D i e K l e i n f e l d v a r i a n t e :
In dieser Variante wird auf dem 28m x 16m (ungefähre Basketballspielfeldgröße) „kleinem“ Feld gespielt. Wie auch bei der Mixedvariante stehen hier jeweils vier Spieler auf jeder Seite, allerdings ist einer von ihnen ein fester Torhüter, was heißt, dass nur 3 Feldspieler einer Mannschaft den gleichen Raum zum kombinieren und spielen haben, wie vier bei der zuvor beschriebenen Spielvariante. Dies führt zu einem schnelleren, technisch und taktisch somit anspruchsvolleren und interessanteren Spiel.
Durch die Besonderheit einen festen Torhüter im Spiel zu haben müssen automatisch auch andere Parameter, wie Größe des Tores (115cm x 160cm) und des Torraumes abgeändert werden (sie werden größer).
Großfeldvariante:
Wie bei dem Spiel im Kleinfeld ist auch hier der Torhüter fester Mannschaftsbestandteil. Neben ihm stehen in jeder Mannschaft 5 Feldspieler, die auf dem 40m x 20m (Handballspielfeld) großem Feld agieren. Torraumgröße und die Größe der Tore entsprechen denen der Kleinfeldvariante. Die große Stärke des Unihockeys aber ist, dass man je nach Belieben und den räumlichen Gegebenheiten Spielfeldgröße und Spieleranzahl so variieren kann, dass immer ein schnelles und interessantes Spiel entsteht. Insbesondere ist dies wichtig für den Sportunterricht, da nicht alle Schulen eine Halle haben (vor allem bezogen auf das Großfeld), die es ermöglichen alle Varianten durchzuspielen.
Spielregeln:
Regeln im Sportunterricht haben immer oberste Priorität um die Sicherheit der Schüler zu gewährleisten und um die Rahmenbedingungen für einen vernünftigen Spielablauf zu schaffen. Allerdings muss man in der Schule immer aufpassen, dass man den Schülern nicht zu viel Informationsaufnahme zumutet, da sonst Verwirrung, Unverständnis und auch Frust bei den Schülern auftreten können. Es gibt über jede Sportart dicke „Wälzer“, in denen das Regelwerk ausführlich erklärt wird, was für Schiedsrichter von Bedeutung ist, aber nicht für Lehrer, die die Schüler in eine völlig neue Sportart einführen.
Das Schöne beim Unihockey ist, dass mit 8 einfachen Grundregeln gute Rahmenbedingungen für ein schnelles und anspruchsvolles Spiel für Neulinge
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geschaffen werden. Diese 8 Grundregeln lassen sich aus der Sicht des Schülers in 5 „Ich-darf-nicht-Elemente“ und 3 „Ich-darf-Elemente“ unterteilen. 1.1. Es ist mir nicht erlaubt, die Stockschaufel über Hüfthöhe zu führen. 1.2. Es ist mir nicht erlaubt, den Ball über Kniehöhe zu spielen. 1.3. Es ist mir nicht erlaubt, auf den Stock des Gegners zu schlagen. 1.4. Es ist mir nicht erlaubt, die Torräume zu betreten. 1.5. Es ist ein absolut körperloses Spiel.
2.1. Ich darf den Ball mit beiden Schlägerseiten spielen (anders als beispielsweise beim Feldhockey).
2.2. Ich darf den Ball bis auf Hände und Kopf mit dem gesamten Körper stoppen/einmalig vorlegen. 2.3. Ich darf jederzeit auswechseln.
Weitere Regeln sind beispielsweise, wenn der Ball außerhalb des Spielfeldes landet, dass mit einem Einschlag das Spiel fortgesetzt wird. Solche Regeln sollten nicht vorher, sondern während des Spielverlaufs erklärt werden. Praktisch kennen gelernte Regeln setzen sich bei den Kindern wesentlich besser fest, als eine rein theoretische Erläuterung.
Wenn die Regeln allmählich geklärt worden sind, sollte man als Sportlehrer dennoch stets darauf achten, dass man nicht „kleinlich“ pfeift, denn das kann den Schülern den Spaß am Spiel nehmen.
Hier noch einmal eine Auflistung, der unserer Meinung nach wichtigsten Regeln neben den oben schon zuvor genannten:
- Der Ball darf nur mit dem Körper angenommen (siehe 2.2), aber nicht gespielt (Pass oder Schuss) werden.
- Beim Ballführen oder Annehmen muss immer mindestens ein Fuß den Boden berühren (also kein Springen erlaubt).
- Bei einer Regelwidrigkeit wird abhängig vom jeweiligen Sachverhalt das Spiel unterbrochen und mit einer Standartsituation (Bully, Freischlag, Einschlag oder Strafstoß) das Spiel wieder aufgenommen.
- Bei einer nicht regelwidrigen Spielirritation wird mit einem Bully das Spiel fortgesetzt
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(Bsp. Lichtausfall, Beschädigung des Balls, Spielerverletzung etc.). Zudem beginnt jeder Spielabschnitt mit einem Bully.
- Beim Einschlag wird der Ball an der Stelle, wo er ins Aus gegangen ist, maximal 1,5m von der Bande entfernt abgelegt und gespielt. Der Gegner muss mindestens 2m Abstand halten. Ein Einschlag kann nicht direkt zum Torerfolg führen. -Ein Freischlag wird unmittelbar am Ort des Geschehens ausgeführt (gegnerischer Abstand ist derselbe wie beim Einschlag) und kann direkt zu einem Tor führen.
- Verhindert die verteidigende Mannschaft eine gute Torchance mit einem Freischlag, bekommt die angreifende Mannschaft einen Penalty zugesprochen. Der Ball wird hierbei aus einer Entfernung von 7m einmalig auf das leere Tor geschlagen.
Ausrüstung:
Zur richtigen Ausrüstung im Unihockey gehören Stock, Ball, Tore, Banden und die Torhüterausrüstung, falls man die Klein- bzw. die Großfeldvariante spielen möchte. Bei allen Sportarten gibt es verschiedene Ausrüstungen für Anfänger und für Fortgeschrittene. Da man in der Schule auf dem Anfängerniveau beginnt, reicht eine Standartausrüstung meist aus. Unihockeystock:
Standartstöcke, wie sie auch uns zur Verfügung standen, ohne spezielle Auslegerseite (es gibt Rechts- und Linksausleger) ermöglichen den Schülern selbst herauszufinden, welche Seite sie bevorzugen. Dementsprechend kann dann die Schaufel verbogen werden, was eine bessere Ballführung ermöglicht. Das wichtigste an einem Stock ist allerdings die Länge. Das Ende sollte wenigstens bis zum Bauchnabel und maximal bis zum Brustbein reichen. Widrigenfalls nimmt der Spieler eine unnatürliche Spielhaltung ein, was die Ballführung erheblich erschwert und auch zu gesundheitlichen Schäden führen kann. Das letzte aber dennoch nicht zu unterschätzende Attribut eines Stockes ist seine Härte. Ein zu weicher Schläger kann brechen und lässt die Schüler ihre Kräfte auf den Ball nicht ordentlich übertragen. Ein sehr harter Schläger, wie ihn die Erwachsenen benutzen, ist allerdings auch nicht gut, da den Schülern für die Handhabung dieser Geräte die entsprechende Kraft fehlt. Ein relativ weicher Schläger, der ausreichend robust ist, wäre im Schulunterricht optimal.
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Arbeit zitieren:
Luise Ostendoerfer, 2011, Unihockey in der Schule, München, GRIN Verlag GmbH
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