Danksagung
Bedanken möchte ich mich bei meiner Familie; Christine, Herbert, Carmen, Uschi, Miezer und Lauser. Bei meinen Betreuern Hanno Bilek und Helmut Staubmann. Den Kollegen vom ULG-KKM, hier besonders Barbara Hofler. Ein großer Dank gilt Hannes „Forma - Tier“ Pirker und Johannes Prosser für Layout, Kritik und Anregung. Die „Savagechickens“ wurden mir freundlicherweise von Doug Savage zur Verfügung gestellt - thank you Doug, greetings to B.C.
Ohne die Hilfe von folgenden Personen wäre die Arbeit unmöglich gewesen: Maximilian Maier (FMK), Oliver Schnabl (drei.at), Gernot Vergeiner, Markus Erlinger, Thomas Berger (Leitstelle-Tirol), Christof Chwoika (Leitstelle-NÖ), Reinhard Crepaz, Gernot Schreier, Günther Volland (Fernmelde-Büro-Innsbruck), Jürgen Bartz (Allianz), Hans Ebner (BMI), Melanie Storch, Manolito Leyeza (Björn-Steiger-Stiftung), Heidi Albrechter, Michael Schober (Pieps GmbH), Nina Prantl, Clemens Scheiber (Tirol-Werbung), Olivier Rossignol (European-Data-Protection-Supervisor) und all denen, die anonym bleiben wollten - Danke!
Gewidmet all den freiwilligen und professionellen Helfern da draußen.
Abstract
Eignet sich die Handyortung für die Vermisstensuche im alpinen Gelände? Gibt es in Österreich überhaupt einen Bedarf an solchen Methoden und welche Technologien sind dazu im Stande? Untersucht werden auch ob vergleichbare Systeme in Österreich, Deutschland und den USA bereits existieren, und wie diese einsatztaktisch in bestehende Rettungssysteme integriert sind. Die Resultate zeigen verschiedene Wege mit diesem Themenkomplex umzugehen. Dabei werden Fragen nach den rechtlichen Grundlagen und die des Datenschutzes ebenso gestreift, wie auch die Suche nach Alternativen zur Handyortung. Isoliert betrachtet ist zurzeit kein System aus sich heraus im Stande die Rettungskette entscheidend zu verkürzen, zu orten ist außerdem eine gewisse Schnittstellenproblematik bei den einzelnen Akteuren, die viel Raum für Verbesserungen zulassen würde. Somit richtet sich die Forderung einerseits nach geänderten Rahmenbedingungen für die jeweiligen Organisationen, andererseits nach technischen Verbesserungen der Infrastruktur. In einem Bündel an Maßnahmen, hätte die Handyortung durchaus das Potential einen entscheidenden Beitrag gegen den Alpintot zu leisten.
Is the localisation of cell phones useful for SAR-operations in an alpine environment? Is there a need for such methods in Austria, and (if yes,) which technologies are useful/of use? The essay examines if there already are such systems in Austria, Germany and the USA and how they are integrated in existing rescue organisations. The results show different ways to cope with this issue. Furthermore, the essay gives an insight into the applicable laws and data protection acts, and searches for alternative options to the pinpointing of cell phones. There is no system which can significantly reduce the length of SARoperations. Because some interfacing problems are to be found between the protagonists; accordingly, some enhancements could be made. On the one hand there are demands for new parameters in the organisations themselves; on the other the technical infrastructure has to be upgraded. With some specific measurements it is entirely possible that the localisation of cell phones can prevail the death of many persons in the alpine environment.
Inhalt
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abk ürzungsverzeichnis VI
Vorwort 1
Einleitung 1
1 Statistik zur Mobilfunktechnik und Sucheinsätzen in Österreich 5
1.1 Verbreitung der Mobilfunktechnik in Österreich 5
1.1.1 Mobile Notruf Statistik 2008. 6
1.1.2 Gesamtüberblick der Mobilfunk-Notrufe 2008 7
1.2 Unfallstatistik Kuratorium für Alpine Sicherheit und Alpinpolizei 2008 7
1.2.1 Erläuterungen und Begriffserklärungen 7
1.2.2 Sucheinsätze in Österreich 8
1.3 Datenerhebung durch die Alpinpolizei 18
1.3.1 Aufgaben der Alpinpolizei 18
1.3.2 Struktur der AEG 19
1.3.3 Mannschaftsstärke und Ausrüstung der AEG 21
1.3.4 Zusammenarbeit mit der Fernmelde-Behörde 22
1.3.5 Definition Sucheinsatz 22
2 Aufbau eines Mobilfunknetzes 23
2.1 Einleitung 23
2.2 Leitungsvermittelnde Datenübertragung 23
2.3 Zellulärer Aufbau und BTS 24
2.3.1 Funkzellen Größe 25
2.3.2 Funkzellendichte 26
2.4 Base Station Controller (BS)C 27
2.5 Mobile Switching Center (MS)C 28
2.6 Mobilitäts Management 29
2.6.1 Teilnehmer Datenbank (HLR), Besucher Datenbank (VLR) und Equipment
Identity Register (EIR) 29
2.6.2 IMSI Identifikationsnummer 30
2.6.3 Telefonnummer oder MSISDN 31
2.6.4 Location Update 31
2.6.5 Location Areas (LA) 32
2.7 Zusammenfassung 32
3 Fortgeschrittene Ortungs- und Positionsbestimmungsverfahren 33
3.1 Begriffserklärungen 33
3.1.1 Unterschied von Ortung, Positionsbestimmung und Peilung 33
3.1.2 Präzision, Richtigkeit und Genauigkeit 33
3.1.3 Ausbeute und Konsistenz 34
3.2 Zellen-ID und Timing Advance (TA) 35
3.2.1 TA-Wert Auflösung 36
3.2.2 Sektorisierte Antennen 36
3.3 E-OTD - Enhanced Observed Time Difference 38
3.4 U-TDoA - Uplink Time Difference of Arrival 39
3.5 Angulationsverfahren 40
3.6 Assisted GPS (A-GPS) 40
3.6.1 Voraussetzungen für A-GPS 41
3.6.2 Funktionsweise von A-GPS 41
3.7 Zusammenfassung 43
3.7.1 Hybridtechniken 46
Stefan Penz - I -
4 E-911 ein Blick in die USA 47
4.1 Einleitung 47
4.2 E-911 Wireless Phase 1. 48
4.3 E-911 Wireless Phase 2. 48
4.4 Probleme bei der Umsetzung 49
4.5 Aktueller Stand der Verfügbarkeit von E-911 51
5 Enhanced -112 Europas Antwort auf E-911 53
5.1 Der Euronotruf 112 53
5.2 Enhanced 112 (E-112) 53
5.3 Erhebung von CGALIES 54
5.4 Kosten der Ortungstechnologien 55
5.5 Redundanz Anrufe 56
5.6 Interoperabilität 56
5.7 Quality of Service (QoS) 56
5.8 Ziele der verbesserten Ortung 56
5.9 Die Genauigkeitsanforderungen an die Netze 57
5.10 Enhanced Emergency Services in Asien 58
6 Ortung am Beispiel der integrierten Landesleitstelle Tirol 59
6.1 Preamble 59
6.2 Aufgaben und Geschichte der Leitstelle 59
6.2.1 Einsatzkoordination 60
6.2.2 Standardisierte Notrufabfrage nach US- Modell 60
6.2.3 Tunnelüberwachung 62
6.2.4 Koordination Krankentransporte 63
6.3 Ortung in der Leitstelle, warum? 63
6.3.1 Gefahr für Leib und Leben 63
6.4 Stammdaten oder Standortdaten 64
6.5 Rufnummernunterdrückung (CLIR) 64
6.6 Abfrageprozesse der Stamm- und Standortdaten 65
6.7 Reaktionszeiten 65
6.8 Genauigkeiten der Standortdaten und deren Interpretation 66
6.9 Einschränkungen 67
6.9.1 Sprechfähigkeit des Notrufabsetztenden 67
6.9.2 Erfahrung des Calltakers 68
6.9.3 Ortung ausländischer Telefone 68
6.9.4 Ortung österreichischer Handys im Ausland 68
6.9.5 Ortung SI-MKartenloser Mobilfunktelefone 69
6.9.6 Notruf über fremden Provider 69
6.10 Arbeitsgemeinschaft zur Handyortung im Notfall 70
6.10.1 Gemeinsame Schnittstelle gemäß § 98 TKG 70
6.10.2 Phase 1 71
6.10.3 Phase 2 71
6.10.4 Anfrage Maske 71
6.11 Zusammenfassung 73
7 Das deutsche System - in Österreich umzusetzen? 74
7.1 Preamble 74
7.2 Björn - Steiger - Stiftung und Life Service 112 74
7.2.1 Geschichte der Björn - Steiger - Stiftung 74
7.2.2 Notrufortung über die Björn - Steiger - Stiftung - Service - GmbH. 75
7.2.3 Akzeptanz und Kosten bis 2007 76
7.2.4 Keine Notrufe über SI-Mkartenlose Endgeräte 77
Stefan Penz - II -
7.3 Allianz Ortungsservices GmbH 77
7.3.1 Life Service 112 78
7.3.2 Voraussetzungen zur Nutzung für PSAP´s 78
7.3.3 Schnittstellen Life Service 112 78
7.4 Schnittstellenfunktionen und Layout von Life Service 112 79
7.4.1 Authentifizierung des PSAP in der Schnittstelle. 79
7.4.2 Eingabe Maske 80
7.4.3 Anzeige der Positionsdaten 81
7.4.4 Verwaltung von Benutzer-/ Leitstellendaten 84
7.4.5 Verwaltung von Authentifizierungstoken 85
7.4.6 Datenschutz und Kontrollmöglichkeiten 86
7.5 Rechtliche Aspekte von Life Service 112 87
7.6 Erweiterungen von Life Service 112 87
7.6.1 Life Sensor Notfallakte 87
7.6.2 eCall 88
7.6.3 A-GPS Ortung - AvD Help 88
7.7 Zusammenfassung 90
8 Peilung eines Mobiltelefons 91
8.1 Preamble 91
8.1.1 Begriffsdefinition: Was ist Funkpeilung? 91
8.2 Grundlagen 92
8.3 Methodik der Peilung 93
8.4 Technische Voraussetzungen für eine erfolgreiche Peilung 94
8.4.1 Senderseitig (Gesuchter) 94
8.4.2 Empfängerseitig (Suchender) 95
8.5 Rechtliche Einschränkungen 95
8.6 Logistische Einschränkungen 96
8.7 Alarmierung 96
8.8 Einsatztaktischer Ablauf 97
8.9 Schnittstellen Problematik 99
8.10 Zusammenfassung 100
9 Andere Technische Einrichtungen zur Lokalisation von Vermissten. 102
9.1 IMSI Catcher 102
9.2 RECCO Lawinen-Rettungssystem 103
9.3 Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) 105
9.3.1 Analoge und digitale LVS 106
9.3.2 Ein, Zwei oder Drei-Antennen-Technik 106
9.3.3 LVS mit GPS 107
9.3.4 Handy die Alternative zum LVS? 109
9.4 Infrarot Suche mittels FLIR (Forward Looking InfraRed) 109
10 Rechtliche Aspekte der Handyortung und Datenschutz. 111
10.1 Einleitung 111
10.2 Was versteht man unter Location Based Services 111
10.2.1 Unterscheidung von LBS 112
10.3 Verkehrs und Standortdaten 113
10.4 Datenschutz auf EU-Ebene 113
10.5 Umsetzung in Österreich. 113
10.6 Resümee 114
Epilog 115
Literaturverzeichnis 118
Stefan Penz - III -
Anhang .............................................................................................................................. i A § 98 Telekommunikationsgesetz ................................................................................. i B § 92 Telekommunikationsgesetz ................................................................................. i C § 97 Stammdaten ........................................................................................................ iii D Gesetzliche Rahmenbedingungen für die Alpin-Polizei ........................................... iv E Erste allgemeine Hilfeleistungspflicht ....................................................................... iv F Interview mit Hans Ebner von der AEG/BMI ............................................................... v
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1-1 Sendekataster Innsbruck; Quelle: www.sendekataster.at ................................... 5 Abb. 1-2 Notrufstatistik Blaulichtorganisationen 2008; Quelle: Forum Mobilkommunikation
-FMK ................................................................................................................................ 6 Abb. 1-3 Verteilung der Sucheinsätze nach Bundesländern (N=550); Quelle: BMI,
Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit 2010 .................................................... 9 Abb. 1-4 Verteilung der Sucheinsätze nach Disziplin (N=550); Quelle: BMI,
Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit 2010 .................................................... 9 Abb. 1-5 Verteilung der Sucheinsätze nach Monat (N=550); Quelle: BMI,
Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit 2010 .................................................. 10 Abb. 1-6 Verteilung nach Tageszeit (N=550); Quelle: BMI, Österreichisches Kuratorium
für Alpine Sicherheit 2010 ............................................................................................... 11 Abb. 1-7 Einsatzhäufigkeit aufgeschlüsselt nach Wochentagen (N=550); Quelle: BMI,
Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit 2010 .................................................. 12 Abb. 1-8 Mannstunden in den verschiedenen Disziplinen (N=9800); Quelle: BMI,
Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit 2010 .................................................. 13 Abb. 1-9 Anzahl der Sucheinsätze nach Alter (N=794); Quelle: BMI, Österreichisches
Kuratorium für Alpine Sicherheit 2010 ............................................................................. 14 Abb. 1-10 Anzahl der Toten nach Alter (N=78); Quelle BMI, Österreichisches Kuratorium
für Alpine Sicherheit 2010 ............................................................................................... 14 Abb. 1-11 Herkunft der Gesuchten in Tirol (N=308); Quelle BMI, Österreichisches
Kuratorium für Alpine Sicherheit 2010 ............................................................................. 15 Abb. 1-12 Herkunft der Gesuchten in Salzburg (N=149); Quelle BMI, Österreichisches
Kuratorium für Alpine Sicherheit 2010 ............................................................................. 16 Abb. 1-13 Herkunft der Gesuchten in der Steiermark (N=93); Quelle BMI,
Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit 2010 .................................................. 16 Abb. 1-14 Herkunft der Gesuchten in Vorarlberg (N=64); Quelle BMI, Österreichisches
Kuratorium für Alpine Sicherheit 2010 ............................................................................. 17 Abb. 1-15 Organigramm AEG; Quelle: BMI, 2010 .......................................................... 20 Abb. 2-1 Antenne Basisstation; Quelle: Autor ................................................................. 24 Abb. 2-2 Zellengröße; Quelle: Informationszentrum Mobilfunk ....................................... 25 Abb. 2-3 Verteilungsdichte von Basisstationen; Quelle: Informationszentrum Mobilfunk 26 Abb. 2-4 Mehrfachnutzung von Funkkanälen der einzelnen BTS; Quelle: IPhelp ........... 27 Abb. 2-5 Vereinfachte Darstellung einer Verbindung von zwei Teilnehmern; Quelle:
Informationszentrum Mobilfunk........................................................................................ 28 Abb. 2-6 Schnittstellen und Komponenten eines GSM Netzes; Quelle: iphelp ................ 30 Abb. 3-1 Unterschied zwischen Präzision und Richtigkeit; Quelle: http://www.kowoma.de
1.7.10 .............................................................................................................................. 34 Abb. 3-2 GSM Sektoren Antenne; Quelle: Informationszentrum Mobilfunk ..................... 36 Abb. 3-3 Zellen-ID mit omnidirektionaler und sektorisierter Antenne; Quelle:
http://students.ee.sun.ac.za 29.6.10 ............................................................................... 37
Stefan Penz - IV -
Abb. 3-4 Zellen-ID mit Timing Advance- Sektoren Antenne und Timing Advance Quelle:
http ://students.ee.sun.ac.za 29.6.10
Abb. 3-5 Prinzip der E-OTD Methode Quelle: Agder University College, Grimstad
Abb. 3-6 www.savagechicken.com
Abb. 3-7 Signalflussrichtungen der einzelnen Operationen Quelle: www.andrew.com
Abb. 3-8 Vereinfachte A-GPS Anlage Quelle: http://www.wmexperts.com
Abb. 4-1 E-911 - Logo Quelle: FCC
Abb. 4-2 Schematischer Aufbau eines E-911 Netzwerkes Quelle: 911 Dispatch
Abb. 4-3 Versorgung der USA mit E-911 Phase 2, Stand März 2010 Quelle: NENA
Abb. 5-1 Mobile Notrufe 2001, die keine oder unzureichende Standortdaten beinhalteten.
Angabe in Millionen Notrufe Quelle: CGALIES final report pdf.
Abb. 6-1 Leitstelle Tirol Quelle Autor
Abb. 6-2 Prozessablauf der Notrufannahme und Alarmierung Quelle: Leitstelle-Tirol
Abb. 6-3Wege der Alarmierung Quelle: Leitstelle-Tirol
Abb. 7-1 Leitstellen „Log in“ in der Schnittstelle von Live Service 112 Quelle Allianz
Abb. 7-2 Eingabe Maske der Life Service 112 Quelle Allianz
Abb. 7-3 Anzeige der Positionsdaten textuell Quelle: Allianz
Abb. 7-4 Graphische Ausgabe der Position Quelle: Allianz
Abb. 7-5 Zoom in die Funkzelle Quelle: Allianz
Abb. 7-6 Maske zur Leitstellenverwaltung Quelle Allianz
Abb. 7-7 Zuteilung der Token durch den AOS Administrator Quelle Allianz
Abb. 7-8 Maske für den Datenschutz Report Quelle Allianz
Abb. 7-9 Beispiel eines Apps am Beispiel eines Windows Mobile Betriebssystem Quelle:
Allianz
Abb. 8-1 GSM Zeitschlitze Quelle: www.joern.de
Abb. 8-2 Darstellung der Zeitschlitze Quelle: www.silbernagel.biz
Abb. 8-3 Mehrwegeausbreitung von Funkwellen Quelle: http://www.kn-s.dlr.de
Abb. 9-1 IMSI-Catcher Quelle: Deutscher Verfassungsschutz
Abb. 9-2 RECCO-Detektor Quelle: RECCO
Abb. 9-3 RECCO- Reflektor Quelle: RECCO
Abb. 9-4 LVS des Autors
Abb. 9-5 Suche des Verschütteten entlang den Feldlinien Quelle:Ortovox
Abb. 9-6 Feldlinien-Empfang bei verschiedenen Antennen Quelle: www.wikipedia.com
23.7.2010
Abb. 9-7 Libelle des BMI mit FLIR Quelle: BMI
Abb. 9-8 Blick durch den FLIR-Bildschirm der Libelle Quelle: BMI
Abb.10 -1: www.savagechickens.com
Abb. F-1 : Organigramm AEG Quelle BMI.
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1-1 Gesamtüberblick Mobilfunk-Notrufe Quelle: Forum Mobilkommunikation
Tabelle 1-2 Verteilung der Suchaktionen nach Bundesland und deren Folgen Quelle:
BMI , Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit 2010
Tabelle 3-1 Charakteristik Zellulärer Ortungsmethoden 1
Tabelle 3-2 Charakteristik Zellulärer Ortungsmethoden 2
Tabelle 4-4-1 Methoden für Phase 2 Quelle NENA
Tabelle 5-1 Genauigkeitsanforderungen Quelle: CGALIES
Stefan Penz - V -
Abkürzungsverzeichnis
AOS AuC BMI Bundesministerium für Inneres BSC Base Station Controller BTS Base Transceiver Station
CGALIES CLIP CLIR CLIRO DRK E-911 Enhanced 911
GIS GPS GSM HLR IMSI ISDN LA LBS Location Based Services LKA Landeskriminalamt LMU Location Measurement Unit
MNP MSC MSIN MSISDN Mobil Subscriber ISDN
Stefan Penz - VI -
ROSETTA SIM SMLC SMS SOAP SPG TA TDMA TKG TTFF Time to First Fix
Stefan Penz - VII -
Vorwort
Vorwort
Å9RQMHGHU:DKUKHLWLVWGDV*HJHQWHLOOHEHQVRZDKU´´
Hermann Hesse in Siddhartha
Handyortung ist in letzter Zeit ein sehr medienwirksames Schlagwort geworden. Kaum ein Internetbesuch bei dem man nicht auf „Freunde orten“ oder „Friend Finder & Co“ stößt. Wenige technische Errungenschaften schaffen es immer wieder öffentlich so diskutiert zu werden. Gibt man „Handyortung“ in die üblichen Suchmaschinen ein, bekommt man ca. 258.000 Ergebnisse geliefert. Will man jedoch Genaueres wissen, stößt man schnell an eine Grenze bestehend aus moderner Verkaufslandschaft und Halbwissen. Es gibt erstaunlich wenig „Handfestes“, das eine Auskunft darüber geben könnte, wie „gefährlich“ oder wie nutzvoll oder gar wie genau die Handyortung in einem rettungsgeprägten Umfeld ist. Ich zumindest pendelte bei meiner Recherche zwischen der Paranoia von Datenschützern und dem starken Verlangen, meinen Bekanntenkreis sofort orten zu lassen. Der Eindruck, den ich gewann, war von dererlei Gestalt, dass ich mir schon ein neues Thema suchen wollte, da der Informationsgehalt der auffindbaren Quellen mehr als dürftig erschien. Ähnlich erging es mir in der Bibliothek - kein einziger Treffer zum Thema Handyortung, GSM-Ortung, Mobilfunk-Ortung oder Peilung. Einerseits erfreulich, war doch das Studium der Grundliteratur sehr schnell erledigt. Andererseits quälte mich die Frage, auf welche Quellen sich unser quasi gesellschaftliches Allgemeinwissen über die Ortung der Mobilfunk -Telefonie stützt? Mein Ansatz war es ja, untersuchen zu wollen, wie genau die heutige Ortungstechnologie ist und ob sie genutzt werden könnte, um die Vermisstensuche im alpinen Gelände zu vereinfachen oder den Einsatzabschluss schneller und mit weniger Risiko für die Retter herbeizuführen. Es entwickelte sich ein Prozess, in dessen Verlauf ich persönlich und unweigerlich durch einige
Stefan Penz - 1 -
Vorwort
Höhen und Tiefen gewandert bin. Zeiten von tiefster Frustration wechselten mit denen höchster Freude, wenn ich zum Beispiel doch Auskünfte von Mobilfunkbetreibern erhielt, die in der Regel ihre Betriebsgeheimnisse nicht an Außenstehende verraten.
Jetzt, am Ende dieses Prozesses, glaube ich zu erahnen, dass der Reichtum dieser Arbeit nicht in ihrer physischen, lesbaren Form zu finden ist (obwohl ich natürlich hoffe, den einen oder anderen interessanten Aspekt angesprochen und beleuchtet zu haben). Vielmehr hat er sich in der intensiven Auseinandersetzung mit einem Thema, das mir am Herzen lag und der unweigerlichen Konfrontation mit meinen Stärken und Schwächen, entwickelt, um damit dieses Thema für mich und andere aufzuarbeiten, beziehungsweise zu entdecken.
Stefan Penz - 2 -
Vorwort
Einleitung
Fast jedes deutsche Handelsschiff verfügt heutzutage über Seenotbojen, diese enthalten neben einem Sender einen Empfänger zur fortlaufenden Positionsbestimmung und eine Blitzlampe samt Batterien für einen 48 Stunden
Betrieb 1 . Außer dem Letztgenannten - dem Blitzlicht - beherrschen moderne Mobiltelefone alle diese Fähigkeiten; haben sie also auch das „Zeug“ Rettungsbojen für Bergsteiger, Tourengeher und vermisste Wanderer zu sein?
In absehbarer Zeit werden Tourenplanungen über eine eigene Homepage erledigt, auf der man neben den Wetterinformationen und den letzten Blogs von anderen Bergsportlern, auch eigene GPS-Wegpunkte und Schlüsselstellen markieren und diese mittels Orthophoto / Karte in einem GIS ansehen und ausdrucken kann. Nach der Aktivierung und der Registrierung auf der Internetplattform, erhält man mittels WAP-Push eine eigene Software für das Mobiltelefon. Diese Applikation ist auf das jeweilige Betriebssystem des Endgerätes zugeschnitten. Die von der Internetplattform zugewiesene Touren-ID wird nach der Aktivierung des Outdoor-Modus in der Applikation des Telefons hinterlegt, und ein Script im Programm kopiert die Tourenplanung auf einen Server. Gleichzeitig beginnt das Mobilfunknetz automatisch, alle 15 Minuten, eine „Paging“ Anfrage an das GPS taugliche Telefon des Bergsportlers zu schicken, und hinterlegt die gewonnenen Positionsdaten am gleichen Server.
Befindet sich nun unser Bergsportler in einer Notsituation kann er über eine Notruftaste eine SMS an einen Notrufträger oder die Leitstelle schicken. In diesem Moment erhält diese die Akte über die Tourenplanung die gesammelten Wegpunkte samt einer aktuellen Position des mobilen Endgerätes im GIS gestütztem Einsatzleitsystem. Falls der Benutzer dem vorher zugestimmt hat, kann er seine Krankenakte im System hinterlegen lassen, um auf seinen Diabetes, oder eine Medikamentenunverträglichkeit hinzuweisen. Falls die Notruftaste nie gedrückt wurde, aber unser Sportler nicht wie erwartet von seiner Tour heimgekehrt ist, erhalten die Behörden Zugriff auf die Daten des Servers, um gegebenenfalls eine Suche einzuleiten…. Was wie Utopie klingt scheint nicht all
1 Vgl Kulmhofer, 2007
Stefan Penz - 1 -
Vorwort
zu weit entfernt, die „Einzelkomponenten“ in unserer kleinen Geschichte sind alle schon in der einen oder anderen Form existent und funktionieren unabhängig voneinander.
Wenn man vor der Situation steht, einen im freien Gelände gelegenen Hang in seiner potentiellen Lawinengefahr analysieren zu müssen, steht man vor einer vielschichtigen Aufgabe. Verschiedenste Variablen, wie z.B. Neigung, Exposition, Windverfrachtung und Schneedeckenaufbau, die sich alle wechselseitig beeinflussen und zudem von außen fast oder völlig intransparent sind, müssen bedacht werden und machen unsere Analyse zu einer, nach Dörner, komplexen
Handlungssituation 2 mit all Ihren Ansprüchen im Umgang mit einem solchen System.
Aber sollte man sich dann wirklich von der nächsten Technologiewelle noch weiter von der Natur weg spülen lassen, und das Risiko und dessen Aspekte 3 samt seiner Wahrnehmung auf das nötigste reduzieren, oder gar ganz ausblenden? Wenn man in den anonymisierten Datensätzen der Alpinpolizei oder dem Kuratorium für Alpine Sicherheit liest, dann scheinen wir einerseits den Umgang mit der Gefahr zu suchen, doch andererseits besitzt der Mensch keinen nachgewiesenen Sinn diese direkt wahrzunehmen und einzuschätzen. Kann uns hier die Technik helfen?
Aber auch der Retter darf ruhig auch in den Mittelpunkt der Betrachtung rücken. Die Versorgung der Rettungskräfte mit aktuellen und detaillierten Informationen ist einer der Eckpunkte in der Stressreduktion für Einsatzkräfte 4 und der Vermeidung von PTSD 5 . Ein rasches, adäquates und effizientes Bereitstellen und Disponieren der geeigneten Rettungskräfte ist zwar eine Forderung der EU 6 , aber kann man es den Rettungskräften überhaupt zumuten, ihre meist ehrenamtlichen Dienste, nicht mit den modernsten Methoden zu unterstützen?
2 Vgl. Dörner, 2009
3 Vgl Kulmhofer, 2007
4 Vgl Grossman, 2008
5 Posttraumatisches Stresssyndrom
6 Siehe: EU Artikel 10 Richtlinie 2002/58/EG, ABl L 201
Stefan Penz - 2 -
Vorwort
Kann man es sich in Zukunft überhaupt noch leisten einen raschen Einsatzabschluss - vielleicht aufgrund veralteter Methoden - zu verzögern und die somit anfallenden Kosten der Gemeinschaft aufbürden? Aber sind die modernsten Methoden die sinnvollsten? Wird nicht gerne die Sicherheit, die man auf der Haben - Seite verbucht durch mehr Risiko auf der Soll-Seite kompensiert? Keinesfalls eine bewiesene Theorie. Suggeriert uns nicht Helm, Gurt, LVS, RECCO,Handy 7 und dergleichen eine Schein - Sicherheit, um in Folge damit unsere Hybris gegenüber der Natur noch zu verstärken, und sind wir wohlbehütet von derlei ISO - genormten und zertifizierten Schutzeinrichtungen?
Ist nicht die eigene Risikowahrnehmung und Einschätzung der Schlüssel zu einem stärkerem Verständnis und dem sicherem Umgang mit Natur(gefahren). Doch auch hier gilt es viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Wie viele Wintersportler tragen unauffällige (Mode) Farben in Ihrer Sportbekleidung, unwissend, dass ein dunkelgrüner oder schwarzer Anorak von einem Hubschrauber aus 100 m Entfernung, sogar wild gestikulierend, so gut wie nie gesehen wird. Das Studium über Wetter, Lawinenbericht, der Lage Vorort und Hangbeurteilung muss erlernt, geübt und vor allem angewendet werden. Trotzdem bin ich überzeugt, dass Hausverstand und der Gebrauch von moderner Technik sich nicht ausschließen, nur darf die Technik unsere Sinne für die Welt nicht träge werden lassen. Eigenverantwortung ist ein dazu oft gebrauchtes Schlagwort. Aber, um die Frage von Eingangs noch einmal zu wiederholen: Kann uns die Technik, hier im speziellen die der Ortung des Mobiltelefons, Vorteile im täglichen Kampf um Menschenleben bieten?
Nachdem man mittlerweile, will man der Presse glauben, vom eifersüchtigen Partner oder der besorgten Mutter jederzeit metergenau lokalisiert werden kann, interessierte mich, wie genau ist die Ortung eines Mobiltelefons am Ende der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts, und kann diese für die Lokalisation von Vermissten sinnvoll verwendet werden? Oder hatte Mr. Orwell Recht, mit seiner düsteren Geschichte aus Überwachung und Bevormundung, die dem Menschen auch die Verantwortung nimmt, über sich und seine Handlungen nachzudenken
7 Hier will ich keinesfalls an der Sinnhaftigkeit solcher Einrichtungen zweifeln, vielmehr eine provokante Betrachtungsweise erwirken.
Stefan Penz - 3 -
Vorwort
und diese im eigenen Wertesystem einzuordnen? In dieser Arbeit bin ich nicht im Stande alle diese Fragen restlos zu klären, aber ich hoffe doch ein bisschen Licht hie und da auf einige Bereiche dieses Themenkomplexes zu werfen. Ob mir das gelingt will ich dem Urteil des Lesers überlassen.
Stefan Penz - 4 -
Statistik zur Mobilfunktechnik und Sucheinsätzen in Österreich
1 Statistik zur Mobilfunktechnik und Sucheinsätzen in Österreich
1.1 Verbreitung der Mobilfunktechnik in Österreich
In Österreich sind laut dem Forum Mobilkommunikation, kurz FMK, 97% - 99% der gesamten Österreichischen Bevölkerung mit GSM (Global System for Mobile Communication) und rund 75% mit UMTS (Universal Global Telecommunications System) am Wohnort versorgt. Dabei kommen mit Stand Ende 2009 ca. 19.600 Mobilfunkstationen zum Einsatz. Um die Standorte der Stationen zu erfragen gibt es eine Homepage. Unter www.senderkataster.at findet man alle Stationen im gesamten Bundesgebiet. Dazu sieht man in Abb.1 einen Screenshot am Beispiel Innsbruck.
Bei einer Mobilfunkverbreitung 8 von 137% liegt Österreich weit über dem EU -Durchschnitt von 122% und ist damit überhaupt weltweit im Spitzenfeld. 9
8 Damit beschreibt man das Verhältnis zwischen der Anzahl von aktiven Mobilfunk Nummern und einer definierten Population. Wenn dieser Wert über 100% liegt bedeutet das, es gibt mehr aktive Nummern als Bewohner in einem Land.
9 siehe Pressemiteilung der FMK 2010.
Stefan Penz - 5 -
Statistik zur Mobilfunktechnik und Sucheinsätzen in Österreich
1.1.1 Mobile Notruf Statistik 2008
Laut einer Studie des Gallup - Institutes 10 vom 17.6.2010 benutzten 98% der österreichischen Bevölkerung in den letzten 6 Monaten ein Mobiltelefon, 86% sogar täglich. Nach dem Kontakt mit Familie und Freunden ist die Notrufalarmierung die zweitwichtigste Funktion des Mobiltelefons für die ÖsterreicherInnen.
Das belegen auch die Aufzeichnungen des FMK mit der Notrufstatistik hier aus dem Jahre 2008.
Abb. 1-2 Notrufstatistik Blaulichtorganisationen 2008; Quelle: Forum
10 Download der Studie: (http://www.fmk.at/content.php?id=453) 23.6.10
Stefan Penz - 6 -
Statistik zur Mobilfunktechnik und Sucheinsätzen in Österreich
1.1.2 Gesamtüberblick der Mobilfunk-Notrufe 2008
1.2 Unfallstatistik Kuratorium für Alpine Sicherheit und Alpinpolizei 2008
1.2.1 Erläuterungen und Begriffserklärungen
1.2.1.1 Datengrundlage
Die hier verwendeten Daten stammen vom Kuratorium für Alpine Sicherheit und wurden von der österreichischen Alpinpolizei erhoben. Details zu den Aufgaben der Alpinpolizei und in welchen Fällen eine Erhebung erfolgt, wird in einem Interview mit Hans Ebner, dem Referenten für Alpindienstangelegenheiten / BMI, beschrieben.
Stefan Penz - 7 -
Statistik zur Mobilfunktechnik und Sucheinsätzen in Österreich
1.2.1.2 Beobachtungszeitraum
Beobachtungszeitraum ist das Kalender Jahr 2008, beginnend mit dem 1. Jänner und endet mit dem 31.Dezember 2008.
1.2.2 Sucheinsätze in Österreich
Im Jahr 2008 wurde laut der Alpinpolizei 550 Mal ein Sucheinsatz durchgeführt. Von einem Sucheinsatz spricht man in Österreich dann, wenn eine Anzeige über eine Abgängigkeit im alpinen Gelände erfolgt, und die Einsatzkräfte alarmiert sind. Ein genaueres Bild davon zeichnet Hans Ebner von der Alpinpolizei in einem Interview zu den Aufgaben der Alpinpolizisten in Österreich (siehe Anhang).
Fast 40% der Sucheinsätze ereigneten sich im Bundesland Tirol. Salzburg mit dem zweit größten Anteil an alpinem Gelände, verzeichnete die zweithöchste Anzahl an Sucheinsätzen, gefolgt von der Steiermark und Kärnten. In den Monaten Dezember, Jänner und Februar wurden 40,3% der gesamten Sucheinsätze gestartet. Besonders oft (30,3%) wurde wieder in den Monaten Juli, August und September gesucht.
Die Konzentration auf die letztgenannten Monate schlägt sich auch in den Disziplinen wieder. Fast 37% der Einsätze wurden durch Wanderer und Bergsteiger ausgelöst. Dabei waren „Sturz, Stolpern, Ausgleiten“ die häufigsten Unfallursachen (50%), nachfolgend von „Verirren, Versteigen“ (20%). Am zweiten Platz bei den einsatzintensivsten Sportarten stehen Pisten- und Variantenfahrten, gefolgt von den Skitouren. Der Kategorie Sonstige, - hier fallen Unfälle die keiner Disziplin zugeordnet werden können, z.B. Person verirrt sich nach nächtlichem Lokalbesuch, oder das sind z.B. Personen die nach einem Krankenhausaufenthalt abgängig gemeldet werden, sind noch knapp 7% der Einsätze zurechenbar.
Von 550 Alarmierungen wurden 301 mit Handy ausgelöst, das entspricht 54,7%.
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250
200
150
100
50
0
Abb. 1-3 Verteilung der Sucheinsätze nach Bundesländern (N=550); Quelle: BMI,
250
200
150
Anzahl 100
50
0
Abb. 1-4 Verteilung der Sucheinsätze nach Disziplin (N=550); Quelle: BMI, Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit 2010
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Dabei ereigneten sich genau 20 tödliche Unfälle beim Wandern / Bergsteigen. Hier fließen auch so genannte Alpinnotfälle (Bsp. Herzinfarkt) in die Statistik ein, da diese ebenfalls einen Sucheinsatz auslösen.
17 Tote gab es in der Disziplin Tour und 13 Personen verübten Selbstmord - auch hier gilt - wenn diese einen Sucheinsatz auslösen, finden sich in der Statistik wieder. Somit teilen sich diese drei Sparten fast 65% aller Unfälle mit Todesfolge. 296 Sucheinsätze wurden durch ausländische Gäste ausgelöst, das sind 53,8 %. Österreicher wurden 254 Mal gesucht (46,1%).
Auch anhand der Zahlen welche AEG (Alpine Einsatz Gruppe) alarmiert und mit der Suchaktion befasst war, zeigt den Schwerpunkt der Suchaktionen im Westen Österreichs. 55% aller Aktionen fanden in den Bundesländern Vorarlberg, Salzburg und Tirol statt.
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60
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40 Anzahl
30
20
10
0 Uhrzeit (Stunde)
Stunde
Abb. 1-6 Verteilung nach Tageszeit (N=550); Quelle: BMI, Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit 2010
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140
120
100
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Anzahl 60
40
20
0
Wochentag
Abb. 1-7 Einsatzhäufigkeit aufgeschlüsselt nach Wochentagen (N=550); Quelle: BMI, Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit 2010
Im Verhältnis wird am Samstag und Sonntag überdurchschnittlich viel gesucht. Zwischen Mitternacht und 9 Uhr Vormittags finden hingegen nur 8,1% der gesamten Einsätze statt.
In der Regel vermerkt die Alpinpolizei immer die Uhrzeit der Alarmierung in den Akten, nur in einzelnen Fällen wird der Einsatzbeginn herangezogen (Vermisstensuche). Abb. 1.7 zeigt deutlich die Position Tirols an erster Stelle, sowohl bei den Sucheinsätzen als auch bei der Anzahl der geborgenen Menschen. In Österreich endet statistisch jeder 7 Sucheinsatz mit einem Toten (7,0). Interessant aber die Tatsache, dass in Niederösterreich jede 4 - 5. Suche mit Todesfolge beendet wird. Mit Abstand folgt dann Kärnten, hier ist es jeder 6. -7. (6,2) Einsatz. In Salzburg ist es auch jeder 6. - 7. (6,3), gefolgt von Tirol wo immerhin noch bei jedem 7. (7,0) Einsatz ein Toter zu beklagen ist. Danach reihen sich Oberösterreich (8,1) und die Steiermark (9,3) ein. Das Bundesland mit dem besten Verhältnis ist Vorarlberg. Hier kommt es statistisch gesehen zwischen jedem 9. -10. (9,4.) Einsatz, zu einem Sucheinsatz bei dem ein Toter geborgen werden muss.
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4500
4000
3500
Anzahl Mannstunden 3000
2500
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1500
1000
500
0 il d w a s s e r s p o r t
W
Abb. 1-8 Mannstunden in den verschiedenen Disziplinen (N=9800); Quelle: BMI, Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit 2010
Im Jahr 2008 fielen ungefähr 9800 Mannstunden bei Suchaktionen an, die Kosten für eine Mannstunde wird beim BMI intern mit €30,- berechnet. Daraus ergibt sich eine Gesamtsumme von € 294.000,-. Nicht berücksichtig sind hier Hubschrauber Kosten oder die Mannstunden anderer operativer Rettungseinheiten wie z.B. der Bergrettung oder der Bergwacht Im Unterschied zu z.B. privaten Hubschrauber Firmen werden die Kosten der AEG (Alpine Einsatz Gruppe) nicht weiterverrechnet, diese trägt der Steuerzahler. Mit fast 45% der aufgewendeten Stunden liegt die Disziplin Wandern / Bergsteigen an erster Stelle. Die vier Stundenintensivsten Disziplinen bedurften über 75% der gesamten Mannstunden im Jahr 2008. Wenn man sich das Verhältnis von den Einsätzen zu den Mannstunden anschaut - stellt man fest - die aufwendigsten Disziplinen pro Sucheinsatz sind folgende: Eisklettern mit 70,0 Stunden pro Einsatz, gefolgt von Suizid mit 50,0 Stunden pro Einsatz und Sonstiges mit 22,2 Stunden. Dann folgt die Rubrik Wandern / Bergsteigen mit noch immerhin 21,7 Stunden pro Einsatz. Während aus den Daten nicht ersichtlich ist, warum bei zwei von drei Eiskletterunfällen einmal 80- und einmal sogar 130 Mannstunden benötigt wurden um die Sportler zu bergen, kommt es im Falle eines Suizids manchmal zu tagelangen Suchaktionen, gerade wenn die Beteiligten keine Hinweise
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Statistik zur Mobilfunktechnik und Sucheinsätzen in Österreich
hinterlassen haben. Bei Sucheinsätzen, wo der Gesuchte gefunden werden will, würde eine verbesserte Ortung großes Kosteneinsparungspotential in sich bergen. Wenn man die Bergezeit nur um 15% reduzieren könnte, wäre das von unsagbarem Wert für Retter und Gerettete.
Abb. 1-9 Anzahl der Sucheinsätze nach Alter (N=794); Quelle: BMI,
Abb. 1-10 Anzahl der Toten nach Alter (N=78); Quelle BMI, Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit 2010
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Statistik zur Mobilfunktechnik und Sucheinsätzen in Österreich
Bei einer Untersuchung nach dem Alter der Beteiligten ergibt sich ein interessantes Bild. Nachdem bei den Sucheinsätzen noch die Gruppe der 31-40 Jährigen mit 150-, gefolgt von den 41-50 Jährigen mit 146- und den 21-30 Jährigen mit 120 Einsätzen an der Spitze steht, verkehrt sich das Bild bei den Sucheinsätzen mit Todesfolge. Hier sind die 41-50 Jährigen mit 26,9% an erster Stelle gefolgt von den 51-60 Jährigen mit 17,9%.
0%
Abb. 1-11 Herkunft der Gesuchten in Tirol (N=308); Quelle BMI, Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit 2010
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Arbeit zitieren:
Stefan Penz, 2010, Handyortung, geeignet für die Vermisstensuche im alpinen Gelände?, München, GRIN Verlag GmbH
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