Inhaltsverzeichnis
Vorwort 3
1. Geschichte Südafrikas. 4
1.1 Vor der Kolonialzeit. 4
1.2 Kolonialzeit und Befreiung 4
1.3 Die Kapkolonie wird britisch 6
1.4 Der Anglo-Buren-Krieg 7
1.5 Die südafrikanische Union und die ersten Schritte in die Apartheid 7
1.6 Das Ende der Apartheid bahnt sich an 9
1.7 Der Weg der Übergangsverfassung und die ersten Wahlen. 11
1.8 Die Bewertung der Wahl. 12
2. Das neue Südafrika 13
2.1 Die neue Verfassung 13
2.2 HIV/ Aids 14
2.3 Die Parteienlandschaft. 15
2.4 Die Mängel der Demokratie. 16
Quellenangabe 18
Anhang 19
2
Vorwort
Südafrika ein Land wie jedes andere Schwarzafrikanische Land. Einst von Europäern als Kolonie annektiert, besitzt es heute eine hohe HIV-Rate, eine hohe Kriminalität und viele weitere Probleme. Doch dieser Blick stimmt nicht ganz.
Im Folgenden möchte ich darauf hinarbeiten dass Südafrika eben keine Land wie jedes andere ist . Zum einen besitzt das Land im südlichen Afrika eine ganz besondere, eigene Geschichte, so eigen wie der Name des Landes. Oder gibt es noch ein Land dessen Name sich aus der Himmelsrichtung des Kontinents auf dem es beheimatet ist und dem Namen des Kontients, zusammensetzt?
So besonders wie der Name und die Geschichte ist, ist auch die Verfassung für Südafrika, dessen Entstehung und Historie ich erläutern möchte. Aber auch die aktuellen Probleme dieser jungen Demokratie möchte ich im Folgenden ansprechen.
Südafrika hat viele Superlative: das erste Land aus Afrika, das die Fußballweltmeisterschaft austragen wird, das Land mit der höchste HIV-Rate weltweit, das Land mit einer der liberalsten Verfassungen, das Land mit den meisten Amtssprachen und das Land mit dem größten Anteil am BIP Afrikas (das sind immerhin 32%) und das Land mit einem sehr hohen Nationalstolz.
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1. Geschichte Südafrikas
1.1 Vor der Kolonialzeit
Im heutigen Südafrika wurden einige der ältesten Fossilien der Welt ausgegraben, sowie verschiedene Überreste des Australopithecus africanus gefunden. Die bekanntesten Funde sind das sogenannte „Kind von Taung“, welches bei Taung (eine Kleinstadt in der Nordwestprovinz) gefunden wurde, sowie „Littlefood“ in den Höhlen von Sterkfontein (nordwestlich von Johannisburg). Das „Kind von Taung“ wurde 1920 gefunden und war seinerzeit der älteste Fund der Welt, und ist ein fossiler Schädel eines „Hominin“. Ein Hominin umfasst die Gattung Homo, zu welcher auch die heute lebenden Menschen gehören. Langezeit war der älteste und bekannteste Fund eines Hominin der „Littlefood“, welcher nach neuestem Stand der Technik etwa 4 Millionen Jahre alt ist.
Menschen, also homo sapiens sind in Südafrika seit 1,5-2 Millionen Jahren nachweisbar. Die Urväter der heutigen San haben aller Voraussicht seit mehr als 10.000 Jahren vor Christus hier gesiedelt und zogen als Nomaden umher. Ob sie die eigentlichen Ureinwohner des Landes sind, lässt sich nicht eindeutig sagen. Die wenigen noch vorhanden San leben im heutigen Südafrika am Rande der Zivilisation.
Im Gegensatz zu den San wurden die Khoi-Khoi im heutigen Staatsgebiet wirklich sesshaft und lebten in großen Stämmen zusammen.
Die bereits genannten San, waren Jäger und Sammler und zogen in kleinen Sippen einst durch das ganze südliche Afrika. So leben heute noch in Botsuana und Namibia an die 90000 San, dagegen sind es in Südafrika nur noch wenige Tausende, da sie in Südafrika sowohl von weißen, als auch von schwarzen als primitive Buschmänner angesehen wurden. Die Khoi-Khoi waren Schaf- und Viehzüchter und lebten in großen Stämmen von 1000-2000 Menschen und hatten oft mächtige Häuptlinge als Oberhäupter.
1.2 Kolonialzeit und Befreiung
Im April 1488 entdeckt der Portugiese Bartolomeu Diaz das „Kap der Stürme“ (welches erst später zum Kapp der Guten Hoffung wird) und 1620 nahmen zwei englische Kapitäne dies vorrübergehend in Besitz. Jedoch beide Male ohne Interesse der heimischen Mächte. Die ersten Europäer siedelten schließlich 1652 am Kap der Guten Hoffnung. Die niederländische Ostindien-Kompanie unter Leitung von Jan van Riebeeck war mit dem Auftrag an Land gegangen, eine Versorgungsstation zu errichten. Diese sollte auch als
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Raststation für Handelsschiffe dienen, welche zwischen Europa und Südostasien unterwegs waren. Somit versuchte man die Geißel der Seefahrt, den durch Vitaminmangel ausgelösten Skorbut zu umgehen. 1
Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts wurden die errichteten Siedlungen größer und größer und weiteten sich zuerst gen Westen aus, bis an das Gebiet der Khoisan. Die Wortneuschöpfung Khoisan ist aus dem Jahre 1928 und stammt vom Anthropologen Leonhard Schultze, welche eine für ihn erkennbare „rassische Verbindung“ zwischen Khoikoi und San ausdrücke 2 . Die Khoi-Koi hatten zunächst ein gutes Verhältnis zu den Niederländern:
„..das gegenseitige Verhältnis war zunächst von einer gewissen Gleichberechtigung geprägt. Doch als die Khoi-Koi und ihre Herden durch Krankheit dezimiert wurden, gerieten sie in ökonomische Abhängigkeit“ 3 Die Khoi-Koi wurden missioniert und europäisiert und so entstanden die „Kapmischlinge“, die sich mit alle verschiedenen Ethnien vermischt hatten. Heute sprechen sie zu fast 80% Afrikaans, die Sprache der Buren. Neben der Vielzahl an neuen weißen Siedlern, holten sich die Kaphölländer zahlreiche Sklaven aus Indonesien, Madagaskar, Malaya und Indien, so kommt es das es unter den Kapmischlingen auch rund 200000 muslimische „Kapmaleien“ gibt. Ob dies aufgrund der zunächst guten Verhältnisse zu den Ureinwohner geschah, wie Martin Pabst vermutet, oder daraus resultiert, was Christel und Hendrik Bussiek damit begründeten, dass „die wilden Xhoisan zunächst nicht einmal als Arbeitskräfte geduldet wurden (...) holte man statt dessen Menschen herein, mit denen die Kompanien in den Kolonien bereits gute Erfahrungen gemacht hatten“ 4 (Damit sind sie Sklaven aus den genannten Gebieten gemeint).
Im weiteren Verlauf der Jahre verlagerte sich nun die Expansion weiter nach Osten, bis an das Gebiet der Bantu.
Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts kam es zu größeren Schlachten mit dem Stamm der Xhosa, die dem Volk der Bantu zugehörig sind. Dieser Krieg dauert fast 100 Jahre an, in dessen folgen die Xhosa auch gegen andere Stämme kämpften.
1 Pabst Martin : Südafrika, 2. Auflage, München 2008: C.H. Beck Verlag, S.33
2 Berzborn Susanne: Ziegen und Diamanten: Sicherung des Lebensunterhalts im ländlichen Südafrika. Kölner ethnologische Studien Bd. 30, 2006, S.41
3 Pabst Martin: Südafrika, 2. Auflage, München 2008: C.H. Beck Verlag, Seite 22
4 Bussiek Christel: Mandelas Erben: Notizen aus dem neuen Südafrika/ Christel und Hendrik Bussiek. Dietz, 1999, S. 28
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1.3 Die Kapkolonie wird britisch
Im Jahr 1795 wurde die Kap- Kolonie britisch nachdem die Franzosen während den Napoleonischen Kriegen die Niederlande besetzt hatten. Die Briten waren wohl schon länger am Kap der Guten Hoffnung interessiert, da ihnen die dortige Vorherrschaft den Seeweg nach Indien erleichterte. 1803, nach dem Frieden von Amiens, zogen sich die Briten wieder kurzfristig vom Kap der Guten Hoffnung zurück, ehe sie sich das Kap 1806, nach dem erneuten Aufflammen kriegerischen Handlungen in Europa, zurück eroberten. Dies hatte weitreichende Veränderungen zur Folge: Die Briten erklärten nicht nur die schwarze Bevölkerung, sonder auch die Nachfahren aller weißen Siedler zu Untertanen der Krone. Es wurde eine einheitliche Verwaltungsstruktur errichtet, die Erweiterung der Kolonie vorangetrieben, die Immigration von weiteren Briten unterstützt, der Handel in das Landesinnere intensiviert, sowie die Aktivitäten der Missionare und Missionsgesellschaften unterstützt. Mit der Abschaffung der Sklaverei im Jahre 1806 endet nicht sofort die Sklaverei in der Kapkolonie, dies erfolgte Schrittweise und führte zu Rebellionen einiger Burenfarmen gegenüber den Briten. Zu weiteren Konflikten kam es ab dem Jahre 1820, als rund 4000 Briten im östlichen Grenzgebiet der Kapkolonie siedelten, und somit als direkte Konkurrenz zu den Trekburen auftraten.
1828 wurde die Pressefreiheit erlassen und die gesamte schwarze Bevölkerung bekam formal dieselben Rechte wie die Weißen. In Folge der Liberalisierung forderten britische Siedler eine gesetzgebende Versammlung, welche sich 1834 zunächst in einer gesetzgebenden Körperschaft formierte und schließlich in ein richtiges Parlament 1853 mündete. Hierbei entstand ein Ständewahlrecht, das so genannte „Cape colour-blind franchise System“ welches formal keine Rassentrennung enthielt, jedoch wurde auf Druck der Buren eine bestimmte Einkommenshöhe, Privatbesitz und Bildung als Vorraussetzung für eine Wahlberechtigung festgeschrieben. Somit wurde den meisten Coloureds und Schwarzen eine Teilnahme an den Wahlen versagt. Viele der Buren erkannten jedoch, dass die englisch dominierte Politik ihrem Lebensstil entgegentrat und es kam ab 1834 zu dem bekannten großen Trek. Dieser bestand, entgegen dem Wissen vieler, aus vielen kleineren Treks. Jedoch verließen insgesamt über 10.000 Buren die Kapkolonie. 1852 gründeten die Buren im Nordosten des heuten Südafrika die freie Republik Transvaal und 1854 folgte der Orange Freistaat. Dort wurden die Ureinwohner zum Teil unterworfen oder verjagt, es wurden die vormodernen, hierarchischen Strukturen unter genauer Beibehaltung der rassistischen Unterscheidungen wiedereingeführt. 1880 mussten die Briten, nach einer blutigen Schlacht, Transvaal als unabhängige Buren-Republik anerkennen.
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Arbeit zitieren:
Sebastian Endres, 2010, Südafrika (k)ein schwarzafrikanisches Land wie jedes andere, München, GRIN Verlag GmbH
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