Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung
2
2. Quellenkritik
2.1. „Vita Karoli Magni“
2-3
2.2. Philologische Erläuterung 3
2.3. Kommentar 4
2.4. Zusammenfassung 4
3. Quelleninterpretation
5-6
3.1. Gründe für die lange Dauer des Krieges 6
3.1.1. Feldzüge gegen die Sachsen vor 772 6-7
3.1.2. Die verschiedenen Religionen 7
3.1.3. Untreue der Sachsen 8
3.1.4. Zusätzliche Schwierigkeiten des Unternehmens 8-9
4. Sachsenkrieg
9
4.1. Die erste Kriegsphase 772 bis 776
9-10
4.2. Die zweite Kriegsphase 777 bis 794
10-11
4.3. Die dritte Kriegsphase 795 bis 804
11-12
5. Auswertung
12-13
6. Bibliographie
14
7. Anhang
15
2
1. Einleitung
772 begannen die Truppen Karls des Großen vom Mittelrhein aus ihren ersten militärischen Vorstoß gegen die Sachsen. Sie eroberten die Eresburg, zerstörten ein sächsisches Heiligtum, die Irmensäule und kehrten mit vielen Schätzen und einigen sächsischen Geiseln in ihr Land zurück. Sie dachten, dass sie jetzt die Sachsen ein für alle mal bezwungen hätten und gingen anderen Geschäften nach, denn der Krieg gegen die Langobarden musste vorbereitet werden. Dieser Fehlschluss sollte sich bitter auszahlen, da die Sachsen 744 einen verheerenden Rachefeldzug im Reich der Franken begannen. Sie belagerten das Erzbistum Büraburg und zerstörten das Kloster von Fritzlar. „Der langwierigste, grausamste und anstrengendste Krieg“ 1 , wie Einhard schreibt, wurde jetzt auch von der Seite der Sachsen begonnen.
Das Ringen zwischen dem Frankenherrscher und den verschiedenen Gruppen der Sachsen zog sich, unterbrochen von zahlreichen Unterwerfungen, Verträgen und erneuten Aufständen, 33 Jahre lang hin. Erst im Jahre 804 wurde der endgültige Frieden eingeläutet und die Sachen in das fränkische Reich eingegliedert 2 .
Es stellt sich die Frage, weshalb der Krieg überhaupt begonnen wurde und aus welchen Gründen er so lange gedauert hatte?
Ich werde zuerst versuchen einen Auszug aus der Quelle „Vita Karoli Magni 3 “ (Biographie Karls des Großen), der die Sachsenkriege beschreibt, der Quellenkritik nach Götz 4 zu unterziehen und die Fragestellung anhand meiner gewonnenen Erkenntnisse aus der Quelle und der mir zur Hilfe stehenden Sekundärliteratur zu beantworten. Anschließend beschreibe ich den Kriegsverlauf, indem ich ihn in drei Phasen 5 unterteile.
2. Quellenkritik
2.1. „Vita Karoli Magni“
Der aus einem ostfränkischen Adelsgeschlecht stammende und umfassend gebildete Einhard war am Ende des 8. Jahrhunderts an Karls des Großen Hof gekommen und hatte rasch Karriere gemacht. In der Folgezeit entwickelte sich tiefgründiges Vertrauen und eine
1 Einhard Leben Karls des Großen (Einhardi Reichsgeschichte. Erster Teil, neu bearb. Von und
1993(Ausgewählte Quellen zur deutschen Stein Gedächtnisausgabe 5), S. 173, 175.
2 Lampen Angelika, Sachsenkriege, sächsischer Widerstand und Kooperationen, in: C. Stiegemann/M. Wemhoff
(Hrsg.), 799 - Kunst und Kultur der Karolingerzeit. Karl der Große und Papst Leo III in Paderborn,
Bd. I, Mainz 1999, S. 268.
3 Einhard Leben Karls des Großen (Einhardi Reichsgeschichte. Erster Teil, neu bearb. Von und
1993(Ausgewählte Quellen zur deutschen Stein Gedächtnisausgabe 5), S.172-177.
4 Goetz, Hans- Werner, Proseminar Geschichte: Mittelalter, Stuttgart 2000, S. 287ff.
5 Diese Einteilung orientiert sich an der Darstellung der Sachsenkriege nach: Lampen Angelika, Sachsenkriege,
sächsischer Widerstand und Kooperationen, in: C. Stiegemann/M. Wemhoff (Hrsg.), 799 - Kunst und Kultur der
Karolingerzeit. Karl der Große und Papst Leo III in Paderborn,Bd. I, Mainz 1999, S. 264-272. Vgl.: auch 3.6 Die
Sachsenkriege .
3
enge Freundschaft zwischen Einhard und dem fränkischem Herrscher. Seine „Vita Karoli Magni“ verfasste er rund zehn Jahre nach dem Tod des Kaisers. Einhards Schrift nimmt eine Sonderstellung im Gegensatz zu anderen mittelalterlichen Biographen ein, weil er den lateinischen Geschichtsschreiber Sueton nachahmte, der um 120 n. Chr. Lebensbilder der römischen Kaiser verfasste und darin auch die Vorlieben und Alltagsgewohnheiten der Herrscher beschrieben hatte 6 . Im Großen und Ganzen versucht Einhard Karl den Großen als einen idealen Herrscher darzustellen. Er verzichtete zwar auf die Hervorhebung christlicher Tugenden, wie andere mittelalterliche Schreiber, betonte aber auch seinerseits allgemeingültige, statische Eigenschaften: Karl habe etwa „Alle Herrscher seiner Zeit an Weisheit und Seelengröße“ überragt 7 .
2.2 Philologische Erläuterung
Es empfiehlt sich einige Begriffe aus der Quelle, im zeithistorischen Kontext näher zu betrachten. Dieses kommt dem allgemeinen Verständnis der Quelle entgegen.
- Einhard charakterisiert die Sachsen als „Heiden“ (S. 175, Z. 39). Die Bezeichnung „Heiden“ umschrieb damals im abwertendem Sinn alle Völker, die weder Juden noch Christen waren. Der Begriff umfasste damals ebenfalls alle Völker mit polytheistischen Religionsformen 8 . Dazu gehörten auch zweifellos die Sachsen mit ihrer Vielzahl an verschiedenen Göttern 9 .
- Der Begriff „Götzendienst“ (S. 175, Z. 3 u. 20) beschreibt die Ausübung eines religiösen Rituals an einem heiligen Ort in Bezug auf einen heiligen Gegenstand. Götze ist ein Begriff biblischen Ursprungs 10 . Das deutsche Wort „Götze“ ist ein erweiterter Begriff der Bezeichnung Gott und bedeutet soviel wie „kleiner Gott“.
- „Sakramente“ (S. 177, Z. 1) sind in der christlichen Kirche symbolische Handlungen, die durch äußere Zeichen und Praktiken dargebracht werden. Dazu zählen das Abendmahl, die Taufe, die Firmung, Priesterweihen und Eheschließungen 11 .
- „Sühne“ (S. 175, Z. 43) bedeutet religiöse Wiedergutmachung eines Verschuldens durch einen Ausgleich der Schuld (der Sünde) durch ein Gebet oder eine Opferdarbringung 12 .
- „unterjochen“ (S. 175, Z. 34) bedeutet soviel wie unterdrücken oder gewaltsam
beherrschen. Unterjocht werden können ganze Völker oder bestimmte Minderheiten 13 .
6 Springer, Mathias, Die Sachsen, Stuttgart 2004, S 178.
7 Becher, Matthias, Karl der Große, München 2004, S. 7.
8 Erich Bayer (Hrsg.), Wörterbuch zur Geschichte, Begriffe und Fachausdrücke, 2. Aufl., Stuttgart 1965.
9 Angenendt, Arnold, Die Christianisierung Nordwesteuropas, Stiegemann/M. Wemhoff (Hrsg.), 799 - Kunst
und Kultur der Karolingerzeit.und Papst Leo III in Paderborn, Bd. II, Mainz 1999, S. 427 ff.
10 http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tze, 21.07.2006, 23:04.
11 Meyers Lexikonredaktion (Hrsg.), Duden Lexikon A-Z, 3.Auflage.
12 Der Brockhaus, Bd. 10, Leipzig 2004, S. 178.
13 Der Brockhaus, Bd. 10, Leipzig 2004, S. 234.
4
2.3 Kommentar
Um die Quelle von nun an besser in ihrem Gesamtzusammenhang zu verstehen, füge ich dieser Arbeit eine Karte bei. Diese veranschaulicht geographisch die Geschehnisse des Krieges und unterstützt mein weiteres Vorgehen.
2.4 Zusammenfassung
In diesem Auszug aus der Vita Karoli Magni, beschreibt der Biograph Karls des Großen Einhard den Krieg der Franken gegen die Sachsen von 772 bis 804. Diesen Krieg betitelt er als den anstrengendsten, langwierigsten und grausamsten, den das Volk der Franken je geführt hat. Einhard charakterisiert die Sachsen als ein wildes und dem Götzendienst ergebenes Naturvolk, mit einer feindseligen Einstellung gegenüber dem christlichen Glauben. Der Geschichtsschreiber betont im Anschluss besondere Umstände, die täglich den Frieden bedrohten: Wegen der ungesicherten Grenze zwischen den Franken und Sachsen käme es fortwährend von beiden Seiten zu Mord, Raub und Brandstiftung. Dieser Zustand sei für die Franken unerträglich geworden und hätte letztendlich den Ausbruch des 33 Jährigen Krieges herbeigeführt, der mehr zum Nachteil der Sachsen, als zu dem der Franken verlief. Für Einhard hätte der Krieg schon viel früher zu Ende gebracht werden können, wenn die Sachsen an ihrer geschworenen Treue gegenüber dem fränkischen König festgehalten hätten. Sie verrieten mehrmals ihre Treueschwüre und wurden vom König und seinen Grafen daraufhin bestraft, bis schließlich alle Widersacher unter den Sachsen besiegt waren. 10000 Mann mit Weib und Kind seien im Verlauf des Krieges von den beiden Ufern der Elbe nach Germanien und Gallien umgesiedelt worden. Die Sachsen hätten nach vielen Jahren des Kampfes und des Widerstandes letztendlich dem Götzendienst und all ihren anderen Religionsbräuchen entsagt und sich durch die Annahme des christlichen Glaubens mit den Franken zu einem Volk vereinigt. Im Anschluss an seine Ausführungen zum Kriegsende betont Einhard die direkte Beteiligung Karls des Großen an den Kämpfen bei Detmold und an der Haase, die eine besonders heftige Niederlage der Sachsen zur Folge hatten. Allerdings beklagt er die hohen Verluste in den Adelständen beider Parteien. Zum Ende des Krieges seien die Franken in andere Konflikte verwickelt gewesen, die sie jedoch auf Grund Karls bemerkenswerter Ausdauer, sowie seinem Glück, zu ihren Gunsten bewältigen konnten. Karl sei den langwierigen Gefechten gegen die Sachsen nie aus dem Wege gegangen und habe alle Probleme mit einer Souveränität gemeistert, die ihn von allen anderen herrschenden Adligen seiner Zeit kennzeichnete.
5
Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Andrej Wolf de Oliveira, 2006, Was waren die Gründe für den Beginn und für die lange Dauer des Sachsenkrieges (772 - 804)?, München, GRIN Verlag GmbH
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