Inhaltsverzeichnis
1. Generelle Auffassung von Kindheit
2. Erziehung im Kindesalter
2.1 Das Wickeln
2.2 das Ammenwesen
2.3 Generelle Erziehungsmethoden Strafen Einschüchterung (sexuelle) Misshandlungen
2.4 Kindesmord und Unfälle
2.5 Die Kleidung
2.6 Das Spiel
3. Die öffentliche Kleinkinderziehung
3.1 Das Schulwesen
3.2 Disziplinmaßnahmen im Schulwesen
4. Vorstellung von Familie
4.1 Formen der Familie
( Heidi Rosenbaum)
4.1.1 Der Bauernhaushalt
4.1.2 Der Handwerkerhaushalt
4.1.3 Der Heimarbeiterhaushalt
Literaturverzeichnis
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Erziehung im Mittelalter
- die Gesellschaft hatte vom Heranwachsenden nur schwach entwickelte Vorstellungen
- die Dauer der Kindheit war auf das jüngste Kindesalter beschränkt, d.h. die Periode, in der das Kind nicht ohne fremde Hilfe auskommen konnte, übergangslos gehörte es zu den Erwachsenen
- es gab keine Etappen der Jugend
- das Verhältnis zwischen Kind und Eltern beruhte auf einem Lehrverhältnis, es lernte Dinge, indem es den Eltern bei der Arbeit half
- wenn das Kind starb, störte es die Leute nicht wirklich, es würde dann bald durch ein neues ersetzt werden können
- im 17. Jh. ist man nicht auf die Idee gekommen zwischen Kindheit und Pubertät eine Grenze zu ziehen, aus der Kindheit trat man heraus, in dem man aus dem Abhängigkeitsverhältnis heraustrat
- die Kindheit betreffenden Wörter werden oft für Menschen niedrigeren Standes benutzt „Los Kinder an die Arbeit“
- im 11. Jh. Sind Kinder kleine Erwachsene; Ausdruck und die übrigen Merkmale unterscheiden sich in nichts von denen der Erwachsenen (Kind wird oft mit der Muskulatur eines Erwachsenen dargestellt)
- die Vorstellung, dass man mehrere Kinder haben wollte, um wenigstens das eine oder andre am Leben zu erhalten, war tief verwurzelt, man konnte sich nicht zu sehr an etwas binden, das man als potentiellen Verlust betrachtete; die Gleichgültigkeit war eine Konsequenz der Demographie der Epoche
- mit der Christianisierung im 17 Jh. Kam eine neue Einstellung gegenüber der Kindheit zum Vorschein
- die mittelalterliche Gesellschaft hatte kein Verhältnis zur Kindheit, bzw. gab es kein bewusstes Verhältnis, deshalb gehörte das Kind auch nachdem es ohne ständige Fürsorge der Mutter überleben konnte, zu den Erwachsenen
- aufgrund der Naivität, der Niedlichkeit/Drolligkeit des Kindes, dient das Kind zur Erheiterung, es wird gehätschelt
Lloyd DeMause
- je weiter man in die Geschichte zurückgeht, sind die Eltern immer weniger in der Lage, den sich entwickelnden Bedürfnissen der Kindheit zu entsprechen
2. Erziehung im Kindesalter
- das Verhältnis zwischen Kind und Eltern beruhte auf einem Lehrverhältnis, es lernte Dinge indem es den Eltern bei der Arbeit half
- die Mission der Familie ist die Erhaltung des Besitzes, die gemeinsame Ausübung des Handwerks
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- im allgemeinen beruhte die Wissensvermittlung von einer Generation zur nächsten auf einer Teilnahme der Kinder am Erwachsenenleben
- überall wo gearbeitet wurde oder man sich vergnügte, mischten sich die Kinder unter die Erwachsenen, durch den alltäglichen Kontakt mit den Erwachsenen erwarben sie die nötige Lebenserfahrungen
Lloyd DeMause
- das Verhältnis der Eltern zu ihren Kindern ist durch Projektionen und nicht durch wirkliche Empathie bestimmt → die Mütter schicken ihre Kinder 3 Jahre lang zu einer Amme und ist bekümmert, dass die Kinder nicht zu ihr zurück wollen und erkennen den Grund dafür nicht
- das soll nicht heißen, dass die Mütter ihre Kinder nicht geliebt haben, Zärtlichkeiten wurden dann gezeigt, wenn das Kind nichts forderte →was den Eltern früher fehlte war nicht die Liebe, sondern die emotionale Reife, um das Kind als eine eigenständige Person zu erkennen
2.1 Das Wickeln
- es herrschte die Ansicht, dass Kinder sich in gottlose Geschöpfe verwandeln, wenn man sie nicht wickelte
- sie könnten verbogen oder gekrümmt werden
- sie werden gewickelt, damit sie nicht missgebildet werden können
- sie werden gewickelt, weil sie sich sonst die Ohren abreißen, die Augen auskratzen oder ihre Genitalien berühren
- Mütter sahen dem Geschrei der Kinder beim Wickeln teilnahmslos zu, sie verstanden es nicht
- das Wickeln bildete den zentralen Bestandteil der ersten Jahre eines Kindes
- Sie glaubten sonst würde es wie Tiere auf dem Boden herumkrabbeln
- durch das Wickeln wurde die Haut wund gerieben, das Fleisch bis fast zum Barnd zusammengepresst, der Blutkreislauf wurde gestoppt
- die Taille ist von einem Korsett umgeben
- das Wickeln war oft so kompliziert, dass es fast 2 Stunden dauerte bis das Kind fertig gewickelt war
- gewickelte Kinder sind extrem passiv, das Herz schlägt langsamer; sie schreien weniger; schlafen viel
- es wurde oft stundenlang hinter heiße Öfen gelegt oder an einem haken an die Wand gehängt
- in der Regel wurden sie 1-4 Monate vollständig gewickelt; danach wurden die Arme freigelassen; Körper und Beine blieben jedoch noch weitere 6-9 Monate gewickelt
- nach der Zeit des Wickelns folgten andere körperliche Fesselungen
2.2. Das Ammenwesen
- es gab auch sogenannte „tötende Ammen“, die Mütter schickten zum Teil ihre Kinder zu Ammen, die die Kinder töten sollten, in dem sie den Kindern Gips in die Milch gaben, es der kalten Luft aussetzen, sie etwas ins Essen taten, was Krämpfe verursachte
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Quote paper:
Susanne Linsel, 2002, Kindheit im Mittelalter, Munich, GRIN Publishing GmbH
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