Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Erhebung der institutionellen Bedingungen 2
2.1. Räumliche Gegebenheiten 2
2.2. Materielle Gegebenheiten 4
2.3 Organisatorische Gegebenheiten 4
3. Planung der Makrostruktur 5
3.1. Festlegung der Grobziele 5
3.2. Sachanalyse 6
3.2.1. Dribbling 7
3.2.1.1. Finten 9
a) seitliches 1 gegen 1 am Flügel 10
b) frontales langes 1 gegen 1 14
c) 1 gegen 1 im Stand 17
d) 1 gegen 1 mit Rücken zum Tor im Lauf 20
e) Eckfahnentricks 23
3.2.2. Pass, Flanke und Schuss 26
a) Pass durch Innenseitstoß und Flanke durch Innenspannstoß 27
b) Schuss durch Vollspannstoß 28
c) Der Kopfstoß 29
d) Direkte Torschüsse nach hohen Hereingaben 30
3.2.3. Ballkontrolle 31
3.3. Lernstrukturdiagramm 33
3.3.1. Hinweise zum Lernstrukturdiagramm 33
3.4. Spezielle Voraussetzungen der Teilnehmer 36
3.5. Entwurf der Lehreinheiten 38
3.5.1. Lehreinheit I 38
3.5.1.1 Festlegung der Lernziele 38
3.5.1.2 Methoden 38
3.5.1.3 Medien 39
3.5.1.4 Organisation 39
3.5.2. Lehreinheit II 40
3.5.2.1. Festlegung der Lernziele 40
II
Inhaltsverzeichnis
3.5.2.2. Methoden 40
3.5.2.3. Medien 41
3.5.2.4. Organisation 41
3.5.3. Lehreinheit III 42
3.5.3.1. Festlegung der Lernziele 42
3.5.3.2. Methoden 42
3.5.3.3. Medien 43
3.5.3.4. Organisation 43
3.6. Abschnittsplan 44
4. Planung der Mikrostruktur 47
4.1. Mikrostruktur der 1. Unterrichtseinheit 48
4.1.1. Stundenthema 48
4.1.2. Lernziel 48
4.1.3. Methodik 48
4.1.4. Medien 49
4.1.5. Organisationsformen 49
4.1.6. Benötigte Geräte und Materialien. 49
4.2. Beschreibung der einzelnen Stundeninhalte 50
4.2.1. Begrüßung 50
4.2.2. Allgemeines Aufwärmen 50
4.2.3. Spezielle Erwärmung 50
4.2.4. Titiano Tonaldo 50
4.2.5. Tonaldokombination I und II 53
4.2.6. Abschlussspiel 55
4.2.7. Cool Down 55
4.2.8. Fragen und Verabschiedung 55
4.3. Unterrichtsablauf 56
5. Unterrichtsauswertung 57
6. Literaturverzeichnis 58
Anhang 59
III
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Situation für einen Titiano Tonaldo (DVDFußballtrainer Vol. 1) Seite:
Abb. 2: Titiano Tonaldo (DVDFußballtrainer Vol. 1)
Abb. 3: Resultat Titiano Tonaldo (DVDFußballtrainer Vol. 1)
Abb. 4: Situation für Filip Dahm (DVDFußballtrainer Vol. 1)
Abb. 5: Abkappen (DVDFußballtrainer Vol. 1)
Abb. 6: Laufrichtungswechsel (DVDFußballtrainer Vol. 1)
Abb. 7.: ungehinderte Folgeaktion nach Filip Dahm (DVDFußballtrainer Vol. 1)
Abb. 8: Filip Dahm mit rechts auf rechter Außenbahn (DVDFußballtrainer Vol. 2)
Abb. 9: 270 Drehung (DVDFußballtrainer Vol. 2)
Abb. 10: ungehinderte Folgeaktion nach Filip Dahm (DVDFußballtrainer Vol. 2)
Abb. 11: Ausgangssituation für Finten der Kategorie frontales langes 1 gegen
(DVDFußballtrainer Vol. 1)
Abb. 12: Körpertäuschung (DVDFußballtrainer Vol. 1)
Abb. 13: Wegstarten in entgegengesetzte Richtung (DVDFußballtrainer Vol. 1)
Abb. 14: Gegner richtet sich in dieselbe Richtung, Beginn Titiano Tonaldo
(DVDFußballtrainer Vol. 1)
Abb. 15: Umspielen des Gegners (DVDFußballtrainer Vol. 1)
Abb. 16: verkehrter Übersteiger mit rechts von innen nach außen (DVDFußballtrainer Vol. 2)
Abb.17 : weiterdribbeln nach rechts (DVDFußballtrainer Vol. 2)
Abb. 18: Ausgangssituation für Finten der Kategorie 1 gegen 1 im Stand
(DVDFußballtrainer Vol. 3)
Abb. 19: vorlegen nach links zur Schussfinte (DVDFußballtrainer Vol. 3)
Abb. 20: Schussfinte (DVDFußballtrainer Vol. 3)
Abb. 21: Hinterspielen des Standbeins nach rechts (DVDFußballtrainer Vol. 3)
Abb. 22: Ball durchlaufen lassen (DVDFußballtrainer Vol.3)
Abb. 23: Ball mit Sohle nach links ziehen (DVDFußballtrainer Vol. 3)
Abb. 24: Umspringen (DVDFußballtrainer Vol. 3)
Abb. 25: ungehinderter Torschuss (DVDFußballtrainer Vol. 3)
IV
Abbildungsverzeichnis
Abb. 26: Spielen nach links zur Schussfinte (DVDFußballtrainer Vol. 3) Seite
Abb. 27: Schussfinte (DVDFußballtrainer Vol. 3)
Abb. 28: Hinterspielen des Standbeins (DVDFußballtrainer Vol. 3)
Abb. 29: Hinterspielen des Standbeins (DVDFußballtrainer Vol. 3)
Abb. 30: Ziehen mit rechter Sohle nach links (DVDFußballtrainer Vol. 3)
Abb. 31: vorbereiten des Abkappens (DVDFußballtrainer Vol. 3)
Abb. 32: Abkappen mit links nach rechts, gleichzeitig Blick nach links
(DVDFußballtrainer Vol. 3)
Abb. 33: Ball durchlaufen lassen und anschließend aufs Tor schießen
(DVDFußballtrainer Vol. 3)
Abb. 34: Ausgangsituation für Zinedine Zidane - Drehung (DVDFussballtrainer Vol. 1)
Abb. 35: Abbremsen des Balles mit der rechten Sohle und Beginn der Drehung über
rechte Schulter (DVDFussballtrainer Vol. 1)
Abb. 36: weiteres Drehen über rechts (DVDFussballtrainer Vol. 1)
Abb. 37: Umsprung von rechter Sohle auf linke Sohle (DVDFussballtrainer Vol. 1)
Abb. 38: umfangreiches ziehen mit linker Sohle und ins Leere- laufen- lassen des Gegners
(DVDFussballtrainer Vol. 1)
Abb. 39: Vorlegen zum Schuss (DVDFussballtrainer Vol. 1)
Abb. 40: bereits eingeleitete Zidane - Drehung, nach dem Umsprung
(DVDFussballtrainer Vol. 1)
Abb. 41: nicht dem Ball nach links folgen, sondern den Gegner durch abkappen des Balles nach
rechts und gleichzeitiges Blicken nach links fintieren (DVDFussballtrainer Vol. 1)
Abb. 42: Gegner in Leere laufen lassen und den Abschluss suchen
(DVDFussballtrainer Vol. 1)
Abb. 43: Ausgangssituation (beachte dabei, die Tonaldodrehung hat schon begonnen)
(DVDFußballtrainer Vol. 3)
Abb. 44: Schrittstellung zum Ausführen der Tonaldodrehung (DVDFußballtrainer Vol. 3)
Abb. 45: Hinterspielen des Standbeins Richtung Torauslinie (DVDFußballtrainer Vol. 3)
Abb. 46: Drehung über linke Schulter (DVDFußballtrainer Vol. 3)
Abb. 47: Mitnahme des Balles nach links durch Abkappen (DVDFußballtrainer Vol. 3)
Abb. 48: Gegner ins Leere laufen lassen und ihn Umspielen (DVDFußballtrainer Vol. 3)
V
Abbildungsverzeichnis
Abb. 49: Vielfalt der Pass- und Stoßarten (Bisanz/Gerisch, 2010, S.332) Seite
Abb. 50: Fußballinnenseitstoß (Bisanz/Gerisch, 2010, S. 334)
Abb. 51: Fußballinnenspannstoß (Bisanz/Gerisch, 2010, S. 336) 2
Abb. 52: Fußballvollspannstoß (Bisanz/Gerisch, 2010, S. 338)
Abb. 53: Die verschiedenen Kopfstoßvarianten (Bisanz/Gerisch, 2010, S.356)
Abb. 54: Der Kopfstoß nach beidbeinigem Absprung (Bisanz/Gerisch, 2010, S.357)
Abb. 55: Hüftdrehstoß (Bisanz/Gerisch, 2010, S. 356)
Abb. 56: Vielfalt der Ballkontrollmöglichkeiten (Bisanz/Gerisch, 2010, S.349)
Abb. 57: Ballannahme eines kniehohen Balles mit der Innenseite (Bisanz/Gerisch, 2010, S.351)
Abb. 58: Ballannahme mit dem Oberschenkel (Bisanz/Gerisch, 2010, S.352)
Abb. 59: Ballannahme mit der Brust (Bisanz/Gerisch, 2010, S.353)
Abb. 60: Lernstrukturdiagramm der technischen Fertigkeiten im Fußball im Überblick
( s e l b s t e r s t e l l t ) 3
Abb. 61: deutliche Veranschaulichung der Thematik Dribbeln mit Schwerpunkt Dribbeln mit Finten
( s e l b s t e r s t e l l t ) 3
Abb. 62: Übung I zum Titiano Tonaldo (erstellt mit Easy2Coach)
Abb. 63: Übung II zum Titiano Tonaldo (erstellt mit Easy2Coach)
Abb. 64: Übung III zum Titiano Tonaldo (erstellt mit Easy2Coach)
Abb. 65: Übung I (II) zur Tonaldokombination I (II) (erstellt mit Easy2Coach)
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: wesentliche Bewegungsmerkmale der Dribblingarten Vollspann, Innenseite,
Au ßenseite nach Titz und Dooley Seite
Tabelle 2: Abschnittsplan
Tabelle 3: Unterrichtsablauf
VI
1. Einleitung
Der Fußballsport erfreut sich in Europa, und im Speziellen in Deutschland, weiterhin großer Beliebtheit. So verzeichnet der Deutsche Fußball Bund (DFB) über 6,7 Millionen Mitglieder, dabei mehr als 25.000 Vereine in 21 Landesverbänden und fünf Regionalverbänden (Stand 2010, Quelle: Internetauftritt DFB). Das erfolgreiche Abschneiden der DFB-Auswahl, sowohl bei den Männern, als auch den Frauen, sowie die gelungene Veranstaltung großer internationaler Turniere fördern den Reiz am Fußballsport noch zusätzlich. In der vorliegenden Arbeit soll die Vermittlung von individualtaktischen Fertigkeiten aufgezeigt werden, wie sie auch im Rahmen von gehobenem Schulsport oder dem Vereinswesen im Zuge von Trainertätigkeiten stattfinden könnte. Dabei wird der Planungsprozess gemäß HEYMEN und LEUE (2008) durchlaufen und im Folgenden aufgezeigt. Als Zielgruppe gelten hier alle Sportler der Spielsportart Fußball.
Die Wahl des Themas entspringt einer gewissen Faszination wie sie jeder, egal ob Fußballkenner- und könner als auch wenig interessierter Zuschauer, verspürt wenn er eine gut und erfolgreich ausgeführte Finte und deren Dynamik, Raffinesse und Anmut sieht. Als langjähriger Fußballspieler weiß ich mit welcher Verblüffung der Gegner, aber auch man selbst - wenn man vom Gegner umspielt wurde - auf eine erfolgreich angewendete Finte reagiert.
Das Um- und Ausspielen des Gegners mit Hilfe von Finten erfordert, je nach Schwierigkeit der Finte und Anzahl und Fähigkeiten der Gegner, mitunter ein enormes Maß an Ballfertigkeit und wird in Perfektion nur von wenigen beherrscht, aber von jedem Zuschauer gern gesehen und mit Respekt und Anerkennung gewürdigt. Die Anzahl an Finten ist gewaltig und geht über die fast jedem bekannten Übersteiger und Körpertäuschungen weit hinaus.
So soll es neben einem Konzept zur Vermittlung von Finten auch ein Ziel dieser Arbeit sein, weitere tolle und sehenswerte Finten aufzuzeigen. Die vorliegende Ausarbeitung befasst sich mit einer Unterrichtsplanung im Rahmen des berufsbezogenen lehrpraktischen Handelns, welches im Studium der Sportwissenschaft durchgeführt wird. Es werden zunächst die institutionellen Bedingungen
1
herausgestellt, gefolgt von einer Planung der Makrostruktur, welche u.a. die Sachanalyse enthält. Im Anschluss wird die Unterrichtsreihe, bestehend aus sechs Unterrichtsstunden ausgearbeitet und zusätzlich die Mikrostruktur einer Unter-richtsstunde exemplarisch dargestellt. Zu guter Letzt erfolgt eine Unterrichtsauswertung.
2. Erhebung der institutionellen Bedingungen
In diesem ersten Schritt wird versucht, sämtliche Bedingungen die durch die Institution Universität der Bundeswehr München (UniBwM) gegeben sind, zu erfassen. Neben den räumlichen-, materiellen- und organisatorischen Gegebenheiten werden die Anzahl der zu Unterrichtenden und die aus den zuvor genannten Gegebenheiten entstehenden Möglichkeiten aufgezeigt. Dies soll dazu führen, dass der Planungsprozess in Bezug auf Zielfestlegung, Methoden, Medienentscheidungen und Festlegung der Organisationsform die richtigen, das heißt fehlerfreie, Entscheidungen hervorbringt (HEYMEN und LEUE, 2008, S.6ff).
2.1. Räumliche Gegebenheiten
Aufgrund der Jahreszeit kann die Unterrichtung auf dem Sportplatz durchgeführt werden. Zwar verfügt die UniBwM auch über Sporthallen, die Nutzung dieser Sporthallen ist allerdings, mit einigen Nachteilen verbunden. So ist das Spielen auf einem Fußballplatz spielnäher und motivierender, außerdem bietet der Platz besser Möglichkeiten in Bezug auf raumgreifendes Tempodribbling und das hohe Pass-und Flankenspiel. Auf die hallentypische Überdachung kann mit Verwies auf die Jahreszeit verzichtet werden. Neben dem Sportplatz verfügt die UniBwM über diverse, sportplatznahe Nebenfläche, die auch genutzt werden können. Es wird versucht, dass der Sportplatz zur Verfügung gestellt werden kann, sollte dies nicht möglich sein, so muss auf den Nebenplatz zurückgegriffen werden. Der Sportplatz ist im Westen des Campus, zwischen sportwissenschaftlichem Labor und Schwimmhalle gelegen. Die universitätsinterne Hausnummer ist die 73 (siehe dazu
2
Anlage 1: Lageplan der UniBwM). Da die Teilnehmer des Unterrichts in unmittelbarer Nähe zum Sportplatz wohnen, und sie des Weiteren alle mit dessen Lage vertraut sind, spielt die Entfernung zum Unterrichtsort keine maßgebende Rolle. Weiterhin verfügt zwar nicht der Sportplatz, aber die angrenzende Schwimmhalle über ausreichende Umkleidemöglichkeiten, Dusch- und Waschmöglichkeiten und über einen Hallenwart/Bademeister mit Erste-Hilfe-Material und Telefon. Eine Telefonverbindung zum ebenfalls auf dem Campus gelegenen Sanitätszentrum ist im Vorraum oder beim Bademeister selbst vorhanden. Der Platz ist gekennzeichnet durch Standardmaße. Die Rasenqualität variiert zwar, ist aber in den letzten Jahren als relativ schlecht zu bezeichnen, so finden sich viele Löcher und auch Maulwurfshügel auf dem Platz. Auf den Außenbahnen des Platzes, wie auch hinter den Toren und auf dem Nebenplatz ist die Qualität allerdings besser. Spielfeldmarkierungen, beispielsweise für Fußball sind nicht standardmäßig vorhanden, es wird allerdings durch vorherige Absprache versucht für eine fußballtypische Auskreidung zu sorgen. Tore und Netze sind in verschiedenen Größen vorhanden, allerdings liegen dahinter keine Netze oder Zäune, sodass verschossene Bälle mühsam und zeitaufwendig geholt werden müssen. Sitzbänke sind auf dem Platz nicht vorhanden. Für theoretische Unterweisungen muss daher ein Platz auf oder neben dem Spielfeld gefunden werden. Neben dem Platz sind Bäume vorhanden, die bei Bedarf Schatten spenden. Ein Materiallager, dessen Schlüssel beim Kameraden Seidel (Spo08) empfangen werden kann, ist vorhanden. Die Wände dieses Materiallagers sind massiv genug um dort beispielsweise Fipcharts oder ähnliches anbringen zu können. Vom Platz selbst ist die Hütte allerdings ca. 50m entfernt und daher nicht allzu oft anzulaufen. Weiterhin verfügt die Umgebung des Platzes nicht über eine Uhr. Weitere Besonderheiten des Platzes sind die umlaufende Tartanbahn, Weitsprunggruben und angrenzende Stoßanlagen, sowie ein Basketballfeld. Diese könnten während der Durchführung der Unterrichtung in Benutzung sein und für Ablenkung sorgen. Dennoch sind die örtlichen Gegebenheiten, auch bei intensiver Nutzung der umliegenden Sportstätten, mehr als ausreichend für die Unterrichtung und im Bezug zur Dynamik des Fußballspiels einer Halle vorzuziehen.
3
2.2. Materielle Gegebenheiten
Neben den von den Teilnehmern selbst gestellten Materialien wie Schuhen und fußballspezifischer Kleidung, können weitere Materialien in Absprache mit dem Dozenten empfangen werden. So stehen zwölf Fußbälle und eine Vielzahl von Leibchen, Hütchen, Stangen, Kegeln und Medizinbällen in guter Qualität zur Verfügung. Wichtig bezüglich dieser Materialien ist es, diese rechtzeitig bei den Kommilitonen und Dozenten zu empfangen. Die am Sportplatz stehende Materialhütte beinhaltet keine fußballspezifische Ausrüstung, sondern lediglich Ausrüstung die für den Leichtathletiksport vorgesehen ist. Ein Kompressor zum Aufpumpen der Bälle befindet sich in einem Kleingeräteraum in der Sporthalle I, eine transportable Ballpumpe sollte also mitgeführt werden oder die Bälle bereits im Vornherein mit ausreichend Luft befüllt werden. Weiteres zur Unterrichtung notwendiges Material, wie Taktikmappen, Pfeifen oder Stoppuhren kann im Einzelfall beim Hallenwart empfangen werden.
2.3 Organisatorische Gegebenheiten
Auf Grund von Zeiten für das freie Training und Trainings- und Arbeitsgemeinschaften ist der Belegungsplan des Sportplatzes relativ voll. Nach Absprache soll der Platz für das Vorhaben donnerstags von 1100 Uhr bis 1230 Uhr (fiktiv) und zur Durchführung der zu hospitierenden Stunde am 30. Juni 2011 zur alleinigen Benutzung bereitgestellt werden. Somit ist eine Ablenkung durch andere weitestgehend ausgeschlossen. Die Gruppengröße beläuft sich auf 8 - 10 Teilnehmer. Darüber hinaus findet die Stunde in einer Zeit statt, in der alle Teilnehmer ausreichend erholt und auch zeitlich problemlos verfügbar sind. Zu bedenken ist allerdings, dass ein Großteil der Teilnehmer vor der Unterrichtung ein prüfungsrelevantes Fußballspiel zu absolvieren hat. Zwar ist für ausreichend Pause gesorgt, dennoch ist die Unterrichtung nicht die erste sportliche Veranstaltung des Tages (Übungsungünstigkeit, die vernachlässigt werden kann).
4
3. Planung der Makrostruktur
Dieser abschnitt ist der entscheidende und die Planung am stärksten beeinflussende Schritt überhaupt. Die Planung der Makrostruktur unterteilt sich in die Festlegung der Grobziele, in eine Sach- und Zielanalyse, in das Beschreiben der speziellen Voraussetzungen der Teilnehmer, in das Planen der einzelnen Lehreinheiten und mündet im Erstellen des Abschnittplans. Es werden also Entscheidungen über Ziele der Lehreinheiten getroffen, Methoden festgelegt, die entsprechenden Medien ausgewählt und letztendlich mehrere Lehreinheiten miteinander verbunden und in-einander verzahnt, so dass eine langfristige Planung vorliegt (HEYMEN und LEUE, 2008, S.4 und 5).
3.1. Festlegung der Grobziele
Die Festlegung der Grobziele soll das gewünschte Endverhalten repräsentieren. Somit sind mit deren Festlegung Zielvorstellungen über einen längeren Zeitraum - also für eine Lehreinheit - angegeben. Von den Grobzielen werden dann, nach Kenntnisgewinn der speziellen Voraussetzungen der Teilnehmer die Feinziele abgeleitet. Das bedeutet aber auch, dass die im Folgenden benannten Grobziele noch vorläufig sind, da Änderungen durch die Sachanalyse und die Erhebung der speziellen Voraussetzungen der Teilnehmer möglicherweise nötig sind.
Die Grobziele für die „Einführung und Verbesserung der individualtaktischen Maßnahme des Ausspielens von Gegnern durch Finten und deren spielnahe Anwendung im Fußball“ lauten: Die Teilnehmer…
lernen verschiedene Finten kennen und können diese in der Grobform an-
wenden.
verbessern die individualtaktische Maßnahme des situationsgerechten Aus-spielens von Gegnern durch Finten und können diese im Spiel erfolgreich
anwenden.
5
verbessern ihre technischen Fertigkeiten im hohen und flachen Passspiel, bei
der An- und Mitnahme des Balles, und die direkte und indirekte Verwertung
von hohen und flachen Hereingaben in den Strafraum.
3.2. Sachanalyse
Die Sachanalyse erlaubt durch eine Analyse der physischen-, kognitiven-, emotionalen-, affektiven- oder sozialen Lernziele, sowie der Methoden, Medien, Formen und der Teilnehmer selbst, die Lehreinheit zu entwerfen. Bewegungsstrukturen der einzelnen zu erlernenden Techniken, der zu vermittelnden taktischen Fähigkeiten oder des zu erlangenden Wissens einerseits selbst bewusst zu werden, andererseits mit Hilfe der Analyse der angesprochenen Variablen das zu Vermittelnde anschaulich präsentieren zu können. Es sollen also sämtliche Lehrinhalte dieser Analyse unterzogen werden (vgl. dazu HEYMEN und LEUE, 2008, S.30ff). Herausstellen will ich noch explizit, dass hier nur die Inhalte und Geräte einer Analyse unterzogen werden, die während der Durchführung der Lehreinheiten genutzt werden. So lassen sich beispielsweise deutlich mehr Geräte des Fußballtrainings auflisten und beschreiben als es hier notwendig wäre. Den oben genannten Grobzielen entsprechend werden im Folgenden Finten allgemein und anschließend situationsabhängig im Einzelnen beschrieben; dies unter der Einordnung in die Oberthematik des Dribblings. Es werden bereits methodisch relevante Punkte genannt, die es bei der Verbesserung der neugelernten Finten einzuhalten gilt. Darauf folgend wird auf die Thematiken flaches und hohes Passspiel, die verschiedenen Stoßarten und anschließend auf die Varianten der Ballkontrolle eingegangen. Die aufgezeigten Thematiken Dribbling, Torschuss, Pass- und Flankenspiel, sowie die Ballkontrolle stellen wesentliche Punkte des Fußballkönnens dar und sollen, mit Schwerpunkt auf das fintierende Dribbeln, geschult und verbessert werden.
6
3.2.1. Dribbling
Das Dribbling soll, da als Gesamtheit nicht im Schwerpunkt der Thematik, aber dennoch entscheidendes Kriterium für ein erfolgreiches Fintenspiel, nur oberflächlich beleuchtet werden. Dies geschieht anhand des Werkes von BISANZ und GE-RISCH (2010) und wird ergänzt durch das Werk von TITZ und DOOLEY (2010).
BISANZ und GERISCH (2010, S. 321ff) unterscheiden drei verschiedene Formen des Dribblings. Dabei fallen zwei dieser drei Dribblingformen in besonderem Maße auf die Thematik des Fintenspiels. Sie unterscheiden in ballhaltendes Dribbling, in Tempodribbling und in Dribbling mit Finten.
Entgegen der Annahme das ballhaltende Dribbling gehöre nicht zur Thematik, zeigt sich bei genauer Betrachtung, dass es durch den Einsatz von Finten bei der Zielereichung ergänzt werden kann. Ziel des ballhaltenden Dribblings ist nicht der Raumgewinn, sondern das Abschirmen des Balles vor dem Gegner. Es zeichnet sich aus durch den Versuch, immer wieder den Körper zwischen Gegner und Ball zu bekommen und den Ball durch beidfüßiges Dribbeln mit Innen- und Außenspann vor dem Gegner zu beschützen. Das Tempo kann dabei bewusst stark reduziert werden, der Ball fast im Stand, mit der Sohle auf dem Ball vom Gegner ferngehalten, abgeschirmt werden. Durch Finten wie Körpertäuschungen wird dabei häufig versucht dem Druck des Gegners zu entgehen und den Ball durch Pass oder Schuss, der Absicht entsprechend, los zu werden. Wichtig sind bei dieser Art des Dribbelns vor allem die enge Ballführung und das Abschirmen des Balles mit dem Körper.
Ebenfalls der Thematik zuzuordnen ist das gegnerüberwindende Dribbling mit Finten. Es wird als ein wichtiges Angriffsmittel im Spiel 1:1 hervorgehoben und ist im Allgemeinen gekennzeichnet durch plötzliche Antritte, schnelle Richtungsänderungen, Tempowechsel und erfordert in besonderem Maße Ballgeschicklichkeit, Antrittsschnelle und Zielstrebigkeit.
Weniger zur Thematik des Fintenspiels zählt das Tempodribbling. Es ist darauf ausgelegt den Ball in hohem Lauftempo vorwärts zu treiben, dabei Raum zu gewinnen und den Gegner abzuschütteln. Der Ball wird dabei selten eng geführt,
7
muss aber stets kontrolliert werden können. Oft resultiert das Tempodribbling aus einer der zuvor genannten Dribblingarten.
TITZ und DOOLEY (2010, S. 9 bis 11) entsprechend wird im Folgenden eine Technikbeschreibung der wesentlichen Dribbelarten gegeben. Begonnen wird dabei mit allgemeinen Hinweisen, die wie folgt lauten:
Der Oberkörper ist beim Dribbling leicht nach vorne geneigt, beim Abstop-
pen und zurückziehen des Balles richtet er sich auf. Die Rücklage wird
stets vermieden.
Die Arme sind im Ellenbogen angewinkelt und werden seitlich, dem Lauf-
rhythmus entsprechend, mitgeführt.
Der Ball wird mit Feingefühl sanft berührt.
Der Blick wird regelmäßig, so häufig wie möglich und selten wie nötig vom
Ball gelöst.
Der Ball wird eng, mit vielen Ballkontakten geführt.
Nach TITZ und DOOLEY unterscheiden sich die Dribblingarten Vollspann, Innenseite, Außenseite außer in der Fußstellung nur in wenigen Punkten, welche in der Tabelle 1 aufgezeigt und gegenübergestellt werden.
Tabelle 1: wesentliche Bewegungsmerkmale der Dribblingarten Vollspann, Innenseite, Außenseite nach
TITZ und DOOLEY
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Oliver Wild, 2011, Einführung und Verbesserung der individualtaktischen Maßnahme des Ausspielens von Gegnern durch Finten und deren spielnahe Anwendung im Fußball, München, GRIN Verlag GmbH
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