Migration in Europa
Das Thema dieses Essays ist die Migration in Europa. Dabei wird sowohl auf die Bewegungen der Migranten innerhalb Europas, als auch die Zuwanderung nach Europa näher behandelt. Vor allem sollen geschichtliche Hintergründe beziehungsweise Daten und Fakten dargestellt und die Ursachen erläutert werden. Weiters werden in diesem Essay die politischen Systeme bezüglich der Migrations- und Integrationspolitik von Österreich, Großbritannien und Schweden verglichen und die Differenzen deutlich hervorgehoben.
Begriff „Migration“:
Wanderung betrifft sowohl wandernde Menschen, als auch die Gesellschaften, Kulturen und Regionen zwischen denen sich diese Personen fortbewegen. Migration umfasst einerseits diese Art von Wanderungsbewegungen aber auch jeden Wechsel einer Gruppenzugehörigkeit. Der Wechsel von Gesellschaften ist genauso mit Migration zu beschreiben wie der Wechsel des Wohnsitzes von einer diversen Bevölkerungsschicht beziehungsweise von einzelnen Personen. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Definitionen von Migration, jedoch sind in nahezu allen die Begriffe der Bewegung und des Wechsels von grundlegender Bedeutung. Weiters gibt es verschiedene Gründe für Migranten, um in ein bestimmtes Land einbeziehungsweise aus einem Land auszuwandern. Es kann sich dabei um Arbeitsmigranten handeln, welche auf bessere Arbeitskonditionen und höhere Löhne hoffen, aber auch um Flüchtlinge, die sich aufgrund mangelnder Perspektive in ihrem Heimatsland nicht wohlfühlen können und sich deshalb zur Auswanderung gezwungen sehen. (vgl. Treibel, 1990: 17ff) Wesentliche Ursachen für die Entscheidung zur Wanderung stellen die so genannten Push & Pull Faktoren dar, welche stark mit dem kapitalistischen Wirtschaftssystem in Verbindung gebracht werden. Wenn ein Unternehmen investiert, werden deshalb Arbeitskräfte dazu benötigt. Für manche Bereiche, die von der ansässigen Bevölkerung nicht angenommen wird, werden deshalb bewusst Arbeitnehmer vom Ausland angeworben um in einem neuen Land berufstätig zu sein und um bessere Verdienstmöglichkeiten zu besitzen. Da diese Personen oft für weniger Lohn arbeiten, als so genannte „Einheimische“, kann das Unternehmen vor allem Kosten im Dienstleistungsbereich senken und einsparen. Jedoch kommt es in der heutigen Gesellschaft auch oft zu Wanderungsbewegungen von Produktionsstandorten, während die Firmensitze meistens in einem europäischen Staat verbleiben. Auf diese Art und Weise können hohe Produktionskosten und möglicherweise
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sogar Steuern, die im ansässigen Land bestehen aber am neuen Firmenstandort nicht, eingespart werden. In wohlhabenden Ländern werden auch öfters Frauen im Haushaltsbereich angeworben, um für wenig Lohn anfällige Arbeiten zu erledigen. Außerdem versorgen diese Migrantinnen in vielen Fällen kranke Familienmitglieder und / oder Kinder, da die eigentlich zuständigen Angehörigen Berufen nachgehen und dadurch wenig Zeit für Familienmitglieder bleibt. Diese Aspekte sind die grundlegenden „Pull-Faktoren“. (vgl. Kopetzky-Tutschek, 2009: 4f)
Geschichte der Migration in Europa:
Bis in die 1930er Jahre dominierte die Auswanderung nach Übersee, wie zum Beispiel nach Amerika, in Europa. Nord- und Südamerika waren jedoch nicht die einzigen Ziele der wanderungswilligen Bevölkerung. Zur selben Zeit kamen viele polnische und ukrainische Arbeiter in Gebiete Frankreichs, Deutschlands und Englands. Diese waren vor allem in der Kohle-, Eisen- und Stahlindustrie tätig. Viele slawische Migranten wanderten nach Wien beziehungsweise nach Berlin. Westösterreich war jedoch - wie Wien - eines der beliebtesten Ziele der Einwanderer. Der Grund für diese Wanderungsbewegungen liegt in Vertreibungen und ethnischen Säuberungen, die nach dem Ersten Weltkrieg aber auch während und nach dem Zweiten Weltkrieg stattgefunden haben. In Summe wanderten etwa 20 Millionen Menschen während 1918 und 1950. Danach waren die Gründe und Motive der Einwanderer von anderen Angelegenheiten, wie beispielsweise der Arbeitsmigration, geprägt. Diese ließen auch ihre Familienangehörigen und Verwandten meistens später nachziehen, was einen erheblichen Anstieg an Migranten ausmachte. Allerdings haben so genannte „Migrantenwellen“ auch heute noch oft politische Gründe. Beispielsweise bewegte das Ende der politischen Spaltung Europas in Ost und West zwischen 1989 und 1992 mehr als vier Millionen Personen. Durch den Zerfall der Sowjetunion entstand außerdem eine riesige Ausbeziehungsweise Einwanderungswelle, in der mehrere Millionen Menschen zur Rückkehr aus der ehemaligen sowjetischen Peripherie nach Russland bewegt wurden. Diese Bewegungen innerhalb Europas führten dazu, dass Migration und internationale Wanderungen während 1989 und 1993 ins Zentrum der öffentlichen Medien und deren Berichterstattung rückten. Dies erweckte unter anderem in der Bevölkerung auch Ängste und Abwehrreflexe, weshalb eine Distanzierung der europäischen Bewohner gegenüber Migranten entstand. Aus dem ehemaligen Jugoslawien flüchteten etwa 700 000 Personen, die sich in westlichen Ländern eine sichere und bessere Zukunft vorstellten, als sie es zuhause hätten. Weiters verloren mehr
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als fünf Millionen Menschen zwischen 1991 und 1995 durch ethnische Säuberungen im ehemaligen Jugoslawien ihre Heimat. Vor allem waren Bosnien - Herzegowina und Kroatien davon betroffen. (vgl. Fassmann, Münz: 1996; 13ff)
Migration in Österreich:
In der österreichischen Migrationspolitik war das Selbstverständnis lange davon geprägt, kein Zuwanderungsland zu sein. Migrationspolitische Maßnahmen gingen meistens aufgrund von arbeitsmarktorientierten Gründen von statten, weshalb die Integrationspolitik bis vor einigen Jahren kein grundlegendes Thema der Regierung war. Aufgrund der steigenden Zahl von ausländischen Beschäftigten und des Zuzugs ihrer Angehörigen wurde sie jedoch zu einem äußerst kritischen Aspekt. (vgl. Currle, 2004: 241) In Österreich brachten zudem die 1990er Jahre umfassende Veränderungen in der Migrationspolitik. Österreich war die so genannte „Drehscheibe“ der Migration zwischen den westlich gelegenen und östlich gelegenen Staaten. Durch die geographische Nähe zu Ungarn, zur Slowakei und zur tschechischen Republik kam es zu zahlreichen legalen aber auch illegalen Ein- beziehungsweise Auswanderungen. Als die ungarischen Grenzbehörden 1989 DDR-Bürgern gestatteten, über die Grenze zu wandern, wurde Österreich zu einem Transitland von Flüchtlingen aus der DDR, die in die Bundesrepublik Deutschland flüchten wollten. Zu diesen Wanderungsbewegungen innerhalb Österreichs kamen vor allem Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlinge aus Kroatien, Serbien und den Kosovo hinzu, die beabsichtigten in Österreich einzuwandern. Dies war der ausschlaggebende Punkt, dass der ehemalige „Transitstaat“ Österreich zum Zufluchtsort zahlreicher Flüchtlinge wurde. Als erstes Land Europas legte Österreich im Jahr 1993 ein Einwanderungsgesetz fest, welches Zuwanderungsquoten für unterschiedliche Migrantengruppen festsetzt. (vgl. Currle, 2004: 238f)
„Das 1993 in Kraft getretene Aufenthaltsgesetz, das de facto ein Zuwanderungsgesetz darstellt, regelt den Zugang bestimmter Migrantengruppen nach Österreich mittels Quoten. Die damals bereits geplanten Integrationshilfen in Form von Sprachkursen, Kursen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung oder landeskundlichem Unterricht zur Einführung in die österreichische Kultur und Geschichte wurden allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht verwirklicht. Das Aufenthaltsgesetz wurde 1998 vom Fremdengesetz abgelöst.“ (Currle, 2004: 241)
Dadurch wurde versucht, auf die veränderte Situation aufgrund der stark ansteigenden Zuwanderungszahlen zu reagieren. Ab 1996 setzte der Staat Österreich verstärkte Kontrollen
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Arbeit zitieren:
Alexander Stadlmayr, 2010, Migration in Europa, München, GRIN Verlag GmbH
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