Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Konstruktion von Alltagswissen und Auslegung der Lebenswelt 4
2.1 Wissensvorräte 4
2.1.1 Fertigkeiten 4
2.1.2 Gebrauchswissen 5
2.1.3 Rezeptwissen 5
2.2 Typen 5
2.3 Strukturanalyse der Sozialwelt 6
3 Intersubjektivität des Alltagswissens 8
3.1 Generalthese der Reziprozität der Perspektiven 8
3.2 Muster sozialen Handelns 9
3.2.1 Handeln versus Handlung 9
3.2.2 Motive 10
4 Implikationen für die Sozialwissenschaft 11
4.1 Die Rolle des Sozialwissenschaftlers 11
4.2 Das wissenschaftliche Modell der Sozialwelt 12
4.2.1 Das Postulat logischer Konsistenz 13
4.2.2 Das Postulat der subjektiven Interpretation 13
4.2.3 Das Postulat der Adäquanz 13
4.2.4 Das Postulat der Rationalität 13
5 Fazit 15
Literaturverzeichnis
2
1 Einleitung
Menschen sind in der Lage ihr Verhalten mit Sinn zu verknüpfen, also zu verstehen warum sie eine Handlung ausführen. Aber welches Verständnis hat mein Gegenüber davon? Wenn der Sinn meiner Handlung nur mir selbst zugänglich wäre, könnte unsere alltägliche Verständigung nicht funktionieren. Ebenso wenig könnte die Sozialwissenschaft menschliches Handeln deuten und verstehen. Alfred Schütz’ theoretische Untersuchungen versuchen zu erklären, wie die Aneignung und Verbreitung von gemeinsam zugänglichen Wissensbeständen und Praktiken in der sozialen Welt möglich ist.
Vorliegende Arbeit soll anhand von Alfred Schütz’ sozialphänomenologischer Handlungstheorie darstellen, wodurch sich unser Wissen von der Welt konstituiert und wie unser Handeln im Alltag funktioniert. Im zweiten Kapitel wird dazu die Konstruktion von Alltagswissen auf Basis der Strukturanalyse der alltäglichen Lebenswelt erläutert.
In Kapitel drei wende ich mich dem Problem der Intersubjektivität zu, das für die phänomenologische Soziologie, die Alfred Schütz maßgeblich geprägt hat, von zentraler Bedeutung ist. An die Betrachtung des intersubjektiven Charakters der miteinander geteilten Lebenswelt schließt sich eine kurze Erörterung der Muster sozialen Handelns an.
Im vierten Kapitel werden wichtige Grundlagen für die Sozialwissenschaft anhand von Schütz’ Ergebnissen herausgestellt, die methodische Implikationen für das wissenschaftliche Arbeiten beinhalten. Abgeschlossen wird diese Arbeit durch ein Fazit in Kapitel fünf.
3
2 Konstruktion von Alltagswissen und Auslegung der
Lebenswelt
Wie entsteht unser Wissen von der Welt und auf welche Methoden kann ich zurückgreifen, um mich in der Lebenswelt, in der ich existiere, zurechtzufinden? Zur Klärung dieser Frage nutzt Schütz den Begriff der Lebenswelt, der auf den Philosophen Edmund Husserl zurückgeht (vgl. Husserl, 1954). Schütz versteht unter dem Begriff Lebenswelt den unbefragten Boden der natürlichen Weltanschauung des Menschen, also seine selbstverständliche Wirklichkeit (vgl. Schütz/ Luckmann, 2003: 30)
Laut Schütz verfügen Menschen über drei Verfahren, diese Lebenswelt zu interpretieren. Dazu zählt er „Erfahrungen“, „Wissensvorräte“ und „Typisierungen“. Ersteres meint Vertrauen in die Konsistenz der Erfahrungen, also dass erlebte Weltstrukturen ihre Gültigkeit behalten (vgl. Treibel, 2004: 88). Im nächsten Abschnitt werden die Klassifikationen der Wissensvorräte zur Auslegung unserer Lebenswelt beschrieben, bevor anschließend die Orientierungshilfe der Typisierung erläutert wird.
2.1 Wissensvorräte
Bei ihren Handlungen greifen Menschen stets in irgendeiner Form auf Wissensvorräte zurück. Wir müssen diese nicht laufend reflektieren, da sie, so Schütz, routiniert sind. Hierbei unterscheidet er drei Formen des Gewohnheitswissens (vgl. Schütz/Luckmann, 2003: 156ff):
2.1.1 Fertigkeiten
Mit Fertigkeiten bezeichnet Schütz „gewohnheitsmäßige Funktionseinheiten der Körperbewegung“ (Schütz/Luckmann, 2003: 156). Hiermit ist das am stärksten
4
automatisierte Gewohnheitswissen gemeint, worunter beispielsweise das Routinewissen „Fahrradfahren“ gehört.
2.1.2 Gebrauchswissen
Als Gebrauchswissen definiert Schütz all jenes, das nicht mehr zum gewohnten Funktionieren des Körpers gezählt werden kann. Oftmals ist dieses Gebrauchswissen Mittel zum Zweck und bereits so häufig ausgeführt, dass wir ein hohes Maß an Sicherheit bei der Ausführung aufweisen, z.B. beim Addieren, Eier braten oder Sprechen (vgl. Schütz/Luckmann, 2003: 157).
2.1.3 Rezeptwissen
Ebenso wie zwischen den beiden vorherigen Wissensbegriffen, ist auch beim Rezeptwissen die Grenzziehung fließend. Es ist am wenigsten standardisiert, aber dennoch implizit in Situationen vorhanden, so dass es nicht thematisiert werden muss. Hierzu zählt Schütz die Anpassung an Wetterverhältnisse eines Seemanns (vgl. Schütz/Luckmann, 2003: 158/159). Ebenfalls könnte man ebenfalls die Anpassung an winterliche Wetterverhältnisse im Straßenverkehr nennen.
2.2 Typen
Unser gesamtes Wissen von der Welt basiert auf Konstruktionen (vgl. Schütz, 1971: 5). Diese Konstruktionen wiederum stützen sich auf Vorerfahrungen, die uns, wie oben beschrieben, in Form eines Wissensvorrats über diese Welt zur Verfügung stehen (Schütz, 1971, S.6). Nehmen wir ein neues Phänomen in unserer Alltagswelt wahr, so ist es in vertraute und typische Erfahrungen eingebettet. Eine uns unbekannte Blume, z.B. eine Tulpe, würden wir als „Typ Blume“ wahrnehmen, da sie ähnliche Merkmale aufweist, wie andere Blumen, die wir bereits kennen. Darüber hinaus stellt Schütz fest, dass jeder Mensch innerhalb eines Relevanzsystems wahrnimmt und handelt (Schütz, 1971, S. 11). Je nach biographischer Situation und
5
Arbeit zitieren:
Julia Wehner, 2011, Alfred Schütz: Alltagsverständnis menschlichen Handelns und Implikationen für die Sozialwissenschaften, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen: Alfred Schütz: Alltagsverständnis menschlichen Handelns und Implikationen für die Sozialwissenschaften ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen: neuer Titel erschienen: Alfred Schütz: Alltagsverständnis menschlichen Handelns und Implikationen für die Sozialwissenschaften
Julia Wehner hat einen neuen Text hochgeladen
Ber Die Verschiedenheit Des Menschlichen Sprachbaues Und Ihren Einflu ...
Wilhelm Von Humboldt
Menschliches Handeln als Improvisation
Sozial- und musikwissenschaftl...
Ronald Kurt, Klaus Näumann
Identitätsbildung: Implikationen für globale Unternehmen und Regionen
Dt. /Franz.
Christian Scholz
0 Kommentare