Inhaltsverzeichnis
1. Einführung: 3
2. Initiation 4
2.1. Charakter der Initiation: 4
2.2. Inhalte und Methoden: 4
3. Die Kukatja: 6
4. Initiationsorte: Die Bora-Ringe 7
5. Schluss: 8
Bibliographie 9
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1. Einführung:
Der Weg des jungen Aborigines-Mädchen zur erwachsenen Frau wird bei den Aborigines Australiens markiert durch die Initiation. Leider wissen wir heute viel zu wenig über dieses nicht so stark ausgeprägte und ritualisierte Phänomen, das auch oft unter der Rubrik „Pubertätsriten“ zusammengefasst wurde. Dies liegt unter anderem an dem früher eher einseitigen Intersee der Wissenschaft, deren männliche Vertreter sich in erster Linie für die spektakuläreren und offensichtlich etappenreicheren Initiationszeremonien der Aborigines-Jungen interessierten. Auch war die Initiation der Mädchen oft kein gemeinschaftliches, öffentliches Ereignis, zu dem Scharen von Besuchern herbeiströmten. Eher hatte es einen privaten Charakter, der die Teilnahme von Männern nicht vorsah. Hinzu kommt, dass die Initiation der Mädchen im Zuge des Kulturkontakts und des oft dramatischen Verfalls der kulturellen Identität schneller in Vergessenheit geriet und nicht mehr so oft praktiziert wurde wie die Initiation der Jungen. Erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang auch, dass der Informations- und Wissensfluss unter den Aborigines-Frauen oftmals eher in informellen Bahnen und weniger in stark ritualisierten, festgelegten Zeremonien erfolgte. Dennoch steht zweifelsfrei fest, dass auch für Aborigines-Mädchen Initiationszeremoniern existierten, die ihren Eintritt in das Leben als erwachsene Frau und ihre Unterweisung in religiöse Zusammenhänge begleiteten.
Aus den oben erwähnten Gründen ist die Quellenlage zum Thema der Mädcheninitiation sehr dürftig. Nur einige wenige Forscher trugen oft nur bruchstückhaftes Material zusammen. Bemerkenswerte Ausnahmen sind Phyllis Kaberry und Geza Roheim, die sich um eine umfassende Erforschung des eigenständigen Zeremoniallebens der Frauen bemühten, wenn auch, im Falls Roheims, nicht mit ganz ideologiefreiem Hintergrund (Erckenbrecht 1998:82). Es ist schwierig ganz allgemein über „Frauwerdung“ bei den Aborigines zu sprechen, da die Initiationsrituale von den einzelnen Aborigines-Gruppen Australiens jeweils anders ausgestaltet wurden, unterschiedliche Phasen umfassten oder zu verschiedenen Zeiten im Leben der Initianden einsetzten. Dennoch werde ich versuchen, die wesentlichen Charakteristika der Mädcheninitiation, besondere Aspekte der Kukatja in Westaustralien, sowie Erläuterungen speziell zu den Initiationsorten zusammenzufassen, um ein allgemeines, repräsentatives Bild zu vermitteln. Dies sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die
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konkreten Initiationsabläufe im Einzelfall von den genannten Grundformen abweichen können.
2. Initiation
2.1. Charakter der Initiation:
Initiation gilt als das wichtigste Ritual der Aborigines. Das Kind wird dabei zum Erwachsenen. Es hat sich mehreren Tests zu unterziehen die sehr viel Kraft und Mut verlangen. Nach der Initiation ist der „neue“ Erwachsene befähigt sich alle anderen Zeremonien der Aborigines anzusehen, während er als Kind daran nur minimal beteiligt ist. (http://www.skiptonps.vic.edu.au/history/menthis.htm)
Die Initiationszeremonien bei den Aborigines Australiens lagen zum einen darin begründet, dass religiöse Zusammenhänge nur den eingeweihten, erwachsenen Personen der Gesellschaft zugänglich gemacht werden durften. Alle noch nicht initiierten und damit uneingeweihten Mitglieder wie eben heranwachsenden Mädchen wurden lediglich der rein profanen Welt zugerechnet. Die vollen Rechte innerhalb der Gemeinschaft, zum Beispiel die Berechtigung, sich zu verheiraten oder innerhalb der Gruppe an wichtigen Entscheidungsfindungen beteiligt zu sein, wurden erst nach und nach in den mehrstufigen Initiationszeremonien verliehen. Es wurden hierbei also religiöse Erziehung und allgemeine Sozialisation in der menschlichen Gesellschaft verbunden.
Die Initianden drangen bei den Initiationsriten immer tiefer in die Geheimnisse der Traumzeit ein, bis sie dieses gedankliche und religiöse Universum voll und ganz erfasst hatten. Vor diesem Hintergrund handelten sie von diesem Zeitpunkt an als vollwertige und verantwortliche Mitglieder der (religiösen) Gemeinschaft. 2.2. Inhalte und Methoden:
Der Ablauf der einzelnen Phasen der australischen Initiationsrituale passt in das allgemeine dreistufige Schema der Übergangsriten, der „rites de passage“, wie es Arnold van Gennep 1909 in seinem gleichnamigen Buch aufgestellt hat (Erckenbrecht 1998:72).
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Arbeit zitieren:
Katharina Eder, 2008, Frauwerdung bei den Aborigines, München, GRIN Verlag GmbH
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