Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Paradiesische Schönheit 2
2.1. Die üppige Natur 3
2.2. Die Wohlgestaltete Urbevölkerung 6
2.3. “Ellos no traen armas ni las conocen 8
3. Der Nutzen der Entdeckung 9
4. Fazit 13
5. Literaturverzeichnis 15
5. 15
5. 15
5. 15
1. Einleitung
„Im Jahre 1492 entdeckte Christoph Kolumbus Amerika.“ Dieses so überlieferte historische Faktum gehört heutzutage zum Allgemeinwissen. Eine detailgetreue Überlieferung zu seinen Entdeckungsfahrten haben wir dem Seefahrer und Entdecker Christoph Columbus persönlich zu verdanken, da er während seiner Reisen akribisch genau Schiffstagebuch führte, das unter dem Titel Bordbuch, zu Spanisch Diario de a bordo, bekannt ist. „Im Vorbericht zu diesen Aufzeichnungen schreibt er, er wolle Tag für Tag all seine Beobachtungen eintragen und dafür sogar seinen Schlaf opfern: In der Nacht werde er zu Papier bringen, was sich tagsüber zugetragen habe und am Tag, was sich nachts ereignete.“ 1 So wie er es dort ankündigte, vollzog er später auch sein Vorhaben. Er schrieb alle Vorkommnisse seiner ersten Reise nieder, „von den zurückgelegten Tagesstrecken über die Wetterverhältnisse bis zu Beschreibungen der Geographie und Botanik der neuentdeckten Gebiete und den Lebensgewohnheiten der Urbevölkerung des späteren „Westindiens“.“ 2 Dieser, im Wesentlichen, nüchterne Bericht war vor allem dazu bestimmt, vor seinen Auftraggebern, dem spanischen Königshaus, detaillierte Rechenschaft abzulegen und ihr Interesse an der Unternehmung wachzuhalten. 3
Aufgrund seiner außerordentlichen Bemühungen, das Neue zu erfassen und zu beschreiben, ist das Schiffstagebuch als Quelle einzigartig. Kaum ein anderer Reisebericht ist so detailliert wie der von Christoph Columbus: „His reports to Ferdinand and Isabella are unique in the annals of the sea; no master ever complied so detailed a log; no commander of the day ever wrote such copious reports; no navigator of that era […] displayed such talent for observation, such sensitivity to the elements, such appreciation of nature.” 4
Daher ist es umso folgenschwerer, dass die heutige Quelle des Diario de a bordo nicht das Original von Columbus repräsentiert. Eine Abschrift davon erhielt sein Sohn Hernando Colón, eine weitere war wahrscheinlich die Grundlage für das Manuskript des Fray Bartolome de las Casas, der Columbus‘ Aufzeichnungen teils in der dritter Person zusammenfassend, teils in erster Person wörtlich zitierend wiedergibt. 5 Allerdings ist heute ungewiss wie genau der Bischof die Formulierungen Kolumbus‘ übernahm oder in wie fern er
1 Bucher, Corina (2006): Christoph Kolumbus: Korsar und Kreuzfahrer. S.111
2 Venzke, Andreas (1992): Christoph Kolumbus. S.57
3 Vgl. Die Spanische Eroberung Amerikas. Hrsg. Wolf Lustig, Dieter Janik. S.17
4 Fernández‐Armesto, Felipe (1991): Columbus. S.68‐69
5 Vgl. Die Spanische Eroberung Amerikas. Hrsg. Wolf Lustig, Dieter Janik. S.17 1
Änderungen vorgenommen hat. Nichtsdestotrotz wurde der Text erstmals 1825 von Martin Fernández de Navarrete publiziert, der sich jedoch für den Verzicht der einleitenden Worte und der Randbemerkungen des Bartolome de las Casas entschied. Daraufhin wurde der Text in zahlreiche Sprachen übersetzt. 6
Das Bordbuch ermöglicht uns heute einen Einblick in die Gedanken- und Erlebniswelt eines spätmittelalterlichen Menschen und Seefahrers. 7 Was uns nun im Detail interessiert ist die Frage wie Christoph Columbus das Neue, das ihm begegnet ist, erfasst hat, beschrieben hat und wie er es letztendlich zu einem, aus seiner Sicht, plausiblen Ganzen zusammengefügt hat. 8 Jedoch müssen wir bei dieser Frage immer die Tatsache im Auge behalten, dass das Diario de a bordo nicht die originale Überlieferung von Columbus selbst ist. Daher können wir uns an eine Antwort auf die Frage, wie Columbus die Neue Welt dargestellt hat, nur annähern.
2. Paradiesische Schönheit
Nachdem Columbus mit seiner Mannschaft, die auf drei Schiffe (Niña, Pinta, Santa María) verteilt war, am 03. August 1492 den Hafen bei Palos de la Frontera verließ und Kurs gegen Westen nahm, vergingen rund drei Monate auf hoher See bis seine Besatzung das erste Mal Land sichtete. Bereits in dieser Zeit berichtete Columbus jeden Tag in wenigen Sätzen was am jeweiligen Tag geschah und was er beobachtete. Hauptsächlich berichtete er hier von den zurückgelegten Tagesstrecken und welche Route er einschlägt.
Am Abend des 11. Oktobers 1492 war es dann endlich soweit. Laut eigenen Angaben erspähte Christoph Columbus um etwa zehn Uhr nachts ein schimmerndes Licht, das sich wie eine schimmernde Kerze auf- und abbewegte und das er als ein Indiz für Land deutete. 9
„ […] y era como una candelilla de cera que se alzaba y levantaba, lo cual a pocos pareciera ser indicio de tierra. Pero el Almirante tuvo por cierto estar junto a la tierra.” 10
6 Vgl. Die Spanische Eroberung Amerikas. Hrsg. Wolf Lustig, Dieter Janik. S.17
7 Vgl. Bucher, Corina (2006): Christoph Kolumbus: Korsar und Kreuzfahrer. S.111
8 Vgl. ebd. S.111
9 Vgl. ebd. S.117
10 Colon, Cristobal (2008): Diario de a Bordo I. S. 22 2
Von diesem Zeitpunkt an wurden die Tagebucheinträge täglich länger und detaillierter. Besonderes Augenmerk legte Columbus auf genau drei Dinge: Die üppige Natur und Landschaft, die wohlgestalteten Menschen, die er dort vorfand, und natürlich das hochangesehene Wirtschaftsgut, Gold. Auf letzteres legte nicht nur Columbus großes Augenmerk, sondern auch seine Auftraggeber, das spanische Königshaus. Im Vertrag Capitulaciones de Santa Fe wurde in beidseitigem Einverständnis ein Abkommen geschlossen, das besagt, Columbus solle den Atlantik überqueren und somit auf direktem Wege nach Asien gelangen. 11 Als “Belohnung“ sollte Columbus zum Vizekönig der neu entdeckten Ländereien ernannt werden, zudem ließ er sich ein Zehntel der künftigen Einkünfte zusprechen. 12 Doch auch das Königshaus mochte einen Nutzen durch diese Entdeckungsfahrt haben. So schrieben die Könige im sogenannten Schutzbrief: „Wir schicken heute den edlen Columbus […] durch die ozeanischen Meere nach Indien um des Dienstes an Gott und der Verbreitung des rechten Glaubens willen sowie zu Unserem Vorteil und Nutzen.“ 13 In anderen Worten waren sie auf edle Gewürze, Seide und Gold aus, das Columbus für Sie auffinden sollte.
2.1. Die üppige Natur
Nachdem Christoph Columbus und seine Mannschaft am 12. Oktober 1492 nach langer Reise zum ersten Mal wieder Land betraten, fiel die Beschreibung der Natur eher spärlich aus. So beschrieb Fray Bartololome de Las Casas die Situation von Columbus:
„Puestos en tierra vieron árboles muy verdes y aguas muchas y frutas de diversas maneras.” 14
An dieser Stelle kann man nicht genau feststellen, ob Columbus‘ Landschaftsbeschreibungen wirklich nur auf diesen einen Satz komprimiert waren, oder ob Fray Bartolome de las Casas die Situation lediglich in seinen Worten sehr knapp zusammengefasst hat. Beispielsweise verkürzte er auch den Eintrag vom 27. November 1492, nachdem er bereits ausführlich die Landschaft beschrieben hat. 15 Nachfolgend fasst er lediglich zusammen was der Admiral niederschrieb:
11 Vgl. Venzke, Andreas (1991): Der Entdecker Amerikas. S. 119
12 Vgl. ebd. S. 120
13 Schmitt, Eberhard (1948):Die großen Entdeckungen.Dokumente zur europäischen Expansion. S.108
14 Colon, Cristobal (2008): Diario de a Bordo I. S. 22
15 Vgl. Bucher, Corina (2006): Christoph Kolumbus: Korsar und Kreuzfahrer. S.125 3
Arbeit zitieren:
Nina Jungmann, 2010, Das "Diario de a bordo" von Christoph Columbus: Ein Erster Blick auf die Neue Welt, München, GRIN Verlag GmbH
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