III
Zusammenfassung
Diese Abhandlung befasst sich mit der Überlegung, den Kreuzfahrtmarkt in Verbindung mit Gesundheitsangeboten, hier speziell Kur-Angeboten, um das Segment Kur-Kreuzfahrten zu ergänzen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass viele hierfür von der Größe in Frage kommende Schiffe ansonsten aus Wirtschaftlichkeitserwägungen abgewrackt werden.
Um gerade die zukünftige Entwicklung des Kreuzfahrtmarktes zu betrachten, wurden der demographische Wandel und die Entwicklung im Bereich des Gesundheitswesens herangezogen und Anregungen für eine Marktanalyse, Anbieter- und Abnehmeranalyse sowie Wirtschaftlichkeitsanalyse erstellt.
Diese Ausarbeitung erhebt nicht den Anspruch ein ausgearbeitetes Konzept für Kur-Kreuzfahrten zu sein. Die meisten aufgezeigten Rahmenbedingungen müssen intensiv betrachtet, ausgearbeitet und bewertet werden. So soll und kann jedoch Anregung dazu sein, diesen Bereich weiter zu untersuchen.
Zusammenfassend kann nach Betrachtung der gegebenen Faktoren jedoch ohne konkrete Berechnungen gesagt werden, dass Kur-Kreuzfahrten eine Möglichkeit haben könnten, sich am Markt zu etablieren - hierzu allerdings noch sehr viele Anstrengungen von Seiten der Anbieter erbracht werden müssen.
IV
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung III
Inhaltsverzeichnis IV
Verzeichnis der Abbildungen VI
Verzeichnis der Abkürzungen VII
1 Einleitung 1
2 Kreuzfahrttourismus 3
2.1 Hochseekreuzfahrten 5
2.2 Flusskreuzfahrten 5
2.3 Fährtourismus 6
2.4 The World’s Leading Cruise Lines 6
3 Wachstumstrends des Kreuzfahrtmarktes 8
3.1 Schiffsneubauten 9
3.2 Neue Destinationen 14
3.3 Neue Events /Themen 14
4 Die Zukunft des Kreuzfahrtmarktes bis 2020 18
4.1 Wachstum 18
4.2 Wohlbefinden von Kreuzfahrern 22
5 Demografische Rahmendaten in der Bundesrepublik 25
5.1 Demografischer Wandel 25
5.2 Gesundheitliche Lage 29
5.3 Subjektiver Gesundheitszustand und Beschwerden 30
Bewertung des eigenen Gesundheitszustandes 30
5.4 Verbreitung und Art von Beschwerden 31
R ückenbeschwerden/Dorsopathien 33
Verbreitung 34
Folgen 36
Arbeitsunf ähigkeit 36
Berentung 37
Kosten 37
Arbeitsbedingungen und Arbeitszufriedenheit 38
Psychosoziale Risikofaktoren 39
5.5 Allergische Krankheitsbilder 40
Asthma Bronchiale 42
Allergische Rhinokonjunktivitis (Heuschnupfen) 42
Allergische Alveolitis 43
Atopische Dermatitis 44
5.6 Burn-out-Syndrom 44
6 Kuren in Deutschland 46
V
6.1 Stationäre Rehabilitation 46
6.2 Ambulante Rehabilitation 47
6.3 Hauptgruppen von Heilbädern und Kurorten 48
Heilanzeigen der Mineral- und Moorheilbäder 48
Heilanzeigen der Heilklimatischen Kurorte 49
Heilanzeigen der Seeheilbäder und der Seebäder 49
7 Seniorentourismus 52
7.1 Kuren keine Frage des Alters 53
Leistungstage 54
7.2 Präventionsreisen 54
8 Anforderungen an eine Kur-Kreuzfahrt 57
8.1 Gesetzliche Voraussetzungen 57
8.2 Örtliche Voraussetzungen 58
8.3 Pflegebedürftige Teilnehmer 59
8.4 Überblick über inhaltliche Anforderungen 60
9 Marktanalyse 63
9.1 Definition der Marktanalyse 63
9.2 Durchführung der Marktanalyse 64
Informations-/ Materialbeschaffung 66
9.3 Beeinflussende Rahmenbedingungen 66
auf den Markt 67
soziodemographische Rahmenbedingungen 69
gesundheitspolitische Rahmenbedingungen 69
wirtschaftliche Rahmenbedingungen 70
auf den Kur-Schiffsbetrieb 71
10 Marketingkonzepte 73
11 Kunden 74
11.1 originäre Zielgruppen 74
11.2 sekundäre Zielgruppen 74
11.3 Kundenanforderungen 75
11.4 Wettbewerber/ Konkurrenz 75
12 Auslastung 76
13 Kostenübernahme 77
14 Risiken 78
15 Chance für alte Ocean-Liner 79
Fazit 83
Literaturverzeichnis 84
VI
Verzeichnis der Abbildungen
Abbildung 1: Oasis of the Seas
Abbildung 2: MS Athena
Abbildung 3: Interesse an einer Kreuzfahrt in den nächsten
Jahren
Abbildung 4: Wertschätzung von Kreuzfahrten
Abbildung 5: Altersstruktur Deutschlands 2050
Abbildung 6: Bevölkerungsentwicklung 2001 bis 2050
Abbildung 7: Häufigkeit von Beschwerden 1991
Abbildung 8: Prävalenz von Rückenschmerzen bei Frauen,
Gesundheitssurvey 2003
Abbildung 9: Prävalenz von Rückenschmerzen bei Männern,
Gesundheitssurvey 2003
Abbildung 10: Verlauf der Arbeitsunfähigkeitstage 1982 bis 1994
Abbildung 11: Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung
Abbildung 12: Vorsorgekuren im Jahresvergleich
Abbildung 13: Sekundärforschung
Abbildung 14: beeinflussende Rahmenbedingungen auf den Markt
Abbildung 15: Management-Bereiche eines Hotelbetriebes
Abbildung 16: Costa Riviera, 1999
Abbildung 17: Verschrottung der Marianna in Indien
VII
Verzeichnis der Abkürzungen
AOK Allgemeine Ortskrankenkasse bzgl. bezüglich CLIA Cruise Lines International Association DEHOGA Deutscher Hotel- und Gaststättenverband DIW Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DRV Deutscher Reiseverband DTV Deutscher Tourismusverband e.V. F & B Food and Beverage
FELICIE Future Elderly Living Conditions In Europe HAPAG Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft ICD International Classification of Disease and Related Health Problems i.d.R. in der Regel RKI Robert-Koch-Institut o.V. ohne Verfasser S. Seite, Seiten SGB Sozialgesetzbuch WHO World Health Organization WLCL World’s Leading Cruise Lines
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1 Einleitung
Die Kreuzfahrtbranche schwimmt seit Jahren auf einer Welle des Erfolges.
Dabei ist in den letzten Jahren in der Kreuzfahrtbranche ein einschneidender Paradigmenwechsel festzustellen. Ehemals galten Kreuzfahrten eher als eine besonders teure und luxuriöse Art, seinen Urlaub zu verbringen. Aus diesem Grund zählte das angesprochene Klientel auch vornehmlich zu den älteren Herrschaften, die sich dieses hochpreisige Urlaubsvergnügen leisten konnten. Die moderne Kreuzschifffahrt hat sich von diesem Klischee schon lange verabschiedet.
Durch den harten Wettbewerb sind die Preise deutlich gesunken. Hierdurch werden auch Einkommensschichten angesprochen, die sich eine Kreuzfahrt vorher nicht leisten konnten. Das Alter auf Kreuzfahrten hat sich ebenfalls deutlich reduziert und spricht auch Familien mit kleinen Kindern an. Auf einigen Schiffen wird auch eine Art Club-Urlaub 1 angeboten, analog der klassischen Club-Angebote an Land.
Zusammen mit der Ansprache neuer Zielgruppen veränderten sich auch die Kreuzfahrtschiffe selbst.
Wurden mit klassischen Kreuzfahrt-Linern noch ca. 600 bis 1.000 Gäste befördert, haben die neuen Mega-Liner bis zu 2.700 Kabinen und können bis zu 6.000 Passagiere befördern.
1 Vgl.: Experten-Forum zum Wachstumsmarkt Kreuzfahrten an der Hochschule Harz,
2006
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Auch die Art des Urlaubs an Bord hat sich verändert. Bestand das Bordleben ehedem aus gediegener Unterhaltung aus Lesungen, Karten- oder Brettspielen oder Shuffle-Board 2 sowie gepflegten Unterhaltungen in der Bibliothek oder dem Raucher-Club, steht heute eher das Event oder die Action im Vordergrund. Den früheren kulturell geprägten Landgängen gingen Lektorate an Bord voraus. Heute werden die Passagiere als Massenware durch die Sehenswürdigkeiten getrieben und mit pseudokulturellen Darbietungen unterhalten.
Seit einigen Jahren wird der Wellness-Gedanke forciert, um wieder neue Zielgruppen anzusprechen.
In Fortführung des Wellness-Gedankens in Zusammenhang mit dem auch durch die demographische Entwicklung steigenden Krankheitsgeschehens der Gesellschaft stellt sich die Frage, ob es sinnvoll und möglich ist, Kreuzfahrten mit Gesundheitspräventionsmaßnahmen oder Rehabilitationsmaßnahmen zu kombinieren. Gleichzeitig könnte hierdurch möglicherweise den klassischen Ocean-Linern, die wegen ihrer wirtschaftlich nicht mehr interessanten Passagier-Zahlen vor der Aussonderung und Verschrottung stehen, eine neue Zukunft gegeben werden.
Die Arbeit versteht sich nicht als ausgearbeitete Machbarkeitsstudie sondern in der vorliegenden Kurzfassung als Gedankenmodell für ein Zukunftsmodell ‚Kur-Kreuzfahrten’.
2 Dabei müssen mit Hilfe eines so genannten Cues, einer Art „Schieber“, runde Scheiben (Disks) auf die gegenüberliegende Seite eines auf dem Boden markierten rechteckigen Spielfeldes beschleunigt werden, um dort auf möglichst hohen Punktefeldern liegen zu bleiben. (vgl.: Wikipedia)
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2 Kreuzfahrttourismus
Als Kreuzfahrt bezeichnet man "eine Urlaubsreise auf einem Kreuzfahrtschiff, bei der entlang einer bestimmten Route verschiedene touristische Ziele angelaufen werden." 3
Bis zur Etablierung von Fluglinien fanden längere Schiffspassagen auf hotelähnlichen Passagierschiffen nur zum Zweck der Beförderung von ‚A‘ nach ‚B‘ statt. Dies waren aber noch keine Kreuzfahrten, da der touristische Aspekt bei diesen Reisen fehlte.
‚Erfunden‘ hat die Kreuzfahrt wohl der ehemalige Reederei-Direktor der HAPAG 4 , der im Jahre 1891 auf die Idee kam, eine Seereise statt zum Personen- oder Gütertransport nur zum Vergnügen anzubieten 5 . Eine Kreuzfahrt kann man daher definieren als eine Urlaubs- oder Studienreise meist auf größeren Passagierschiffen, die ein umfangreiches Freizeitprogramm an Bord bieten (Tanzen, Theater, Sport, Gastronomie, Casino, Vorträge zu den Landgängen und vieles mehr) und die zu den Zielpunkten häufig nachts fahren, damit tagsüber, während des Landgangs, der Zielort und seine Umgebung besucht werden kann. Dazu ermöglichen die Reedereien oft kulturelle Tagesausflüge in geführten Gruppen, die meist an Bord buchbar sind.
3 Quelle: Wikipedia
4 Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft
5 Vgl.: http://www.kreuzfahrt-netz.de/kreuzfahrtgeschichte.html
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Im Wesentlichen können heute folgende Kreuzfahrtformen unterschieden werden:
Klassische Kreuzfahrten - wenn Abwechslung, Unterhaltung, und traditionelle Ausflugs- und Bordprogramme im Vordergrund stehen.
Clubschiffe - wenn Unterhaltung, (Wasser-)sport, Action, variationsreiche Buffets und Themenrestaurants wichtig sind.
FUN-Ships - Riesenschiffe (Mega-Liner) wo ein breit gefächertes Sport- und Wellness-Programm aber auch Familien mit Betreuung und Unterhaltung für Kinder im Vordergrund stehen.
Studienkreuzfahrt: Studienzwecke und Entdecker-Feeling und entlegene Ziele sind hier die wesentlichen Schwerpunkte. Häufig erfolgt eine Begleitung durch Lektoren, die über spezielles Fachwissen verfügen und dieses an die Gäste weitergeben.
Bei dem Urlaub oder den Reisen auf See wird von den Unternehmensverbänden 6 grundsätzlich zwischen den Bereichen Hochseekreuzfahrt, Flusskreuzfahrten und Fährtourismus unterschieden. Die Cruise-Community ‚seatrade‘ 7 zählt auch noch den exklusiven und hoch preisigen Superyacht-Bereich zu den Segmenten, der hier aber nicht besonders betrachtet werden soll.
6 z.B. Deutscher Reiseverband (DRV)
7 http://www.seatrade-europe.com/Seatrade/About_seatrade.html
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2.1 Hochseekreuzfahrten
Der Markt für Hochseekreuzfahrten ist auch für Deutschland seit einigen Jahren ein zunehmend wichtiger touristischer Wachstumsbereich. Inzwischen wird in diesem Bereich in Deutschland ein Umsatz von mehr als 2,1 Milliarden Euro erwirtschaftet 8 . Gleichzeitig wird Deutsch-land auch als Kreuzfahrtreiseziel immer wichtiger. Davon profitieren neben den Unternehmen selbst auch die von Kreuzfahrtschiffen angelaufenen Hafenstädte wie Hamburg, Kiel, Bremerhaven, Warnemünde usw.
Der Umsatz weltweit beläuft sich auf etwa 27 Milliarden Dollar in 2010.
2.2 Flusskreuzfahrten
Auch Flusskreuzfahrten werden immer beliebter und die deutschen Wasserstraßen von Rhein, Elbe, Weser und Donau entwickeln sich zu beliebten Reisezielen. Kreuzfahrttouristen bringen Kaufkraft in die Hafenstädte, sie nutzen gastronomische Einrichtungen und kommen, wenn es ihnen gefallen hat, später vielleicht auch als Übernachtungsgäste oder für einen Landurlaub wieder. Die Bedeutung der Flussschifffahrten wird dadurch unterstrichen, dass es bei der Seefahrt-Messe 2009 in Hamburg 9 erstmals seit dreißig Jahren einen Flusskreuzfahrt-Tag geben wird.
8 http://de.statista.com/themen/593/kreuzfahrt/ (20.07.2011)
9 5. Seatrade Europe September 2009
http://www.drv.de/drv/fachbereiche/verkehrstraeger/detail.html?tx_ttnews%5Btt_news%5 D=4542&tx_ttnews%5BbackPid%5D=129&cHash=833dad6ca1
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Der Gesamtumsatz stieg 2010 um 11,3 Prozent auf 471,6 Millionen Euro. 10
2.3 Fährtourismus
Auch der Fährtourismus spielt eine erhebliche Bedeutung. Mehr als 10 Millionen Menschen reisen jährlich auf Fähren von oder nach Deutschland 11 . Gerade Skandinavier nutzen die Fährverbindungen gerne für Reisen nach Nord und Nordostdeutschland - positiv für diese Urlaubsregionen, denn Dänen oder Schweden geben pro Urlaubstag oft deutlich mehr aus als Deutsche. Der Fährtourismus wird in dem hier dargestellten Zusammenhang keine Rolle spielen.
2.4 The World’s Leading Cruise Lines
Die sechs führenden Kreuzfahrtanbieter haben sich in der Marketing-Allianz ‚the World’s Leading Cruise Lines‘ WLCL 12 zusammengeschlossen. Zu den Marktführen zählen: • Carnival Cruise Lines 13 • Costa Cruises 14
DRV-Studie "Der Kreuzfahrtenmarkt Deutschland 2010", http://www.kreuzfahrten- 10
treff.de/viewtopic.php?f=8&t=5036
11 http://www.klimke-cdu.de/index.php?option=com_content&view=article&id=73&Itemid=82
12 World’s Leading Cruise Lines:
(http://www.worldsleadingcruiselines.com/AboutUs.aspx) 01.09.2009
13 carnival.com
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• Cunard Line 15
• Holland America Line 16 • Princess Cruises 17 • Yachts of Seabourn 18
Jede der Reedereien hat sich dabei auf ein besonderes Marktsegment mit einem eigenen unverwechselbarem Stil und Gefühl spezialisiert:
- the contemporary sparkle of Carnival Cruise Lines; - the Italian charm of Costa Cruises; - the classic British tradition of Cunard Line; - the five-star sophistication of Holland America Line; - the complete escape of Princess Cruises; and - the indulgent intimacy of the Yachts of Seabourn.
“Chart your course to a world of exciting destinations. Select from a fleet of ships tailored to meet your every need. Plan your cruise vacation by selecting from six cruising experiences, each with its own unique style and ambiance.” 19
Daneben gibt es eine Reihe weiterer kleinerer und niedrig preisiger Anbieter, die ebenfalls auf dem Markt vertreten sind.
14 costacruises.com
15 cunard.com
16 hollandamerica.com
17 princess.com
18 seabourn.com
19 http://www.worldsleadingcruiselines.com/
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3 Wachstumstrends des Kreuzfahrtmarktes
Wie Eingangs schon erwähnt schwimmt die Kreuzfahrtbranche seit einigen Jahren auf einer Welle des Erfolges.
Trotz der internationalen Konjunkturflaute der letzten Jahre zählte der Kreuzfahrtenmarkt weiterhin zu den am stärksten wachsenden Segmenten des deutschen wie auch internationalen Reisemarkts. Die Veranstalter von Hochsee- und Fluss-Kreuzfahrten in Deutschland konnten nach der Branchenanalyse des Deutschen Reiseverbandes (DRV) 20 im Jahr 2008 insgesamt rund 18 Prozent mehr Passagiere auf ihren Schiffen begrüßen als 2007 21 . Die Anbieter von Hochsee-Kreuzfahrten verbuchten gegenüber dem Vorjahr sogar ein Gäste-Plus von 18,9 Prozent während Flusskreuzfahrten-Veranstalter ihre Passagierzahlen um 14,8 Prozent steigerten.
Im Vordergrund steht dabei die Hochseeschifffahrt, denn die Flussschifffahrt hat, möglicherweise wegen der durch die limitierende Zahl der schiffbaren Flüsse, hier ein Kapazitätsproblem. Immerhin konnte aber auch sie ihre Passagierzahlen um 14,8 Prozent steigern. Dem Wachstum des Kreuzfahrtmarkts widmet sich auch die Hochschule Harz in einem Kreuzfahrt-Forum mit zahlreichen Experten. 22 Allerdings sind Kreuzfahrten wegen des anhaltenden Preiskampfes, der offenkundig auch vor wettbewerbswidrigem Verhalten von Mitbe-
20Der Deutsche Reiseverband (DRV) vertritt die Interessen mittelständischer und großer Unternehmen der Reisebranche gegenüber den Leistungsträgern im In- und Ausland sowie der deutschen, europäischen und internationalen Politik und ist Dienstleiser für die Mitgliedsunternehmen
21 Der Kreuzfahrtmarkt 2008; Hrsg: Deutscher Reiseverband, Branchenanalyse
22 Hochschule Harz, 2006; (http://www.openpr.de/news/106341/Experten-Forum-zum- Wachstumsmarkt-Kreuzfahrten-an-der-Hochschule-Harz.html)
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werbern nicht halt macht 23 , nicht mehr in allen Fällen gewinnbringend. Dies zeigt sich am Beispiel der Insolvenz der Holiday-Reederei im September 2006 24 oder der Flusskreuzfahrt-Sparte der renommierten Deilmann-Reederei 25,26 .
Die Vorausbuchungen des Jahres 2008 für die Kreuzfahrtsaison 2009 haben sich lt. Klaus Laepple, Präsident des DRV, um mehr als 10% gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Dies ist offenbar auch für die Folgejahre festzustellen.
3.1 Schiffsneubauten
Die Jahre 2009 - 2011 waren auch Jahre der Schiffsneubauten. Auf den Werften herrscht Hochbetrieb, auch wenn die aktuelle Lage 27 der Werftindustrie in Deutschland 28 ein völlig anderes Bild vermittelt. Vor allem Südostasien 29 profitiert vom Schiffsbau-Boom. In Deutsch-land ist allerdings die Meyer-Werft in Papenburg seit Jahren gut im Neubau-Geschäft platziert.
23 Jahresbericht der Wettbewerbszentrale 2008 - Folge 8: Verstöße der Kreuzfahrtanbieter (www.drv.de, geschlossenes Mitgliederportal, 20.08.2009)
24 Hamburger Abendblatt: Kreuzfahrer-Pleite: Vor Ort herrschte Chaos; 26.09.2006 (www.abendblatt.de) 25 http://www.deilmann-kreuzfahrten.de/ 26 Vgl. Deutscher ReiseVerband
(http://www.drv.de/drv/fachbereiche/verkehrstraeger.html) 01.09.2009
27 s.a. Insolvenz der Aker-Werften in Wismar und Stralsund
28 Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), Sparte Schiffsbau, (http://www.vdma.org/wps/portal/Home/de/Branchen/S/SOZI/Wirtschaft_und_Recht?WC M_GLOBAL_CONTEXT=/vdma/Home/de/Branchen/S/SOZI/Wirtschaft_und_Recht)
29 http://www.geschlossene-fonds-kaufen.de/aktuelles/boom-bei-schiffsneubauten- beflugelt-vor-allem-asiatische-werften/
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Auf den Werften der Welt herrscht Hochbetrieb. Im Jahr 2009 wurden fast ein Dutzend Kreuzfahrtschiffe fertig gestellt. Weitere 40 Schiffsneubauten stehen bis 2012 auf dem Bauprogramm der meist ausländischen Werften.
Allein 2010 gingen zehn Schiffe zu Wasser:
Dezember: MARINA, Reederei: Oceania Cruises 66.000 BRZ 1.250 Passagiere
November: ALLURE OF THE SEAS, Reederei: Royal Caribbean Intern. 220.000 BRZ 5.400 Passagiere Oktober: QUEEN ELIZABETH, Reederei: Cunard Line 90.4000 BRZ 2.050 Passagiere
August: NORWEGIAN EPIC, Reederei: Norgwegian Cruise Line 150.000 BRZ 4.200 Passagiere Juli: NEW AMSTERDAM, Reederei: Holland America Line 86.700 BRZ 2.100 Passagiere
Juni: (Fertigstellung jetzt erst in 2011): SEA CLOUD HUSSAR Reederei: Sea Cloud
Juni: SEABOURN SOJOURN, Reederei: Seabourn Cruise Line 32.000 BRZ 450 Passagiere
April: CELEBRITY ECLIPSE, Reederei: Celebrity Cruises 122.000 BRZ 2.850 Passagiere März: MSC MAGNIFICA, Reederei: MSC 93.330 BRZ 3.013 Passagiere
Februar: AIDABLU, Reederei: AIDA Cruises 71.100 BRZ 2.192 Passagiere
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Februar 2010: COSTA DELIZIOSA, Reederei: Costa Crociere 92.700 BRZ 2.260 Passagiere
Insgesamt wurde so 2010 eine Kapazität von beinahe 30.000 Passagieren auf den Markt gebracht.
In 2011 sind bereits folgende Neubauten in Betrieb gegangen:
Marina (Oceania Cruises) 1.250 Passagiere
Disney Dream (Disney Cruise Line)4.000 Passagiere AIDAsol (AIDA Cruises) 1097 Passagiere L’Austral (La Compagnie du Ponant) etwa 350 Passagiere Carnival Magic (Carnival Cruise Lines) etwa 4.000 Passagiere Seabourn Quest (Seabourn) 450 Passagiere Costa Favolosa (Costa Crociere) 3.780 Passagiere Celebrity Silhouette (Celebrity Cruises) ca. 2.300 Passagiere
Die Kreuzfahrt-Begeisterten wird es freuen, die Konkurrenz wird es weiter verschärfen.
Dabei wandeln sich die neuen Schiffe aber immer mehr von klassischen Ocean-Linern früherer Jahre zu Mega-Schiffen, die eher schwimmenden Hochhäusern als Schiffen im eigentlichen Verständnis gleichen.
Arbeit zitieren:
Dipl.-mult., MOM Udo Rosowski, 2011, Zukunftsmarkt Kur-Kreuzfahrten, München, GRIN Verlag GmbH
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