INHALTSVERZEICHNIS
1 Einleitung 1
2 Kooperationsmodell nach Egloff 2
2.1 Aufgabe der Jugendlichen 3
2.2 Aufgabe der Schule 3
2.3 Aufgabe der Eltern 4
3 Eignung zum Studium 4
3.1 Tests zur Selbsteinschätzung 5
3.2 Der Geva-Test 6
4 Wahl des richtigen Studiums 7
4.1 Hochschularten 7
4.2 Hochschulreform 9
4.3 Modularisierung der Studiengänge 10
5 Richtige Wahl des Studienorts 10
5.1 Hochschulrankings 11
5.2 Universitätsranking - CHE 12
5.2.1 Methodik des CHE - Hochschulrankings 14
5.2.2 Ergebnisauswertung 14
5.2.3 Kritik 15
6 Entscheidungshilfen bei der Studienwahl 16
6.1 Zentrale Studienberatung 17
6.2 Hochschulinformationstag und Schnupperstudium 17
7 Umsetzung der richtigen Studienwahl 19
7.1 Hochschulzugangsberechtigung 19
7.2 Eignungsprüfungen 19
8 Befragung der Studienabbrecher der Universität Oldenburg im Jahr 2009 20
9 Fazit 21
1 Einleitung
„Wenn ein Kapitän nicht weiß, welches Ufer er ansteuern soll, ist kein Wind der Richtige.“
(Lucius Annaeus Seneca, römischer Philisoph) 1
Die Entscheidung für eine bestimmte Ausbildung, sei es ein Studium oder eine Lehre, ist eine der wichtigsten im Leben eines jungen Menschen, denn sie beeinflusst maßgeblich den beruflichen Werdegang. Eine Berufsentscheidung gilt heute zwar nicht mehr unbedingt für das ganze Leben, die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten bestimmen dennoch die beruflichen Möglichkeiten mit. Selbst wenn die später ausgeübte Tätigkeit mit dem eigentlichen Fachgebiet nur wenig zu tun hat.
Der heutige Bildungsmarkt hält so viele Angebote bereit wie nie zuvor. Gleichzeitig aber sind Arbeits- und Ausbildungsplätze zu einem knappen Gut geworden. Dies macht die Orientierung im Bildungsdschungel schwierig. Hinzu kommt, dass ein Studium, anders als eine Lehre, in der Regel nicht auf einen bestimmten Beruf vorbereitet, sondern für verschiedene Tätigkeitsfelder qualifiziert. Die Wahl ist mit den Jahren nicht einfacher geworden, denn ca. 350 Ausbildungsberufe und 9.000 Studiengänge stehen zur Verfügung. Welche Ausbildung
führt also tatsächlich zu einer erfüllenden und erfolgreichen Karriere? 2 Eine Patentantwort gibt es auf diese Frage nicht. Aber eine frühzeitige und umfassende Aus-einandersetzung mit den eigenen Erwartungen, an die spätere berufliche Tätigkeit sowie an das Leben allgemein minimiert das Risiko, Fehlentscheidungen zu treffen. Die Entscheidung für einen gewissen Studiengang sollte ungefähr ein Jahr vor dem Erwerb des Abiturs oder der entsprechenden Hochschulreife gefallen sein, damit mögliche Termine und Fristen (z.B. für Eignungsprüfungen) eingehalten werden können. In der vorliegenden Hausarbeit werden Hinweise zur Berufs- und insbesondere zur Studienorientierung gegeben. Kapitel eins befasst sich mit dem Kooperationsmodell des Psychologen Erwin Egloff, das die wesentlichen Ansprechpartner der Jugendlichen im Berufswahlprozess aufführt. Im folgenden Verlauf werden sowohl die Eignung zum Studium als auch die Wahl des richtigen Studiums und des richtigen Studienorts beschrieben. Dabei werden verschiedene Möglichkeiten genannt, die zur erfolgreichen Entscheidung des Jugendlichen beitragen können. Die Universitäten führen im Rahmen der Qualitätssicherung ihrer Einrichtung regelmäßig Evaluationen durch. Kapitel acht zeigt einen Ausschnitt aus der Befragung der Studienabbrecher der Universität Oldenburg im Jahr 2009. Die Ergebnisse können eine gewichtige Rolle bei der Entscheidung zum Studium
1 Romeike, F. (2003), S. 13
2 Vgl. Berufs- und Studienorientierung als Aufgabe der ökonomischen Bildung (2009), S. 3
1
darstellen. Es können Problemfelder darstellen, die einen Studenten zur Aufgabe des Studiums veranlasst haben. So ist der Jugendliche optimal auf kommende Hindernisse eingestellt. Kapitel sieben rundet die Hausarbeit mit dem gezogenen Fazit ab.
2 Kooperationsmodell nach Egloff
Kooperation ist eine wichtige Grundlage für Jugendliche, die vor dem Übergang in den Berufsalltag stehen. Alle beteiligten Personen oder Institutionen müssen ihrer Rolle bewusst werden und diese wahrnehmen.
Abb. 1: Kooperationsmodell der Berufswahlvorbereitung 3
3 Quelle: Eigene nach Egloff, E. (2001), S. 78
2
Die Berufswahlvorbereitung vernetzt soziale, wirtschaftliche und wissenschaftliche Kriterien. Grundsätzlich betrachtet, ist das beschriebene Modell ein Konzept des kooperativen Lernens. Die Kommunikation spielt in der heutigen Welt eine immer größer werdende Rolle. Wirtschaft und Gesellschaft müssen näher zusammenrücken und sich austauschen, um durch Teamwork bessere Ergebnisse erzielen zu können.
2.1 Aufgabe der Jugendlichen
Die Jugendlichen stehen im Zentrum des Kooperationsmodells. Sie arbeiten mit allen Partnern in wechselseitiger Wirkung zusammen und erfahren Unterstützung von den gewählten sozialen Systemen. Von den betroffenen Schülern wird dabei ein gewisses Maß an Eigeninitiative verlangt. Identitätsfindung und Ich-Bildung sollen vollzogen werden. Die Jugendlichen müssen ein Selbstbild entwerfen, um zu erkennen, welche Fähigkeiten und Interessen sie haben. Um ein realistisches Bild von der Berufswelt zu erlangen, muss diese erkundet werden. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen müssen im Nachhinein verarbeitet werden. In Gesprächen mit den Eltern, den Geschwistern oder anderen Jugendlichen können Diskussionen geführt werden, die bei der Entscheidungsfindung hilfreich sind. Erfahrungsberichte von jugendlichen Experten, die sich vor wenigen Jahren in der identischen Situation befanden, können für den weiteren Werdegang besonders fruchtbar sein. In folgedessen müssen die Wünsche und Vorstellungen stetig auf ihre Realisierbarkeit überprüft werden. Verschiedene Alternativen müssen gegeneinander abgewogen und bewertet werden. Abschließend muss der Schüler eine Entscheidung treffen, und diese in die Tat umsetzen.
2.2 Aufgabe der Schule
Die Berufs- und Studienvorbereitung gehört zu den wichtigen Aufgaben der Schule auf der Sekundarstufe I. Sinn und Zweck der Vorbereitung ist eine gezielte Unterstützung während des Berufswahlprozesses zu leisten. Durch verschiedene praktische Aktivitäten greift die Schule unterstützend ein. Weiterhin ist es von großem Nutzen, dass die Lehrkräfte mit Unsicherheiten, Ängsten und Orientierungslosigkeit der Schüler umgehen können und ein gewisses empathisches Verständnis entwickeln. Hilfreich ist die Kenntnis von Theorien der Persönlichkeitsbildung und der Berufswahl. Egloff und Bußhoff sind auf diesem Gebiet für ihre weitgehenden Forschungen überaus bekannt. Bußhoff hat den Versuch unternommen, die Berufswahltheorien zu einer übergeordneten Theorie zusammen zu fassen. Die Erkenntnisse dieser Konzepte können den Lehrkräften einen objektiven Blick auf die Schwierigkeiten der
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Berufswahlfindung und der ersten großen Entscheidung nach der Schule verhelfen. Der Schule kommt hierbei eine zentrale Rolle bei, da der Druck seitens Wirtschaft und Gesellschaft auf die Jugendlichen stetig zunimmt. Abschaffung der Orientierungsstufe, Turbo-Abi nach zwölf Jahren und schwache Ergebnisse bei der Pisa-Studie lassen die Erwartungen stetig wachsen.
2.3 Aufgabe der Eltern
Neben den Jugendlichen und der Schule sind die Eltern maßgeblich am Prozess der Berufs-oder Studienwahl beteiligt. Die Berufsförderung darf jedoch nicht vorschreibend und lenkend sein. Den Jugendlichen ist nicht damit geholfen, einen Weg einzuschlagen, der lediglich den Eltern zusagt. Die Unterstützung der Eltern besteht vielmehr darin, das Streben nach Selbständigkeit und Eigenverantwortung zu begleiten. Die jungen Erwachsenen wollen in dieser Phase ernst genommen und nicht bevormundet werden. Selbstverständlich wollen die Eltern nur das Beste für ihre Kinder und oftmals wollen sie verhindern, dass die Schützlinge ähnliche Fehler begehen wie sie selbst. Trotz alledem sollen sich die Eltern zurück halten und ihren Kindern mit Rat und Tat zur Seite stehen und Interesse für ihre Ideen und Wünsche zeigen. Dabei ist es hilfreich, sich eigens über die aktuelle Studiensituation zu informieren, um ein kompetenter Ansprechpartner zu sein. Weiterhin sollen Eltern bereits über einen längeren Zeitraum die Fähigkeiten und Interessen ihrer Kinder verfolgen, um ihnen eventuelle Richtungen aufzuzeigen. Auch wenn die anstehende Entscheidung nicht mit den Wünschen der Eltern übereinstimmt, sollten die Eltern ihre Zustimmung geben. Dieses geschenkte Vertrauen wird das Selbstvertrauen und die Selbständigkeit der Jugendlichen stärken. Im Zweifel können zusammen Abschnitte geplant werden, nach denen sich die Familie erneut zusammen setzt, um ein Resümee zu ziehen und mögliche Veränderungen der Zukunftsplanung vorzunehmen.
3 Eignung zum Studium
Zur Wahl des richtigen Studiums gehört ein gewisses Maß an Selbstkenntnis. Dabei spielt zu allererst die Frage der persönlichen Eignung eine entscheidende Rolle: Bin ich für ein Studium überhaupt geeignet oder sagt mir die betriebliche Ausbildung eher zu? Um eine Entscheidung zu treffen, werden im Folgenden mögliche Fragen aufgezeigt, die bei dieser Wahl hilfreich sein können:
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x Warum will ich studieren?
x Welches Ziel verfolge ich mit dem Studium? x Welcher Lerntyp bin ich (eigenständig oder angeleitet)? x Welche Alternativen gibt es zur Universität? x Wo liegen meine Stärken und meine Schwächen? x Welche Interessen habe ich? x Was macht mir Spaß?
x Womit möchte ich mich während Ihres Studiums beschäftigen? x Welche berufliche Richtung möchte ich später einschlagen?
Die Entscheidung über den vorläufigen Werdegang müssen alle Jugendlichen selbständig treffen. Wichtig dabei ist, dass eine Ausbildungsform gewählt wird, die Spaß bereitet und den Interessen der jeweiligen Person entspricht. Selbstverständlich ist es ratsam, die aktuelle Marktlage zu analysieren und sich Kenntnisse über Zukunftschancen und Entlohnung einzuholen. Um den Zielbereich einzugrenzen, können verschiedene Test absolviert werden, die den Probanden auf der Suche nach sich selbst zur Hand gehen.
3.1 Tests zur Selbsteinschätzung
Tests können eine Hilfe sein, die richtige Studienwahl zu treffen. Selbsteinschätzungstests sollen aufgrund einer eigenen Einschätzung ermitteln, wo die Interessen und Fähigkeiten liegen. Leistungs- und Kenntnistests hingegen versuchen, kognitive Fähigkeiten und Fachwissen zu ermitteln. Häufig werden beide Testarten kombiniert.
Die Zahl von frei zugänglichen, webbasierten Tests ist jedoch überschaubar. Um einen Überblick zu erlangen, sind nachstehend verschiedene Anbieter aufgelistet, die sich auf diesem Gebiet spezialisiert haben. Die Tests werden sowohl von privaten Anbietern als auch von diversen Hochschulen angeboten. Dabei ist zu beachten, dass der Markt für private und kostenpflichtige Anbieter immens gestiegen ist. Das lässt darauf schließen, dass es großen Bedarf im Bereich der Studienorientierung gibt, den die Universitäten mit ihren Beratungen nicht abdecken können. Ebenso gewährleisten die Universitäten keine tiefgreifende und individuelle Betreuung. Die Ergebnisse können oftmals sofort im Internet abgerufen oder mit Musterlösungen verglichen werden. Nachfolgend werden verschieden Anbieter genannt, die sich mit der Thematik der Studienorientierung auseinandergesetzt haben:
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Arbeit zitieren:
Stefan Hasse, Kai Onuscheit, 2009, Förderung der Studienorientierung, München, GRIN Verlag GmbH
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