Inhaltsverzeichnis
1. Einführung 2
2. Was ist des Deutschen Vaterland?
Beweggr ünde und Ziele 3
3. Die Gebiete
3.1. Schleswig 4
3.2. Posen 6
3.3. Böhmen und Mähren 7
3.4. Oberitalien 8
3.5. Limburg 9
3.6. Österreich 9
4. Resümee 12
Literaturverzeichnis 14
1
1. Einführung
Mit der Revolution 1848 wurden unter anderem Forderungen nach einer einheitlichen deutschen Nationalversammlung laut. Weitere Märzforderungen von 1848 waren zudem eine demokratische Verfassung, Versammlungsfreiheit und ein einheitlicher deutscher Nationalstaat. Die Folge daraus war, dass die gewählte Nationalversammlung im Mai
1848 erstmals in der Frankfurter Paulskirche zusammentrat. Ihre Aufgabe war es vor allem, eine demokratische Verfassung auszuarbeiten. In dieser Verfassung musste vor
allem festgelegt werden, auf welches Staatsgebiet sie sich bezieht und für wen sie denn eigentlich gilt.
Das Ziel dieser Arbeit wird es sein, die Frage nach dem Gebiet der Deutschen Nation zu klären. Wer gehörte der Deutschen Nation an und welche Kriterien gab es zu ihr zu gehören? Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Klärung der Schleswig-Frage, auf dem polnisch besiedelten Posen, auf Oberitalien und Limburg, auf Böhmen und Mähren, aber auch auf der Habsburger Monarchie im Allgemeinen. Sollte ein groß- oder ein kleindeutsches Reich ausgebildet werden? Es steht also die Frage im Raum, wie groß man sich dieses Reich vorstellte und welche Nationen vertreten sein sollten. Verschiedene Nationalitäten waren ja genügend vorhanden, schon allein wegen dem Vielvölkerstaat der Habsburger Monarchie.
Zudem ist es auch interessant zu erfahren welche Interessen vorwiegend vertreten
wurden und wie auch diese verteidigt wurden. Wie wurde auf Minderheiten reagiert? Ganz allgemein soll diese Arbeit den Umgang mit politischen Krisen aufzeigen und die Probleme einer Nationsbildung verdeutlichen.
2
2. Was ist des Deutschen Vaterland?
Beweggründe und Ziele
„In den ersten Artikeln der Verfassung musste festgelegt werden, welche Gebiete dem künftigen Reich angehören sollten. Dabei ging es vor allem um Schleswig, die preußischen Besitzungen des ehemaligen Königreiches Polen und um die Zukunft des Vielvölkerstaates der Habsburger Monarchie.“ 1 Die Formulierung der nationalen Frage war seit Beginn der Revolution schwierig, da es bisher noch nie einen deutschen Nationalstaat gegeben hatte. 2 „Die Frage ergab sich durch die politischen Bedingungen; sie bedeutete eine Absage an die politischen Bedingungen; sie war entlehnt von politischen Modellen außerhalb der deutschen Länder.“ 3 Es reichte nicht den Deutschen Bund nur zu reformieren und ihn souverän und konstitutionell zu gestalten, es musste auch der Begriff „Nation“ festgelegt werden. Eine deutsche Nation sollte der Träger der deutschen Kultur sein, was sich vor allem mit dem Gebrauch der deutschen Sprache verband. 4
Die Umformung des Deutschen Bundes in einen Nationalstaat führte aber unabwendbar zu Konflikten mit anderen Nationen. Es ging um Gebiete und Regionen, die sich ganz oder teilweise auf dem Gebiet des Deutschen Bundes befanden, sich aber nicht in einen deutschen Nationalstaat eingliedern lassen wollten. 5 In ganz Europa regten sich die nationalen Bewegungen und forderten ihre Unabhängigkeit. Diese europäische Revolution richtete sich gegen die Grundsätze von 1815. 6
Da vor allem in der Habsburger Monarchie fast jede europäische Nationalität vertreten war, die sich noch nicht in einem eigenen Staat ausgebildet hatte, verletzte jeder Versuch „den Deutschen Bund von einem multinationalen Staatenbund in einen bundesstaatlichen deutschen Nationalstaat zu verwandeln die Interessen der vielen anderen Nationen.“ 7
1 Botzenhart, Manfred, 1848/49: Europa im Umbruch, Paderborn 1998, S. 197f.
2 Vgl. Breuilly, John, Nationalbewegung und Revolution, in: Dipper, Christof/ Speck, Ulrich (Hg.), Revolution in Deutschland 1848, Frankfurt am Main 1998, S. 315.
3 Ebd.
4 Vgl. Ebd., S. 316.
5 Vgl. Langewiesche, Dieter, Revolution in Deutschland. Verfassungsstaat - Nationalstaat - Gesellschaftsreform,in: Dowe, Dieter, Haupt, Heinz-Gerhard, Langewiesche, Dieter (Hg.), Europa 1848. Revolution und Reform, Bonn 1998, S. 180.
6 Vgl. Schulze, Hagen, Der Weg zum Nationalstaat. Die deutsche Nationalbewegung vom 18. Jahrhundert bis zur Reichsgründung, München 1985, S. 89.
7 Langewiesche, Dieter, Revolution in Deutschland, S. 180f.
3
Während der Revolution versuchten viele Nationen ihre Sehnsucht nach einem eigenen Nationalstaat zu erfüllen. Vor allem für die deutsche Nation war es sehr schwer friedlich einen Nationalstaat festzulegen, da für ein künftiges Europa der Nationen die territoriale Ausdehnung des deutschen Nationalstaates annehmbar sein musste. Es existierten auch keine historischen Vorbilder für eine Staatsvereinigung und zugleich Staatstrennung. Jedoch sollte um des Friedens Willen im Staatsgründungsakt auf historisch angestammte Territorien verzichtet werden. Allerdings war auch die Deutsche Nation zu einem solchen Schritt nicht bereit. 8 Bundesfremde Gebiete die eindeutig oder auch nur größtenteils als deutsch angesehen wurden, zählten zum nationalen Einigungswerk
und es fanden Abgeordnetenwahlen für die Frankfurter Nationalversammlung statt. Dies war unter anderem in Posen und Ostpreußen der Fall. 9 „In imperialen Machtträumen wurde eine deutsche Hegemonie von der Nord- und Ostsee bis zur Adria und zum Schwarzen Meer als Zukunftsvision beschworen.“ 10
3. Die Gebiete
3.1. Schleswig
Durch den Konflikt zwischen Dänemark und der deutschen Nation um die Herzogtümer Schleswig und Holstein erhitzten sich die nationalen Emotionen in Deutschland sehr. Er führte sehr weit an den Rand eines großen europäischen Krieges und ließ die Verflechtungen zwischen innenpolitischen und nationalen Entscheidungen deutlich werden. 11
„In Schleswig-Holstein regierte die einzige revolutionäre provisorische Landesregierung, die sich offen gegen den Inhaber der Landeshoheit aufgelehnt hatte und die dennoch von den übrigen deutschen Regierungen und der Bundesversammlung anerkannt worden war.“ 12
Bereits der „Siebzehnerausschuss“, ein vom Bundestag eingesetzter Ausschuss, der nach dem Ausbruch der Märzrevolution im Deutschen Bund einen Verfassungsentwurf ausarbeiten sollte, empfahl im März den Einschluss Schleswigs in eine deutsche
8 Vgl. Ebd., S. 181.
9 Vgl. Siemann, Wolfram, Die deutsche Revolution von 1848/49, Frankfurt am Main 1991, S.148.
10 Langewiesche, Dieter, Revolution in Deutschland, S. 181.
11 Vgl. Ebd., S. 181.
12 Siemann, Wolfram, Die deutsche Revolution, S. 153.
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Arbeit zitieren:
Katja Schaffrath, 2007, Die Deutsche Frage in der Paulskirche, München, GRIN Verlag GmbH
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