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Das Nationalkomitee "Freies Deutschland"

Titel: Das Nationalkomitee "Freies Deutschland"

Hausarbeit , 2003 , 19 Seiten , Note: 1

Autor:in: Alexander Blum (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Vor genau 60 Jahren, im Juli 1943, wurde das Nationalkomitee „Freies Deutschland“ (NKFD)
gegründet. Bis heute ist sein Wirken umstritten. In der DDR wurde es als deutsch-sowjetische
Kampfgemeinschaft gefeiert, während in der Bundesrepublik seine Einordnung in den Kreis
der Widerstandsgruppen gegen Hitler und sein Nazi-Regime nicht so vorbehaltlos stattfindet.
Der Vorwurf, das Komitee sei nur eines von Stalins deutschlandpolitischen
Machtinstrumenten gewesen, steht neben blankem Unverständnis über den vermeintlichen
Landesverrat der Mitglieder. Zu untersuchen sein wird deswegen welche Ziele das
Nationalkomitee, bzw. welche Erwartungen die Sowjets hatten und inwieweit diese jeweils
erfüllt worden sind. Die Gründung des Komitees (und seiner Erweiterung, dem „Bund
Deutscher Offiziere“(BDO)), seine Aktionen, seine Mitglieder werden hierfür ebenso
beleuchtet, wie persönliche Eindrücke ehemaliger Mitglieder aus späterer Sicht. Kann das
Nationalkomitee „Freies Deutschland“ als „Widerstandsgruppe hinter Stacheldraht“
bezeichnet werden, oder handelte es sich nur um eine Gruppierung von Exilkommunisten, die
sich Mitläufertum und Opportunismus der Kriegsgefangenen zu Nutze machten? Sind die
Vorbehalte also berechtigt oder ist es gar nicht möglich das Nationalkomitee eindeutig zu
bewerten, da die Mitglieder verschiedene Absichten verfolgten?
Annähernde Antworten hierauf werden mit Hilfe reichlich vorhandener Literatur zu finden
versucht. Besonders hilfreich und hervorzuheben sind hierbei „Die deutschen
Kriegsgefangenen in der Sowjetunion und das Nationalkomitee „Freies Deutschland““ von
Karl-Heinz Frieser, sowie die Werke von Erich Weinert und Bodo Scheurig. Auf einige
Aspekte wie die politischen Auseinandersetzungen innerhalb der Lager, sowie die
Flügelkämpfe innerhalb des Komitees kann aufgrund des knapp bemessenen Umfangs dieser
Arbeit kaum, und auf die Organisation innerhalb sowjetischer Lager gar nicht eingegangen
werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Gründungsphase des NKFD und des BDO

a) Vorbereitungen zur Gründung des NKFD

b) Gründungsversammlung und Gründungsmanifest

c) Mitglieder des Gremiums des NKFD

d) Der „Bund Deutscher Offiziere“

III. Stalins politische Absichten mit der Gründung des Nationalkomitees

a) Warnung an die Westmächte

b) Appell an den innerdeutschen Widerstand

c) Das Nationalkomitee als Propagandainstrument

d) Kaderbildung für die künftige deutsche Regierung

IV. Aktionen und Gratifikationen

a) Propagandaaktionen

b) Ziel und Zielgruppen

c) Widerstand in den Lagern

d) Gratifikationen

V. Irrtum und Schuld

a) Nur noch Statisten

b) Enttäuschung und „Erleuchtung“

c) Bewertung aus zwei verschiedenen Systemen heraus

VI. Widerstand oder sowjetisches Machtinstrument?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe, Ziele und die tatsächliche politische Rolle des Nationalkomitees „Freies Deutschland“ (NKFD) während des Zweiten Weltkriegs, um zu klären, ob es sich um eine legitime Widerstandsbewegung oder ein reines Instrument sowjetischer Machtpolitik handelte.

  • Gründungsgeschichte und interne Dynamiken zwischen Emigranten und Offizieren
  • Stalins strategische Beweggründe für die Initiierung des NKFD
  • Die propagandistische Nutzung des NKFD gegenüber Fronttruppen und Kriegsgefangenen
  • Die Wahrnehmung des Komitees in der Nachkriegsgeschichte von DDR und Bundesrepublik

Auszug aus dem Buch

II. Gründungsphase des NKFD und des BDO

Am 27. Mai 1943 fiel mit dem „Vorschlag des Politbüros des ZK der KPD zur Bildung eines deutschen Komitees zum Kampf gegen Hitlerkrieg und Nazityrannerei“1 der endgültige Entschluss zur Gründung des späteren NKFD. Parallel hierzu setzte gegenüber den deutschen Kriegsgefangenen, insbesondere den Offizieren, eine intensive Werbekampagne ein. In den Offizierlagern traten nun persönliche Gespräche an die Stelle der bisherigen „Massenmeetings“. Hochgebildete und weltgewandte russische Professoren ersetzten die bisherigen Werber, doktrinäre Lagerinstruktoren. Neben ihnen wurden auch „kultivierte Emigranten“ wie der Schriftsteller Johannes R. Becher2 eingesetzt. Die Zeit der groben Werbemethoden durch vulgärmarxistische Phrasen war beendet.3

Ende Juni wählte, im Lager Krasnogorsk, ein Gremium aus Vertretern des Politbüros des ZK der KPD und Kriegsgefangenen ein vorbereitendes Komitee. Krasnogorsk war eines der „Musterlager“, welches einer erheblichen Anzahl ausgewählter Offiziere eine Reihe von Annehmlichkeiten bot. Sportmöglichkeiten, eine reichhaltige Bibliothek, sowie Sonderverpflegung wurden hier geboten. Wenig verwunderlich also, dass sich gerade dieser Personenkreis aufgeschlossen für die neue Linie zeigte. Im Ausschuss repräsentierten Erich Weinert, Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht und Hans Mahle die Emigranten. Zudem waren vier Kriegsgefangene verschiedener Dienstgradgruppen, bis hinab zum Gefreiten, vertreten. Delegationen wurden in die drei Offizierlager Elabuga, Oranki und Suzdal´ gesandt, um hier den Aufruf zur Gründung des Nationalkomitees zu propagieren und Mitglieder zu werben. Der erhoffte Erfolg blieb jedoch aus.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Ambivalenz in der historischen Einordnung des NKFD zwischen DDR-Feierlichkeit und bundesrepublikanischer Skepsis.

II. Gründungsphase des NKFD und des BDO: Dieses Kapitel beschreibt die Entstehung des Komitees und des Bundes Deutscher Offiziere unter Einfluss der KPD-Emigranten und sowjetischer Steuerung.

III. Stalins politische Absichten mit der Gründung des Nationalkomitees: Hier werden die vier strategischen Hauptziele Stalins analysiert, darunter die Warnung an Westmächte und die Vorbereitung künftiger Kader.

IV. Aktionen und Gratifikationen: Das Kapitel erläutert die propagandistischen Methoden und die Anreizsysteme, mit denen Gefangene zur Mitarbeit bewegt werden sollten.

V. Irrtum und Schuld: Es werden das Scheitern der ursprünglichen politischen Pläne sowie die spätere persönliche Aufarbeitung der Beteiligten thematisiert.

VI. Widerstand oder sowjetisches Machtinstrument?: Das Abschlusskapitel bietet eine Synthese zur schwierigen Kategorisierung des NKFD und würdigt die unterschiedlichen Motive der Mitglieder.

Schlüsselwörter

Nationalkomitee Freies Deutschland, NKFD, Bund Deutscher Offiziere, BDO, Stalin, Zweiter Weltkrieg, Sowjetunion, Kriegsgefangene, Antifaschismus, Propaganda, Widerstand gegen Hitler, Exilkommunisten, Deutschlandpolitik, Nachkriegsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Gründung und das Wirken des Nationalkomitees „Freies Deutschland“ und beleuchtet dabei kritisch das Spannungsfeld zwischen dessen Selbstverständnis als Widerstandsorganisation und seiner tatsächlichen Funktion als machtpolitisches Werkzeug Stalins.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die Entstehung der Organisation, die Rolle der Emigranten und Offiziere, die propagandistische Arbeit hinter Stacheldraht sowie die historische Bewertung in Ost- und Westdeutschland.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, welche strategischen Erwartungen die Sowjets mit dem NKFD verknüpften und inwiefern die beteiligten deutschen Mitglieder diese instrumentalisieren ließen oder ihre eigenen politischen Ziele verfolgten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor stützt sich auf eine detaillierte Literaturanalyse und wertet Zeitzeugenaussagen sowie historische Dokumente aus, um die komplexen Zusammenhänge des NKFD nachzuzeichnen.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil widmet sich der Gründungsphase, den Absichten Stalins, den konkreten Propagandamaßnahmen sowie der persönlichen Ernüchterung vieler Mitglieder, nachdem sich die politische Wirkung als begrenzt erwies.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie NKFD, BDO, Widerstand hinter Stacheldraht, sowjetische Deutschlandpolitik und den historischen Konflikt zwischen DDR-Historiographie und bundesrepublikanischer Sichtweise beschreiben.

Warum wird das NKFD im Rückblick oft als „trojanisches Pferd“ bezeichnet?

Dieser Begriff verweist auf Stalins Taktik, das Komitee als Druckmittel gegen die Westmächte einzusetzen, um sowjetische territoriale und politische Interessen während der Konferenzen der Alliierten durchzusetzen.

Welche Rolle spielte der „Bund Deutscher Offiziere“ (BDO) innerhalb der Organisation?

Der BDO sollte als Interessenvertretung der Offiziere fungieren und durch eine Fusion mit dem NKFD deren Glaubwürdigkeit erhöhen, wurde jedoch letztlich in den sowjetisch dominierten Apparat integriert.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Nationalkomitee "Freies Deutschland"
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Historisches Seminar)
Note
1
Autor
Alexander Blum (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
19
Katalognummer
V17528
ISBN (eBook)
9783638220811
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nationalkomitee Freies Deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Blum (Autor:in), 2003, Das Nationalkomitee "Freies Deutschland", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17528
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Leseprobe aus  19  Seiten
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