Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Herkunft der Ikone 4
III. Askese als Bildthema der Ikone. 8
a) Elias’ Himmelfahrt. 9
b) Johannes der Täufer. 11
IV. Askese der ikonenmalenden Mönche. 13
V. Fazit. 14
VI. Quellenangaben. 15
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I. Einleitung
Diese Hausarbeit wird sich mit dem Thema der Askese in der russischen Ikonenmalerei befassen.
Im Zusammenhang mit dem Seminarthema „Abnehmen“ soll hier untersucht werden, inwieweit man bei der Darstellung hagerer Heiliger von einem Ideal sprechen kann. Wo besteht der Unterschied zwischen Abnehmen, Hungern und der Askese?
Im ersten Kapitel soll die Herkunft der Ikone erläutert werden. Die Herkunft und Entwicklung der russischen Ikone ist von großer Bedeutung, um die Werke von ihren Vorbildern in Byzanz und der realistischen Bildtradition der Mumienportraits abzugrenzen. Leider kann die Geschichte der Ikonen in der Hausarbeit nur skizziert werden. Im Zusammenhang mit dem genannten Thema wird das Hauptaugenmerk auf den unterschiedlichen Auffassungen von Schönheit und Idealen ruhen, um somit ein besseres Verständnis für die Bedeutung der Askese in der russischen Ikonenmalerei zu bekommen.
Anhand zweier Beispiele soll die Darstellung von mageren Heiligen nachvollzogen werden um das Dünnsein als ästhetischen Faktor zu bestimmen.
Nachfolgend wird die Askese der Ikonen malenden Mönche erläutert um die Analogie des Bildthemas im Diesseits zu zeigen.
Hinweis zur Zitierweise: Die erste Angabe einer Quelle in der Fußnote erfolgt ausführlich, danach nur noch in der „abgespeckten“ Kurzfassung. Die gesamten Quellen sind nochmals in voller Länge am Ende der Hausarbeit angefügt.
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II. Herkunft der Ikone:
Das Wort Ikone stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet Bild oder Abbild. Die ältesten Ikonen stammen aus dem späten 5. und dem
6. Jahrhundert. Zu dieser Zeit beginnt sich die Bedeutung der Ikone als religiöses Kultbild herauszukristallisieren. Diese festigt ihren Stand durch den Ikonoklasmus im 9. Jahrhundert. Ausgehend von der Malerei in Byzanz entwickelt die Ikone ihre spezifische Form vor allem in Russland und im slawischsprachigen Raum. Dort ist die Bedeutung der Ikone auch heute noch unangefochten und hat eine große Wirkkraft, etwa auf die Konstruktivisten. Die Tretjakov-Galerie in Moskau besitzt die größte und wichtigste Ikonensammlung schlechthin.
Der Ursprung der orthodoxen Ikonen findet sich in der vorchristlichen Malerei. Diese äußert sich vor allem in drei Bildtypen:
1. heidnische Götterbilder
2. Kaiserportraits
3. Mumienportraits
Die Bilder des frühen Christentums knüpfen an diese Formen der Darstellung an. Vor allem die Mumienportraits spielen hierbei eine zentrale Rolle. Hans Belting beschreibt in seinem Buch: Bild und Kult 1 die Veränderung der Totenportraits, die anfangs ein realistisches (und zugleich idealisierendes) Abbild des Verstorbenen sind. Sie besitzen dabei aber weniger einen repräsentativen Charakter, sondern vielmehr einen illustrativen. Im Laufe der Zeit kommt es zu einem Bedeutungswandel der Mumienportraits. Im 4. Jahrhunderts verschwinden die Bilder aus den verschlossenen Grabkammern um im öffentlichen Kirchengebäude aufgestellt zu werden. Das Mumienportrait wird durch diesen Ortwechsel zu einem repräsentatives Bild und gilt nicht mehr dem Verstorbenen, sondern den Lebenden zur Andacht. Bald darauf beginnt man für prominente Persönlichkeiten mehr als nur ein Portrait anzufertigen und damit ist der Weg zum christlichen Kultbild geebnet. Es werden Bilder von Heiligen angefertigt, die oftmals nur als Ersatz für fehlende Reliquien (z.B. Maria) gedacht sind, bald aber selbst zu Kultobjekten werden. Belting bezeichnet
1 Hans Belting: Bild und Kult, Verlag C.H. Beck, München 1990
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Ikonen als ideale Objekte zur Verehrung, aber auch zur Zerstörung, da sie sowohl transportable Objekte sind, aber zeitgleich auch Prinzipien eines Glaubens verkörpern. Bildhafte Darstellungen von Gott und Heiligem gelten oft jedoch als heidnisch. Es wundert also nicht, dass Ikonen, zwar nicht alleinige Gründe, aber doch Auslöser für Streit werden. „Der Monotheismus war schon deswegen bilderfeindlich, weil die Nachbarreligionen ihre lokalen Götter in <
2 Hans Belting: Das echte Bild; Verlag C.H. Beck, München 2005, S.11
3 Valerij Sergejew: Das heilige Handwerk - Leben und Werk des Ikonenmalers Andrej Rubljow; Herder-Verlag, 1991, Freiburg, S. 59
4 Malerbücher mit Schablonen und exakten Kompositionsschemata der byzantinischen Originale.
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Arbeit zitieren:
Marco Hompes, 2008, Askese in der russischen Ikonenmalerei, München, GRIN Verlag GmbH
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