Inhaltsverzeichnis Seite
1 Einleitung. 3
2 Ziele und Aufgaben der kollektiv-taktischen Ausbildung. 4
2.1 Systematik der kollektiven Taktik. 6
2.1.1 Mannschaftstaktik. 7
2.1.2 Gruppentaktik. 8
2.1.3 Individualtaktik. 9
3 Spielsysteme 10
3.1 Spielsystem 0:0:6. 12
3.2 Vor- und Nachteile zu anderen Spielsystemen. 14
Literaturverzeichnis. 16
Abbildungsverzeichnis. 17
Anhangsverzeichnis 17
2
1 Einleitung
Der Begriff Taktik ist kein spielspezifischer Ausdruck, sondern findet sich als Bezeichnung für die Art und Weise der Kampfesführung, für ein planvolles, kluges und berechnendes Verhalten in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen wie Politik, Diplomatie, Sport oder Militärwissenschaft. Die in den Sportspielen geläufigen taktischen Ausdrücke wie Verteidigung, Abwehr, D eckung, Angriff, Sturm, Durchbruch oder Manöver weisen auf ihre entwicklungsgeschichtliche Ableitung aus der militärischen Strategie und Taktik hin. Das Suchen nach wirkungsvollen Kampfmethoden und neuen taktischen Möglichkeiten verlangt h ohes technisches Können, große konditionelle Voraussetzungen, höhere spielspezifische Denkleistungen und auch eine gesteigerte Kampf-moral. Der Begriff der Taktik im Sportspiel umfasst die individuelle taktische Komponente der Spieltätigkeit und den Sinngehalt aller Erscheinungen des mannschaftlichen Zusammenwirkens (vgl. STIEHLER/KON- ZAG/DÖBLER, 1988,94/95).
STIEHLER/KONZAG/DÖBLER (1988, 95) definieren den Begriff Taktik wie folgt: „Die Taktik im Sportspiel bezeichnet die Gesamtheit der individuellen und kollektiven Angriffs- und Verteidigungsverfahren zur Führung des Kampfes, die auf der Grundlage einer taktischen Konzeption bei Einbeziehung der a ngenommenen Kampfesweise des Gegners und unter Berücksichtigung der vielfältigen Spielbedingungen sowie der konkreten Situationsentwicklungen angewandt werden, um ein optimales Spielergebnis zu erreichen.“
Die Taktik ist sowohl ein theoretisches Anliegen als auch eine praktische Aufgabe, z. B. das Einüben von Spielzügen, taktisches Training und Umsetzen der Konzeption. Sie ist eine Fähigkeit, strategische Zi ele zu realisieren (vgl. STIEHLER/KONZAG/DÖBLER, 1988, 95).
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2 Ziele und Aufgaben der kollektiv-taktischen Ausbildung
Das Ziel der kollektiv-taktischen Ausbildung besteht in der Befähigung zur zielwirksamen Organisation und Führung des Wettkampfes der Spieler im Rahmen der Gruppen- oder Mannschaftsformation. Die Zi ele und Aufgaben der kollektiv-taktischen Ausbildung werden von vier Einflussgrößen bestimmt:
von den internationalen Entwicklungstendenzen der Taktik § des jeweiligen Sportspiels
von der grundlegenden Spielauffassung mit dem Ziel, §
angriffsorientiert zu spielen
von der trainingsmethodischen Grundkonzeption, orientiert §
auf langfristige, taktische Ausbildung
von dem taktischen Kampfplan in bezug auf Wettkampfhöhe- §
punkte und bestimmte Gegner
(vgl. STIEHLER/KONZAG/DÖBLER, 1988, 95/96).
Die intellektuellen Voraussetzungen taktischer Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Umsetzung der Spielkonzeption werden in der theoretischen taktischen Ausbildung entwickelt. Hier sprechen STIEH- LER/KONZAG/DÖBLER (1988,96) von:
aktivem Kenntniserwerb als Grundlage schöpferischen takti- §
schen Denkens (Spielsysteme; positionsspezifische Funktionen im Mannschaftsverband; Prinzipien kooperativen Handelns; Klassifizierung von Spielsituationen mit Angabe charakteristischer Merkmale; Charakteristik gruppentaktischen Verhaltens bei Standardaktionen, in Standardsituationen, bei variablen gruppentaktischen Handlungen oder speziellen taktischen Erfordernissen u.a.m.)
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Entwicklung des reproduktiven taktischen Denkens durch as- §
soziative Aktualisierung vorhandener Kenntnisse
Wettkampfanalysen zur Wertung taktischer Leistungen und §
Ursachenermittlung bei taktischen Fehlleistungen
Überprüfung der taktischen Kenntnisse und der §
sportspielspezifischen Denkfähigkeit
Zur praktischen kollektiv-taktischen Ausbildung gehört das Erlernen, Stabilisieren und Vervollkommnen des kooperativen Zusammenwi rkens von M annschaftsteilen und der gesamten Mannschaft zur Lösung von Angriffs- und Abwehraufgaben, weiterhin die Anwendung der taktischen Kenntnisse zur Lösung bestimmter Spielsituationen und konkreter Aufgabenstellungen, die von den Spielsystemen bzw. der Spielkonzeption abgeleitet werden. So wird auch die Schulung des zweckmäßigsten Zusammenwirkens von Spielergruppen bei der Realisierung taktischer Verfahren auf der Grundlage von Prinzipien und unter B erücksichtigung des gegnerischen Verhaltens sowie der gesamten Mannschaft bei der Erarbeitung von Angriffs- und Abwehrsystemen vermittelt (vgl. STIEHLER/KONZAG/DÖBLER, 1988, 96).
Die Umsetzung der taktischen Konzeptionen, aufbauend auf den individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten, wird letztlich durch die Qualität der Interaktionen der Spieler bestimmt. Erst wenn ein zielorientiertes Zusammenwirken erreicht wird, kann sich eine stabile kollektive Taktik entwickeln. Der Höhepunkt liegt im Funktionieren von dynamischen und flexiblen Spielsystemen (vgl. STIEHLER/KONZAG/DÖBLER, 1988, 96).
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2.1 Systematik der kollektiven Taktik
Nach STIEHLER/KONZAG/DÖBLER (1988, 96) sprechen wir von kollektiver Taktik, wenn das zielorientierte und zweckmäßige Zusammenwirken der Mannschaft (Mannschaftstaktik) und von Gruppen innerhalb einer Mannschaft (Gruppentaktik) im Wettkampf erfolgt. Die kollektive Taktik umfasst alle kollektiven Angriffs- und Verteidigungshandlungen und reicht vom Zusammenwirken zweier Spieler bis zur Formierung und Zusammenarbeit von Mannschaften im Angriffs- und Abwehrverhalten.
Man spricht von Taktik, wenn der Spieler eine bewusste Entscheidung für die Anwendung einer bestimmten Technik in einer konkreten Spielsituation trifft und mehrere Spieler und die gesamte Mannschaft zusammenwirken. Die Taktik bezieht alle Fähigkeiten und Fertigkeiten der einzelnen Spieler sowie der gesamten Mannschaft mit ein und hat den Spielerfolg zum Ziel (vgl. CHRISTMANN, 1987, 380).
Die kollektive Taktik hat eine ordnende und leitende Funktion. Sie ä ußert sich im abgestimmten Spielverhalten und organisierten Spiel. Sie ist bemüht, individualistisches oder auch eigensinniges und unrationales Spiel zu überwi nden. Die kollektive Taktik ist immer dann zweckmäßig, wenn sie in einem ökonomischen Verhältnis von Auf-wand und Nutzen sowie einem a ktuellen Leistungsvermögen der Mannschaft angepasst zum Spielerfolg führt. Dies wird von den sozialen Beziehungen beeinflusst und ist von enger Kooperation und Kommunikation im technisch-taktischen Handeln gekennzeichnet (vgl. STIEHLER/KONZAG/DÖBLER, 1988, 97).
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Arbeit zitieren:
Kristin Retzlaff, 2003, Der Leistungsfaktor Taktik im Sportspiel Volleyball und seine Anwendung in Spielsystemen, München, GRIN Verlag GmbH
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