Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Übernahme Regensburgs durch Herzog Albrecht IV. 4
3. Das Einschreiten Kaiser Friedrichs III. gegen die Unterstellung 5
der freien Reichsstadt unter bayerische Landeshoheit
4. Die Folgen für die Stadt Regensburg nach ihrer Rückkehr an 6
das Reich
5. Fazit 7
6. Quellen- und Literaturverzeichnis 8
7. Anhang 9
a , Rezension
b , Quellenedition
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1. Einleitung
Herzog Albrecht IV. war ein sehr kluger und pflichtbewusster Herrscher. Nicht ohne Grund schrieben ihm seine Zeitgenossen das Attribut „der Weise“ 2 zu. Als er anno 1467 die Alleinherrschaft im Teilherzogtum Bayern-München erlangt hatte, konnte mit Sicherheit niemand erahnen, welche gravierenden Veränderungen er in der Geschichte Bayerns bewirken würde.
Seine höchste Aufmerksamkeit galt einem Expansions- sowie Revindikationsprogramm für das Gesamthaus. 3 Zudem verfolgte er bereits zu Beginn seiner Regierung mit großem Bestreben den Ausbau der wittelsbachischen Territorien zur ausschlaggebenden politischen Potenz im süddeutschen Raum. Dieses Vorhaben sollte Bayern den Status einer starken Vormacht im Reich sowie eines gefürchteten Konkurrenten der Habsburger einbringen. Einen wichtigen Baustein, um das „löbliche Haus […] an den Enden zu erweitern, die vormals dazugehört hatten“ 4 , sah er in der Rückgewinnung der freien Reichsstadt Regensburg. Diese sollte als ehemalige Hauptstadt Bayerns wieder zu ihren alten Wurzeln zurückkehren und ins herzogliche Territorium integriert werden. Die Unterwerfung Regensburgs unter das landesherrliche Regiment Herzog Albrechts IV. ist das zentrale Thema dieser Hausarbeit. Hierbei konzentriert sich der Fokus darauf, ob der anti-habsburgerische Beschluss der Freistadt als Erfolg oder Misserfolg im Hinblick auf ihren weiteren Werdegang zu verbuchen ist. Dieser Schritt verlief keineswegs ohne den Protest des Reichsoberhauptes, dessen Widerwille der Stadt Regensburg sowie ihrem oberbayerischen Stadtherrn erhebliche Probleme einbrachte. Die Quellenlage bezüglich dieser Thematik gestaltet sich in einem ausgereiften Angebot. Hierbei gilt es, den Baierischen Landtags-Handlungen von Franz von Krenner besondere Priorität zukommen zu lassen. Der Band X beinhaltet alle zum behandelten Thema nützlichen Quellen.
Die Hausarbeit ist in drei Teile gegliedert. Zunächst wird in kurzem Rahmen die Übernahme der ehemaligen Reichsstadt durch Herzog Albrecht IV. dargestellt. Im Anschluss
1 Schwab, Ludwig, Regensburg im Aufruhr. Der Freiheitskampf einer Stadt 1485-1521. Ereignisse und Merkwürdigkeiten, Regensburg 1956, S. 20.
2 Schwab, Regensburg, S. 25.
3 Vgl. Weinfurter, Stefan, Die Einheit Bayerns. Zur Primogeniturordnung des Herzogs Albrecht IV. von 1506, in: Festgabe Heinz Hürten zum 60. Geburtstag, hg. von Harald Dickerhoff, Frankfurt am Main u.a. 1988, S. 225 - 242.
4 Riezler, Sigmund von, Geschichte Baierns, Bd. 3: 1347-1506, Gotha 1889.
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daran folgt die Darstellung der Maßnahmen, welche der habsburgische Gegner Kaiser Friedrich III. zur Rückgewinnung der Stadt ergreift. Schließlich erfährt man im letzten Punkt die Einschränkungen, welche Regensburg als Folge ihrer sechsjährigen Untreue gegenüber dem Reich vom Kaiser auferlegt wurden.
2. Die Übernahme Regensburgs durch Herzog Albrecht IV.
Regensburg war bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zur freien Reichsstadt aufgestiegen und hatte somit das Privileg, dem Kaiser weder Abgaben zu leisten noch einen Reichshauptmann innerhalb der eigenen Mauern stellen zu müssen. Der autonome Sonderstatus der Stadt erstreckte sich über zwei Jahrhunderte hinweg, änderte sich jedoch schlagartig mit dem Regierungsantritt Herzog Albrechts IV. 5 Er hegte seit etwa 1470 die Intention einer gezielten Rückgewinnung der Stadt. Dieses Vorhaben betrieb er zu einem sehr günstigen Zeitpunkt. Die bisher unabhängige Stadt befand sich seit langer Zeit in erheblich finanziellen Schwierigkeiten. Mit dem Schwinden der Grundlage der Reichsfreiheit sowie der ökonomischen Stärke hielt kaum ein Regensburger Bürger den Willen aufrecht, den Status einer freien Reichsstadt behaupten zu wollen. 6
Aus ihrer Not heraus begab sich Regensburg zunehmend in die Abhängigkeit des oberbayerischen Herzogs. Ausgangspunkt der Reunion Regensburgs mit Bayern war der Wiedererwerb der an die Stadt verpfändeten herzoglichen Rechte. 7 Diese Maßnahme war mit Vorteilen für beide Parteien verbunden. Einerseits bewahrte sie Regensburg vor weiterer Zahlungsunfähigkeit, andererseits amtierte Albrecht IV. künftig als oberster Gerichtsherr der Stadt. Er ließ sich daraufhin sogleich für 15 Jahre als Schutzherr der Reichsstadt ausrufen. 8
Mit der Unterstützung einer mächtigen Anhängerschar innerhalb der Stadt hatte der Herzog das jahrhundertealte Ziel seines Hauses erreicht. Anno 1486 erfolgte die Unterzeichnung des Übergabevertrags der Stadt Regensburg und begrüßte diese wieder als einen festen Bestandteil Bayerns. Somit kam der Wittelsbacher seinem Bestreben nach der „Wiederbegründung des mittelalterlichen Herzogtums“ 9 zunehmend näher.
5 Vgl. Schmid, Alois, Besser ein Herzog als ein Kaiser. Albrecht IV. von Oberbayern und die Reichsstadt Regensburg 1486 bis 1492, in: Regensburger Almanach 20 (1987), Regensburg 1986, S. 36.
6 Vgl. Mayer, Stefan, Rudolf, Das Ringen Bayerns und des Kaiserhofes um die Reichsstadt Regensburg 1486/92-1508, Band 110, München 1996, S. 32 (Schriftenreihe zur Bayerischen Landesgeschichte).
7 Details zur Pfandschaft sind nachzulesen in Schwab, Regensburg, S. 16-17.
8 Vgl. Mayer, Das Ringen Bayerns, S. 31; ebenso Schwab, Regensburg, S. 18.
9 Mayer, Das Ringen Bayerns, S. 64.
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Arbeit zitieren:
Katrin Bogner, 2007, Herzog Albrecht IV. und Regensburg - Eine Reichsstadt im Fokus machtpolitischer Auseinandersetzung zwischen Kaiser und Herzog , München, GRIN Verlag GmbH
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