Diese Arbeit ist ein Versuch, mögliche Manipulationsprozesse von Seiten der Regierung und Medien in einer demokratischen Gesellschaft wie den Vereinigten Staaten zu untersuchen. Eine Übersicht über die Entwicklungen der Massenmedien in den letzten Jahren in den USA dient als Einstieg. Eine Analyse unterschiedlicher Werke von Autoren wie Noam Chomsky soll die Zusammenhänge zwischen Massenmedien, Manipulation und Demokratie in der Theorie erschließen. Eine Analyse zur Berichterstattung der Medien zum 11. September und dem Irak-Krieg verdeutlicht schließlich die Zusammenhänge an konkreten Beispielen. Welche Folgen diese Zusammenhänge schließlich auf die Zielländer der US-Angriffe haben, wird zum Ende der Arbeit diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
VORWORT
1. DIE ENTWICKLUNG DER MASSENMEDIEN IN DEN VEREINIGTEN STAATEN IM 21. JAHRHUNDERT
1.1 WETTBEWERB ODER GLOBALES KARTELL? DIE KOMMERZIALISIERUNG UND GLOBALISIERUNG DER MEDIEN
1.2 KONSUMENT ODER REZIPIENT? DIE POPULARISIERUNG DER MEDIEN
1.3 EIN WEG AUS DER KRISE? JOURNALISMUS UND NEUE MEDIEN
2. DEMOKRATIE UND MEDIEN: DER PROZESS DER POLITISCHEN MEINUNGSBILDUNG
2.1 FREEDOM OF PRESS = SPEECH OF FREEDOM? VORAUSSETZUNGEN FÜR EINE FUNKTIONIERENDE ÖFFENTLICHE MEINUNGSBILDUNG
2.2 MODELLE DER MEDIENORGANISATION NACH CHOMSKY
2.3 PROPAGANDAMODELL CHOMSKYS
3. “MANUFACTORING CONSENT“: MANIPULATIONSPROZESSE IN EINER DEMOKRATISCHEN GESELLSCHAFT
3.1 MEDIATISIERTE POLITIK
3.1.1 DER ÖFFENTLICHE EINFLUSSBEREICH
3.1.2 DER POLITISCHE EINFLUSSBEREICH
3.2 INFORMATIONSVIELFALT VS. EINSEITIGKEIT
3.3 REGULIERUNGEN DER REGIERUNG: DIE FEDERAL COMMUNICATION COMMISSION (FCC)
4. “POLITISCHE WELLEN” UND DIE ROLLE DER MEDIEN
4.1 MASSENMEDIEN UND TERRORISTISCHE GEWALTTATEN
4.1.1 DIE STEUERUNG VON ENTSCHEIDUNGEN AUF POLITISCHER EBENE
4.1.2 MEDIEN ALS VERMITTLER TERRORISTISCHER WELTANSCHAUUNGEN
4.2 MEDIEN UND KRIEGSPROPAGANDA
5. DIE BERICHTERSTATTUNG DER US-MEDIEN ZUM 11. SEPTEMBER
5.1 MANIPULATIONSPROZESSE VON SEITEN DER MEDIEN
5.1.1 PRÄSENTATIONSFORMEN
5.1.2 PERSONIFIZIERUNG DER OPFER
5.1.3 „REALITY-TV“
5.1.4 SEMANTIK
5.2 DIE MEDIEN ALS VERMITTLER REGIERUNGSPOLITISCHER ZIELE
5.3 „PROJECT FOR EXCELLENCE IN JOURNALISM”
6. DIE BERICHTERSTATTUNG DER US-MEDIEN ZUM IRAK-KRIEG
6.1 „MANUFACTORING CONSENT“: DIE KRIEGS-PROPAGANDA DER AMERIKANISCHEN REGIERUNG
6.2 PRESSEFREIHEIT ODER ZENSUR? DER „EMBEDDED JOURNALISM“
6.3 TECHNIK ALS MITTEL DER MANIPULATION
6.4 „NECCESSARY ILLUSIONS“: OFFIZIELLE QUELLEN UND EXPERTEN
7. „ENDURING FREEDOM“ UND „IRAQI FREEDOM“: US-AUßENPOLITIK UND DIE SEHNSUCHT NACH DEMOKRATIE
7.1 DIE ROLLE DER MEDIEN IM PROZESS DER DEMOKRATISIERUNG UND BEFREIUNG AFGHANISTANS
7.1.1 „OPERATION INFINITE JUSTICE“: DIE KOALITION GEGEN DEN TERROR
7.1 DIE ROLLE DER MEDIEN IM PROZESS DER DEMOKRATISIERUNG UND BEFREIUNG AFGHANISTANS
8. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSSICHT
9. LITERATUR
10. ANHANG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie US-Massenmedien durch gezielte Manipulationsprozesse und die Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen zur Formung der öffentlichen Meinung in Krisenzeiten wie nach dem 11. September und während des Irak-Krieges beigetragen haben.
- Theoretische Grundlagen von Medienmacht und Manipulation (u.a. Noam Chomsky)
- Strukturwandel der US-Medienlandschaft durch Kommerzialisierung
- Analyse der Berichterstattung zum 11. September und zum Irak-Krieg
- Die Rolle des „embedded journalism“ und staatlicher Informationssteuerung
- Mediale Effekte auf das öffentliche Verständnis von Demokratie und US-Außenpolitik
Auszug aus dem Buch
1.1 Wettbewerb oder globales Kartell? Die Kommerzialisierung und Globalisierung der Medien
„What you are seeing is the creation of a global oligopoly. It happened to the oil and automotive industries earlier this century; now it is happening to the entertainment industry”2, beschreibt Christopher Dixon, Medienanalyst bei Paine-Webber die Entwicklungen der Medien in den 90-ern. Besaßen Mediensysteme früher hauptsächlich nationalen Charakter, entwickelte sich in den letzten Jahren zunehmend eine globale und kommerzielle Medienlandschaft. Die Deregulierung der Medienindustrie, die Privatisierung des Fernsehens und neue Technologien ermöglichen es den Medienmogulen, außerhalb der Vereinigten Staaten auf den lukrativen europäischen und asiatischen Märkten Fuß zu fassen und ihre Macht auf internationaler Ebene auszuweiten.
Zusammengenommen beherrschen die erst- und zweitrangigen Medienunternehmen den Großteil des Marktes auf der ganzen Welt. Betrachtet man diesen Aspekt vor dem Hintergrund des Wettbewerbs ergibt sich ein seltsames Bild: So stark die Konkurrenz innerhalb der Medienindustrie auf den ersten Blick auch erscheinen mag, ist das Mediensystem in wirtschaftlicher Hinsicht kaum von Wettbewerb gezeichnet. Viele der größten Medienunternehmen besitzen Anteile anderer Medienriesen, haben gemeinsame Direktoren. Auf diese Art und Weise versichern sie sich gegen jedes Risiko, reduzieren den Wettbewerb und behalten den Profit stets in den eigenen Händen. Damit ähnelt das gesamte Mediensystem eher einem globalen Kartell als einem konkurrierenden Markt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. DIE ENTWICKLUNG DER MASSENMEDIEN IN DEN VEREINIGTEN STAATEN IM 21. JAHRHUNDERT: Untersuchung der ökonomischen und strukturellen Transformation der Medienlandschaft hin zu globalen Oligopolen.
2. DEMOKRATIE UND MEDIEN: DER PROZESS DER POLITISCHEN MEINUNGSBILDUNG: Theoretische Auseinandersetzung mit der Rolle der Pressefreiheit und Chomskys Propagandamodellen im demokratischen Kontext.
3. “MANUFACTORING CONSENT“: MANIPULATIONSPROZESSE IN EINER DEMOKRATISCHEN GESELLSCHAFT: Analyse der mediatisierten Politik und der Instrumentalisierung öffentlicher Meinungsräume.
4. “POLITISCHE WELLEN” UND DIE ROLLE DER MEDIEN: Erörterung der Dynamik von Medienzyklen bei terroristischer Gewalt und in Krisenzeiten.
5. DIE BERICHTERSTATTUNG DER US-MEDIEN ZUM 11. SEPTEMBER: Empirische Untersuchung der medialen Aufbereitung des 11. Septembers und deren Effekt auf die Unterstützung für staatliche Reaktionen.
6. DIE BERICHTERSTATTUNG DER US-MEDIEN ZUM IRAK-KRIEG: Analyse der Propagandastrategien, der Rolle des eingebetteten Journalismus und der gezielten Manipulation durch offizielle Informationen.
7. „ENDURING FREEDOM“ UND „IRAQI FREEDOM“: US-AUßENPOLITIK UND DIE SEHNSUCHT NACH DEMOKRATIE: Kritik an der imperialen Rhetorik der US-Außenpolitik und deren Spiegelung in den Medien.
8. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSSICHT: Synthese der Ergebnisse zur gegenseitigen Manipulation von Politik und Medien sowie Ausblick auf die Möglichkeit eines kritischen Journalismus.
Schlüsselwörter
Massenmedien, Manipulation, Demokratie, Manufacturing Consent, Noam Chomsky, Irak-Krieg, 9/11, Propaganda, Embedded Journalism, Kommerzialisierung, öffentliche Meinung, Informationsfilter, Terrorismus, US-Außenpolitik, Medienkonzentration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Magisterarbeit untersucht die Interaktion zwischen US-amerikanischen Massenmedien, staatlicher Regierung und demokratischen Entscheidungsprozessen am Beispiel der Ereignisse des 11. Septembers und des darauf folgenden Irak-Krieges.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die ökonomische Struktur der Medien, Theorien zur politischen Meinungsbildung, mediale Manipulationsstrategien, Kriegspropaganda und die ideologische Einbettung der US-Außenpolitik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit US-Medien in demokratischen Strukturen nicht als neutrale Beobachter, sondern als Akteure fungieren, die zur Herstellung eines politischen Konsenses (Manufacturing Consent) im Sinne der Regierung beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse von Medienmodellen (u.a. Noam Chomsky) sowie einer inhaltsanalytischen Auswertung von Berichterstattung, Slogans und Umfragedaten zu den konkreten Konflikten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Berichterstattung zum 11. September (Personifizierung, Reality-TV) und zum Irak-Krieg (embedded journalism, gezielte Desinformation), um Mechanismen der Manipulation offenzulegen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Manufacturing Consent, Medienoligopole, embedded journalism, Kriegspropaganda, Meinungsbildung, Patriotismus und die Rolle des Pentagon als Informationsquelle.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des "embedded journalism"?
Die Autorin sieht den "embedded journalism" als Instrument der staatlichen Kontrolle, das durch eine engere Bindung zwischen Militär und Presse kritische Distanz verhindert und das Kriegsgeschehen in ein "TV-Spektakel" verwandelt.
Welche Rolle spielen Umfragedaten in der Argumentation?
Die Autorin nutzt PIPA- und Zogby-Umfragedaten, um zu belegen, wie erfolgreich die Regierungspropaganda war, das Bewusstsein der Bevölkerung bezüglich Themen wie Massenvernichtungswaffen im Irak oder den Gründen für den Krieg in Afghanistan zu formen.
- Quote paper
- MA Anja Denise Biedermann (Author), 2003, Massenmedien, Manipulation und Demokratie in den Vereinigten Staaten: 9/11 und der Irak Krieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18045