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Inhaltsverzeichnis
1. Theoretische Grundlagen des untersuchten Konstrukts 3
1.1 Merkmale der Angst 3
1.2 Zukunft 6
1.3 Zukunftsangst 7
2. Beschreibung des Konstrukts 14
2.2 berücksichtigte Aspekte 14
2.3 Fazit 15
3. Beschreibung des Fragebogens 15
4. Beschreibung der Durchführung der Untersuchung. 19
5. Beschreibung der Untersuchungsgruppe 19
6. Statistische Beschreibung aller Items 27
7. Schwierigkeitsanalyse 28
7.1 Ergebnisse 28
7.2 Umpolung 28
7.3 Tabelle zur Trennschärfe nach Schwierigkeitsanalyse und Umpolung 29
8. Trennschärfeanalyse 29
8.1 Reliabilität und interne Konsistenz 30
8.2 Endergebnis 31
8.3 Bewertung und Interpretation der Ergebnisse 31
9. Einfluss der restlichen Merkmale auf den Skalenwert 33
9.1 Darstellung der wichtigsten Prüfverfahren 33
9.2 Prüfung auf Normalverteilung 34
9.3 Einfluss der Merkmale auf den Faktor Zukunftsangst 36
10. Erläuterung der testtheoretischen Grundlagen 45
10.1 Die 5 Axiome 45
10.2 Reliabilität 46
10.3 Itemschwierigkeit 47
10.4 Trennschärfe. 47
11. Vorschläge zur Skalenvalidierung 47
11.1 Kriterienbezogene Validität 48
11.2 Konstruktvalidität 49
12. Vorschläge zur Verbesserung der entwickelten Items 49
13. Literaturverzeichnis 50
14. Anhang: Der in der Untersuchung verwendete Fragebogen 54
3
1. Theoretische Grundlagen des untersuchten Konstrukts
Wird in naher Zukunft ein Krieg ausbrechen? Wird uns bald eine Umweltkatastrophe heimsuchen? Werde ich vielleicht demnächst schwer krank werden? Oder sterbe ich bereits bald?
Dies sind nur einige der vielen Fragen, die sich Millionen von Menschen täglich stellen. Wir alle wissen, dass Ängste wohl zum täglichen Leben dazu gehören. Die Frage ist dabei nur, in welchem Umfang man sich mit derartigen Ängsten beschäftigen kann, ohne dabei jedoch den Alltag zu beeinträchtigen. Haben alle Menschen, egal welchen Alters, die gleichen Ängste und Sorgen in Bezug auf die Zukunft? Worin äußert sich Zukunftsangst? Diesen Fragen und ihren Antworten möchten wir uns in dieser Arbeit widmen und dabei auch auf vergangene Ansichten und theoretische Aspekte des Konstrukts Zukunftsangst eingehen.
Während unserer Recherchen zum Thema Zukunftsangst bemerkten wir, dass es verhältnismäßig wenig Literatur über dieses Konstrukt gibt. Kein einziges Mal sind wir auf eine vollständige Definition von Zukunftsangst gestoßen, während der Angst und ihrer Beschreibung viele Artikel und Monographien gewidmet wurden. So haben wir uns dazu entschlossen, erst einmal allgemein auf das Konstrukt Angst einzugehen und dieses dann als finalen Schritt in Verbindung zur Zukunft zu setzen.
1.1 Merkmale der Angst
1.1.1 Angst als Orientierungssystem
Wie bereits häufig postuliert, ist Angst ein „höchst sinnvolles Orientierungssystem“ 1 , welches es dem Menschen ermöglicht, in einer für ihn nicht mehr kontrollierbaren und unklaren Situation „richtig“ und zwar mit Abwehr zu reagieren. 2 Angst kann auf diesem Wege somit zu zwei dipolaren Reaktionen führen: entweder zu einer Aggressionsreaktion oder zur Flucht vor der Gefahr. 3 Dieses Mobilisieren der Abwehr des „Bösen“ beeinflusste die Evolution zu einem großen Teil und prägte auf diesem Wege somit stark die Geschichte des Menschen.
1 Röglin, 1994, S.5
2 Röglin, 1994, S.5
3 Kerner, 1994, S.6
4
Während sich die griechische Antike vornehmlich den Symptomen der Furcht widmete und sich nicht mit allgemeiner Weltangst beschäftigte - man vertraute der kosmischen Ordnung- , dominierte im Christentum diese Grundstimmung der Weltangst. Die Welt dieser Zeit galt als „von Gott abgefallen“ 4 und konnte nur durch die Erlösung im Jenseits Rettung erfahren. Diese Weltangst wurde zu Beginn der Neuzeit von einem neuen, von der ordnenden Kraft der Vernunft gestützten Weltvertrauen abgelöst. Vertreter von Kopernikus, Galilei und Descartes bis hin zu Hegel sahen diese Welt als ordentlich und vernünftig an. Bereits nach Hegel begann dieses Vertrauen in die Vernünftigkeit der Welt jedoch wieder Risse zu bekommen. 5 Wille und Triebe verdrängten die bis zu diesem Zeitpunkt noch vorherrschende Vernunft. Diese kritische Einstellung wurde von Schelling und Kierkegaard über Nietzsche und Freud bis zur Existenz- und Lebensphilosophie weiter getragen. 6
1.1.2 Begriffserklärung: Angst und Furcht
Auch wenn Angst und Furcht im täglichen Sprachgebrauch oftmals als Synonyme füreinander benutzt werden und dadurch zu einer Vermischung an Begriffen führt, möchten wir an dieser Stelle noch einmal kurz auf die spezifischen Merkmale der Konstrukte eingehen, um eine mögliche Differenzierung deutlich zu machen.
Furcht hat „konkrete, mit gewisser Wahrscheinlichkeit voraussagbare Anlässe“ 7 als Ursache und kann dadurch mit „sinnvollen, wirklichkeitsbezogenen Maßnahmen“ 8 beseitigt werden. Furcht signalisiert zudem immer eine beschreibbare und fassbare Bedrohung. Als Angst hingegen beschreibt man die „Besorgnis vor etwas Unbestimmtem“. 9 Doch bleibt hier zu erwähnen, dass diese beiden Konstrukte nicht ausschließlich unabhängig von einander auftreten, vielmehr durchdringen sie einander und vermischen sich miteinander, so dass eine Unterscheidung vielen oftmals sehr schwer fällt oder bereits nicht mehr möglich ist. Auch in folgenden Definitionen wird der Begriff der Angst häufig in einem erweiterten Sinn angewendet: So bezeichnet der Theologe Paul Tillich Angst als „das schmerzhafte Gefühl, nicht fähig zu sein, mit der Drohung einer besonderen Situation fertig zu werden.“ 10 Die Menschen empfänden in diesem Fall eine Angst vor einer Situation oder den möglichen Folgen dieser. Die Menschen sind jedoch auch fähig, Angst um andere - ohne eine
4 Röglin, 1994, S.5
5 Röglin, 1994, S.5
6 Röglin, 1994, S.5
7 Röglin, 1994, S.6
8 Röglin, 1994, S.6
9 Röglin, 1994, S.6
10 Kerner, 1994, S.7
5
persönliche Bedrohung - zu empfinden, welche bisweilen sogar bis zur Angst um die Welt führen kann. Kafka schreibt darüber in seinen „Aufzeichnungen aus dem Jahr 1920“: „Manchmal hat er in seinem Hochmut mehr Angst um die Welt als um sich.“ 11
Unter diese bereits angesprochene Angst vor etwas Unbestimmten fallen laut Röglin mehrere Subformen an Ängsten, welche bereits mit dem Konstrukt der Zukunft in Verbindung stehen. So existiert u.a. eine kreatürliche Angst, welche dem vegetativen Nervensystem unterliegt und sich physiologisch an den Erregungszustand richtet. Die Angst des Bewusstseins hingegen befasst sich mit Krankheit und Tod, während die Angst vor dem Numinosen - dem unerklärlich Mächtigen - sehr stark mit der Angst vor der Leere, der Sinnlosigkeit, dem Versagen verwandt ist. Die Angst vor emotionalen oder materiellen Verlusten, die Angst der Ohnmacht - welche uns daran zweifeln lässt, die Welt zu gestalten oder auch nur zu verstehen - und auch die phobischen Ängste können vielen Menschen den Alltag erschweren und bei krankhaften Auswüchsen bisweilen sogar unerträglich machen. Was all diesen Subformen trotz ihrer Unterschiede jedoch gemein ist, ist die Tatsache, dass sie durch Maßnahmen nicht beseitigt, sondern nur durch Deutungen erträglich gemacht werden können. 12
Ludwig Jäger unterscheidet die Angst in seinem Diskurs anhand dreier Merkmale: Seiner Auffassung nach existiert zum einen die Ängstlichkeit oder Timidität, unter der eine Erwartens- oder Versagensangst zu verstehen ist. Die gerichtete oder intentionale Angst beinhaltet eine rationale Form der Besorgnis hinsichtlich konkreter Sorgen. Sie wird aufgrund der Tatsache, dass sie eng mit dem Ausdruck „Angst haben vor etwas“ bzw. „Angst haben um etwas“ verbunden ist - und damit mit den Präpositionen vor und um verbunden ist - als Präpositionalangst bezeichnet. Als dritte Angstgruppe nennt Jäger die ungerichtete Angst oder die Angst an sich. Diese Angst ist das Hauptthema vieler Diskussionen, weshalb vielfach auch vom philosophischen Typus der Angst gesprochen wird. 13
1.1.3 Ambivalenz der Angst
Doch wie bereits beschrieben hat Angst immer zwei Seiten vorzuweisen. Negative Auswirkungen folgen vor allem dann, wenn die Angst unbegründet ist und den davon Betroffenen daran hindert, seinen Alltag zu meistern. Positive Begleiterscheinungen kann sie
11 Kerner, 1994, S.7
12 Röglin, 1994, S.6
13 Kerner, 1994, S.42ff
6
jedoch vorweisen, wenn es um das Mobilisieren von Abwehrmechanismen in unkontrollierbaren und unbekannten Situationen geht. Somit können die Ängste der Bürger
• „durch Medien verstärkt oder auch ins Leere laufen
• sinnlos Forschung und Entwicklung, gewollte und gewünschte Verbesserung der Lebensqualität verhindern
• Warnungen vor Fehlentwicklungen sein und auf diesem Wege Motiv technischer und wissenschaftlicher Innovationen werden, die ohne ihr Zutun gar nicht realisiert worden wären.“ 14
All diese bereits genannten Ängste beziehen sich auf die Zukunft. Vollständigkeitshalber möchten wir deshalb an dieser Stelle kurz auf das Konstrukt Zukunft eingehen.
1.2 Zukunft
Unter Zukunft versteht man das „in der Abfolge der Zeit auf die Gegenwart“ 15 folgende. Der Wortursprung „auf einen zukommen“ deutet bereits auf seine Bedeutung hin. Dabei steht der Begriff in enger Verbindung zum Bedürfnis des Menschen nach Prognose, Planung und Vorhersage. 16
Robert Jungk, Zukunftsdenker und Erfinder von Zukunftswerkstätten, schrieb so:
„Das Morgen ist schon im Heute vorhanden, aber es maskiert sich noch als harmlos, es tarnt und entlarvt sich hinter dem Gewohnten. Die Zukunft ist keine sauber von der jeweiligen Gegenwart abgelöste Utopie: die Zukunft hat schon begonnen. Aber noch kann sie, wenn rechtzeitig erkannt, verändert werden.“ 17
Doch wer ist von diesen sog. Zukunftsängsten betroffen? Worauf richten sich dieses Ängste im Speziellen? Und welche Ursachen für das Entstehen dieser Zukunftsängste lassen sich finden?
14 Röglin, 1994, S.6
15 Der Brockhaus, 2002-2007, Stichwort „Zukunft“
16 http://de.wikipedia.org/wiki/Zukunft
17 http://www.zwnetz.de/Jungk/50.html
7
1.3 Zukunftsangst
Im Folgenden Kapitel möchten wir speziell auf diese Fragen eingehen und auf diesem Wege versuchen, einen allgemeinen Überblick über dieses Phänomen, welches doch jeden Menschen - wenn auch in unterschiedlichem Maße - betrifft, schaffen.
1.3.1 Themen der Zukunftsangst
Eine EMNID-Erhebung ergab auf die Frage, „Wenn Sie einmal Ihr Leben und Ihre Umgebung betrachten: Welche Bereiche oder Themen machen Ihnen Angst? Nennen Sie bitte kurz alle Bereiche, von denen Sie sagen, dass Sie Ihnen eher mit Angst gegenüberstehen.“, folgende nach Prioritäten geordnete Antworten, welche in anschließender Tabelle dargestellt werden:
(nach Röglin, H.-C. (1994). Technikängste und wie man damit umgeht. Düsseldorf: VDI-Verlag. S.15)
8
Die „Umfrage Perspektive Deutschland“ aus dem Jahre 2004 hat ergeben, dass sich 85% der Bevölkerung um die sozialen Sicherheitssysteme wie die Gesundheits- und Altersvorsorge sorgen. 75% fürchten sich davor, dass sich ihre finanzielle Situation weiter verschlechtern könnte. 71% glauben, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt weiter verschärfen könnte, während mit 47% fast jeder zweite um seinen Arbeitsplatz bangt. Aufgrund der Entwicklungen in den letzten Jahren kam es zudem zu einer Zunahme an Angst vor Naturkatastrophen wie Hochwasser oder Waldbränden, sowie der Angst vor Terroranschlägen. 18
Eine andere Umfrage ergab, dass 85% der Menschen Angst vor der Zukunft haben, während nur 15% angaben, sich vor der Zukunft nicht zu fürchten. 19
Am 4. September 1992 veröffentlichte BILD eine Hitliste deutscher Ängste unter dem Titel „Wovor die Deutschen die größte Angst haben“, anhand dieser zutage tritt, dass dies für 31% „schwere Krankheit“ ist. 20
Wie aus der Tabelle und den Umfrageergebnissen ersichtlich, existieren vielfach Ängste, welche sich auf die unterschiedlichsten Gebiete beziehen:
• Krieg, Terror, Gewalt
• Schadstoffe, Strahlung
• Unfälle, Krankheiten, Katastrophen
• Existenzverlust, Arbeitslosigkeit
• Verlust der Zuwendung
• Negative Gefühle 21
Dabei ist die Zukunftsangst nicht an ein bestimmtes Lebensalter gebunden. Bereits Kinder und Jugendliche, aber auch ältere Menschen sowie Rentner, sorgen sich um ihre Zukunft. Auf welchem der sechs Gebiete sich dabei ihre Angst verstärkt zeigt, kann von mehreren Faktoren sowie bisweilen soziodemographischen Variablen beeinflusst werden. Die Angst um die materielle Existenz hingegen zieht sich durch alle gesellschaftlichen Schichten. Während wohlhabende Menschen Ängste vor einem möglichen Verlust des Vermögens haben, ängstigen sich zum Beispiel Obdachlose davor, dass ihnen ihr letztes Hab und Gut gestohlen
18 http://www.gesundheitswerkstatt.de/gesundheitstipp/angst/worauf.richten.sich.zukunftsaengste.html
19 Baum, 2004, S. 40
20 Kerner, 1994, S. 41
21 Baum, 2004, S. 164ff
9
werden könnte. Ein Selbstständiger sorgt sich womöglich mehr um seinen Arbeitsplatz, als ein Beamter, der für den Rest seines Lebens sicher versorgt ist. Unbestritten ist jedoch, dass Männer und Frauen gleichermaßen unter Zukunftsängsten leiden. 22
1.3.2 Ursachen für die Entstehung von Zukunftsangst
Ereignisse, in denen wir uns durch die Unkontrollierbarkeit und Ungewissheit der Situation bedroht fühlen, erwecken in uns Menschen vielfach das Gefühl der Angst. Zwar leben wir in einer von Beck als „Risikogesellschaft“ 23 bezeichneten Gesellschaft, die sich im täglichen Leben vielfach Risiken aussetzt, indem viele z.B. eine gefährliche Sportart ausüben oder mit überhöhter Geschwindigkeit im Straßenverkehr fahren. Diese Risikobereitschaft findet jedoch ein jähes Ende, sobald das Risiko nicht in freier Entscheidung übernommen wurde, sondern von außen auferlegt wurde. Als Folge daraus resultiert ein Angstgefühl, welches durch bestimmte Faktoren jedoch zudem noch beschleunigt werden kann.
Negative Gedankenmuster
Viele Menschen sind der Überzeugung, dass die Zukunft nichts Positives für sie bereithält. Nur die negativen Aspekte gelangen ins Augenmerk ihres Interesses, weshalb eine Vielzahl an positiven Ereignissen nicht bemerkt und erfahren wird. Verstärkt werden diese negativ orientierten Einstellungen durch die Medien, die durch die Einseitigkeit der Berichterstattung - ausschließlich belastende Themen wie zum Beispiel Arbeitslosigkeit, Hunger, Amokläufe oder Mordfälle erfahren ausführliche mediale Behandlung - die Aufmerksamkeit auf all die negativen Dinge lenken, so dass man zu der Überzeugung gelangt, die Welt bestünde ausschließlich aus Angst und Schrecken. 24
Durch diese negativen Gefühle können wir uns in unsere Ängste hineinsteigern und auf diesem Wege in einen gefährlichen Kreislauf geraten:
22 http://www.gesundheitswerkstatt.de/gesundheitstipp/angst/wer.hat.zukunftsangst.html
23 Kerner, 1994, S.14
24 Baum, 2004, S. 36
(nach Baum, J. (2004). Keine Angst vor morgen - Strategien für den Umgang mit Zukunftsängsten. München: Kösel-Verlag GmbH. S.60)
Die Gedanken der Sorge führen auf diesem Wege nämlich zu Angstgefühlen, welche wiederum charakteristische Körpersymptome der Angst wie Schlaflosigkeit oder Herzrasen zur Folge haben und auf diesem Wege die Angst verstärken.
Mangelndes Selbstwertgefühl
Menschen, die an mangelndem Selbstwertgefühl leiden, trauen sich selbst nicht viel zu. Ihnen fehlt das Vertrauen in ihre Handlungspotenziale, weshalb sie nicht in der Lage sind, ihre Hilflosigkeits- und Ohnmachtsgefühle abzulegen, um sich auch auf diesem Wege gleichzeitig der übertriebenen Zukunftsangst zu entledigen. Das Zweifeln an einem selbst ist in diesem Fall ausschlaggebend für den falschen Umgang mit der Zukunft. 25
Angst vor Kontrollverlust
Die Tatsache, dass wir Menschen nur begrenzt Einfluss auf unsere Zukunft haben, veranlasst viele dazu, aus Angst vor dem Ungewissen, Sicherheiten zu schaffen. Ihre gesamte Energie wird dabei für dieses Vorhaben - Kontrolle in allen Bereichen - aufgewendet, ohne dabei zu bedenken, dass es in keinem Lebensbereich absolute Sicherheit gibt. Dieses unerreichbare Ziel und der Versuch, dieses dennoch zu erreichen, führen auf Seiten des Handelnden nicht nur zur Verschwendung seiner Kräfte, sondern bisweilen auch zur Erschöpfung. 26
25 www.gesundheitswerkstatt.de/gesundheitstipp/angst/ursachen.fuer.das.entstehen.von.zukunftsaengsten.html
26 www.gesundheitswerkstatt.de/gesundheitstipp/angst/ursachen.fuer.das.entstehen.von.zukunftsaengsten.html
11
Magisches Denken
Manche Menschen sind der Überzeugung, dass häufiges Sorgen die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines negativen Ereignisses verringert. Sie leben nach dem Motto: „Je mehr ich mich sorge, desto seltener tritt ein negatives Ereignis ein.“ Dass diese Einstellung in der Realität keine Wirkung zeigt, liegt wohl vor allem daran, dass es Dinge gibt, die außerhalb menschlicher Einflussnahme und somit unkontrollierbar sind. 27
Alles-oder-Nichts-Prinzip
Menschen, die nach diesem Prinzip leben, handeln und sehen ihre Umwelt in Schwarz-Weiß-Kategorien. Es fehlen Abstufungen, weshalb es ihnen nicht möglich ist, Wahrnehmungen und Erlebnisse anhand von „Zwischentemperaturen“ zu bewerten. 28 Worte wie „manchmal“ oder „ab und zu“ fehlen gänzlich im Wortschatz der Betroffenen. Vielmehr beschreiben sie ihre Umwelt mit Vokabeln wie „nie“ und „immer“.
Übertreibende Verallgemeinerung
Jeder Mensch musste im Laufe seines Lebens sicherlich bereits mindestens einmal ein negatives Ereignis hinnehmen. Menschen, die sehr stark verallgemeinern, glauben jedoch, dass diesem einzelnen Ereignis mit hundertprozentiger Sicherheit eine Serie von negativen Ereignissen folgen wird. Einzelne Aspekte, welche die eigene These stützen, werden dabei herausgegriffen, während gegenteilige Merkmale verdrängt oder ignoriert werden. Auf diesem Wege wird die Welt durch einen Filter wahrgenommen, der es einem nicht erlaubt, die wahren und womöglich mitunter positiven Aspekte der Wirklichkeit und der Realität zu beachten. 29
27 www.gesundheitswerkstatt.de/gesundheitstipp/angst/ursachen.fuer.das.entstehen.von.zukunftsaengsten.html
28 Baum, 1994, S. 74
29 Baum, 2004, S. 75
Arbeit zitieren:
Jean-Manuel Mönnich, Andrea Heckele, Susanne Klein, 2009, Fragebogenstudie Zukunftsangst, München, GRIN Verlag GmbH
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