Inhaltsverzeichnis
Einleitung S. 3
These 1 5
These 2 6
These 3 7
These 4 8
These 5 9
These 6 10
Zusammenfassung S. 13
Bibliographie S. 14
2
Einleitung
Es gilt in dieser Hausarbeit zu erörtern, welche Formen der Komik in der Märendichtung bestehen und warum die Leser lachen, welche Arten von Lachen es gibt und welchen Zweck sie haben. Es werden Thesen aufgestellt, die aus theoretischen, modernen Texten abgeleitet und dann auf die Mären bezogen und auf ihre Richtigkeit überprüft werden. Als Beispiele werden folgende Mären dienen:
- Hans Rosenplüt: „Der fünfmal getötete Pfarrer“
- Niemand: „Die drei Mönche zu Kolmar“
- Heinrich Kaufringer: „Die Rache des Ehemanns“
- „Die Böse Adelheid“
- „Aristoteles und Phyllis“
- „Ritter Beringer“ 1
Die Untersuchung wird als Diskussionsgrundlage folgende Texte haben:
- Marquard, Odo: Exile der Heiterkeit 2
- Jauss, Hans R.: „Über den Grund des Vergnügens am Komischen Helden“ 3
- Freud, Sigmund: „Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten“ 4 Die Thesen werden nacheinander behandelt, nehmen aber aufeinander bezug. Einige der Mären werden als Beispiel für mehrere Thesen dienen.
Das Märe stammt von dem mhd. Wort daz maere. Der Begriff repräsentiert die vom Beginn des 13. bis zum Beginn des16. Jahrhundert entstandene deutsche Verserzählung. Ihre mittlere Länge (ca.150-2000 Verse) hebt sie von Romanen ab. Außerdem haben sie einen „fiktiven, diesseitig-profanen und unter weltlichen Aspekt betrachteten Gegenstand sowie das (überwiegend) menschliche Personal, was sie von jeweils nichtfiktiven und geistlichen Erzählungen (...) und den Fabeln trennt.“ 5
Im Gegensatz zum Märchen verzichtet das Märe auf Wunder, es gibt jedoch wunderliche Verhaltensweisen. In den Mären findet man meistens ein bäuerliches, manchmal aber auch stadtbürgerliches und adeliges Personal. Es ist ein menschliches und bildet damit die
1 Alle Mären :Grubmüller, Klaus: Novellistik des Mittelalters. Märendichtung. Bibliothek des Mittelalters, Bd.
23. Frankfurt a. M. 1996
2 Marquard, Odo: Exile der Heiterkeit. In: Poetik und Hermeneutik, Bd. 7 „Das Komische“. Hrsg. von
Wolfgang Preisendanz und Rainer Warning, München 1976
3 Jauss, Hans R.: Über den Grund des Vergnügens am komischen Helden. In: Poetik und Hermeneutik, Bd. 7
„Das Komische“. Hrsg. von Wolfgang Preisendanz und Rainer Warning, München 1976
4 Freud, Sigmund: Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten. Studienausgabe Bd. 4, Frankfurt a. M.
1970,
5 Lexikon des Mittelalters, Bd. VI. Hrsg. von Norbert Angermann. München 1993. S. 230
3
Opposition zur Fabel. Es wird ein weltliches, alltägliches Leben geschildert, das keine Vorbildfiguren aufweist, wie es bei Legenden der Fall ist.
Die Prosatexte sind in der Versform des gepaarten Zweireiher gehalten und enthalten eine Lehre. Diese Lehre ist entweder als Promytheon der Geschichte vorausgeschickt, oder folgt ihr als Epimytheon.
Thematisch sind Parallelen zu antiker, orientalischer oder mittelalterlicher lateinischer Literatur nachzuweisen. Die Neuerzählungen der Stoffe haben verschiedenste Zwecke, die nicht exakt zu bestimmen sind. Meistens sind sie gebunden an Ehe, Sexualität und List. Die in den Mären auftretenden Figuren unterliegen einer gesteigerten Typisierung und sind eindimensional. Die Charaktere haben keine Schattierungen, Differenzierungen, oder Zwiespältigkeiten und erfahren (bis auf einige Ausnahmen) keine Entwicklung. Die Handlung bleibt ebenfalls eindimensional: es gibt keine Parallelhandlungen.
4
Arbeit zitieren:
Johanna Niemann, 2000, Komik und Gelächter in der Märendichtung, München, GRIN Verlag GmbH
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