VERZEICHNISSE I. I.
Inhalt
I. VERZEICHNISSE
Inhalt 1
Abbildungen 4
Abk ürzungen 5
II. EINLEITUNG
1. Einleitung 8
1.1. Aktualität des Themas 8
1.2. Problemstellung 9
1.3. Aufbau der Arbeit 10
III. GRUNDLAGEN RECHTLICHES
2. Der Arbeitgeber katholische Kirche 12
2.1. Die Freie Wohlfahrtpflege als Gesamtheit aller sozialen Hilfen 12
2.2. Mitgliedszahlen katholische Kirche Deutschland und deren Entwicklung 15
3. Homosexualität 17
3.1. Vermutungen zu Ursachen für Homosexualität 17
3.2. Geschichtlicher Exkurs zur Homosexualität in Deutschland 18
3.3. Homosexualität heute 19
4. Die Einstellung der katholischen Kirche zum Thema Homosexualität 21
4.1. Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 21
4.2. Homosexualität in der Bibel 23
5. Staat und Kirche 25
5.1. Staat und Kirche in der geschichtlichen Entwicklung 25
5.2. Die Rechtsquellen der Kirche 26
1
VERZEICHNISSE I. I.
6. Die Caritas als Arbeitgeber. 28
6.1. Die Caritas in der geschichtlichen Entwicklung 28
6.2. Die Grundordnung des kirchlichen Dienstes 29
6.3. Die Arbeitsvertragsrichtlinien 32
IV. FALLBEISPIELE
7. Beispiele für den Umgang der katholischen Kirche mit Loyalitätsverstößen 34
7.1. Der Fall Kolpingwerk 34
Vorgeschichte 34
Der Arbeitsgerichtsprozess 35
Die Entscheidung des Arbeitsgerichts Frankfurt am Main 36
Zu den Entscheidungsgründen des Arbeitsgerichts 36
7.2. Der Fall Bernd Schüth 38
Vorgeschichte 38
Der Verlauf des Rechtstreits 38
Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte 40
7.3. Schlussfolgerungen aus den Fallbeispielen 40
V. SCHUTZ VOR DISKRIMINIERUNG
8. Schutz vor Diskriminierung 42
8.1. EU Recht und Richtlinien 42
8.2. Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) 42
8.3. Kompetenzmangel der EU? 43
9. Zur Diskriminierung Homosexueller am Arbeitsplatz 45
9.1. Out im Office? 45
a. Offenheit bezüglich sexueller Identität 46
b. Faktoren der Organisation, die die Offenheit beeinflussen 46
c. Ungleichbehandlung und Diskriminierung 47
2
VERZEICHNISSE I. I.
VI. ERFAHRUNGEN
10. Erfahrungsberichte zum Thema Homosexualität und Kirche 50
10.1. Interviewstudie Erfahrungen schwuler Männer und Kirche. 50
10.2. Erfahrungsbericht eines homosexuellen Mitarbeiters
in einer Einrichtung der katholischen Kirche 53
Die Methode 53
Die Erfahrungen 54
VII. ZUSAMMENFASSUNG AUSBLICK
11. Zusammenfassung Fazit 57
11.1. Zusammenfassung der allgemeinen Resultate 57
11.2. Resultate in Bezug auf die Forschungsfragen der Arbeit 58
12. Ausblick 61
VIII. LITERATUR
Literatur 63
B ücher Broschüren 63
Internetquellen 65
Gesetze Gerichtsurteile 67
IX. ANHANG
Eidesstattliche Erklärung 69
Brief eines homosexuellen Mitarbeiters in einer katholischen Einrichtung 70
3
Abbildungen
Abbildung 1: ………………………………………………………………………….. 13 Hauptamtliche Mitarbeiter(innen) der Freien Wohlfahrtspflege
Abbildung 2: .…………………………………………………………………………. 13 Beschäftigtenzahl der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege
Abbildung 3: ………………………………………………………………………….. 14 Auszug aus der Zentralstatistik der Caritas 2008
Abbildung 4: ………………………………………………………………………….. 16 Einwohner nach Religionszugehörigkeit
Abbildung 5: ………………………………………………………………………….. 27 Rechtsquellen der Kirche
Abbildung 6: ………………………………………………………………………….. 47 Offenheit am Arbeitsplatz bzgl. sexueller Identität
Abbildung 7: ………………………………………………………………………….. 48 Diskriminierungsindex
Abbildung 8: ………………………………………………………………………….. 48 Erfahrungen mit Diskriminierung am Arbeitsplatz 1
Abbildung 9: ………………………………………………………………………….. 49 Erfahrungen mit Diskriminierung am Arbeitsplatz 2
Abkürzungen
Art. Artikel zit. n. zitiert nach Herv. i. O. Hervorhebung im Original FW Freie Wohlfahrtspflege AT Altes Testament NT Neues Testament DDR Deutsche Demokratische Republik BRD Bundesrepublik Deutschland WRV Weimarer Reichsverfassung EMRK Europäische Menschenrechtskonvention EU Europäische Union EG Europäische Gemeinschaft GG Grundgesetz BGB Bürgerliches Gesetzbuch f. folgende ff. fort folgende Jh. v. Chr. Jahrhundert vor Christi Jh. n. Chr. Jahrhundert nach Christi AVR Arbeitsvertragsrichtlinien AVO Arbeitsvertragsordnung ArbG Arbeitsgericht n Gesamtzahl o. J. ohne Jahresangabe
„Homosexuelle Ausrichtung ist nicht verbunden mit Sünde, Krankheit.
Sie ist eher eine Gabe Gottes, die angenommen und mit Dank gelebt sein soll.
Die Menschen wählen nicht ihre sexuelle Ausrichtung. Sie erleben sie als etwas,
das ihnen gegeben ist“ (Lesbische und Schwule Basiskirche Basel, o.J., zit.n. McNeill, o.J.).
Mitbegründer von
„Dignity“
(Vereinigung von katholischen Lesben und Schwulen, USA)
(vgl. Lesbische und Schwule Basiskirche Basel, o. J.)
1. Einleitung
Die Kirche als Arbeitgeber 1 spielt in Deutschland vor allem im sozialen Bereich eine bedeutsame Rolle. Viele soziale Einrichtungen liegen in Händen kirchlicher Trägerschaft. In diesen Einrichtungen ist die christliche Ausrichtung allgegenwärtig. Für Mitarbeiter(innen) gelten in Einrichtungen kirchlicher Trägerschaft besondere Anforderungen und Pflichten. Diese Pflichten einzuhalten gilt für alle Mitarbeiter(innen) gleichermaßen. Der persönlichen Individualität des (der) Mitarbeiter(in)s wird dabei beinahe keine Gewichtung beigemessen. Insbesondere für Beschäftigte mit Persönlichkeitsmerkmalen, denen die Kirche fraglich gegenübersteht, bedeutet die Erfüllung der Pflichten eine Belastung.
Vielen Menschen ist wohl allgemein bekannt, dass die Kirche homosexuellen Menschen kritisch gegenüber steht. Gespräche mit Bekannten und Freunden während der Vorbereitungsphase auf diese Arbeit machten aber deutlich, dass eine Unwissenheit über die Pflichten der Beschäftigten in kirchlichen Einrichtungen vorherrscht. Insbesondere der Umgang mit homosexuellen Beschäftigten in Einrichtungen der katholischen Kirche ist vielen Menschen nicht oder nur in geringem Maße bekannt.
1.1. Aktualität des Themas
Das Thema Homosexualität und Kirche wird in der Literatur durchaus diskutiert. Aus der Literaturrecherche ergeben sich Erfahrungsberichte von homosexuellen Menschen zu diesem Thema. In diesen Berichten thematisieren homosexuelle Menschen ihre Gedanken bezüglich ihrer Religion. Sie setzen sich mit Grenzen und Problemen innerhalb ihres Glaubens ausei-nander.
Ebenso bietet die Literatur einen Überblick über die Haltung der katholischen Kirche zum Thema Homosexualität allgemein. Verschiedene Autoren diskutieren die kritische Einstellung der Kirche. Es existieren aktuelle Rechtsprechungen in Bezug auf Arbeitsverhältnisse bei kirchlichen Trägern auf innerdeutscher und europäischer Ebene.
1 Die Begriffe „Arbeitgeber“ und „Dienstgeber“ beziehen sich in der gesamten Arbeit sowohl auf männliche
als auch auf weibliche Personen.
In Bezug auf homosexuelle Beschäftigte in kirchlichen Einrichtungen fehlen jedoch Veröffentlichungen. Es ließen sich keinerlei Erfahrungsberichte von homosexuellen Beschäftigten ausfindig machen. Aus der Literatur geht kaum hervor, mit welchen Problemen diese Menschen konfrontiert werden, welche Aufstiegschancen sich ihnen eröffnen oder eben nicht, wie offen sie mit ihrem Privatleben im Arbeitsalltag umgehen können. Diese Forschungslücke zu füllen, soll die vorliegende Arbeit einen Beitrag leisten.
1.2. Problemstellung
Die Arbeit soll die Aktualität des Themas Homosexualität und Kirche verdeutlichen. Sie soll einen Überblick bieten über die rechtliche Situation, in der sich homosexuelle Beschäftigte in kirchlichen Einrichtungen befinden. Darüber hinaus soll die Arbeit auch den Konflikt ansprechen, der sich für homosexuelle Beschäftigte in kirchlichen Einrichtungen aufzeigt. Sie soll Bezug nehmen auf die Empfindung von homosexuellen Menschen.
Aus dieser Zielsetzung ergibt sich folgende Hauptfragestellung:
Wie gestaltet aktuelle Rechtslage für homosexuelle Mitarbeiter(innen) in Einrichtungen der katholischen Kirche?
Die Hauptfragestellung wird zur Konkretisierung in folgende Teilaspekte untergliedert:
o Welche dienstlichen Vorgaben gibt es in katholischen Einrichtungen in Deutsch-land? Wie werden diese umgesetzt?
o Welche Erfahrungen machen homosexuelle Arbeitnehmer(innen) in katholischen Einrichtungen tatsächlich?
o Besteht ein Zwiespalt zwischen der homosexuellen Orientierung des (der) Arbeitnehmer(in)s und den Anforderungen des katholischen Arbeitgebers? Welche Wege finden homosexuelle Menschen mit diesem Zwiespalt umzugehen?
1.3. Aufbau der Arbeit
Das erste Kapitel der Arbeit widmet sich den Grundlagen und dem rechtlichen Bereich zum Thema katholische Kirche und Homosexualität. In diesem Kapitel wird die katholische Kirche als Arbeitgeber vorgestellt. Dabei wird auf die Größenordnung der Mitgliedszahlen Bezug genommen. Ebenso wird der kirchenrechtliche Bereich näher erläutert. Das Thema Homosexualität nimmt einen großen Teil des ersten Kapitels ein. Es wird dargestellt, wie die katholische Kirche zum Thema Homosexualität steht. Außerdem findet in diesem Kapitel die Auseinandersetzung mit der Beziehung zwischen Kirche und Staat statt. Im zweiten Kapitel wird anhand zweier Fallbeispiele dargestellt, wie die katholische Kirche bei Vorliegen eines Verstoßes gegen die Dienstordnung in kirchlichen Arbeitsverhältnissen vorgeht.
Das dritte Kapitel widmet sich den Diskriminierungserfahrungen homosexueller Menschen am Arbeitsplatz allgemein.
Im vierten Kapitel dient ein Brief eines homosexuellen Mitarbeiters einer katholischen Einrichtung exemplarisch als Erfahrungsbericht.
Die Arbeit schließt im fünften Kapitel mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einer Diskussion ab.
Es soll an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass es sich bei der vorliegenden Arbeit um eine Auseinandersetzung mit der katholischen Kirche und dem Thema Homosexualität handelt. Vergleiche zur evangelischen Kirche werden in keinem Abschnitt der Arbeit herangezogen.
Ebenso bleibt unberücksichtigt, dass es in Deutschland trotz allgemein geltendem Recht durchaus Unterschiede in der Durchsetzung der Pflichten und Obliegenheiten gibt. Die herangezogenen Erfahrungsberichte und Fallbeispiele können somit nur als Beispiele dienen. Sie können nicht auf den gesamtdeutschen Raum übertragen werden.
2. Der Arbeitgeber katholische Kirche
In diesem Abschnitt der Arbeit soll dargelegt werden, welchen Stellenwert die katholische Kirche als Arbeitsgeber im Gesundheits- und Sozialbereich einnimmt. Die Größenordnung aufzuzeigen ist wichtig, um zu verstehen, welche Rolle die katholische Kirche auf dem Arbeitsmarkt spielt. Außerdem wird Bezug genommen auf die Mitgliedszahlen der katholischen Kirche.
2.1. Die Freie Wohlfahrtpflege als Gesamtheit aller sozialen Hilfen
„Unter freier Wohlfahrtspflege (FW) versteht man die Gesamtheit aller sozialen Hilfen, die auf freigemeinnütziger Grundlage und in organisierter Form geleistet werden“ (Glaubitz, 2011).
Sechs Spitzenverbände sind in der Freien Wohlfahrtspflege organisiert: Arbeiterwohlfahrt (AWO) Deutscher Caritasverband Paritätischer Wohlfahrtsverband Deutsches Rotes Kreuz (DRK) Diakonisches Werk (DW)
Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST).
Die kirchlichen Wohlfahrtsverbände zählen zu den größten Arbeitgebern und bedeutenden Wirtschaftsunternehmen in Deutschland. Bundesweit sind 1,54 Millionen Arbeitnehmer(innen) in der Freien Wohlfahrtspflege beschäftigt. Sie steht damit auf der Liste der größten Arbeitgeber deutlich vor den großen Industrieunternehmen Siemens und VW. Diese beschäftigen zum Vergleich 400.000 bzw. 370.000 Mitarbeiter(innen) weltweit. (vgl. Glaubitz, 2011) Die Beschäftigtenzahl in der Freien Wohlfahrtspflege hat sich seit 1970 vervierfacht. Wie der Abbildung 1 zu entnehmen ist, waren 1970 ca. 400.000 Mitarbeiter(innen) in Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege beschäftigt. Im Jahr 2000 lag die Beschäftigtenzahl bereits bei 1,16 Millionen Menschen und 2008, wie bereits erwähnt bei 1,54 Millionen Arbeitnehmer(innen).
Abbildung 1: Hauptamtliche Mitarbeiter(innen) der Freien Wohlfahrtspflege
Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Falter 2010, S. 1
Die Caritas, als Vertreter der katholischen Kirche, nimmt die größte Arbeitgeberrolle unter den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege ein. Ende 2008 waren insgesamt 507.500 Menschen hauptamtlich bei der Caritas beschäftigt.
Abbildung 2: Beschäftigtenzahl der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege
Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Falter 2010, S. 5
Arbeit zitieren:
Jana Nitezki, 2011, Chancengleichheit? Über den Umgang mit homosexuellen Beschäftigten in Einrichtungen der katholischen Kirche, München, GRIN Verlag GmbH
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