Abstract
Die erste Aufgabe der Bachelorthesis ist die Überprüfung, ob es sich bei der BERT-SCHI AG um ein nachhaltig handelndes Unternehmen handelt In diesem Zusammenhang wird die Entstehung des Begriffs Nachhaltigkeit beschrieben. Nachhaltiges Han- delnwird außerdem in das „Drei Säulen“-Modell mit den drei Pfeilern Ökologie, Ökonomie und Soziales gegliedert. Der Schwerpunkt des nachhaltigen Handelns in der Logistik liegt auf der Ökologie und wird deshalb auch „Grüne Logistik“ genannt. Haupt- augenmerkliegt auf der Reduktion des CO 2 -Ausstoßes. Die zweite Aufgabe der Thesis besteht darin, Maßnahmen zur Senkung der CO 2 -Emissionen vorzustellen und aufzuzeigen, welche Bereiche der Nachhaltigkeit betroffen sind. Hierzu werden aktuelle Studien sowie „Best Practice“-Lösungen aus der Logistik vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
1.1 Betriebliche Aufgabenstellung 1
1.2 Ziel der Arbeit 1
1.3 Verlauf der Arbeit 1
2 Unternehmensvorstellung 3
3 Nachhaltigkeit 6
3.1 Entstehung des Nachhaltigkeitsbegriffs 6
Das „Drei Säulen“- Modell 8
3.2
3.2.1 Ökologie 9
3.2.2 Ökonomie 10
3.2.3 Soziales 10
3.2.4 Kritik 10
3.3 Nachhaltige Entwicklung in Unternehmen 11
3.4 Nachhaltige Entwicklung in der Logistik 13
3.4.1 Politik 14
3.4.2 Interessenverbände 15
3.4.3 Konzerne 16
4 Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung bei der BERTSCHI AG 17
4.1 Grundlegende Maßnahmen eines Logistikdienstleisters 17
4.1.1 Modular Shift 18
4.1.2 Containerauslastung 20
4.1.3 Fuhrparkerneuerung 21
4.1.4 Fuhrparkmanagement 22
4.2 Maßnahmen rund um den LKW 23
4.2.1 Höchstgeschwindigkeit 24
4.2.2 Fahrertraining 25
4.2.3 Aerodynamikpakete 26
4.2.4 Reifendruck 27
4.2.5 Telematiksysteme 28
4.2.6 Alternative Kraftstoffe 29
4.3 Maßnahmen rund um den Gebäudekomplex 30
5 Fazit 33
A Anhang 36
I
Inhaltsverzeichnis
B Quellenverzeichnis 47
II
Abkürzungsverzeichnis
AB .................. privat aktiebolag vergleichbar zur deutschen GmbH AG ................... Aktien Gesellschaft BASF ............... Badische Anilin- &Soda-Fabrik BAG ................ Bundesamt für Güterverkehr BBS ................. Behavior-based safety
BMVBS ........... Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Cefic ................ Conseil Européen de l’Industrie Chimique Verband der Europäischen chemischen Industrie CO 2 .................. Kohlenstoffdioxid COP ................. Conference of the Parties DSLV .............. Deutscher Speditions- und Logistikverband ECTA .............. European Chemical Transport Association EEV ................. Enhanced Environmentally Friendly Vehicle EG .................... Europäische Gemeinschaft EPCA ............... European Petrochemical Association EU .................... Europäische Union GfK .................. Gesellschaft für Konsumforschung GmbH .............. Gemeinschaft mit beschränkter Haftung GUS ................. Gemeinschaft Unabhängiger Staaten lfE .................... Lehrstuhl für Energiewirtschaft und Anwendungstechnik ISO .................. Internationale Organisation für Normung ISI .................... Frauenhofer Institut System- und Innovationsforschung IT ..................... Informationstechnik
IUCN ............... International Union for Conservation of Nature and Natural Resources Kfz ................... Kraftfahrzeug KMU ................ Kleine und mittlere Unternehmen
KV ................... Kombinierter Verkehr KWh ................ Kilowattstunde LKW ................ Lastkraftwagen
NV ................... Naamloze Vennootschap vergleichbar zur deutschen AG PWC ................ Pricewaterhouse Coopers SA .................... Société anonyme vergleichbar zur deutschen AG StVZO ............. Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung THG ................. Treibhausgas UBA ................ Umweltbundesamt
UIRR ............... Union International des société de transport combiné Rail-Route Internationale Vereinigung der Gesellschaften für KV Schiene-Straße UN ................... United Nations
UNCED .......... United Nations Conference on Environment and Development häufig als Erdgipfel bezeichnet UNEP .............. United Nations Environment Programme USA ................. United States of America VTT ................. Technical Research Centre of Finland WCED ............. World Commission on Environment and Development
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 - Logo der BERTSCHI AG
Abbildung 2 - BERTSCHI AG 1964 - 75
Abbildung 3 - BERTSCHI AG 1976 - 85
Abbildung 4 - BERTSCHI AG 1986 - 95
Abbildung 5 - BERTSCHI AG heute
Abbildung 6 - Das magische Dreieck der Nachhaltigkeit
Abbildung 7 - Einordnung Modular Shift Straße auf Schiene
Abbildung 8 - Einordnung Modular Shift Schiene - Schiff
Abbildung 9 - Einordnung Containerauslastung
Abbildung 10 - Einordnung Fuhrparkerneuerung
Abbildung 11 - Vergleich des Kraftstoffmehrverbrauchs bei LKW aufgrund der
Spureinstellungen
Abbildung 12 - Einordnung Fuhrparkmanagement
Abbildung 13 - Einordnung Maßnahmen rund um den LKW (Standard)
Abbildung 14 - Plakat der Deutschen POST AG zum Kraftstoffschonenden Fahren
Abbildung 15 - Einordnung Fahrerschulungen
Abbildung 16 - Übersicht der Aerodynamikmaßnahmen am Teardrop-Auflieger
der Deutschen Post DHL
Abbildung 17- Plakat der Deutschen POST AG zum richtigen Reifendurck
Abbildung 18 - Typische Verteilung des Energieverbrauchs eines Logistik-
dienstleister (ohne Fuhrpark)
Abbildung 19 - Energieeinsparpotential von IT Arbeitsplätzen im Vergleich
Abbildung 20 - Einordnung Maßnahmen rund um den Gebäudekomplex
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 - Lieferzeiten unterschiedlicher Verkehrsträger
Tabelle 2 - BERTSCHI AG Fuhrpark der Niederlassung Köln
V
1 Einleitung
1.1 Betriebliche Aufgabenstellung
Die Firma BERTSCHI AG transportiert Güter überwiegend im intermodalen Verkehr und hat sich bis zum Jahr 2015 die Einsparung von CO 2 -Emissionen zum Ziel gesetzt. Aus diesem Grund sieht sich die BERTSCHI AG als Vorreiter der nachhaltigen Entwicklung in der Logistik.
Im Rahmen dieser Bachelorthesis soll geprüft werden, ob die BERTSCHI AG ein nachhaltig handelndes Unternehmen ist. Des Weiteren sollen Maßnahmen aufgezeigt werden, mit denen die gesteckten CO 2 -Reduktionsziele erreicht werden können.
1.2 Ziel der Arbeit
Das erste Ziel der Bachelorthesis ist die Überprüfung, ob die BERTSCHI AG ein nachhaltig handelndes Unternehmen darstellt. Dazu muss zunächst verdeutlicht werden, was Nachhaltigkeit ist und mit welchen Modellen die nachhaltige Entwicklung beschrieben werden kann. Außerdem ist zu klären, welche Entwicklungstendenzen in Unternehmen und in der Logistik zu erkennen sind, worin der Fokus für eine nachhaltige Entwicklung in Logistikunternehmen liegt und wer die treibenden Kräfte für eine solche nachhaltige Entwicklung sind.
Das zweite Ziel der Thesis ist die Vorstellung von Maßnahmen zur Senkung der CO 2- Emissionenund die Präsentation der betroffenen Bereiche der Nachhaltigkeit. Hierzu werden aktuelle Studien und „Best Practice“-Lösungen aus der Logistik vorgestellt, mit denen die BERTSCHI AG die Senkung der CO 2 -Emissionen umsetzen kann.
1.3 Verlauf der Arbeit
Zunächst wird im zweiten Kapitel das Unternehmen BERTSCHI AG vorgestellt. Das dritte Kapitel befasst sich mit der Nachhaltigkeit. In Abschnitt 3.1 wird die Entstehungsgeschichte des Nachhaltigkeitsbegriffs aufgezeigt. Im Anschluss findet eine Ei- nordnungdes Begriffs in das „Drei Säulen“-Konzept statt (3.2). Hierzu werden im Ein- zelnendie drei Säulen „Ökologie“ (3.2.1), „Ökonomie“(3.2.2) sowie „Soziales“ (3.2.3) beschrieben. Eine kritische Betrachtung des Konzepts und die daraus folgende Weiterentwicklung wird in Abschnitt 3.2.4 vorgenommen. Der Abschnitt 3.3 beschäftigt sich mit der Frage, warum Unternehmen nachhaltig handeln müssen. Was nachhaltige Ent- wicklungin der Logistik bedeutet und welche Rolle die drei treibenden Kräfte „Politik“
(3.4.1), „Interessenverbände“ (3.4.2) und „Konzerne“(3.4.3) dabei spielen wird in Abschnitt 3.4 verdeutlicht.
Im anschließenden vierten Kapitel werden konkrete Maßnahmen zur Senkung der THG-Emissionen benannt. Die drei großen Themenkomplexe „Grundlegende Maßnahmen für Logistikdienstleister“ (4.1), „Maßnahmen rund um den LKW“ (4.2) sowie „Maßnah- menrund um den Gebäudekomplex“ (4.3) sind jeweils in Einzelmaßnahmen unterteilt. Den Abschluss der Thesis bildet das fünfte Kapitel, in dem ein Fazit gezogen wird.
2 Unternehmensvorstellung 1
Das in Dürrenäsch/Schweiz ansässige Familienunternehmen BERTSCHI AG ist ein Transportlogistikunternehmen und bietet produktbezogene Transportmöglichkeiten in der chemischen Industrie an. Hierzu gehören Transporte von festen Schüttgütern in Silo-Containern sowie Transporte von flüssigen Gütern in Tank -Containern für gefahrlose Güter und Gefahrgüter. Des Weiteren übernimmt die BERTSCHI AG Projekte rund um das „Redesign von Supply Chain Prozessen“, den Aufbau von internen Werkslogistikkonzepten oder die Gestaltung von Container Depots.
Die Unternehmensgeschichte lässt sich in vier Abschnitte unterteilen. Gegründet wird die Einzelfirma Bertschi Dürrenäsch 1956 durch Hans Bertschi. In den Folgejahren erbringt er Pionierleistungen im kombinierten Verkehr. So werden 1964 die ersten Tankzüge auf Bahnwagen von Basel nach Lugano verladen. 1965 gründen Hans und Rolf Bertschi die BERTSCHI AG, welche anfangs im Besitz von 14 LKW war. 1966 steigt das Unternehmen in den Containerverkehr ein. Und wird Mitbegründer des Jointventure HUPAC SA, Chiasso. Die HUPAC SA tritt als unabhängiger Dienstleister des kombinierten Verkehrs auf. 1972 betreibt die BERTSCHI AG das erste eigene Bahnterminal in Wohlen und startet mit einer täglichen Zugverbindung von Wohlen nach Köln.
1 Für das gesamte Kapitel vgl. Bertschi AG (2006) und Bertschi AG (2010)
2 Vgl. Bertschi AG (2010)
3 Eigene Darstellung in Anlehnung an Bertschi AG (2006) S. 11
Den zweiten Abschnitt der Unternehmensgeschichte bilden die Jahre von 1976 bis1985, während denen Niederlassungen im Ausland aufgebaut werden. 1977 wird in Düssel-dorf die erste Niederlassung im Ausland gegründet. 1979 folgt die Eröffnung des Kombi-Terminals Birrfeld und 1983 mit BustoArsizo die erste italienische Niederlassung samt Kombi-Terminal eröffnet.
Im dritten prägenden Abschnitt der Firmengeschichte, von 1986 bis 1995, steht das weitere Wachstum im Mittelpunkt. Die Nord-Süd Achse entwickelt sich zu einem Netz. Die Nachfolgegeneration tritt in Person von Hans-Jörg Bertschi und Brigitta Berner 1987 in die Firmenleitung ein.Zwischen1987 und 1993 werden in schneller Abfolge europaweit an strategischen Logistikstandorten neue Terminals eröffnet. Hierzu gehören Hamburg, Antwerpen, Linz, Middlesbrough sowie Tarragona und Leipzig. Ab 1994 gelingt der endgültige Durchbruch in den neuen Bundesländern und läutet den Start der Expansion nach Osteuropa ein.
Im letzten Abschnitt der Unternehmensgeschichte, von 1996 bis heute, wandelt sich die BERTSCHI AG vom Transporteur zum Logistiker und expandiert weiter nach Osteuropa. In den Jahren 1992 bis 1999 werden Werkslogistikanlagen und Bahnterminals in den Chemiewerken von Kolb Moerdijk, Solvay Bitterfeld, BASF Schwarzheide, Bayer
4 Eigene Darstellung in Anlehnung an Bertschi AG (2006) S. 12
5 Eigene Darstellung in Anlehnung an Ebenda S. 14
Leverkusen und Lonza Visp gebaut und in Betrieb genommen. Heute ist die BERT-SCHI AG außerdem für die Transportlogistikkonzepte von Shell in Teeside und von DOW in Delfzijl verantwortlich. Das Unternehmenswachstum wird durch die Gründung weiterer Niederlassungen in den Niederlanden, Polen, Luxemburg, Irland, Ungarn, sowie Estland und Litauen vorangetrieben. 2005 wird die Tochterfirma BERTSCHI RUSSIA in St. Petersburg gegründet. Die BERTSCHI AG steigt damit in den „Short- Sea“-Verkehrnach Russland ein. Im gleichen Jahr wird die Firma Nordic Bulkers in Schweden übernommen und ist bis heute unter eigenem Namen in Skandinavien tätig. In den Folgejahren werden weitere Niederlassungen eröffnet (Moskau 2006, Rotterdam 2007, Terneuzen 2007, Timisoara2008, Burgas 2008). Das 2009 eingeweihte Trimodal-Terminal 6 in Duisburg ist bis heute die größte Investition in der Firmengeschichte.
Die BERTSCHI AG ist heute in 22 Ländern mit 1800 Mitarbeitern, 1150 eigenen Fahrzeugen sowie 14000 Tank- und Silo-Containern vertreten. Sie besitzt ein flächendeckendes Netzwerk in Europa, inklusive Russland und den ehemaligen GUS-Staaten und erwirtschaftet damit einen Jahresumsatz von 420 Millionen Euro. Die BERTSCHI AG ist Teilnehmerin am „ResponsibleCare“- Programm der chemischen Industrie. Dies unterstreicht die eigenen hohen Ansprüche an die Qualität der Dienstleistung für den Kunden, sowie die hohen Ansprüche an Sicherheit für alle beteiligten Personen.
6 Trimodal = Bahn-, Schiffs- und Straßenterminal
7 Vgl. Bertschi AG (2011) zur Verdeutlichung vgl. Anhang A.1BERTSCHI AG heute - Großformat
Arbeit zitieren:
Patrick Rizzon, 2011, Stand und Ausbau des Nachhaltigkeitskonzeptes bei der Bertschi AG, München, GRIN Verlag GmbH
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