INHALTSANGABE
1. Vorwort
2. Bedeutung und Sinn der Arbeit
2.1 Historischer Rückblick
2.2 Die moderne Bedeutung des Wortes Arbeit
3. Die Krise der Arbeitsgesellschaft
3.1 Ersatz von menschlicher Arbeitskraft durch Roboter und
Maschinen - technischer Wandel
3.2 Verlagerung und Abbau der Arbeitsplätze durch die Globali-
sierung
3.3 Der demographische Wandel
3.4 Der Wertewandel
4. Die Arbeit der Zukunft
4.1 „Gemeinwirtschaft“
4.2 Die Optionen der Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik
4.3 Entkopplung von Beschäftigung und sozialer Sicherung
5. Schlusswort
6. Literaturverzeichnis
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1. Vorwort
Ein Dauerthema in der Diskussion ist die hohe Arbeitslosigkeit. Schnell greift man dann dazu, die Regierung zu verurteilen, nichts dagegen zu tun. Doch wir müssen verstehen, dass wir uns in einer Krise der A rbeitsgesellschaft befinden, zu der mehr g ehört, als allein die hohe A rbeitslosigkeit. Die Arbeit wandelt sich, und m it der Arbeit auch die Gesellschaft.
Die folgende Hausarbeit setzt sich zum Ziel, die Ursachen dieser Krise darzustellen. Um uns diesem Thema nähern zu können, müssen wir jedoch zunächst einmal den Arbeitsbegriff „unter die Lupe nehmen“. A bschließend werden Szenarien künftiger Arbeit vorgestellt.
2. Bedeutung und Sinn der Arbeit
2.1 Historischer Rückblick
Arbeit hat es schon immer gegeben. Jedoch hat sich die Definition im Laufe der G eschichte geändert. Der heutige Begriff von Arbeit entstand verhältnismäßig spät.
Dass Arbeit bereits früher als körperliche Mühsal und Plage verstanden wurde, erkennen wir schon in der Genesis, als Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben wurden: Die Menschen sollten nunmehr arbeitende Wesen sein. Dies wurde als Strafe verstanden.
Im klassischen Altertum galt, dass ein Teil der Menschen zu arbeiten hatte (Sklaven) und andere nicht (Adlige). Dies sahen auch Plato und Aristoteles so, obwohl heutzutage ihre geistige Tätigkeit auch als Arbeit gezählt hätte.
Eine Begriffsverschiebung und Neubewertung von Arbeit b ereitete sich in der christlichen Zeit vor, in der Arbeit zu einer Form der Askese mutierte: Die Mönche entsagten dem Vorrecht, nicht arbeiten zu müssen. Unter Arbeit verstand man bis in diese Zeit jedoch zunächst nur die körperliche Arbeit.
Ein allgemeines Umdenken begann an der Schwelle der Neuzeit, insbesondere im Zuge der Reformation. Das kalvinistische Denken verwies den Menschen auf seine diesseiti-
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ge Existenz, die nur dann gottwohlgefällig sein kann, wenn es durch harte Arbeit g eprägt ist. Dieser Arbeitsbegriff umfasst nun auch die geistige Arbeit. Luther ging davon aus, dass jeder Mensch einen festen Platz in dieser Gesellschaft von Gott zugewiesen bekommen hat. Wird dieser „Beruf“ und damit dieser Platz in der Welt akzeptiert und gut ausgeführt, erfüllt man zumindest bereits ein Gottesgebot. Die Tätigkeit, die zur Ausführung des Berufes verlangt wird, kann nicht unehrenhaft sein. 1 Arbeit sollte j edoch immer nur in den Maßen geleistet werden, wie sie zur Sicherstellung des Lebensunterhaltes notwendig war.
2.2 Die moderne Bedeutung des Wortes Arbeit
Den Arbeitsbegriff, den wir heute verwenden, gibt es so erst seit ca. 200 Jahren, seit dem Beginn der Industrialisierung. Dies war die Epoche, in dem „Europa das Arbeitskleid anzog“ 2 . Die Arbeit wurde zum Lebensinhalt.
Nach Hengsbach, 1994, S. 21 3 ist „Die gesellschaftliche Anerkennung (…) die erste, die soziale Dimension menschlicher Arbeit“. Die zweite, personale Dimension ist Entfaltung und Selbstverwirklichung in der A rbeit. Hieraus kann man erkennen, dass A rbeit durch ihren gesellschaftlichen Charakter b estimmt ist. Der einzelne Arbeiter in der Gesellschaft bezieht seinen Stellenwert als Element einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Durch Arbeit wird man in die Gesellschaft integriert, man findet einen Platz in der Gesellschaft. Nach Lang 1987, S. 15 f. 4 war für Männer „die persönliche Selbstverwirklichung in unserer Zivilisation (bislang) fast zur Gänze an Arbeit g ebunden.“ Dies gilt auch zunehmend für die Frauen, die nach dem Verfall der traditionellen Frauenrolle ebenfalls erwerbstätig sind bzw. sein können. Durch die hohe, vorrangige Stellung der Arbeit wurden andere Bereiche wie Kommunikation, Kunst, Kultur, gemeinnützige T ätigkeiten, Familie, Freizeit u. a. in den Hintergrund gestellt.
1 Hans-Paul Bahrdt, Arbeit als Inhalt des Lebens, S. 120-122
2 Hizinga, zit. in Thomas, Bürgerlich Arbeitsgesellschaft oder nachindustrielle Freizeitgesellschaft; Ent-
fremdung ist der Verlust des Festes;in: Bydlinski, Franz, Mayer-Maly, Theo: Die Arbeit: ihr Ordnung -
ihre Zukunft - ihr Sinn. Wien 1995, S. 168, in: Willke, Gerhard, Die Zukunft unserer Arbeit, Frank-
furt/Main, New York, Campus Verlag 1999, S. 31
3 Hengsbach, Friedhelm: Arbeit macht stark - Das Beschäftigungsrisiko zersetzt den Willen zur
Demokratie, in: Hoffmann, Hilmar, Kramer, Dietmar (Hrsg.): Arbeit ohne Sinn? Sinn ohne Arbeit? Über
die Zukunft der Arbeitsgesellschaft, Weinheim 1994, S. 15-25, in: Willke, Gerhard a .a. O.
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Unter heutigen Bedingungen wird Arbeit meist mit Berufs- und E rwerbsarbeit gleichgesetzt. Hierbei wird jedoch häufig ausgeblendet, dass der Begriff „Arbeit“ viel weiter geht und auch Arbeit umfasst, die nicht entlohnt wird, etwa die Arbeit der Hausfrau oder ehrenamtliche Tätigkeiten. Viele Arbeiten werden auch als Eigenarbeit und als E rwerbsarbeit ausgeführt, z. B. Hausarbeiten: die Haushälterin ist erwerbstätig, die Hausfrau arbeitet.
Wegen seines hohen Prestiges wird der Begriff Arbeit inzwischen auf alle möglichen Formen von Tätigkeit angewendet, auch wenn sie dem ursprünglichen Begriffsmerkmalen von Arbeit (wie Bedarfsdeckung, auf Ertrag und Einkommen g erichtete Tätigkeit) nichts zu tun haben: Hausarbeit, Schularbeit, Kulturarbeit, Traumarbeit usw.
Arbeit ist also ein zentraler Bestandteil unseres Lebens, über den wir uns definieren und der für uns ein Ziel- und Orientierungspunkt für u nsere Lebens- und Zukunftsentwürfe darstellt. „Das gesamte System sozialer Absicherung, gesellschaftlicher und politischer Teilhabe ist mehr oder weniger direkt an die Teilhabe an der Erwerbsarbeit gebunden.“ 5 Diese Bedeutung, die Arbeit für uns hat, wird besonders deutlich in der jetzigen Situation, in der wir 4 Millionen Arbeitslose haben. Aber allein die Schaffung von Arbeitsplätzen bringt uns aus dieser Krise nicht mehr heraus. Doch was muss sich ändern?
Im folgenden werde ich versuchen, der Krise der Arbeitsgesellschaft auf den Grund zu gehen.
3. Die Krise der Arbeitsgesellschaft
3.1 Ersatz von menschlicher Arbeitskraft durch Roboter und Maschinen- technischer Wandel
Durch die Erfordernisse des Marktes, die Wettbewerbsfähigkeit zu e rhalten und die Rentabilität durch Produktivitätssteigerungen und Qualitätsverbesserungen zu sichern, sind die Unternehmen zu Innovationen gezwungen, die auch beinhalten, neue Maschi-
4 Lang,Alfred: Das Ende der Arbeitswelt. Ein Problemaufriss. In: Ringeling, Hermann/Svilar, Maja
/Hrsg): die Zukunft der Arbeit. Referate einer Vorlesungsreihe des Collegium generale der Universität
Bern (Berner Universitätsschriften H. 34) Bern 1987, S. 9-32, in: Willke, Gerhard a. a. O.
5 Lenz, Claudia/Waidelich, Waltraud/Dücker, von, Elisabeth/Reichmann, Anne: Hauptsache Arbeit? Was
wird…, VSA Verlag, Hamburg 2001, S. 7
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Arbeit zitieren:
Anja Buß, 2003, Krise der Arbeitsgesellschaft, Ursachen und Zukunft, München, GRIN Verlag GmbH
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