Diplomarbeit Saskia Katharina Moos
Abstrakt - Zusammenfassung
Hintergrund
In Deutschland gibt es viele Menschen mit Hund, die sich entweder bewusst für ein Leben auf der Straße entschieden haben oder aufgrund ihrer Lebenssituation (z. B. Scheidung, Arbeitslosigkeit) keinen festen Wohnsitz haben oder die Gefahr besteht wohnungslos zu werden. All diese Menschen stehen am Rande unserer Gesellschaft. Was sie allerdings meistens haben, ist eine gute Beziehung zu ihrem Hund. Er ist oft das wichtigste und letzte in ihrem Leben was sie noch haben.
Topic
Die vorliegende Arbeit vergleicht anhand von Fragebögen die Beziehung zwischen Menschen am Rande der Gesellschaft und ihren Hunden und anderen Menschen mit Hund. Der besseren Unterscheidung wegen werden „Menschen am Rande der Gesellschaft“ als Wohnungslose und „andere Menschen“ als Nichtwoh- nungslosebezeichnet.
Forschungsfrage
Welche Unterschiede bzw. Ähnlichkeiten gibt es bei Erziehung, Beziehung, Umgang und Ernährung mit dem Hund? Wird meine Vermutung, dass das Leben der Hunde von Wohnungslosen seinem ursprünglichen Leben näher kommt bestätigt?
Studiendesign
An der Studie haben 60 Wohnungslose, 60 Nichtwohnungslose mit oder ohne Hund und 60 Wohnungslose mit Hund teilgenommen. Es wurden in Süddeutschland Wohnungslose mit Hund, Passanten zu ihrer eigenen Meinung und Nicht-Wohnungslose mit Hund zu diesem Thema befragt.
Desweiteren wurden verschiedene soziale Hilfs-Einrichtungen angeschrieben. Hier entstanden einige persönliche telefonische Kontakte, in denen Fragen zum Thema gestellt und beantwortet wurden.
Ergebnis
Beide Personengruppen dürfen noch einiges über das artgerechte Halten von Hunden erlernen, um ihm ein so hundegerechtes Leben wie möglich bieten zu können. Die Vermutung, dass das Leben eines Hundes auf der Straße seinem ursprünglichen Leben näher kommt wurde durch den Vergleich bestätigt.
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Inhaltsverzeichnis
DECLARATION - ERKLÄRUNG 1
ABSTRAKT - ZUSAMMENFASSUNG 2
1. Vorwort 5
2. Einleitung 6
2.1. Entstehung der Idee des Diplomarbeits-Themas. 6
2.1.1. Grundlegende Schwierigkeiten in der heutigen Hundeerziehung 6
2.1.2. Beobachtungen. 6
2.1.2.1. Wohnungslose Hundehalter (WL) 6
2.1.2.2. Nichtwohnungslose Hundehalter (NWLH) 7
2.2. Definitionen und Erklärungen 7
2.2.1. Wohnungslosigkeit 7
2.2.2. Die Domestikation und Kulturgeschichte des Hundes 8
2.2.2.1 Erik Zimen 8
2.2.2.2. Weitere Domestikationstheorien 9
2.2.3. Hundehaltung in der Vergangenheit 10
2.2.4. Hundehaltung heute 10
2.2.5. Die Bedeutung der Kommunikation in der Beziehung mit dem Hund 11
2.2.5.1. Wortherkunft „Kommunikation/Kommando“ 11
2.2.5.2. Kommunikation in der Mensch-Hund-Beziehung 11
2.2.6. Artgerechte Haltung und Erziehung eines Hundes 11
2.2.6.1. Auszug aus der Tierschutz-Hundeverordnung vom 2. Mai 2001
(BGBl Bundesgesetzblatt) 12
2.2.6.2. Richtlinien für den artgemäßen Umgang mit dem Hund
(CANIS - Zentrum für Kynologie) 13
2.2.6.3. Clarissa v. Reinhardt 13
2.2.6.4. Jan Nijboer - Natural Dogmanship 14
2.2.6.5. Die Entwicklungsphasen eines Welpen 14
2.2.7. Informationen zur Kastration 15
3. Theorie - Bestandsaufnahme 16
3.1. Gründe für Wohnungsverlust. 16
3.2. Informationen der BAG (Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e. V.) 16
3.3. Bücher und Artikel über Wohnungslose und ihre Hunde 17
3.4. Gespräch mit dem Leiter der Einrichtung „Niklashof“ (Diakonie Wohnungslosenhilfe) Dresden 17
3.5. Ausstattung der Hilfseinrichtungen für Wohnungslose mit Hund 18
3.6. Vorurteile 19
3.7. Abwertung von Obdachlosen. 19
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4. Methodik und Auswertung der Fragebögen 20
4.1. Befragungen. 20
4.1.1. Nicht-Wohnungslose/Passanten mit oder ohne Hund (NWL) 20
4.1.2. Wohnungslose mit Hund (WL) 20
4.1.3. Nicht-Wohnungslose mit Hund (NWLH) 20
4.2. Ergebnisse und Interpretation der Fragebögen 20
4.2.1. Auswertung der Fragebögen für NWL/Passanten 20
4.2.2. Vergleich der Fragebogenauswertungen von WL und NWLH. 24
5. Diskussion. 38
5.1. Eigene Erfahrungen und Beobachtungen bei der Befragung in Ulm und München 38
5.2. Schwierigkeiten bei der Untersuchung 40
5.3. Überlegungen und Anregungen 40
6. Fazit 42
7. Abbildungsverzeichnis 43
8. Literaturverzeichnis 44
9. Abkürzungsverzeichnis 44
ANHANG 45
A. EINRICHTUNGEN IN DENEN HUNDE ERLAUBT UND WILLKOMMEN SIND 46
B. FRAGEBÖGEN MIT ANSCHLIEßENDEN GRUNDAUSWERTUNGEN 47
C. BÜCHERLISTE. 83
D. INTERNET-ADRESSEN. 84
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1. Vorwort
1 http://zitate.net/konrad%20lorenz.html (14.01.2011)
2 http://www.heim-und-haustiere.de/hunde/wolfs-und-hundethemen-02.php (16.01.2011)
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2. Einleitung
Auffällige bzw. nicht gewünschte Verhaltensweisen eines Hundes sind oftmals das Ergebnis ungenügender Kenntnisse über die Hundeerziehung. Immer wieder sind nicht erwünschte Handlungsweisen des Hundes (z. B. das Fressen von Aas, der übertriebene Beschützer-Instinkt eines Herdenschutzhundes) zwar lästig für den Besitzer, aber für das Tier völlig artgerecht und normal.
Es gibt verschiedene Faktoren und Ursachen, die eine Verhaltensauffälligkeit bzw. Verhaltensstörung auslösen können: Umwelt-, genetische, hormonelle und organische Faktoren ebenso wie Medikamente und Wechselwirkungen; Erfahrungen im Welpenalter, Stress, ungenügendes Training und Krankheiten.
Desweiteren können Schwierigkeiten mit dem Hund entstehen, wenn immer wieder unwissentlich ein bestimmter Reiz gesetzt oder sogar verstärkt wird. Man unterscheidet auslösende (z. B. Klingel, ein Geruch), erregende (z. B. Riechen von Sexualpartner, Fressen) und verstärkende Reize (z. B. Hund wird heißgemacht). Hemmende Reize (z. B. Ignorieren) wirken den anderen Reizen entgegen und können das ungewünschte Verhalten des Tieres verändern.
Es ist wichtig die verschiedenen Faktoren, Reize und Ursachen und deren Folgen im Hundeverhalten zu wissen, um sie so früh wie möglich zu erkennen und aktiv entgegenwirken zu können. 3
2.1.2. Beobachtungen
2.1.2.1. Wohnungslose Hundehalter (WL)
Man kann vor allem in den Fußgängerzonen der Städte beobachten, dass die meisten Hunde von Menschen am Rande der Gesellschaft unangeleint sind und trotzdem in unmittelbarer Nähe ihrer Menschen bleiben. Mit nur ganz wenigen Mitteln (z. B. Ignorieren, Gestik, Laute) werde diese Hunde geführt. Es sieht oft so aus, als bestehe eine besonders starke Bindung zwischen Mensch und Hund.
Abb. 2: © zeljko santrac
Obwohl viele Wohnungslose nicht die finanziellen Mittel für Pflegeutensilien haben, sind die meisten Hunde optisch in einem guten Zustand.
Es ist auch weniger Erfreuliches auf den Straßen zu beobachten, wie vernachlässigt aussehende, abgemagerte oder auch verletzte Hunde. Manche werden zum Betteln aktiv eingesetzt, andere misshandelt.
Da diese negativen Tatsachen nicht Haupt-Thema dieser Arbeit sind, wird sich schwerpunktmäßig auf positive Beobachtungen beschränkt.
3 IBW Tiertherapeut (100-V14): Einführung in die Praxis der Tiertherapie
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2.1.2.2. Nichtwohnungslose Hundehalter (NWLH)
Die Gründe für die Anschaffung eines Hundes sind sehr vielfältig: u. a. der Wunsch eines Kindes nach einem Hund, als Begleitung bei Freizeitaktivitäten, als Modeerscheinung, weil schon immer ein Hund gehalten wurde, als Partner- und/oder Kindersatz, als Wachhund, als sozialer Begleiter, als Therapiehund.
Die Hunde werden vielfach bei einem Züchter, in einem Tierheim oder über eine Tier-schutzorganisation ausgesucht.
Die gesundheitliche Versorgung (z. B. Tierarzt) scheint aufgrund der oft stabilen finanziellen Lage gesichert zu sein. Das deutet auf ein Bemühen um die Gesundheit des Hundes hin. Auch Therapeuten für verhaltensauffällige Hunde werden vermehrt aufgesucht.
Es ist zu beobachten, dass die Rasse aufgrund der spezifischen Bedürfnisse nicht zum Besitzer passt (z. B. Arbeitnehmer ohne viel Freizeit und Border Collie/Australien Shepard/Husky) und somit chronisch unterfordert ist. Desweiteren verstehen viele Halter die Hundesprache nicht und können somit z. B. Stresssymptome nicht deuten, die sich zum Teil über Ersatzhandlungen äußern wie vermehrtes Bellen, Selbstverletzung, Zerstörung von Gegenständen, Schwanzjagen.
Vor allem wenn der Hund ein Partner- und/oder Kindersatz darstellt, ähnelt der Umgang mit dem Hund oft stark dem Umgang mit Kindern und damit vermenschlicht: der Hund steht zu sehr im Vordergrund und Mittelpunkt, es wird zu viel geredet und damit versucht, das Verhalten des Tieres durch Logik zu ändern.
Bei nichtwohnungslosen Hundehaltern kann man beobachten, dass der Hund an der Leine zieht, nicht auf den Besitzer hört und/oder sich aggressiv gegenüber Artgenossen oder Menschen verhält. Typisch vor allem für kleine Hunde ist die Flexileine (Ziehleine), die Hunde sind automatisch gezwungen an der Leine zu ziehen und somit dem Halter keinerlei Beachtung schenken zu müssen.
Das reichhaltige Angebot von Literatur über Hundehaltung und -erziehung, vielfältige Anzeigen von Hundetrainern, Hundeschulen, Ausbildungen sowie Fernsehsendungen (z. B. „Der Hundeprofi“ mit Martin Rütter, „hundkatzemaus - das Haustiermagazin“) weisen inzwischen auf ein vermehrtes Interesse der Menschen an einer Hundehaltung hin, die sich verstärkt an den Bedürfnissen des Tieres orientiert.
Für Menschen, die „auf der Straße leben“, gibt es unterschiedliche Bezeichnungen (Ob- dachlosigkeit - Wohnungslosigkeit - Nichtsesshafte - Biwakierer „Unterkunft unter freiem Himmel“ - Vagierer - Vaganten - fahrende Leute - Kammesierer - Hippenbuben - verarmte Korrigenden - Vagabunden - Berber - „arbeitsscheue Nichtsesshafte“ - Wan- derermit „pathologischen Minderwertigkeiten“ - Personen ohne ausreichende Unterkunft - Wohnungslose - homeless mentally ill - Stadtstreicher - Landstreicher - „Penner“ - obdachloseBettler- Wohnungsnotfälle) , hinter denen verschiedene Definitionen stehen. Auf diese näher einzugehen würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen.
Es genügt hier die Begriffserklärung - Wohnungsnotfall und Wohnungslosigkeit - der BAG:
„Wohnungsnotfall:
Eine Person ist ein Wohnungsnotfall, wenn sie
x wohnungslos oder x von Wohnungslosigkeit bedroht ist oder x in unzumutbaren Wohnverhältnissen lebt
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Wohnungslosigkeit
Wohnungslos ist, wer nicht über einen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügt. Aktuell von Wohnungslosigkeit betroffen sind danach Personen,
im ordnungsrechtlichen Sektor:
x die aufgrund ordnungsrechtlicher Maßnahmen ohne Mietvertrag, d. h. lediglich mit Nutzungsverträgen in Wohnraum eingewiesen oder in Notunterkünften untergebracht werden
im sozialhilferechtlichen Sektor:
x die ohne Mietvertrag untergebracht sind, wobei die Kosten nach Sozialgesetzbuch XII und/oder II übernommen werden
x die sich in Heimen, Anstalten, Notübernachtungen, Asylen, Frauenhäusern aufhalten, weil keine Wohnung zur Verfügung steht x die als Selbstzahler in Billigpensionen leben x die bei Verwandten, Freunden und Bekannten vorübergehend unterkommen x die ohne jegliche Unterkunft sind, "Platte machen"
im Zuwanderersektor:
x Aussiedler, die noch keinen Mietwohnraum finden können und in Aussiedlerunterkünften untergebracht sind“ 4
In dieser Untersuchung wird einfachheitshalber durchgängig die Bezeichnung „Wohnungslose“ verwendet. Gemeint sind damit Hundehalter, die den Großteil ihres Lebens auf der Straße verbringen und nur über ein geringes oder gar kein Einkommen verfügen. Unter anderem sind hiermit auch Punker und Aussteiger gemeint.
2.2.2. Die Domestikation und Kulturgeschichte des Hundes
Der Begriff Domestikation kommt aus dem Lateinischen (domus = Haus). Er bedeutet, dass ein Wildtier vom Menschen an seine Gegenwart gewöhnt und zu einem Haustier erzogen wird.
2.2.2.1. Erik Zimen
Im Buch „Der Hund - Abstammung, Verhalten,
Mensch und Hund“ beschreibt Erik Zimen 5 den Wolf als ein Tier, welches wie kein anderes mit dem Menschen eine enge Bindung eingegangen ist und sich im Laufe der Zeit vom Hauswolf zum Hund entwickelt hat. Inzwischen ist sicher, dass der Wolf (Canis lupus) Stammvater aller Hunderassen ist.
Nach Erik Zimen ist der wahrscheinlichste Grund der Domestikation des Wolfes nicht wie angenommen der männliche Jäger gewesen, sondern Mädchen und Frauen, die verwaiste Wolfswelpen an ihre Brust nahmen. Auch waren die heranwachsenden Tiere willkommene Spielgefährten für die Kinder. Nur diese Wölfe konnten eine dauerhafte soziale Bindung zu den artfremden Müttern entwickeln und wurden so zu einem fortdauernden Bestandteil menschlicher Kultur.
Bereits in der Nacheiszeit entwickelte sich der Hauswolf zu einem unentbehrlichen Gehilfen des Jägers. So brauchte dem Wild vom Menschen nur noch eine blutende Wunde beigefügt werden, um anschließend von den Hunden müde gejagt und gestellt zu werden.
4 http://www.bag-wohnungslosenhilfe.de/index2.html (26.04.2011)
5 Erik Zimen: „Der Hund - Abstammung, Verhalten, Mensch und Hund“ Goldmann 1992, ISBN 3-4421-2397-6
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Der Jäger orientierte sich am Bellen der Hunde und konnte so das Wild aus nächster Nähe töten. Vermutlich hätte der Mensch aufgrund der immer geringer werdenden Beutedichte ohne diese neue wölfische Jagdtaktik nicht überlebt.
In den ersten Hochkulturen (ca. 4. Jahrtausend v. Chr.) führten gezielte menschliche Zuchtauswahlen zur Herausbildung von Rassentypen. Kampfhunde für den Kriegseinsatz wurden von den Babyloniern und Assyrern im 13. Jahrhundert v. Chr. gezüchtet. Im römischen Reich erreichte die Hundezucht eine weitere Hochblüte. Erstmals umgaben sich reiche Menschen mit kleinwüchsigen Schoßhündchen.
Der Ursprung der modernen Hundezucht ist auf den britischen Inseln zu finden. Vor allem der grausame Hundekampf war sehr beliebt. 1835 wurde dieser in Großbritannien vom Parlament verboten, allerdings gehen bis heute illegale Kämpfe und Wetten weiter.
Erwähnenswert als besonderer Ausdruck von
Hundezucht in Verbindung mit Zeitgeist ist der Deutsche Schäferhund. Er sollte entsprechende Größe, Schärfe, Mut, Kampfeslust und Aggressivität sowie Gelehrigkeit, Treue und Unterordnung zeigen. In Folge genetischer Isolation musste es zwangsläufig zu Degenerationserscheinungen kommen. Vor allem der hochgezüchtete Schäferhund leidet heute oft unter einer krank- und schmerzhaften Deformierung des Oberschenkelkopfes und einer
Hüftgelenksdysplasie (HD).
Im Gegensatz dazu wird der Hund vielfach innerhalb der Familienverbände als kindliches Wesen behandelt. Diese Abhängigkeit hält den Hund in einer sozial bedingten Kindlichkeit. Ein Wechsel auf eine ranghöhere Position könnte es dem Hund erlauben, sozial „erwachsen“ zu werden.
Zimen spricht im o. g. Buch von einer doppelten Identität des Hundes. Dieser ist in der Lage, sich an Artgenossen und in erster Linie sogar an den Menschen sozial zu binden. Aufgrund dieser Bindungsbereitschaft ist der Hund zu einer beeindruckenden Anpassungsleistung fähig, die bei Wölfen nicht zu beobachten ist, nämlich „Das Lachen“.
2.2.2.2. Weitere Domestikationstheorien
Ray und Lorna Coppinger beschreiben in ihrem Buch „Hunde - Neue Erkenntnisse über Herkunft, Verhalten und Evolution der Kaniden“ 6 , dass ohne eine vorherige genetische Veränderung der Wölfe keine Domestizierung durch den Menschen möglich sein kann.
6 Ray und Lorna Coppinger: „Hunde - Neue Erkenntnis über Herkunft, Verhalten und Evolution der Kaniden“ Animal Learn
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Es wird davon ausgegangen, dass vor ca. 15 000 Jahren nur Wölfe lebten und 8 000 v. Chr. schon verschiedene Rassen von Hunden existierten. Diese kurze Zeit dazwischen reicht nicht für eine Domestizierung allein durch den Menschen aus. Coppinger´s sprechen von mindestens einer Gruppe Wölfe, die sich selbstständig gezähmt haben müssen, um dann vom Menschen weiter domestiziert werden zu können.
Sie vermuten, dass diese Wölfe eine verminderte Fluchtdistanz zeigten und sich näher an die Menschen heranwagten. Der Wolf begann sich damit in zwei Gruppen aufzuteilen und vermehrte sich weiter jeweils nur in der eigenen Gruppe. Die Kaniden, die sich näher an die Menschen heranwagten, begannen sich äußerlich (kleinerer Wuchs, Kopf, Kiefer und Gehirn) wie auch in ihren Verhaltensweisen der neuen Situation anzupassen.
Das bedeutet nach Coppinger, dass Hunde kein Wolfsgehirn haben und damit auch nicht wie Wölfe denken. Diese Erkenntnis ist wichtig für unsere Erwartungen und Verhalten unseren Hunden gegenüber. Wolf und Hund sind lediglich weit entfernte Verwandte, die sich an zwei grundverschiedene Lebensbereiche angepasst haben und deshalb völlig unterschiedliche Tiere sind.
Prof. Dr. Brian Hare (amerikanischer Wissenschaftler) und Prof. Dr. Michael Tomasello (Direktor am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie) gehen da- vonaus, dass die „Toleranz der Lebewesen zueinander“ 7 verantwortlich für soziale Intelligenz und damit die Voraussetzung für die Zähmbarkeit von Wildtieren ist. Wenn also die weniger furchtsamen und weniger aggressiven Tiere sich untereinander vermehren, konnten sich die Fähigkeiten entwickeln, die wir Menschen im Zusammenleben mit unseren Hunden so schätzen. Es sind dies im besonderen Maße die Möglichkeiten zusammen zu kommunizieren und in einer häuslichen Gemeinschaft zu leben.
„
2.2.4. Hundehaltung heute
Inzwischen hat die soziale Komponente meist Vorrang vor der wirtschaftlichen. Allerdings werden die nützlichen Eigenschaften von Hüte-, Wach-, Such- und Schutzhunden nach wie vor sehr geschätzt. In unserer industrialisierten Gesellschaft führen die Lebensbedingungen häufig zu einem Fürsorge-Defizit und Vereinsamung der Menschen. Vor allem Hunde wirken diesen Lebensumständen entgegen. Sie legen keinen Wert auf Äußerlichkeiten, stellen keine überhöhten Ansprüche und müssen verant-wortlich versorgt werden.
7 http://hundeschule-löhne.de/wissenwertes-aus-der-kynologie-update-vom-26-08-10/ (07.05.2011)
8 Jan Nijboer: „Hunde erziehen mit Natural Dogmanship®“ Kosmos 2002, ISBN 978-3-440-09-021-3
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Abb. 7: Jamaro und ich
2.2.5. Die Bedeutung der Kommunikation in der Beziehung mit dem Hund
2.2.5.1. Wortherkunft „Kommunikation/Kommando“
Jan Nijboer erklärt in seinem Buch „Hunde verstehen“
die unterschiedliche Bedeutung von Kommunikation und Kommando. Unter Kommunikation versteht man in Verbindung zu stehen, sich zu verständigen (Sender und Empfänger), Informationen auszutauschen, etwas gemeinsam zu tun und sich mitzuteilen.
„Es gibt viele Ableitungen, die was mit einem ‚Miteinander‘ und gleichen Zielsetzungen zu tun haben (z. B. Kommen, Ankommen, Abkommen, Auskommen, …).
Doch gibt es eine Ableitung, die meist nur auf die Interessen von Einem ausgerichtet ist und somit kein Miteinander darstellt: Das Kommando! Wenn es allerdings in einer gut funktionierenden Beziehung um das Miteinander geht, warum sprechen wir dann immer von Kommandos, die wir unserem Hund beibringen?
Kommando bedeutet in der ‚Übersetzung‘ so viel wie Befehl. Hier spielt nur einer die Rolle des Senders, ohne ein Wiederwort des anderen“. Das Wort ‚Befehlsgewalt‘ verdeutlicht, dass der Mensch in Kauf nimmt, dem Gegenüber, also seinem Hund, Gewalt anzutun.“ 9
2.2.5.2. Kommunikation in der Mensch-Hund-Beziehung
Für eine erfolgreiche Beziehung zwischen Mensch und Hund ist es notwendig, dass sich beide Beziehungspartner auf gleicher Ebene verständigen, der eine muss wissen, was der andere mitteilen möchte. Hierfür muss sich der Mensch mit Worten und/oder Verhalten so ausdrücken, dass der Hund dies entweder von seiner Natur her versteht (z. B. Rücken zuwenden bedeutet kein Interesse an Kontakt oder Beschwichtigung) oder es eindeutig zu verstehen gelernt hat (Konditionierung).
Damit dies funktioniert muss der Mensch die Hundesprache erlernen (die Symptome für Stress, Beschwichtigungssignale usw.) um den Hund im Sinne einer Kommunikation (wie in 2.2.5.1 beschrieben) zu verstehen, agieren und reagieren zu können. 10
2.2.6. Artgerechte Haltung und Erziehung eines Hundes
Da es zu diesem Thema sehr viele verschiedene Meinungen und Philosophien gibt, wurde die Auswahl auf zwei begrenzt.
9 Jan Nijboer „Hunde verstehen“, Kosmos 2004, ISBN-13: 978-3440097267
10 Jan Nijboer „Hunde verstehen“, Kosmos 2004, ISBN-13: 978-3440097267
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2.2.6.1. Auszug aus der Tierschutz-Hundeverordnung vom 2. Mai 2001 (BGBl Bundesgesetzblatt)
„ ... § 2 Allgemeine Anforderungen an das Halten
(1) Einem Hund ist ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers oder einer Anbindehaltung sowie ausreichend Umgang mit der Person, die den Hund hält, betreut oder zu betreuen hat (Betreuungsperson), zu gewähren. Auslauf und Sozialkontakte sind der Rasse, dem Alter und dem Gesundheitszustand des Hundes anzupassen.
(2) Wer mehrere Hunde auf demselben Grundstück hält, hat sie grundsätzlich in der Gruppe zu halten, sofern andere Rechtsvorschriften dem nicht entgegenstehen. Von der Gruppenhaltung kann abgesehen werden, wenn dies wegen der Art der Verwendung, dem Verhalten oder dem Gesundheitszustand des Hundes erforderlich ist. Nicht anei-nander gewöhnte Hunde dürfen nur unter Aufsicht zusammengeführt werden.
(3) Einem einzeln gehaltenen Hund ist täglich mehrmals die Möglichkeit zum länger dauernden Umgang mit Betreuungspersonen zu gewähren, um das Gemeinschaftsbedürfnis des Hundes zu befriedigen.
(4) Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Satz 1 gilt nicht, wenn die Trennung nach tierärztlichem Urteil zum Schutz des Muttertieres oder des Welpen vor Schmerzen, Leiden oder Schäden erforderlich ist. Ist nach Satz 2 eine vorzeitige Trennung mehrerer Welpen vom Muttertier erforderlich, sollen diese bis zu einem Alter von acht Wochen nicht voneinander getrennt werden. ...
§ 5 Anforderungen an das Halten in Räumen
(1) Ein Hund darf nur in Räumen gehalten werden, bei denen der Einfall von natürlichem Tageslicht sichergestellt ist. Die Fläche der Öffnungen für das Tageslicht muss bei der Haltung in Räumen, die nach ihrer Zweckbestimmung nicht dem Aufenthalt von Menschen dienen, grundsätzlich mindestens ein Achtel der Bodenfläche betragen. Satz 2 gilt nicht, wenn dem Hund ständig ein Auslauf ins Freie zur Verfügung steht. Bei geringem Tageslichteinfall sind die Räume entsprechend dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus zusätzlich zu beleuchten. In den Räumen muss eine ausreichende Frischluftversorgung sichergestellt sein.
(2) Ein Hund darf in Räumen, die nach ihrer Zweckbestimmung nicht dem Aufenthalt von Menschen dienen, nur dann gehalten werden, wenn die benutzbare Bodenfläche den Anforderungen des § 6 Abs. 2 entspricht. ... § 8 Fütterung und Pflege
(1) Die Betreuungsperson hat dafür zu sorgen, dass dem Hund in seinem gewöhnlichen Aufenthaltsbereich jederzeit Wasser in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung steht. Sie hat den Hund mit artgemäßem Futter in ausreichender Menge und Qualität zu versorgen.
(2) Die Betreuungsperson hat
1. den Hund unter Berücksichtigung des der Rasse entsprechenden Bedarfs regelmäßig zu pflegen und für seine Gesundheit Sorge zu tragen; 2.die Unterbringung mindestens einmal täglich und die Anbinde-Vorrichtung mindestens zweimal täglich zu überprüfen und Mängel unverzüglich abzustellen; 3. für ausreichende Frischluft und angemessene Lufttemperaturen zu sorgen, wenn ein Hund ohne Aufsicht in einem Fahrzeug verbleibt;
4. den Aufenthaltsbereich des Hundes sauber und ungezieferfrei zu halten; Kot ist täglich zu entfernen. ...“ 11
11 http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/tierschhuv/gesamt.pdf (02.05.2011)
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2.2.6.2. Richtlinien für den artgemäßen Umgang mit dem Hund (CANIS - Zentrum für Kynologie) 12
Im Jahre 2003 wurden unter Mithilfe von Dr. Erik Zimen in CANIS-Workshops die Rechte des Hundes erarbeitet.
„Die Rechte im Überblick:
Artikel 1: Der Hund hat das Recht auf einen sachkundigen Besitzer Artikel 2: Der Hund hat das Recht auf dauerhaften sozialen Kontakt zu Menschen und Hunden
Artikel 3: Der Hund hat das Recht mit Artgenossen zu spielen Artikel 4: Der Hund hat das Recht auf Verlässlichkeit in seinen sozialen Beziehungen Artikel 5: Der Hund hat das Recht auf artspezifische Kommunikation Artikel 6: Der Hund hat das Recht auf körperliche Auslastung
Artikel 7: Der Hund hat das Recht auf freie Bewegung Artikel 8: Der Hund hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit
Artikel 9: Der Hund hat das Recht auf Aufgaben, die seinem Wesen entsprechen
Artikel 10: Der Hund hat das Recht durch eigene Erfahrungen zu lernen
Artikel 11: Der Hund hat das Recht sich schmutzig zu machen, zu stinken und Flöhe zu bekommen
Artikel 12: Der Hund hat das Recht auf art- und bedarfsgerechte, abwechslungsreiche Ernährung“
Abb. 9: Jamaro
2.2.6.3. Clarissa v. Reinhardt
Abb. 10: Clarissa von Reinhardt © animal learn
Als Rudeltier müssten mehrere unkastrierte Hunde selbstständig kommen und gehen und ihren Sexualpartner frei wählen dürfen. Außerdem würden sie frei umherstreifen und im Rudel ihre Nahrung jagen.
Dabei ist gerade durch uns Menschen der Hund das fremdbestimmteste Lebewesen auf dieser Welt. Wir bestimmen sein Leben: Zeitpunkt und Richtung der Spaziergänge, Art und Zusammensetzung seines Futters, Kontakte zu anderen Hunden, seine Sexualität, usw. Wir versuchen sogar, die über Tausende von Jahren entwickelten Instinkte unseren Hunden abzutrainieren und schrecken auch nicht vor Bestrafungen zurück, die den Hund quälen.
Die Menschen können bestenfalls versuchen ihren Hunden durch eine intensive Beschäftigung und Auseinandersetzung mit seinen Bedürfnissen ein so artgerechtes Leben wie möglich zu bieten. 13
12 http://www.canis-kynos.de/informationen-die-rechte-des-hundes.html (17.01.2011)
13 Hundemagazin „WUFF“ Ausgabe 2006-04 - „artgerechte Haltung“ (17.01.2011)
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2.2.6.4. Jan Nijboer - Natural Dogmanship ®
2.2.6.5. Die Entwicklungsphasen eines Welpen
Jeder Hund durchläuft im Laufe seines Lebens verschiedene Entwicklungsphasen. Sie sind wichtig und ausschlaggebend für die gesunde und normale Entwicklung des Hundes, entscheidend für das gesamte Leben eines Hundes als Mitglied eines Menschenrudels. Die angegebenen Zeiträume sind Rasse- und Größenabhängig und daher Richtwerte - im Durchschnitt kann man sagen: je größer ein erwachsener Hund sein wird, desto länger braucht er um erwachsen zu werden.
Folgend werden die verschiedenen Phasen und was der Hund in welcher Phase lernen sollte aufgeführt 15 :
1. - 2. Woche nach der Geburt = vegetative (infantile) Phase
Der neugeborene Welpe ist hilflos. In dieser Phase sind die Augen und Ohren des Welpen geschlossen und auch der Geruchssinn ist noch nicht stark entwickelt. Der Welpe hat einen starken Willen zum Leben - er reagiert positiv auf den Körperkontakt der Mutter und auf Wärme. Schmerz- und Kältereize lösen ein Meideverhalten aus.
3. Woche nach der Geburt = Übergangsphase
Es öffnen sich die äußeren Gehörgänge und die Lidspalten. Der Welpe kann aber noch nichts sehen. Erst gegen Ende der zweiten bis Anfang dritter Woche wird die Sehfähigkeit entwickelt. Das gleiche trifft auf das Gehör zu. In der Zeit davor hat der Welpe ausschließlich geschlafen und getrunken. Nun kann er seine Wurfgeschwister und seine unmittelbare Umgebung aktiv wahrnehmen, auch verlassen sie das erste Mal ihr „Nest“.
Ab dieser Zeit übernimmt nun (wenn möglich) der Rüde eine wichtige Rolle im Leben der Welpen - wer sich zu weit vom Lager entfernt, wird oft grob wieder zurückgebracht. Die Welpen sollen lernen, dass es gefährlich ist, wenn sie alleine auf Streifzug gehen.
14 http://www.natural-dogmanship.de (02.02.2011)
15 http://www.tierklinik-oerzen.de/files/0001/Welpen.pdf (09.03.2011)
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4. - 8. Lebenswoche = Prägungsphase
Ohren, Augen und die Nase sind nun entwickelt. Der Welpe lernt in dieser Zeit im besten Fall mit den unterschiedlichsten Eindrücken umzugehen. Er lernt verschiedene Sozialpartner kennen und seinen sozialen Rang findet er im Spiel mit seinen Wurfgeschwistern. In dieser Zeit festigen sich auch sein Temperament und seine Persönlichkeit.
Kann der Welpe in dieser wichtigen Zeit nicht genügend Eindrücke und Reize sammeln und wird er isoliert gehalten, kann es mit größter Wahrscheinlichkeit später zu Sozialisierungsproblemen kommen, die man nur noch schwer beeinflussen kann.
8. - 12. Lebenswoche = Sozialisationsphase (Wichtigste Phase im Leben eines Hundes)
Der Welpe fängt an, sich in die Rangordnung einzufügen. Alles was er in dieser Phase lernt, lernt er für das ganze Leben. Im Rudel wird der Welpe ab sofort vom Rüden erzogen. Diese Aufgabe müssen nun wir konsequent übernehmen und ihm seine Grenzen aufzeigen. Reize jeglicher Art sind unerlässlich. Alle erfahrenen Ängste und Unsicherheiten die hier gemacht werden, sind nach dieser Phase kaum noch rückgängig zu machen.
13. - 16. Lebenswoche = Rangordnungsphase
In dieser Phase nimmt der Hund seine Stellung in der Rangordnung ein, daher ist es sehr wichtig, dass der Welpe seine Grenzen kennt, der Mensch ihm klare Regeln gibt und der Mensch eine Führungsqualität entwickelt.
5. - 6. Lebensmonat = Rudelordnungsphase
Beim jungen Hund fällt der Zahnwechsel an. Er ist bestrebt seinen Platz im Rudel zu suchen und seine dortige Position zu festigen. Auch hier ist es wichtig dem Hund verständlich zu machen, das seine Stellung die unterste im Familienrudel ist. Nun kann er sich demjenigen anschließen, wo er die Autorität eines Rudelführers anerkennt.
7. - 12. Lebensmonat = Pubertätsphase (Dauer ist rassespezifisch)
Die Hündin hat ihre erste Läufigkeit - Konkurrentinnen werden auf Abstand gehalten. In der Regel hebt der Rüde erstmalig sein Bein. In dieser Phase braucht man oft viel Geduld und Nervenstärke, weil viele Hunde trotzig werden und scheinbar alles bereits Erlernte wieder vergessen haben. Hier darf auf keinen Fall resigniert werden - es hilft eine liebevolle und unnachgiebige Konsequenz - mit dem Hund weiter zu arbeiten.
12. - 18. Lebensmonat = Reifungsphase
Der Hund ist psychisch ausgereift und nur noch geringfügig zu verändern. Negative wie positive Eindrücke und Erfahrung bestimmen sein weiteres Handeln.
2.2.7. Informationen zur Kastration
Das Argument der Befürworter der Kastration, dass kastrierte Rüden verträglicher sind, ist verhaltensbiologisch nicht gesichert. Nur der kleinste Teil des aggressiven, sexualhormonell bedingten Verhaltens wird durch eine Kastration verhindert. Fehlerhafte Erziehung und Haltung hingegen bewirken und fördern aggressives Rüdenverhalten.
Verantwortungsbewusster Umgang mit der Kastration sollte selbstverständlich sein. Laut Tierschutzgesetz ist eine Amputation erst einmal untersagt. Allerdings gibt es gesetzlich festgelegte Ausnahmen, z. B. bei Hypersexualität, Erkrankungen der Geschlechtsteile. 16
16 http://www.suite101.de/content/sollten-rueden-kastriert-werden-a69003 (04.02.2011)
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3. Theorie - Bestandsaufnahme
17 http://www.agj-erich-reisch-haus.de/index-Dateien/Page1261.htm (16.01.2011)
18 http://www.bag-wohnungslosenhilfe.de/index2.html (05.03.2011)
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Arbeit zitieren:
Saskia Moos, 2011, Die Beziehung zwischen Menschen am Rande der Gesellschaft und ihren Hunden im Vergleich zu anderen Menschen mit Hund, München, GRIN Verlag GmbH
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Saskia Katharina Moos hat den Text Die Beziehung zwischen Menschen am Rande der Gesellschaft und ihren Hunden im Vergleich zu anderen Menschen mit Hund kommentiert
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am Tuesday, March 13, 2012-