Inhaltsverzeichnis
1. Inhaltsverzeichnis 2
2. Abstract 2
3. Umfragen - wozu? 3
4. Nutzungsforschung als Subdisziplin der KW 4
5. Ansätze aus drei Richtungen 5
6. Die einschlägigen Studien nach ihrem Gegenstand 6
6.1 Der Pressebereich 6
6.2 Hörfunkforschung 8
6.3 Das Fernsehen 9
6.4 Online-Analysen 10
6.5 Medienübergreifende Erhebungen 11
7. Schwierigkeiten potentielle Problemfelder 12
8. Fazit/Ausblick 15
9. Bibliographie 16
Abstract
Ziel dieser Arbeit ist es, die vielfältigen Verfahren zur Erhebung von Datensätzen zur
Mediennutzung im Allgemeinen und der sie umgebenden Variablen knapp zu
pr äsentieren. Dabei werden die gängigeren damit befassten deutschen
Forschungsinstitute anhand ihrer bedeutendsten Studien katalogartig vorgestellt. Die
Tatsache , dass allein eine dieser Unternehmungen in der Erläuterung en detail bereits
eine Arbeit füllen könnte, gebietet es, sich auf einen überblicksartigen und äußerst
skizzenhaften Abriss zu beschränken. Auch die geläufigen Befragungsmethoden
sowie die Messungskriterien werden nur insofern überflogen, als für den Kontext
unabdinglich. Nichtsdestotrotz sollten die so gewonnenen Erkenntnisse ausreichen, in
eine Bilanzierung der möglichen Stärken Schwächen überzuleiten, wie sie
gegenw ärtig in der damit befassten wissenschaftlichen Literatur diskutiert werden. In
nahtloser Verbindung dazu steht abschließend ein spekulativer Ausblick auf eventuelle
L ösungswege, um mit einem Schlaglicht auf zukünftig antizipierte Entwicklungen
abzurunden.
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Umfragen - wozu?
Wer sich auch nur wenige Stunden mit dem komplexen, weil interdisziplinären Theoriegefüge der kommunikativen & medialen Forschung auseinandersetzt, stößt unweigerlich auf die inzwischen Kultstatus besitzende Lasswell-Formel: “who says what, to whom, in which channel, with what effect?” Um die Wirkung soll es an dieser Stelle zu schaffen sein. Dabei gilt es aber noch ein wenig zu differenzieren. Wie so oft nämlich überschneiden sich Sachverhalte in der Realität, wo es dem szientifischen Beobachter in seiner typischen naiven Neugier ursprünglich um definitorische Klarheit und begriffliche Trennschärfe ging. Ohne lange in epistemologischen Grundsatzdebatten zu verharren; auf die vorliegende Thematik bezogen heißt dies vor allem, dass es durchaus lohnenswert erscheinen könnte, den aus dem o. g. Satz abgeleiteten Terminus der Rezipientenforschung, der ja selbst schon eine Synthesis von Ziel (“to whom”) und Einfluss (“with what effect”) darstellt, näher zu beleuchten. Was man dadurch gewinnt, ist maximale logische Stimmigkeit, bei gleichzeitiger Permeabilität für den Vorgang, wie er sich realiter zeigt. Man sieht schon, in einem kybernetischen Modell, welches ja in erster Linie durch Rückkopplung geprägt ist, verschwimmen in Wirklichkeit Grenzen, um deren Rigidität der Geist stets kämpft, um überhaupt so etwas wie Austausch von Botschaften zwischen Menschen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, mit Sinn zu versehen. In der Praxis ergibt sich daraus eine folgenschwere Konsequenz; eine Dynamik in unserer Welt, wie sie vom Individuum nur noch schwer nachzuvollziehen ist, die auf der anderen Seite aber wiederum jede Menge Raum für neue Synergien und Kreationen schafft, also genau das, was den wissenschaftlichen Betrieb sui generis ausmacht, wie er in zunehmendem Maße ins Alltagsbewusstsein einsickert und was sich an der sich seuchenartig verbreitenden regelrechten Informationssucht der Bürger spielend ablesen lässt; man denke nur an die nahezu zehn Stunden, die jeder täglich den Medien opfert, also beinahe zwei Drittel der Zeit die man wach verbringt. 1 Um sich eben in diesem Buchstabendschungel und Neuigkeitschaos wenigstens noch ein bisschen orientieren zu können, bedarf es, und das sowohl von Seiten der Produzenten, wie Konsumenten, als auch dem intermediär vermittelndem Bereich, sprich den Medien selber und insbesondere da, geeigneter
1 Bei Eimeren & Frees, S. 377, loc. cit. (Onlinestudie) sind es 562 min., in der Langzeitstudie von Eimeren & Ridder, S. 502, loc. cit. kommt man sogar auf 600 min. in 2005
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Messinstrumente. Zur Veranschaulichung könnte man evtl. das Internet heranziehen, in dem die Menge der zugänglichen Informationen wie von nichts anderem von den Recherchekapazitäten des Users abhängt, sozusagen “google” als Mediaanalyse für den Einzelnen, wenn der Vergleich auch etwas hinkt. Ein wenig präziser wäre wohl der Vergleich mit Metasuchmaschinen, die sich auf die spezifischen Merkmale ihrer eigenen Betreiber konzentriert. Bevor diese nun im Folgenden angeschnitten werden, ohne das zunächst recht ersichtlich ist, ob dieser Anspruch überhaupt erfüllt werden kann, vorweg also die angekündigte Eingrenzung der Mediennutzungsforschung an und für sich, in der Absicht, die noch bestehenden Missverständnisse systematischer auszuräumen.
Nutzungsforschung als Subdisziplin der KW
Die Rezipientenforschung ist ein Bereich, der eine Vielzahl von Phänomenen in sich vereinigt, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Vom Zuschauer daheim am Bildschirm, über die Bevölkerungsgruppe der bildungsvernarrten Zeitschriftenleser bis hin zum gesamtgesellschaftlichen Wirkungskreis westlicher Zivilisation und ihrer spezifischen kulturellen Determinanten, wird hier prinzipiell alles abgedeckt, was auch nur im entferntesten mit den Wirkungen zu tun hat, die ein Medium bei seinen Empfängern hervorruft. Um solcher “Schwammigkeit” nicht unnötig Vorschub zu leisten, ist es hier wie überall im streng wissenschaftlichen Betrieb von Nutzen, adäquate Operationalisierungen zu verwenden und so strukturell einwandfrei wie irgend erreichbar zu definieren. Es bietet sich beispielsweise folgende Gliederung an: während sich die tendenziell eher makrokosmischen Entwicklungen in der Medienwirkungsforschung subsumieren, Wörter wie “Wissenskluft”,
“Diffusionsforschung”, “Agenda-Setting” mögen einem hier einfallen, aber auch die breiter angelegten “cultural studies”, würde man mit der Kategorie der Rezeptionsforschung im engeren Sinne eher den Bogen zu individualzentrierten Zugängen schlagen. Dieser wiederum könnte man bedenkenlos die Überlegungen, die sich mit der Selektion von Neuigkeiten beschäftigen, zurechnen, ebenso wohl wie auch den “uses-and-gratifications-approach”, alles in allem also ein hedonistischerer Blickwinkel. Außen vor bliebe dann bis jetzt lediglich noch die Mediennutzungsforschung selbst, die quasi das statistische Rohmaterial unter Zuhilfenahme quantitativer Prozesse liefert, u. U. dann auch als Basis für
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weiterführende qualitative Untersuchungen. 2 Aber damit ist es noch nicht getan. So geeignet sich diese Gruppierung für die theoretisch-analytische Stringenz ausnehmen mag, so deutlich zeigt sich andererseits in der Praxis die Durchlässigkeit derartiger Baumdiagramme für die Anforderungen der angewandten Datensammlung.
Ansätze aus drei Richtungen
Bevor nun aber Fallbeispiele zu Rate gezogen werden, kann man getrost auf die alten, dem Denken immanenten Konflikte zwischen Empirie & Hermeneutik verweisen. So wie man gut, böse oder Nietzsche sein kann, darf auch Mediennutzung für sich genommen erneut grob in drei Perspektiven aufgesplittet werden. Während sich sozusagen “traditionelle” Ansätze nahezu ausschließlich mit den
Reichweitenkennziffern von Trägermedien auseinandersetzen, mit dem vorrangigen Ziel der Ermittlung erreichter Bevölkerungsprozente, also der, auf Verwendung bezogen, dahingehend “neutrale” Zweig, lässt sich hiervon ein Erkenntnisinteresse differenzieren, das sich gefahrlos als marktorientiert charakterisieren lässt, insofern es werberelevante Ergebnisse ans Licht bringt. In Abgrenzung von dieser vornehmlich an größtmöglicher Dimension ausgerichteten Herangehensweise, da ja Quote bekanntlich Gage nach sich zieht und vom ökonomischen Gesichtspunkt aus betrachtet keine darüber hinausweisenden Einsichten vonnöten sind, bleibt letztlich noch ein Rest, das Gegengewicht in der Waagschale. Alles was freilich den Marketingfachmann des “promotion” lancierenden Konzerns höchstens periphär tangiert, mag durchaus Steckenpferd des schlimmstenfalls verschrobenen, in der Regel aber von gesundem Drang nach Wissen & Meisterschaft, ja Perfektion in seinem Metier suchendem, erkundendem Pionier der postmodernen Verirrungen, oder auch Fortschritte einer Medienlandschaft des 21. Jahrhunderts sein. Ihm wird es dann auch um die Umstände zu Buche stehen, die zur Konsumtion bewogen haben, des weiteren wird er nicht davor Halt machen, rigoros und unbarmherzig nach Trends, nach tieferen Zusammenhängen zu suchen, als auch das Subjekt des Ganzen genauer unter die Lupe zu nehmen und dieses hinsichtlich seiner Einstellungen, Ansichten, seiner Lebenstelemetrie befragen, vielleicht gar in der Absicht homogener
2 Selbstverständlich, dem Alltagsverständnis Rechnung tragend, sind all diese Gebiete „Mediennutzungsforschung“; um den Rahmen nicht zu sprengen, wird an dieser Stelle aber nur auf die im engeren Sinne Rücksicht genommen, so wie sie exemplarisch bei Pürer, S. 310-14, loc. cit. definiert ist.
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Arbeit zitieren:
Oliver Köller, 2007, Standarduntersuchungen zur Mediennutzung, München, GRIN Verlag GmbH
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