Inhaltsverzeichnis
I.Einleitung. 1
II.Einf ührung
II. 1. Geographie. 2
II. 2. geschichtliche Zusammenfassung (1511 - 1999) 2
III.Die Transition
III. 1. Politik. 5
III. 2. Wirtschaft. 9
IV.Leitfrage: Wie präsent bleibt der portugiesischen Einfluss heute auf Macau
hinsichtlich der untersuchten Aspekten aus III.? 11
V Literaturverzeichnis 14
I.Einleitung
Die folgende Hausarbeit konzentriert sich auf die Frage nach dem heutigen Einfluss Portugals in Macau bezüglich politischen und ökonomischen Aspekten (siehe Leitfrage aus IV.). Entsprechend soll die Gliederung einen zuspitzenden Aufbau in Richtung dieser erkenntnisleitenden Fragestellung haben.
Zunächst wird durch allgemeine Informationen zu Geographie und Geschichte versucht, ein allgemeines Bild für die Sonderverwaltungsregion Macau zu stimulieren, wobei die geschichtliche Zusammenfassung - wie später auch die Behandlung der politischen und ökonomischen Aspekten (III.) - bereits nur ausgesuchte Informationen enthält, die relevant für die spätere Erörterung der Leitfrage sind. Der geschichtliche Rahmen, der sich bis auf die anfängliche geschichtliche Zusammenfassung (II. 2.) ausschließlich über den Zeitraum zwischen den siebziger Jahren und heute erstreckt, erweitert den Fokus der Hausarbeit außerdem auf die Entwicklung des portugiesischen Einflusses in Macau. Gelegentlich wurde ebenfalls bemüht, die erwähnte Erweiterung auf eine zweite Ebene zu bringen, nämlich auf die der Frage nach der sino-portugiesischen Beziehung. Ursprünglich war es geplant, dass die Transition (III.) auch den Punkt „Religion“ als stellvertretenden Faktor des gesellschaftlichen Aspekts in der klassischen Kombination „Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“ beinhaltet. Doch dies, ebenso wie die geplanten Eckdaten Macaus für die Einführung (II.), mussten aufgrund der Seitenzahlbegrenzung weggelassen werden. Die Beibehaltung dieser zwei Abschnitte würde höchstwahrscheinlich zu einer unzureichenden Behandlung der restlichen Aspekte und vorallem der Leitfrage führen. Die Entscheidung für „Politik und Wirtschaft“ wurde motiviert durch den Quellenreichtum, denn auf der Literatursuche war eindeutig zu erkennen, dass diese zwei Kompetente Macaus am meisten diskutiert werden. Wichtige Angaben, die in den Eckdaten hätten kompakt aufgelistet werden sollen, wurden im Laufe der Hausarbeit an passenden Stellen erwähnt. Während der Recherche war es auffällig, dass durch ein zeitlich günstigen Zufall (2009 war Macaus 10. Geburtstag als chinesische SVR) aktuellere Literatur, meistens in Form von Zeitschriftenartikeln, verfügbar war. Die Bücher sind nicht jünger als 8 Jahre. Für den Punkt II. spielte diese Tatsache keine große Rolle. Der politische, besonders der wirtschaftliche Aspekt und die Leitfrage nach dem heutigen Einfluss verlangen logischerweise möglichst aktuelles Material. Auf diese Weise wurde entsprechend gearbeitet.
II.Einführung II.1. Geographie
Macau (chin. Àomén) ist eine Sonderverwaltungsregion 1 an der Küste der südchinesischen Provinz Guăngdōng . Sie liegt ca. 60 km westlich von Hong Kong und grenzt an die Sonderwirtschaftszone 2 von Zhūhăi.
Die Halbinsel Macau (21.45km 2 ), welche identisch ist mit der Stadt Macau, und die zwei südlich gelegenen Inseln Taipa (6,2km 2 ) und Coloane (7,6km 2 ) bilden die Sonderverwaltungsregion. Ein 2,2 km langer Damm verbindet Taipa mit Coloane. Zwei Brücken verbinden wiederum Taipa mit der Halbinsel Macau.
II.2. geschichtliche Zusammenfassung (1511 - 1999)
Der Anfang der sino-portugiesischen Beziehungen fand im malaysischen Malacca statt, das 1511 von Portugals Generalgouverneur in Indien besetzt wurde. Auf diesem Gebiet hatten sich zuvor viele chinesische Händler niedergelassen, die den Portugiesen den Weg nach China wiesen. Die Portugiesen waren die ersten Europäer, die mit China in Kontakt
1 Die Einrichtung von Sonderverwaltungsregionen durch den Nationalen Volkskongress beruht auf dem von Dèng
Xiăopíng entwickelten Prinzip „Ein Land, zwei Systeme“, welches auch für die Einrichtung der Sonderwirtschaftszonen gilt. Demnach sind Sonderverwaltungsregionen lokale Regierungen innerhalb der VRC. Sie verfügen über eine eigene Verfassung und über ein hohes Maß an innerer Autonomie, sowohl in politischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Lediglich die Außen- und Sicherheitspolitik sind Aufgaben der VRC. Hong Kong und Macau sind die zwei einzigen Sonderverwaltungsregionen in China.
2 Die Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen basiert ebenfalls auf dem „Ein Land, zwei Systeme“-Prinzip. Allerdings wird im Falle einer Sonderwirtschaftszone in erster Linie die Realisierung einer besonderen Wirtschaftspolitik durch die Lokalregierung betont. Die erwähnte besondere Wirtschaftspolitik besteht z.B. aus Steuervergünstigungen für Investitionen, die vorallem ausländisches Kapital anziehen sollen. Somit können Hong Kong und Macau auch als Sonderwirtschaftszonen bezeichnet werden. Jedoch verfügen die letztgenannten Gebiete über deutlich mehr innenpolitische Autonomie als die regulären Sonderwirtschaftszonen.
getreten sind. Im Jahre 1513 erreichten die ersten portugiesischen Schiffe Macau. Ab 1515 begannen die Seehandelsbeziehungen zwischen Portugal und China. Da der Hafen von Macau bessere Bedingungen für einen internationalen Hafen bot, verlegte die Míng-Dynastie 1535 ihr Zollamt von Guăngdōng dorthin, um den Außenhandel besser kontrollieren zu können. Fortan mussten die Portugiesen eine jährliche Pacht zahlen, die im Laufe der Jahre immer wieder erhöht wurde. Später mussten zudem portugiesische Handelsschiffe Warenzoll zahlen.
Durch Tricks und Bestechungen erlangten portugiesische Händler 1553 eine Bleibeerlaubnis auf dem chinesischen Festland und gründeten dort nach und nach eine richtige Siedlung, die später von der Provinz Guăngdōng offiziell genehmigt wurde. Im Goldenen Zeitalter (1580-1630) wurde Macau zum bedeutendsten Hafen auf der portugiesischen Gewürzroute 3 und hatte das Monopol im Handel zwischen China und Japan. 1614 erhielten die Portugiesen - dies ist nur eine Darstellung unter vielen - die kaiserliche Einwilligung, sich in Macau niederzulassen, nachdem sie die Chinesen im Kampf gegen japanische Seeräuber (Wokou) geholfen hatten. Es existieren auch Meinungen, die behaupten, die Portugiesen hätten das Gebiet „gekauft“ oder durch Bestechungen der lokalen Behörde erworben.
Um 1640 wendete sich die Lage, als in China die Míng-Dynastie von der Qīng-Dynastie abgelöst wurde. Politische Unruhen und rigorose Handelsverbote durch die neue Dynastie beendeten das Goldene Zeitalter in Macau. Mit der Gründung der britische Kolonie Hong Kong im Jahre 1841 ging Macau allmählich in die wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, erklärte Portugals Königin Maria II. Macau im November 1846 zu einem freien Hafen nach dem Vorbild von Hong Kong. Ferreira do Amaral, der damalige Gouverneur von Macau, bewirkte 1849 die Schließung der chinesischen Zollstation, die Aufhebung der chinesischen Zollrechte und die Einstellung der Pachtzahlungen. Die Chinesen mussten von nun an Steuern an die Portugiesen zahlen. Amaral wurde wenige Zeit später von Chinesen ermordet.
Im Jahre 1862, zwei Jahre nach dem zweiten Opiumkrieg 4 (Lorchakrieg), unterzeichnete
3 Die portugiesische Gewürzroute führte von den Molukken über Goa, anschließend um Afrika herum bis nach Lissabon.
4 Am 8.10.1856 verhafteten chinesische Beamte 12 Männer eines chinesischen Schiffes, der Lorcha Arrow, die unter britischer Flagge fuhr und der Piraterie, des Schmuggels und illegalen Opiumhandels verdächtigt wurde. Trotz der britischen Forderung nach Freilassung blieben die Männer in Haft. Daraufhin erklärte Großbritannien China den Krieg. Frankreich schloss sich unter falschem Vorwand Großbritannien an, um seine Einflusssphäre in China zu erweitern. Das dynastische China erlitt eine schwere Niederlage.
Arbeit zitieren:
Minh Ha Nguyen, 2011, Macau - Von einem Territorium unter portugiesischer Verwaltung zur chinesischen SVR, München, GRIN Verlag GmbH
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