Hausarbeit
Thema:
Definitionen von Krieg und Frieden
Steffen Knäbe
Lehramt an Regelschulen
Sport / Sozialkunde
Gliederung
1. Einführung in das Thema 3-4
2. Frieden
2.1. Begriffsetymologie 4
2.2. Begriffsklärung 4-6
2.3. Friedensverträge 6-7
3. Konflikt
3.1. Begriffsetymologie 7
3.2. Begriffsklärung
3.2.1. Definition 7
3.2.2. Unterscheidungsmöglichkeiten von Konflikten 8-9
4. Krieg
4.1 Begriffsklärung 9-12
5. Fazit 12-13
6. Quellen 14
1. Einführung in das Thema
Viele Forscher tun sich schwer Begrifflichkeiten zu definieren, die politische und gesellschaftliche Grundwerte bezeichnen. Da die inhaltliche Unbestimmtheit und Weite vieler Begriffe nicht genau festzulegen sind und auch von den betroffenen Gesellschaften unterschiedlich wahrgenommen werden, gibt es immer wieder Unstimmigkeiten in Bezug auf eine klare und detaillierte Definition entsprechender Begriffe. ´Armut´ ist zum Beispiel ein Zustand eines Menschen, einer Gruppe oder einer ganzen Gesellschaft, der ganz unterschiedlich wahrgenommen werden kann. Es wird also deutlich, dass es ein Begriff ist, an dem sich die ideologischen Fronten verhärten, und wenn wir in unseren Breitenkreisen von Armut sprechen, spricht man in Dritte Welt- oder eben in Schwellenländern wie Taiwan oder Brasilien vom relativen Wohlstand.
Ähnliche Schwierigkeiten gelten auch für die Begriffe ´Krieg´ und ´Frieden´. Einer Verschwammung der Materie kann nur vorgebeugt werden, wenn man versucht genau zu durchleuchten, in welchem Zustand sich eine Nation in Krieg oder Frieden befindet. Obwohl man hier natürlich auch wieder auf die verschiedenen situativen Gegebenheiten und die historischen Vorkommnisse der sich im Krieg oder Frieden befindenden Gesellschaft eingehen muss.
Befindet sich eine Nation im Krieg, die sich seit Jahren auf Grund unterschiedlicher Glaubensrichtungen bekämpft? Herrscht in den Straßen Nairobis Krieg, wo vor allem in Elendsvierteln wie Mathare Valley, ständige Straßenschlachten stattfinden und sich nachts kein Mensch traut allein vor die vielleicht gar nicht vorhandenen Türen zu gehen? Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sprach nach dem Anschlag auf das WTC am 11. September 2001 vom ´Krieg gegen den Terrorismus´. Aber kann man von einem Krieg sprechen, wenn ein etwaiger Gegner gar nicht als andere Kriegspartei ausgemacht und definiert werden kann? Ist es nicht von der Wortbedeutung her, eher ein ´Kampf´ gegen den Terrorismus? Auf diese und ähnliche Fragen werde ich auf folgenden Seiten eine Antwort suchen. Was natürlich voraussetzt, dass ich auf verschiedene Definitionen von Forschern und Gelehrten eingehen, und sie miteinander vergleichen werde.
Um meine Arbeit ein wenig zu kategorisieren, werde ich zuerst auf den Begriff Frieden eingehen, Definitionen ausarbeiten um letztlich Beispiele für einen etwaigen Frieden aufzuzeigen. Um dann den Übergang zum Krieg zu finden, werde ich das vermeidliche Vorstadium eines solchen durchleuchten, den ´Konflikt´. Da er auch in den Gesellschaftswissenschaften zu den am häufigsten gebrauchten Grundbegriffe gehört und sein Dasein allgegenwärtig zu sein scheint.
2. Frieden
2.1. Begriffsetymologie
Um eine Wortbedeutung zu erfahren, ist es nach meiner Auffassung wichtig die Herkunft des entsprechenden Wortes zu kennen, um die Entwicklung des Wortstammes von Geschichte zur Gegenwart nachvollziehen zu können, um sie anschließend vielleicht mit der am heute gebräuchlichsten Definition zu vergleichen.
Nach der deutschen Etymologie (Duden) ist der Friedensbegriff mit Freiheit und auch Freude verwandt. Die indogermanische Wurzel `Priti-h` bedeutet `Freude, Befriedigung`. Die Verwandtschaft zu `frei` liegt in der Wurzel `Prai-`, auch indogermanisch, für `schützen, schonen, gern haben, lieben`. Im Recht bedeutet es die ungebrochene Rechtsordnung als Grundlage des Gemeinschaftswesens. `Waffenstillstand` ist auch eine Bedeutung von `Frieden`. Das Wort `zufrieden` aus dem 17. Jahrhundert wird im Duden als `nicht beunruhigt` erklärt. Das englische `peace`, aus dem lateinischen `pax` hat mit Übereinkunft und auch mit Ungestörtheit und Unbehelligt sein zu tun. Also mit der Abwesenheit von etwas Anderem. Es wird eher als einen Zustand erklärt, als eine Handlung, eine Eigenschaft oder ein Gefühl. Im Arabischen - und analog wohl auch im Hebräischen (Salaam / Shalom) - gibt es eine Wurzel ´sa-li-ma`, welche die Unversehrtheit und Heilheit einer Person oder Sache bezeichnet.
2.2. Begriffklärung
Aus der Fülle an Bedeutungsmöglichkeiten ist es meist die Abwesenheit von Krieg, Gewalt und auch Hunger, an die wir spontan denken, wenn es um Frieden auf der Welt geht. Es besteht ein enges semantisches Verhältnis zwischen den Gegenteilen ´Krieg´ und ´Frieden´ in wahrscheinlich allen Sprachen. Die Definition von Frieden als Nicht-Krieg scheint fassbarer und glaubhafter als andere sprachliche Ableitungen.
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Steffen Knäbe, 2003, Definition von Krieg und Frieden, Munich, GRIN Publishing GmbH
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