britischen Sektor, die zusammen „West-Berlin“ ausmachten, ab. 1961 wurde hierfür die Berliner Mauer gebaut. Auch heute ist diese Zeit der Teilung noch jedem geläufig und die Erinnerungen sind noch stark vorhanden. Zumindest bei denen, die vor dem Mauerfall 1989 Bürger der DDR waren. Für Andere ist es oft kaum vorstellbar, in welchen einfachen Verhältnissen die Menschen hinter der Mauer gelebt haben. Die Phase der Teilung bietet genügend Stoff für filmische Verarbeitungen. Unter anderem hat sich der Theaterregisseur Leander Haußmann an die Thematik gewagt. Zusammen mit Co-Autor Thomas Brussig hat er den Film „Sonnenallee“ geschaffen und damit sein Kinodebüt gefeiert.
In meiner Hausarbeit setze ich mich mit Haußmanns Film auseinander. Er stellt das Leben zur Zeit der Teilung im östlichen Teil Berlins humoristisch dar und erzählt die Geschichte des jugendlichen Michaels.
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Ich werde ihn hinsichtlich seiner Erinnerungsfunktion untersuchen und möchte herausstellen, welche Bedeutung er für diese einnimmt. Hierfür untersuche ich, was der Film für Erinnerungen visualisiert und in welcher Art und Weise er da macht. Anhand dieser Analyse werde ich die Bedeutung des Films bewerten.
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2. Materialbasis und methodische Vorgehensweise
Zunächst werde ich zum näheren Verständnis der Thematik das Gedächtnis an sich erläutern, damit die Zusammenhänge und Begrifflichkeiten klarer und nachvollziehbarer werden. Ich gehe zudem auf die Erinnerungen der Deutschen an die Zeit der Teilung ein und erläutere den Zusammenhang von Medien und Gedächtnis.
Als nächstes werde ich den Hauptgegenstand meiner Hausarbeit vorstellen. Ich präsentiere wichtige Daten zum Film „Sonnenallee“ und den Inhalt. In einem weiteren Schritt erläutere, welche Erinnerungen der Film transportiert. Ein weiterer Punkt besteht darin, einige Szenen auszuwählen, an denen ich verdeutlichen möchte, wie die Erinnerungen transportiert werden. Ich werde sie beschreiben und ihre filmische Umsetzung analysieren. Um meine Forschungsfrage klären zu können, werde ich in einem weiteren Punkt die Bedeutung des Mediums „Film“ näher erläutern, bevor ich mich speziell auf „Sonnenallee“ beziehe und den Erinnerungsgehalt der ausgewählten Szenen bewerte. Danach werde ich noch einen kurzen Vergleich zu anderen DDR-Filmen anführen.
In einem abschließenden Fazit werde ich die wichtigsten Ergebnisse meiner Arbeit zusammenfassen und die Antwort auf meine leitende Frage geben. Die Grundlagen für meine Arbeit bilden Fachtexte zum Thema „Gedächtnis“, sowie „Gedächtnis und Medien“. Ergänzend hierzu habe ich einige Internetquellen hinzugezogen. Der Film „Sonnenallee“ ist die Basis für meine Analysen. Ergänzend verwende ich das dazugehörige Filmbuch von Leander Haußmann.
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3. Das Gedächtnis
Jeder Mensch besitzt ein Gedächtnis, in dem das individuelle Wissen gespeichert wird. Das Gedächtnis an sich besteht aus „100 Milliarden Nervenzellen“ (Helmreich 2006), die sich über Synapsen vernetzen. Jede Zelle ist mit unzähligen anderen verbunden. Sie kommunizieren untereinander durch elektrische Impulse. Auf diese Weise werden Erfahrung, Emotion und Wissen ständig aktualisiert, neu geordnet oder archiviert. Wollen wir uns an etwas „erinnern“, wird eine bestimmte Kombination an Nervenzellen aktiviert, die bei der Wahrnehmung dieser Sache aktiv waren. Es entsteht ein Muster, das diese Sache repräsentiert. Dieser Prozess beschreibt das Erinnern an Telefonnummern, Gesichter oder Gegenstände. „Erinnerungen sind also immer durch Netzwerke vieler Nervenzellen festgehalten“ (Stangl, o.J.). Das Gedächtnis ist für die Speicherung zuständig. Es handelt sich um eine neurophysiologische Funktion. Erinnerungen hingegen beziehen sich auf die Wiederherstellung der ‚abgelegten Daten’. Sie sind kognitive Konstruktionen, die bewusst werden müssen und dann formuliert werden können (vgl. Schmidt 1999, 33). Nur Vergangenes oder Abwesendes kann erinnert werden, daher stellen Trennung, Abwesenheit, Distanz und auch Tod Faktoren dar, die Erinnerungen entstehen lassen. „Man erinnert vor allem das, was einem wichtig ist, was also von irgendwelchen gegenwärtigen Relevanz-Zentren her beleuchtet wird“ (Assmann nach Borsdorf/Grütter 1999, 16).
Jedes Individuum hat Erinnerungen. Sie beziehen sich auf die eigene, selbst erlebte Vergangenheit. Jeder Mensch hat ‚seine’ Erinnerungen, die in seinem individuellen oder auch im kommunikativen Gedächtnis abgelegt sind. Das kommunikative Gedächtnis „bezieht sich auf die rezente Vergangenheit“ (Assmann 1994). Das kollektive oder besser kulturelle Gedächtnis bezieht sich auf die absolute Vergangenheit. Diese Gedächtnisform kann man sich als Sammelbecken für Bilder, Reden und Text vorstellen, die essentiell sind für das nationale Identitätsbewusstsein. Diese Gedächtnisform dehnt den Trägerkreis eines Gedächtnisses aus und erfasst so weite Teile einer Gesellschaft. In diesem Sinne kann man sagen, dass das Gedächtnis sozial ist. Es „entsteht nicht nur in, sondern vor allem zwischen den Menschen“ (Assmann 1994).
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Arbeit zitieren:
Sandra Garthaus, 2007, Sonnenallee - Die Bedeutung des Films für die Erinnerungskultur, München, GRIN Verlag GmbH
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