Methoden der Medienauswertung und -analyse zu PR-Zwecken
Kurzfassung
Der Schwerpunkt dieser Diplomarbeit liegt in der Beschreibung von Methoden durch Auswertung und Analyse der Medien zu PR-Zwecken. Es sollen hier die verschiedenen Möglichkeiten der Medienanalysen sowie auch der Nutzen von Medienauswertung für Unternehmen bzw. deren PR-/Öffentlichkeitsabteilung aufgezeigt werden. Am Anfang wird ein kurzer Überblick zum Verständnis der Medienarbeit gegeben. Danach werden die wichtigsten und gängigsten (Mess-) Methoden der Analysen erläutert und in einem praktischen Beispiel veranschaulicht. Auch werden in dieser Arbeit Probleme und evtl. dazugehörige Lösungsansätze der Medienresonanzanalyse diskutiert. In einem sich anschließenden Ausblick wird anhand einer Studie nochmals die zunehmende Bedeutung der PR-Evaluation für die Zukunft verdeutlicht. Ein Fazit fasst die effektivsten (Mess-) Methoden zusammen und stellt den darausfolgenden wirtschaftlichen Nutzen dar.
Schlagwörter: Medienanalyse, Medienarbeit, Medienresonanzanalyse, Öffentlichkeitsarbeit, PR-Erfolgskontrolle, Pressearbeit, PR-Evaluation, Public Relations
Abstract
The main emphasis of this thesis is put on methods of evaluating media for public relations purposes. The different possibilities as well as the benefits of media analyses for enterprises or rather for its public relations department are demonstrated. At the beginning a short overview is given to clarify what exactly is meant by public relations. Next the most important and most common (measuring) methods are explained and partly illustrated by practical examples. Problems and their possible solutions are also discussed in this thesis. In a discourse a study will show that PR-Evaluation is becoming a more and more important subject in the future. By means of conclusion, the most effective (measuring) methods are summarized and its following economical value is described. Keywords: communication management, content analysis, media analysis, public relations, PR-Controlling, PR-Evaluation, PR-Measurement
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Inhaltsverzeichnis
1 Medienarbeit 11
1.1 Was versteht man unter Presse- bzw. Medienarbeit? 11
1.2 Welche Unternehmen brauchen eine eigene Pressestelle? 12
2 Mediennutzung und -auswertung 15
2.1 Print 15
2.2 TV und Hörfunk 19
2.3 Online-Medien (Internet) 21
3 Was bedeutet PR-Erfolgskontrolle für die Medienarbeit? 24
4 Erfolgskontrolle von Medienarbeit durch Medienanalysen 28
4.1 Medienpräsenzanalysen. 31
4.1.1 Äquivalenzwertberechnung (Anzeigen-Preis-Äquivalent) 31
4.1.2 Regionaler Verteilungsschlüssel. 33
4.1.3 Durchdringungsnachweis 34
4.1.4 Media-Kennziffern 35
4.1.5 Publizitätsanalyse (quantitative Medienresonanzanalyse) 36
4.2 Medienresonanzanalyse allgemein 40
4.2.1 Langzeit-Clip-Tracking. 43
4.2.2 Ad-hoc-Evaluationsanalyse 44
4.3 Qualitative Medienresonanzanalyse. 45
4.3.1 Imageanalyse (Lob- und Kritikanalyse) 49
4.4 Input-Output-Analyse. 53
4.5 Benchmarkanalyse 55
4.6 SWOT-Analyse. 56
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5 Die Problematik und Lösungsansätze der Medien(resonanz)-
analysen 59
6 Medienresonanzanalyse: Deutsche Banken im Vergleich. 61
6.1 Codebuch (Stand 27.01.2004) 61
6.2 Management Report. 66
6.3 Quantitative Medienresonanzanalyse. 70
6.3.1 Analyse nach Medienarten 70
6.3.2 Entwicklung der Präsenz nach Anzahl und Auflage: Print 70
6.3.3 Verteilung nach Medienarten (Anzahl) im Zeitraum Januar - Mai. 71
6.3.4 Top 15 Publikationen und Sender 71
6.4 Qualitative Medienresonanzanalyse mit Benchmark 72
6.4.1 Präsenz und Akzeptanz der Banken: Print 72
6.4.2 Präsenz und Akzeptanz der Banken: Hörfunk TV 72
6.4.3 Präsenz und Akzeptanz der Kat. Geschäftspolitik: Print. 72
6.4.4 Präsenz und Akzeptanz der Kat. Geschäftspolitik: Hörfunk TV 73
6.4.5 Präsenz und Akzeptanz der Kat. Produkte: Print 73
6.4.6 Präsenz und Akzeptanz der Kat. Produkte: Hörfunk TV 74
6.4.7 Präsenz der Banken mit Stellungnahmen/Studien 75
6.4.8 Präsenz und Akzeptanz im Zeitverlauf der vier am häufigsten
genannten Banken: Print 75
6.4.9 Gewichtung der Banken in Beiträgen 76
6.4.10 Prozentualer Anteil der einzelnen Kategorien 76
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6.5 Imageanalyse 77
6.5.1 Tendenz der Imagefaktoren nach Anzahl und Bewertung: Print 77
6.5.2 Imagefaktoren nach Anzahl und Akzeptanzniveau: Print 77
7 Ausblick 78
8 Fazit 80
9 Glossar 82
10 Literaturverzeichnis 85
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Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Medienarbeit
Abb. 2: Controlling-Prozess durch Medienanalysen
Abb. 3: Ebenen der PR-Evaluation.
Abb. 4: Stufen einer Medien(resonanz)analyse.
Abb. 5: Äquivalenzwertberechnung
Abb. 6: Durchdringungsnachweis
Abb. 7: Entwicklung der Präsenz im Printbereich nach Anzahl und Auflage
Abb. 8: Analyse nach Medienarten.
Abb. 9: Gewichtung aller Artikel bzw. Beiträge nach Thema
Abb. 10: Anzahl der exklusiven Beiträge bzw. Artikel.
Abb. 11: Ablaufschema einer MRA.
Abb. 12: Entwicklung von Auflage und Bewertung (Akzeptanzniveau)
Unternehmen und Produkt im Printbereich
Abb. 13: Resonanz auf eine Pressemitteilung in Anzahl und Auflage
Abb. 14: Entwicklung von Präsenz und Bewertung im Printbereich
Abb. 15: Medienmeinung zu Vorschlägen einer Partei.
Abb. 16: Thematische Analyse des Unternehmensbereiches nach Auflage und
Akzeptanz
Abb. 17: Thematische Analyse der Produkte nach Auflage und Akzeptanz
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Abb. 18: Top Publikationen mit Akzeptanzniveau für das Unternehmen
Abb. 19: Tendenzen von Imagefaktoren eines Produktes
Abb. 20: Akzeptanzniveau von Unternehmen 1 zu Unternehmen 2
Abb. 21: Zuschauertendenzen von Imagefaktoren bei einem Produktlaunch
durch TV und Hörfunk.
Abb. 22: Abdruck von Pressemitteilungen
Abb. 23: Vergleich mit den Wettbewerbern in Auflage und Bewertung
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Abkürzungsverzeichnis
adx Allgemeiner Deutscher Wirtschaftsdienst ag.ma Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e.V. ap The Associated Press AWA Allensbacher Werbeträger Analyse BDVZ Bundesverband Deutschen Zeitungsverleger DIBA Allgemeine Deutsche Direktbank ddp Deutsche Depeschenagentur dpa Deutsche Presse-Agentur DPRG Deutsche Public Relations-Gesellschaft e.V. FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung GfK Gesellschaft für Konsumforschung GPRA Gesellschaft Public Relations Agenturen e.V. Haspa Hamburger Sparkasse HVB Hypovereinsbank IVW Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. MRA Medienresonanzanalyse PI Page Impression PM Pressemitteilung qual. qualitativ quant. quantitativ rtr Reuters AG
SWOT Strength Weaknesses Opportunities Threats
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Einführung
Das klassische Instrument der Public Relations, die Presse- bzw. Medienarbeit, ist auch in der heutigen Zeit sehr wichtig. Wie aber ist deren Erfolg zu bewerten? Kann man den Erfolg von Medienarbeit überhaupt richtig messen?
Das Messen von PR-Arbeit ist häufig schwierig. Es wurden in den letzen Jahren dennoch verschiedene (Mess-)Methoden entwickelt, um die (Medien-)Resonanz von geleisteter Medienarbeit auszuwerten. Vor allem die verschiedenen Arten der Medien(resonanz)analyse zeigen eine reiche Auswahl an Möglichkeiten, den Erfolg der eigenen Medienarbeit zu messen und zu bewerten. Die in der vorliegenden Diplomarbeit behandelten Methoden werden vor allem auf ihre ökonomischen und ergebnis- bzw. inhaltsorientierten Gesichtspunkte hin untersucht. Diese Faktoren kennzeichnen am deutlichsten sowohl den Erfolg als auch den Nutzen der eigenen Medienarbeit.
Laut einer Studie der Agentur pr+co führen 66,5% der Befragten in ihrem Unternehmen PR-Evaluation durch. 1 Aus Kostengründen werden heutzutage in vielen Fällen allerdings nur quantitative (Mess-)Methoden eingesetzt. In Zeiten zunehmender Wettbewerbsintensität empfiehlt es sich aber vor allem, auch auf die qualitativen Teile einer Medien(resonanz)analyse zurückzugreifen. Denn die Medien können bekannterweise durch ihre Machtfunktion einen nur allzu deutlichen und teilweise auch verheerenden Einfluss auf das Image eines Unternehmens bzw. Produktes ausüben.
1 vgl. pr+co GmbH (2004): Evaluation von PR-Dienstleistungen, S.6
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Eine Erfolgskontrolle der eigenen Medienarbeit kann hier erste Ansätze für ein neues PR-Denken liefern und dadurch eventuell Richtungen und Maßnahmen aufzeigen, um bessere Medienarbeit leisten zu können.
Die vorliegende Diplomarbeit, die in Zusammenarbeit mit der Abteilung Medienanalyse von Observer Argus Media GmbH entstand, befasst sich sowohl mit the-oretischen Erläuterungen der wichtigsten und gängigsten Arten der Medien(resonanz)analyse als auch deren sich anschließenden fallweisen Betrachtung durch ein geeignetes Praxisbeispiel. Daneben werden die Problematik der Medienresonanzanalyse und die bisherigen Lösungsansätze nochmals eingehend betrachtet. Im letzten Abschnitt wird die Zukunft von PR-Evaluation für die kommenden Jahre in der Studie „Evaluation von PR-Dienstleistungen“ der Agentur pr+co widergespiegelt.
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1 Medienarbeit
1.1 Was versteht man unter Presse- bzw. Medienarbeit?
Beim Thema Presse- bzw. Medienarbeit gibt es immer wieder unterschiedliche Darstellungsweisen. Wenn von Pressearbeit gesprochen wird, versteht man darunter meist die Arbeit mit den klassischen Printmedien (Zeitungen, Zeitschriften usw.). In dieser Arbeit wird hingegen der Begriff Medienarbeit benutzt. Hierunter werden nicht nur Printmedien, sondern alle Medien, also auch elektronische Medien wie Hörfunk, TV und Internet, erfasst.
Abb. 1: Medienarbeit
„Die Medienarbeit beinhaltet sämtliche Maßnahmen, die auf eine Zusammenarbeit des Unternehmens mit Journalisten bzw. Redakteuren abzielen, um damit Ziele der Public Relations zu erreichen.“ 2 Mit Hilfe der Medienarbeit sollen vorwiegend Nachrichten von z.B. eigenen Produkten oder Unternehmensleistungen an die Medienvertreter weitergeleitet werden. Dies kann u.a. durch Pressekonfe- 2 Bruhn,Manfred (2003): Kommunikationspolitik, S. 346
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renzen und -mitteilungen sowie auch durch Interviews mit den Medien geschehen. Das vorrangige Ziel besteht darin, durch gezielte Informationen bei den jeweiligen Zielgruppen Interesse zu wecken oder einfach nur über das Unternehmen zu informieren. 3
Wenn in dieser Arbeit von Public Relations bzw. Öffentlichkeitsarbeit gesprochen wird, handelt es sich dabei immer um den Teilbereich Medienarbeit.
1.2 Welche Unternehmen brauchen eine eigene Pressestelle?
Selbstverständlich brauchen nicht alle Betriebe eine eigene Pressestelle oder gar -abteilung für ihre Medienarbeit. Wenn der Unternehmer bereits über seine eigenen gestalterischen Fähigkeiten eine gelungene Öffentlichkeitsarbeit erreicht, ist in seinem Unternehmen nicht unbedingt eine eigene Pressestelle erforderlich. 4
Ab welcher Betriebsgröße empfiehlt sich es sich, eine Pressestelle einzurichten?
Die nachfolgenden Zahlen sollten nicht als ein allgemeines Richtmaß gesehen werden. Zusätzliche Faktoren müssen in jedem Fall beachtet werden, wenn das Thema „Öffentlichkeitsarbeit“ im Bereich Medienarbeit angegangen wird. So kann es tatsächlich sein, dass das externe Call-Center eines Unternehmens oder einer Institution mit seinen Mitarbeitern z.B. durch seinen regionalen Standort oder durch seine Leistung Public Relations erfordert und deswegen auch nutzen sollte. Ein weiteres Beispiel wäre ein Kleinunternehmen, das sich auf ein bestimmtes Fachgebiet spezialisiert hat und indem es nicht viele Wettbewerber gibt. 5
3 vgl. ebd.
4 vgl. Rota, F. (2002): Public Relations und Medienarbeit, S. 31-33
5 vgl. ebd.
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Für normale Kleinbetriebe mit weniger als fünfzig Mitarbeitern lohnt es sich nicht, eine eigene Pressestelle einzurichten. Derartige Firmen sind zu klein für zielgerechte Public Relations. Selbstverständlich haben Kleinbetriebe ihren lokalen Stellenwert, aber hier kann der Kontakt über die klassische Werbung mit Annoncen und Werbeinseraten in der Lokalpresse erfolgen. Für Firmen ab etwa 80 Mitarbeitern oder einem Umsatz von ca. 10 bis 15 Millionen Euro kann eine aktive Medienbetreuung sinnvoll sein, z.B. durch die eigenen Mitarbeiter oder die Vergabe an eine externe PR-Agentur. Unternehmen dieser Größenordnung haben bereits ein bestimmtes öffentliches Image in der regionalen Umgebung und sollten sich deswegen auch um ihr Ansehen in der Öffentlichkeit kümmern. Hat ein Unternehmen eine Größe von mehr als 150 Mitarbeitern und bewegt sich der Umsatz auf mehr als 20 Millionen Euro zu, wird Medienarbeit unbedingt erforderlich. 6
Auch Staat und Behörden sollten sich für eine aktive Medienarbeit entscheiden. Allen Einrichtungen und Gesellschaften stehen die selben PR-Techniken und -Methoden zur Verfügung wie den Unternehmen. So kann z.B. eine Pressemeldung über die Arbeit der Parteien bzw. deren bereits erreichten Zielen helfen, das Parteienimage zu verbessern. 7
Wichtig ist die Medienarbeit auch für Verbände und Interessenvertretungen. Die sozialen Rahmenbedingungen und die Gesellschaft haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Verbände bzw. Interessenvertretungen haben in der Öffentlichkeit nicht mehr die Glaubwürdigkeit wie früher. Hier muss aktive PR geleistet werden, damit die Gesellschaft diesen Einrichtungen wieder Glauben schenkt.
6 vgl. ebd.
7 vgl. Bogner, F. (1999): Das Neue PR-Denken, S. 312
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Sie sollten mit sachlich fehlerfreien Botschaften und Informationen in die Öffentlichkeit gehen und so für das Anliegen des Verbandes bzw. der Interessenvertretung Aufmerksamkeit und schließlich auch wieder Glaubwürdigkeit erringen. Außerdem sollte klassisches Lobbying von Interessenvertretern gegenüber den Institutionen und Personen der Regierung eingesetzt werden. Hier gelten auch die Grundsätze seriöser PR - Offenheit, Klarheit, Ehrlichkeit, Objektivität und Ausdauer. Als klassische Maßnahmen gelten hier z.B. regelmäßige Schreiben (direct mailings) zu zielgruppen- und themenspezifischen Informationen. Dort wo Lobbying seriös und effizient funktioniert, geht es nicht allein um persönliche Bekanntschaften mit den wichtigen Entscheidungsträgern, sondern um hochwertiges Fachwissen sowie langfristig und professionell erstellte Strategien bzw. exzellentes Kommunikations-Know-How. 8
8 vgl. ebd., S. 275-279
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2 Mediennutzung und -auswertung
Nach den Studien der SevenOne Media GmbH 9 in Kooperation mit der Forsa Gesellschaft bzw. der ARD/ZDF-Medienkommission 10 in Zusammenarbeit mit dem Institut ENIGMA GfK für Medien- und Marktforschung, sehen die Deutschen täglich 221 Minuten fern, hören durchschnittlich 160 Minuten Radio, surfen 45 Minuten im Internet und lesen 22 Minuten lang Zeitung. Jedoch wird der Medienkonsum noch weiter steigen. Die zeitliche Nutzung von Medien pro Person erhöht sich bis 2006 auf 529 Minuten pro Tag. 11
Die Medien spielen eine wichtige Rolle für die Öffentlichkeitsarbeit, denn Unternehmen werden in der Öffentlichkeit stark thematisiert. Vor allem größere Unternehmen, die in irgendeiner Weise in Kontakt mit der Öffentlichkeit stehen, sollten daran interessiert sein, welches Image sie in den Medien haben. In diesem Kapitel werden die unterschiedlichen Medienarten zusammengestellt und deren Verwendungsmöglichkeiten in der Erfolgskontrolle aufgezeigt.
2.1 Print
Die Printmedien werden schon seit längerer Zeit für die PR-Erfolgskontrolle (im Speziellen für Medien(resonanz)analysen) ausgewertet. Michael Meyen 12 und Norbert Schulz-Bruhdoel 13 unterscheiden hierbei zwischen folgenden Publikationsarten:
9 vgl. SevenOne Media GmbH (2003): TimeBudget 8 - 1999-2003
10 vgl. Eimeren, Birgit van, et al.: ARD/ZDF-Online-Studie 2003, S. 338 ff.
11 vgl. Deraëd, Pierre: Medien-Studie 2006, S. 2
12 Meyer, M. (2001): Mediennutzung, S. 150-160
13 Schulz-Bruhdoel, N. (2001): Die PR- und Pressefibel, S. 65 ff.
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Tageszeitungen
Tageszeitungen sind alle Periodika, die mindestens zweimal wöchentlich erscheinen und einen aktuellen politischen Teil mit inhaltlich unbegrenzter (universeller) Nachrichtenvermittlung enthalten. Hierbei gibt es noch die Unterscheidung in regionale und überregionale Zeitungen. Zu den überregionalen Zeitungen gehören z.B. die FAZ oder das Handelsblatt. Sie haben eine sehr große Auflagenzahl und gelten ausnahmslos als „Leitmedien“, nach deren Themen und Kommentierungen sich viele andere Blätter richten. Bei den regionalen bzw. lokalen Zeitungen erreichen die wenigsten ein Auflage von mehr als 50.000; dennoch sind diese Lokalausgaben sehr wichtig. Für knapp zwei Drittel der Bundesbürger sind die regionalen Ausgabe die glaubwürdigste Informationsquelle. Ihre tatsächlichen Reichweiten liegen bei über 70 Prozent in der jeweiligen Region.
Wochen- und Sonntagszeitungen
Wochen- und Sonntagszeitungen umfassen alle Periodika, die wie eine Zeitung ausgestattet sind, aber nur einmal wöchentlich erscheinen, z.B. Welt am Sonntag, Die Zeit. Wochen- und Sonntagzeitungen haben einen anderen Anspruch als die Tagespresse. Hier geht es nicht um die größtmögliche Aktualität, sondern um die ausführlichen Berichte und Kommentierungen.
Fachzeitschriften
Fachzeitschriften sind periodische Druckwerke mit kontinuierlicher Stoffdarbietung, die mindestens viermal jährlich herausgegeben werden, sofern sie keine Zeitungen sind. Die Fachzeitschriften liefern vor allem Spezialinformationen für einen bestimmten Personen- oder Interessenkreis, z.B. Lebensmittel Zeitung, Logistik heute. Die Fachpresse hat für die Medienarbeit oft eine entscheidende Bedeutung. Viele Branchen der Wirtschaft haben kaum eine andere Öffentlichkeit. Darüber hinaus beeinflussen die Fachmedien indirekt ganze Marktbereiche.
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Nach einer Studie des Dachverbands Deutsche Fachpresse bevorzugen 85% der Menschen Fachartikel als Entscheidungshilfen. 14
Publikumszeitschriften
Die Publikumzeitschriften richten sich an die breite Leserschaft. Die thematische Vielfalt kennzeichnet Publikumszeitschriften ebenso wie die Breite der Stilmitte. Von der unterhaltsamen Nachricht über den Korrespondentenbericht bis hin zur Hintergrundreportage, die Fülle der Möglichkeiten ist endlos und bildet den Mix zum Erfolg. Beispiele hierfür wäre Bunte, Fokus oder Stern.
Anzeigenblätter
Anzeigenblätter sind periodisch erscheinende Druckwerke, die unentgeltlich und unbestellt verbreitet werden und überwiegend aus Anzeigen bestehen. Sie sind eher in Ballungsräumen verbreitet, wo sie vielfach in unterschiedlichen Ausgaben in den verschiedenen Stadtteilen verteilt werden. Ein Beispiel hierfür wäre das Stuttgarter Wochenblatt. Der redaktionelle Teil eines jeden Anzeigenblattes ist sehr uneinheitlich. Gerne gedruckt werden fertige Pressemitteilungen, da sie den Redaktionen eher wenig bis gar keine Arbeit machen.
Nachrichtenagenturen
Die wichtigsten Informationsquellen für Presse, Funk und Fernsehen sind die großen Nachrichtenagenturen wie z.B. die Deutsche Presse-Agentur (dpa) oder Reuters (rtr). Neben Neuigkeiten aus ganz Deutschland verbreiten diese Agenturen auch Nachrichten aus aller Welt, da sie ein weltweit verzweigtes Korrespondentennetz haben.
14 Dachverband Deutsche Fachpresse (2003): Medienresonanz zur Fachpresse
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In Deutschland gibt es derzeit 349 Tageszeitungen mit 1.561 dazugehörigen Lokalausgaben, welche sich zusammen aus 133 publizistischen Einheiten bilden. Daneben gibt es im Moment 25 Wochen- und sieben Sonntagszeitungen, ca. 1.500 Anzeigenblätter und schätzungsweise über 15.000 verschiedene Fach-und Publikumszeitschriften. Die Gesamtauflage aller 349 deutschsprachigen Tageszeitungen beträgt ca. 22,6 Mio. Exemplare. Darüber hinaus gibt es 25 Wochen- und zehn Sonntagszeitungen mit einer Gesamtauflage von etwa 6,2 Mio. Exemplaren. Die über 1.500 Anzeigenblätter haben eine Gesamtauflage von über 80 Mio. Ausgaben. Die Publikumszeitschriften besitzen eine enorm hohe Reichweite von rund 250 Mio. Menschen und haben ein Auflage von fast 110 Mio. Druckexemplaren pro Woche. 15
Die Auflagen- und Reichweitenzahlen der einzelnen Zeitungen, Anzeigenblätter und Zeitschriften werden von verschiedenen Anbietern bereit gestellt, z.B. IVW-, Media- und AWA-Daten.
Grundlegende Kenngrößen für die Printmedien sind u.a.:
• Reichweitenzahlen: geben zahlenmäßig wider, wer welche Medien wie lange benutzt. Diese Angaben sagen jedoch nichts über die Art der Nutzung: Hat man z.B. die Zeitung nur kurz in der Mittagspause überflogen oder genau gelesen? 16
• Auflagenzahlen: Anzahl der verkauften bzw. verbreiteten Exemplare einer Publikation
• Medienarten: Hier kann man erkennen, in welchen Publikationen etwas über das Unternehmen, Produkt, usw. veröffentlicht wurde
15 vgl. BDVZ (2003): Die deutschen Zeitungen in Zahlen und Daten, S. 3; sowie Schulz-Bruhdoel,
N. (2001): Die PR- und Pressefibel, S. 65 ff.
16 vgl. DPRG (2000): PR-Evaluation, S. 55
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Arbeit zitieren:
Marie-Theres Gut, 2004, Methoden der Medienauswertung und -analyse zu PR-Zwecken, München, GRIN Verlag GmbH
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