Inhalt
1 Einleitung 3
1 3
2 Entwicklungsaufgaben 3
2 3
3 Vielfalt erwachsener Lebensstile 5
3 5
4 Thesen zur Heiratsentscheidung? 7
4 7
5 Kernmotive der Heiratsentscheidung. 9
5 9
6 Einfluss von Kohabitation auf die Heiratsabsicht. 13
6 13
7 Fazit 17
7 17
8 Literatur 18
8 18
8 18
2
2
Einleitung
Heutzutage entsteht oft der Eindruck, dass die Heiratsneigung stetig zu sinkt und das Erstheiratsalter ansteigt. Noch 1948 definierte Havinghurst die Heirat als wichtige und im Normalfall zu durchlaufende Entwicklungsaufgabe des frühen Erwachsenenalters (23-‐30 Jahre). Bei Scheitern an dieser Entwicklungsaufgabe sagt er Unglück, Ablehnung durch die Gesellschaft und Schwierigkeiten bei der Bewältigung späterer Aufgaben voraus. Doch ist diese Einschätzung wirklich noch zeitgerecht? In der heutigen pluralistischen Gesellschaft haben sich einige gesellschaftlich akzeptierte Handlungsalternativen entwickelt, welche im diesem Text noch genauer hinterleuchtet werden sollen.
Unabhängig davon sprechen die Zahlen bezüglich der Heiratswahrscheinlichkeit und dem Zeitpunkt des Eheeintritts angehen eine eindeutige Sprache. So heirateten Frauen 1970 noch mit durchschnittlich 22,8 und Männer mit 25,2 Jahren. Bei einer erneuten Datenerhebung 2004 lag der Altersdurchschnitt für die Erstheirat bei Frauen jedoch schon bei 29,4 und bei Männern bei 32,4 Jahren. Die Eheschließungen auf tausend Einwohner im einem Jahr fiel von 7,4 auf nur noch 4.8. Diese Zahlen lassen auf einen starken Ansehensverlust der Ehe schließen (Schneider, 2007).
Doch immer noch heiraten in den Kohorten des Jahrgangs 1965 vier von fünf Personen mindestens einmal in ihrem Leben (Lois, Oliver & Kunz, 2009). Dies ist zwar im Vergleich zu früher relativ wenig, aber immer noch eine erstaunlich große Anzahl. Es stellt sich die Frage, was heute so vielen Paaren noch die Motivation zum Heiraten gibt. Im Folgenden wird sich deshalb mit dem subjektiven Sinn der Ehe und den Kernmotiven zur Heirat auseinandergesetzt.
Weiterhin wird sich mit der Frage beschäftigt, inwiefern die nichteheliche Lebensgemeinschaft eine Vorstufe oder Alternative zur Ehe bildet. Entwicklungsaufgaben
Aus psychologischer Sicht gibt es für jeden Altersabschnitt bestimmte Entwicklungsaufgaben. Dies sind laut Havinghurst (1948, zit. nach Schmidt-‐Denter, 2005) 3
Aufgaben, die sich dem Individuum in bestimmten Lebensperioden stellen. Die erfolgreiche Bewältigung einer Entwicklungsaufgabe soll zu Glück und Erfolg führen, während Versagen zu Unglück, Ablehnung durch die Gesellschaft und Schwierigkeiten bei der Bewältigung späterer Aufgaben führen soll.
Die Eheschließung wird dabei dem frühen Erwachsenenalter zugeordnet. Da sich im Folgenden vorwiegend mit diesem Lebensabschnitt beschäftigt wird, ist es sinnvoll, einen Blick auf die Entwicklung zu werfen, die Personen in diesem Altersabschnitt durchlaufen sollten.
Laut Havinghurst sind zentrale Entwicklungsaufgaben in dieser Periode der Aufbau einer Partnerschaft, das Zusammenleben mit dem Partner und die Heirat. Darauf sollte dann die Gründung einer Familie, das Einfinden in die Mutter-‐ bzw. Vaterrolle sowie das Großziehen der Kinder folgen.
Weitere wichtige Punkte sind der Start in das Berufsleben, der Aufbau und die Festigung sozialer Beziehungen (Freundeskreis) sowie die Findung eines eigenen Lebensstils (Havinghurst, 1963, zit. nach Schmidt-‐Denter, 2005). Zudem wird erwartet, dass begonnen wird, als Bürger Verantwortung zu übernehmen (zit. nach Oerter & Montada, 2008). Havinghurst sieht den Beginn des frühen Erwachsenenalters mit 23 und das Ende mit 30. Allerdings hat jeder Mensch sein eigenes Entwicklungstempo, wodurch es zu Altersverschiebungen in beide Richtungen kommen kann. Das individuelle Tempo der Entwicklung wird durch die physische Reife, den kulturellen Druck und die individuelle Zielsetzung in einzelnen Lebensregionen geprägt (Havinghurst 1948, zit. nach Schmidt-‐ Denter, 2005).
Abgesehen von den zu bewältigenden Entwicklungsaufgaben stecken Personen in dieser Altersspanne in der psychosozialen Krise bzw. dem Konflikt von Intimität versus Isolierung. Erikson, welcher die Phasen der psychosozialen Entwicklung aufstellte, sieht diesen Konflikt zwischen dem 20sten und dem 40sten Lebensjahr (zit. nach Schmidt-‐Denter, 2005). Der Hauptbestandteil dieses Konfliktes ist die Entwicklung der Fähigkeit, Intimität zuzulassen und eine tragfeste Partnerschaft aufzubauen. Für die Bildung einer solchen benötigt ein Individuum aber erst einmal eine gefestigte Ich-‐Identität. 4
Viele junge Menschen, die grade erst das Elternhaus verlassen haben und sich auf der Suche nach der eignen Identität befinden, sind meist nicht bereit, für die Intimität mit einem Partner ihre Unabhängigkeit aufzugeben. Damit eine Beziehung für beide Partner befriedend ist, muss jedoch eine neue gemeinsame Identität definiert werden, in der die Wertvorstellungen und die Interessen von beiden in Einklang gebracht werden. Für die richtige Ausbalancierung von Nähe und Unabhängigkeit ist ein gewisses Maß an persönlicher Reife von Nöten. Bei vollständiger Aufgabe der Unabhängigkeit für die Intimität erfolgt die Definition der eigenen Person durch den Partner und der Selbstrespekt und die Eigeninitiative werden oft aufgegeben. Ohne Nähe und Intimität jedoch sieht man sich mit dem negativen Ausgang dieses Stadiums konfrontiert: der Einsamkeit und der Selbstbezogenheit (Erikson, 1950, zit. nach Schmidt-‐Denter, 2005).
Der Prozess von Intimität versus Isolierung stellt in diesem Altersabschnitt ein zentrales Thema dar, wobei es darum geht, einen Partner zu finden, mit dem man bereit ist, sein zukünftiges Leben zu teilen. Dabei wird in Eriksons Theorie zwar nicht definiert, dass die Intimität und die Teilung des gemeinsamen Lebens Heirat mit einschließt, Havinghurst (1948) hat diesen Aspekt allerdings als konkrete Entwicklungsaufgabe definiert. In der heutigen pluralistischen Gesellschaft haben sich aber noch einige alternative Lebensstile gebildet, die die Option Heirat bestehen lassen. Allerding muss man bei der Wahl einer Alternative nicht zwingend davon ausgehen, dass diese zu Versagen und Unglück oder Ablehnung durch die Gesellschaft führt, wie von Havinghurst postuliert. Im Folgenden wird nun ein kurzer Überblick über die Vielfalt erwachsener Lebensstile in der heutigen Zeit gegeben.
Vielfalt erwachsener Lebensstile
Die meisten erwachsenen Menschen durchleben in ihrem Lebens verschiedene Lebensstile. Gerade bei jungen Erwachsenen ist das Single-‐Dasein sehr verbreitet und hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Heutzutage sind in der Altersspanne von 30-‐34 Jahren 30 % der männlichen und 20 % der weiblichen Amerikaner Single. Im Vergleich zu 1970 hat sich hier die Anzahl mehr als versechsfacht (Berk, 2004). Dieser drastische Anstieg ist dadurch zu
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Arbeit zitieren:
Christine Glatz, 2010, Der Sinn der Ehe , München, GRIN Verlag GmbH
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