Aufgaben:
1. Analysieren Sie den Text „Deutsch - Die verkaufte Sprache“ von Jens Jessen.
2. Beurteilen Sie anschließend vor dem Hintergrund Ihrer Kenntnisse in den Bereichen Sprachkritik und Medienkritik die Aussage Jessens: „Es liegt in der Macht jeden einzelnen Sprechers, die Zukunft des Deutschen zu gestalten.“
Quelle:
Zeit Online (Hg.). Jessen, Jens (Autor). (2007). Deutsch - Die verkaufte Sprache. Abgerufen 18. Juni 2011, von: http://www.zeit.de/2007/31/Deutsch-Aufmacher
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1)
Der Text „Deutsch - Die verkaufte Sprache“ ist ein, im fachwissenschaftlichen Stil gehaltener, Kommentar des Autors Jens Jessen. Er wurde am 26. Juli 2007 in der liberal-konservativen Wochenzeitschrift „Zeit“, sowohl in Papierform als auch online veröffentlicht.
Jessen thematisiert in diesem Kommentar seine Haltung zum derzeitigen Umgang der Deutschen mit ihrer Sprache und geht insbesondere auf Entstehungsgründe und Beispiele der aus seiner Sicht problematischen Entwicklung, speziell bezüglich der Übernahme englischer Formulierungen, beim Sprachgebrauch ein, ohne jedoch weitreichende Lösungen anzubieten.
Er beteiligt sich somit, ähnlich wie Enzensberger, an der derzeitigen Diskussion über den Erhalt der deutschen Sprache, welche in ähnlicher Form bereits seit Jahrhunderten geführt wird.
Jessen grenzt sich zu Beginn seines Kommentars explizit von extrem konservativen Vertretern des „Sprachschutzes“ ab, gibt aber anschließend sofort, anhand der Verwendung von, aus seiner Sicht negativen Beispielen, zu verstehen, dass es durchaus eine Berechtigung gibt, sich um die Sprache zu sorgen. (Z. 20-27) Jessen benennt das Hauptproblem, indem er klarstellt, dass die „Aneignung“ von fremdsprachlichen Begriffen zu „dekorativen Zwecken“ vorgenommen wird und keinen tieferen Sinn verfolgt. (Z. 29-32)
Auch dies verdeutlicht er anhand eines Beispiels, des „Modernisierungsprozesses“ der deutschen Bahn. (Z. 32-36)
Nach dieser, von Jessen ins Zentrum gerückten Problemdarstellung wendet sich der Autor im Exkurs dem historischen Werdegang des Deutschen als „Hybridsprache“ zu und verdeutlicht anhand der Beispiele der Sprachveränderung durch Mönche im Mittelalter und später während der Zeit des Humanismus und der Re-formation, dass die Eingliederung von Teilen fremder Sprachen durchaus vorteil- haft für die Entwicklung der deutschen Sprache sein kann. (Z. 39-50)
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Jessen weitet anschließend seinen Gedankengang aus und zieht einen Vergleich des historischen zum gegenwärtigen Sprachgebrauch. Hierbei kontrastiert der Au-tor das negative „simplifizierende“ Englisch, wie es heutzutage verwendet wird, von der eher wissenschaftlich eingegliederten Fremdsprache von damals. (Z. 52-61)
Jessen begründet die Dominanz des Englischen mit einem Faktenargument, indem er nicht nur die Eigenart des Deutschen als leicht veränderbar anspricht, was er als ein „Risiko“ und „Ärgernis“ einstuft (Z. 65-66), sondern darüber hinaus auch auf das scheinbar bestehende „Hauptärgernis“ eingeht, nämlich, dass der deutsche Sprachraum eine zu kleine Bevölkerung umfasse und hieraus resultierend die deutsche Sprache, insbesondere von den Deutschen selbst, als nicht zukunftsweisend und „wettbewerbsfähig“ eingestuft bzw. wahrgenommen wird. (Z. 65-80) Jessen schließt seinen Kommentar ab, indem er an die „Zeit“-Leser appelliert, sich zu den Menschen zu zählen, die auch in ihrer Umgangssprache das Deutsche positiv verwenden und gestalten, um es dadurch zu pflegen und zu erhalten. Wenn dies nicht geschähe, könne das Deutsche künftig nur noch als „tote Sprache der Neuzeit“ weiterleben. (Z. 83-93)
Jessen wahrt in seinem Text einen ausgewogenen Stil von teils fachwissenschaftlicher, teils bürgerlich direkter Sprache, durchsetzt mit einigen „spritzigen“ umgangssprachlichen Anteilen, besonders zu Beginn des Textes bei der Nennung der Beispiele. „Service Point“, „Brain Up“ oder „fake“ zählen hierzu. Der Autor geht besonders im Mittelteil des Artikels auf den historischen Kontext der Thematik ein und verknüpft die heute bestehende Situation anhand von Beispielen mit Beispielen der Vergangenheit. Hier wird insbesondere der ökonomische Drang zur „Modernisierung“ durch den Gebrauch von Englisch in Werbung und Dienstleistung, anhand des Beispiels der deutschen Bahn, den historischen, wissenschaftsbezogenen Verwendungen in Mittelalter und Reformation gegenüber gestellt.
Arbeit zitieren:
Christian Johannes von Rüden, 2009, Sachtextanalyse zu Jens Jessens "Deutsch - Die verkaufte Sprache" mit anschließender Beurteilung einer Aussage Jens Jessens, München, GRIN Verlag GmbH
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