Inhalt
Einleitung 3
1.0. Fallbeschreibung und Fragestellung 4
1.1 Ausgangslage 4
1.2 Operationalisierung der Fragestellung 4
2.0 Netzwerke in der Theorie 6
2.1 Definitionen 6
2.2 Merkmale und Ziele 6
2.3 Visualisierungsformen. 7
3.0 Netzwerkarbeit als praktische Methode 8
4.0. Möglichkeiten und Grenzen 13
4.1 Interventionsmöglichkeiten. 13
4.2. Grenzen. 14
5. Resümee 15
Literaturverzeichnis 16
2
Einleitung
Netzwerkarbeit ist aus der Sozialen Arbeit seit den 1990er Jahren nicht mehr wegzudenken. Seit Beginn der Netzwerkforschung in den 1950er Jahren, die sich um 1970 zur Netzwerkarbeit weiterentwickelte, wurde eine praktikable Methode für die Soziale Arbeit. Galuske ver- stehtunter sozialer Netzwerkarbeit „(…) ein sozialpädagogisches Handlungsmodell, das auf- bauendauf die Netzwerkforschung durch Analyse, Nutzung, Gestaltung und Ausweitung des Beziehungsgeflechts der Klienten zu Personen, Gruppen und Institutionen auf eine Optimierung ihrer Unterstützungsnetzwerke und damit auf die Stärkung ihrer Selbsthilfepotentiale abzielt und sich zu diesem Zweck unterschiedlichster Techniken der Analyse von und Ein- flussnahmeauf Klientennetzwerke bedient“(Galuske 2008:206).
Die Vernetzung mit anderen sozialpädagogischen Bereichen, aber auch nicht-pädagogischen Bereichen nimmt einen Teil der täglichen Arbeit ein. In vielen Hilfeplänen taucht immer wieder das Ziel zur Netzwerkerweiterung oder zur Erweiterung sozialer Beziehungen auf, da sich traditionelle Netzwerke aufgelöst haben und sich (post-)moderne Netzwerke bildeten, Lebenswelten und -lagen individualisiert und pluralisiert sind. Traditionelle zeugten z.B. von Beständigkeit, Begrenztheit (Intoleranz) und Nestwärme, während die (post-)modernen hingegen Unbeständigkeit, Vielfältigkeit (Toleranz) und Beziehungslosigkeit zeigen (vgl. Eggert-Schmid Noerr 2005:28, Nestmann 2005:1684).
Menschen in komplexen Problemlagen, deren Ereignisse nicht mit ihrem Selbstbild vereinbart werden können und ihre Netzwerke nicht neu zu organisieren fähig sind, oder der in seinem Handeln durch körperliche, geistige oder psychische Erkrankungen eingeschränkte Mensch ist oftmals nicht in der Lage ihre sozialen Netzwerke zu überblicken und diese ausreichend zu nutzen. Sie sind im Prinzip auf professionelle Hilfe angewiesen, so wie es im Folgenden, am
Beispiel von Marek 1 , gezeigt werden soll.
In einem ersten Schritt wird der Fall beschrieben und die Fragestellung formuliert (1.0). Anschließend werden theoretische Inhalte der Netzwerkarbeit dargestellt (2.0). Im dritten Teil erfolgt dann die praktische Durchführung unter Erarbeitung eigener Verlaufsschritte (3.0). In einem vierten Schritt werden handlungsstrategische Ableitungen erfolgen (4.0) und anschließend (5.0) ein Resümee gezogen.
1 Alle hier verwendeten Namen wurden aus datenschutzrechtlichen Gründen geändert.
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1.0 Fallbeschreibung und Fragestellung
Die hier dargestellte Person wird im Rahmen der ambulanten Eingliederungshilfe für psychisch kranke Menschen (SGB XII) seit Oktober 2010 betreut.
1.1 Ausgangslage
Marek, 30 Jahre, war von März - September 2010 in einer fachpsychiatrischen Einrichtung. Er bekam, wie er betont, seine Gefühle nicht mehr unter Kontrolle. Im Mai wurde eine emotionale Instabilität vom Borderlinetypus diagnostiziert. Marek wurde von den Ärzten mit vielerlei Informationsmaterial versorgt, konnte aber kein richtiges Bild von der Krankheit und den Umgang damit entwickeln.
Zum Zeitpunkt seiner Entlassung legte man ihm nahe ambulante Hilfe in Anspruch zu neh- men.Marek wandte sich an den „Sozialen Dienst“. Er wollte die Zeit nach dem stationären Aufenthalt zu einem Neuanfang nutzen. Marek suchte sich eine erste eigene Wohnung und wählte auch einen anderen Stadtteil. Er begann sein eigenes Leben zu leben und das erste Mal Verantwortung für sich zu übernehmen.
Marek ist ein kreativer Mensch, der sein Hobby, Graphikdesign, zum Beruf machte. Er ist wortgewandt, spontan und zuverlässig. Diese Eigenschaften erwartet er auch von seinen Mitmenschen. Aktuell denkt er exzessiv über sein Dasein und sein Wirken auf andere nach und steht in Konflikt mit seiner Krankheit. Marek zeigt ambivalentes Verhalten in Bezug auf Akzeptanz und offenem Umgang damit. Die Auswirkungen auf sein Umfeld sind unterschiedlicher Ausprägung. Zum einen zeigt es sich darin, dass Marek sich von seinen Freunden zurückzieht, zum anderen ist er versucht an den Kontakten festzuhalten, was ihm wiederum als unangenehm an seiner Person auffällt. Er schiebt es auf die Borderline-Störung. Ein Ausspruch von Marek ist häufig: „Wenn ich diese Krankheit nicht hätte, dann würde ich nicht alles kaputt machen. Ich kann einfach nichts und ich bin auch nichts! Gehöre ich überhaupt hier hin?“
1.2 Operationalisierung der Fragestellung
„Die Borderline-Störung ist eine Erkrankung, bei der Anlage- und entwicklungspsychologi- scheFaktoren zu einer spezifischen Anfälligkeit gegenüber emotionalem Stress führen“ (Rahn 2007:51). Häufig treten Symptome in Überforderungssituationen auf, in denen das eigene Selbstbild inkongruent wird, in diesem Falle die Emotionen und das Erleben kollidieren, so auch bei Marek, als sich seine Freundin von ihm trennte.
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Das Borderline-Syndrom gehört zu den Persönlichkeitsstörungen und Symptome treten typischerweise gemeinsam in unterschiedlicher Stärke und Vielfältigkeit auf. Hauptmerkmale sind Störungen des Selbstbildes und interpersonelle Konflikte, aber auch die generelle In-Frage-Stellung der eigenen Person ist Thema. Erste Anzeichen der Störung sind meist im Übergang von Jugendzeit zum frühen Erwachsenenalter zu beobachten und nicht sofort diagnostizierbar, da sie eine Eigendynamik in der Entwicklung zeigen. Personen mit dieser Diagnose „haben in der Regel Schwierigkeiten, sich ein ausreichendes Maß an sozialer Unterstützung zu sichern. Daher ist ein zentrales Anliegen der Hilfe, dem Betroffenen zu helfen, sich ein tragfähiges soziales Netz aufzubauen“ (Rahn 2007:46). Daraus lässt sich folgende Fragestellung formulieren:
Inwieweit beeinflusst die Borderline-Persönlichkeitsstörung tatsächlich das soziale Netzwerk von Marek und wie kann dieses trotzdessen stabilisiert und/oder ausgebaut werden?
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Arbeit zitieren:
BA of Arts-Social Work Katharina Roth-Fingas, 2011, Soziale Netzwerkarbeit, München, GRIN Verlag GmbH
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