Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung. S. 1- 2
2. Medien und vermittelte Interaktion:
2.1 Theoretische Grundlagen. S. 3- 6
2.2 Befragung zur Nutzung von Facebook: Diskussion der Fragen, Darstellung des
Ergebnisses und einige Kritikpunkte. S. 6- 9
3. Schluss: Facebook und Co.- Gefahr der Vereinsamung? S. 9- 11
4. Literaturverzeichnis. S. 12- 13
5. Anhang: Fragebogen S 14- 15
1. Einleitung:
Das Leben eines modernen Menschen ist stark durch die verschiedensten Medien geprägt. Zu den unverzichtbaren Begleitern im Alltag zählen insbesondere Mobiltelefon, Personal Computer und Internet. Die zunehmende Mediatisierung und Modernisierung des alltäglichen Lebens haben Auswirkungen auf das Soziale. Sie beeinflussen die zwischenmenschliche Kommunikation und Interaktion, aber auch das Zeit- und Raumverständnis. Craig Calhoun sagt dazu: "The modern world is constituted in part by the radical expansion and transformation of such capacity to coordinate action across time and space" (Calhoun 1991: 97). Die neuen Medien bringen neue Ritualisierungen der Alltagshandlungen hervor z.B wenn man sich jeden Tag zu einer bestimmten Zeit in Facebook einloggt. Damit wird laut Drindenberg die „nötige Beständigkeit und Sicherheit des Alltags und die Offenheit für jeweils neue, irgendwie günstigere oder aufregendere Arrangements im Zusammenhang technikvermittelter Kommunikation gewährleistet“ (Drindenberg 2002: 38).
Nach Friedrich Krotz führt die Mediatisierung dazu, „[…] dass durch das Aufkommen und durch die Etablierung von neuen Medien für bestimmte Zwecke und die gleichzeitige Veränderung der Verwendungszwecke alter Medien sich die gesellschaftliche Kommunikation und deshalb auch die kommunikativ konstruierten Wirklichkeiten, also Kultur und Gesellschaft, Identität und Alltag der Menschen verändern" (Krotz 2005: 39). Können wir heutzutage von einer Ablösung der traditionellen Kommunikationsformen zugunsten einer medial vermittelten Interaktion sprechen? Führt die Mediatisierung und die Veränderung der Kommunikations- und Interaktionsformen und Möglichkeiten zu einer Vereinsamung der Individuen? In dieser Arbeit wird der Versuch unternommen, die oben gestellte Frage zu beantworten. Als Beispiel für eine medienvermittelte Interaktion wurde die Netzwerk- und Kommunikationsplattform Facebook ausgesucht, weil es laut einer Studie der Trend Research Gesellschaft für Markt- und Kommunikationsforschung mbH im August 2010 das am häufigsten genutzte soziale Netzwerk ist. 1
Ursprünglich ging es dem Begründer dieser Plattform Mark Zuckerberg um eine Online-Version der Universitäts-Jahrbücher (Facebooks). So wurde Facebook im Jahre 2004 von einem 1. Vgl. http://www.marktforschung.de/information/nachrichten/marktforschung/studie-zu-sozialen-netzwerken-fast-zwei-drittel-64-der-befragten-nutzen-soziale-netzwerke/34/
1
Harvard University Student ins Leben gerufen. Derzeit registriert Facebook über 500 Millionen aktiver Nutzer und ist somit das größte soziale Netzwerk im Internet weltweit 2 . Es ist somit ein hervorragendes Exempel für eine medienvermittelte Kommunikationsform. Um die Entwicklung der Mediatisierung nachvollziehen zu können wird kurz ihre Geschichte skizziert. Davon ausgehend werden die wichtigsten Begriffe diskutiert und grundlegende theoretische Aspekte erläutert. Im nächsten Schritt folgt eine Auswertung eigener durchgeführten qualitativen Online- Befragung zur Nutzung von Facebook mit Darstellung methodischer Vorgehensweise und einiger Kritikpunkte.
Auf Basis theoretischer Grundlagen und eigener Befragung wird am Schluss die am Anfang aufgeworfene Frage zu den Folgen der Mediatisierung und vermittelter Interaktion für die Menschen noch ein Mal aufgegriffen und beantwortet.
Die Mediengeschichte zeichnet sich durch drei Phasen aus (Vgl. Kübler 2003: 93f). Die erste Phase beginnt mit der Erfindung des Buchdrucks in der Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts. Es sind vor allem schriftliche Medien, die langsam in den Alltag der Menschen Zugang finden-Bücher, Zeitungen, Flugblätter. Sie charakterisieren sich aber besonders am Anfang durch eine hohe Exklusivität.
Die zweite Phase fand ihren Ursprung in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts und revolutionierte den Alltag der Menschen. Die neuen Medien- Fotografie, Film, Hörfunk, Telefontragen zur Veränderung der Kommunikationsformen und -stilen bei. In erster Linie bedeuten sie eine Demokratisierung der Umgangsformen und bessere Möglichkeiten zur Pflege der Fernkommunikation.
Die letzte Phase (etwa ab 1940 Jahre) kennzeichnet das Zeitalter der Universalrechner, später der Personal Computers, des Internet und des Mobiltelefons. Sie ist der Inbegriff einer technikvermittelten Kommunikation - SMS- Nachrichten und E- Mails gehören längst nicht nur dem geschäftlichen Bereich. Sie sind ein fester Bestandteil der alltäglichen Interaktionen. "Actually, once you start using the Internet, it is almost impossible to live without it" (Kanaev in Geser 2007: 7).
Bühl sprich sogar von einer „virtuellen Gesellschaft“ (Vgl. Bühl In Drindenberg 2002: 28). Er berichtet von einem „Nebeneinander von realen und virtuellen Räumen in unserer Gesellschaft, wobei seiner These nach die virtuelle Welt zunehmend die reale überlagert.“ (ebd.) Ist denn die virtuelle Welt wirklich so bedeutungsvoll und präsent heutzutage?
2. Vgl. Facebook Pressebereich: http://www.facebook.com/press/info.php?statistics
2
2. Medien und vermittelte Interaktion 2.1 Theoretische Grundlagen:
Für das Thema dieser Arbeit ist an der Stelle wichtig, eine klare Begriffsstruktur zu schaffen, um in dem nächsten Schritt die Ergebnisse einer eigenen Befragung präsentieren zu können. Es geht um den Einfluss von Medien auf Interaktionsformen und Kommunikationsmöglichkeiten und es geht um den Einfluss der vermittelten Interaktion auf Individuen. Doch was ist überhaupt eine Interaktion? Eine Kommunikation? Was versteht man unter Medien? Eine Interaktion wird im Sinne einer wechselseitigen Wahrnehmung und Beeinflussung der Beteiligten verstanden. Die Kommunikation meint hingegen eine Informationsübertragung bzw. -aufnahme und gegenseitiges Verständnis der Kommunikationsteilnehmer d.h. sie ist weniger auf handelnde Individuen bezogen, sondern auf Zeichen- und Symbolsysteme fokussiert. Unter einer medialen Kommunikation wird eine Kommunikationsform verstanden, bei der Zeichen (Texte, Grafiken, Töne, Bilder) privat oder öffentlich durch technische Verbreitungsmittel analog oder digital bei räumlicher Distanz ein- oder wechselseitig an einzelne, mehrere oder viele (Adressaten/Zielgruppen) vermittelt werden (Vgl. Kübler 2003: 124f). Bei der Facebook- Kommunikation handelt es sich demnach um eine mediale Kommunikation, die durch Medien ermöglicht und bestimmt wird.
Berliner Publizist und Kommunikationswissenschaftler H. Ross unterscheidet drei Typen der Medien: primäre Medien (Sprache, Mimik, Gestik), sekundäre Medien (alle schriftlichen und bildlichen Darstellungen) und tertiäre Medien (technische Geräte, alle elektronischen Kommunikationsmittel ). Sein Konzept wurde später von R. Burkhard erweitert. Zu den quartären Medien sollen die digitalen netzbasierten Medien zählen, die durch eine Mutimedialisierung (Bild, Ton und Schrift- Verknüpfung) gekennzeichnet sind (Vgl. Kübler 2003: 81f).
Führt der Einsatz von Medien zur einer Vereinsamung des Einzelnen oder bloß zu einer Pluralisierung der Interaktionsformen und Kommunikationsmöglichkeiten? Unter einer Pluralisierung wird in dieser Arbeit eine „Vergrößerung der Heterogenität in der Zeit“ verstanden (Vgl. Huinink/Wagner 1998: 88). Diese Definition lässt sich auf Kommunikations- und Interaktionsformen übertragen, die sich in der bereits dargestellten geschichtlichen Entwicklung immer mehr ausdifferenzierten und spezialisierten. Die Pluralisierung wird oft synonym mit der Individualisierung verwendet. Hier soll unter Individualisierung ein Prozess verstanden werden, der folgendes in Gang brachte: • Herauslösung aus gewohnten Sozialbindungen (Freisetzung)
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Arbeit zitieren:
Natalja Kvast, 2011, Medien und vermittelte Interaktion - Gefahr der Vereinsamung?, München, GRIN Verlag GmbH
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