Inhaltsverzeichnis
Tabellenverzeichnis II
1 Einleitung 1
2 Herleitung der Fragestellung 2
2.1 Die Matheleistung 2
2.2 Das schulische Selbstkonzept 3
2.3 Der Bildungshintergrund der Eltern 4
2.4 Bildung der Eltern, Selbstkonzept und Matheleistung 6
2.5 Die abgeleiteten Hypothesen 7
3 Operationalisierung der Variablen 8
3.1 Die Matheleistung 8
3.2 Das Selbstkonzept 8
3.3 Der Schulabschluß der Eltern 9
3.4 Hypothese 1: Je positiver das mathematische Selbst-
konzept , desto besser die Mathematikleistung 10
3.5 Hypothese 2: Je höher der Schulabschluß der Eltern,
desto besser die Mathematikleistungen. 11
3.6 Hypothese 3: Je höher der Schulabschluß der Eltern,
desto positiver das mathematische Selbstkonzept des
Sch ülers/der Schülerin. 11
4 Modalitäten der Datenerhebung 11
5 Darstellung der Ergebnisse 13
5.1 Hypothese 1: Selbstkonzept und Mathematikleistung 13
5.2 Hypothese 2: Schulabschluss d. Eltern und Mathema-
tikleistung 14
5.3 Hypothese 3: Schulabschluss d. Eltern und Selbstkonzept 14
6 Interpretation 15
7 Zusammenfassung 17
Literaturverzeichnis III
I
Tabellenverzeichnis
3.1 Operationalisierung des Selbstkonzeptes 9
3.2 Operationalisierung des höchsten Schulabschlusses der Eltern 10
5.1 Korrelation: Selbstkonzept und Mathematikleistungen 13
5.2 Korrelation: Schulabschluß und Mathematikleistungen 14
5.3 Korrelation: Schulabschluß Eltern und Selbstkonzept 14
II
1 Einleitung
Wenn ein Kleinkind zum ersten Mal erkennt, dass die Person im Spiegelbild es selbst ist, beginnt ein Prozess der in der Forschung Entwicklung eines Selbstkonzeptes genannt wird. Im Laufe der Zeit spricht sich der junge Mensch Eigenschaften zu, weiß um eigene Fähigkeiten und Vorlieben und kann eigene Gefühle wahrnehmen (vgl. Prenzel, 2004, S.192). Die Ideen zu diesem Konstrukt gehen im Ursprung auf William James (1892) zurück, dabei haben sich im Laufe der Zeit die Vorstellungen dazu verändert.
Während in früherer Fachliteratur von einem globalen Selbstkonzept ausgegangen wurde, wird heute das Selbstkonzept in Teilkonzepte (wie körperliches, schulisches, ausserschulisches Selbstkonzept etc.) unterteilt (Swoboda, 2010, S. 31).
Das schulische Selbstkonzept steht dabei im Fokus dieser, im Rahmen des Moduls „Empirische Sozialforschung“ an der FernUniversität Hagen entstandenen Arbeit, darauf wird im Kapitel 3.2 “Herleitung der Fragestellung” eingegangen. Als Datengrundlage diente die internationale Schulleistungsuntersuchung PISA 1 der OECD 2 aus dem Jahr 2003, die ihren Schwerpunkt auf die Unter-
suchung mathematischer Kompetenzen setzte. Im Kapitel 4 “Modalitäten der Datenerhebung” wird diese Studie ausführlich vorgestellt. Bei der Rezeption der PISA-Studien in der Öffentlichkeit stach, neben der Diskussion um Schulformen und Migrationsproblematiken, vor allem die Erkenntnis hervor, dass Schulleistungen in hohem Maße vom sozio-ökonomischen Hintergrund der Eltern abhängig sind. Es zeigte sich dabei unter anderem, dass das Bildungsniveau der Eltern einen messbaren Einfluss auf die schulischen Leistungen hat. Die OECD gibt hierzu auf ihrer Internetseite ein prägnantes Beispiel:
Insbesondere erzielen Schüler, deren Mütter einen Sekundarstufe-II-Abschluss besitzen, durchschnittlich ein um 50 Punkte höheres Ergebnis als jene, deren Mütter eine geringere Qualifikation aufweisen, und im Fall eines Hochschulabschlusses der Mutter erhöht sich der Vorsprung um weitere 24 Punkte. (OECD, 2004, S. 48)
1 Programme for International Student Assessment (Programm zur internationalen Schülerbewertung)
2 Organisation for Economic Co-operation and Development
1
Auch auf diese Zusammenhänge soll in der hier vorliegenden Sekundäranalyse eingegangen werden.
Die vorliegende Arbeit zielt also darauf ab, einen Zusammenhang zwischen dem mathematischen Selbstkonzept und dem Bildungsstand der Eltern, sowie der Mathematikleistung herzustellen. Im Kapitel 3 “Operationalisierung der Variablen” wird dieses mit Hilfe der Statistiksoftware “IBM SPSS 19” untersucht. Anschliessend werden die Ergebnisse dargestellt und interpretiert.
2 Herleitung der Fragestellung
Um eine ausreichende theoretische Abstützung der aus der Forschungsfrage abzuleitenden Hypothesen zu erhalten, mußten zwei große Themenkomplexe bearbeitet werden. Zum einen das Konstrukt Selbstkonzept, zum anderen die Einflüsse des Bildungsstandes der Eltern, erst danach konnte versucht werden, diese in Beziehung zu setzen. Zuerst wird aber noch das Konstrukt Matheleistung defininiert.
2.1 Die Matheleistung
Das Konstrukt Matheleistung wird in dieser Arbeit analog der PISA-Studie 2003 benutzt. Da bei dieser Untersuchung auf die PISA-Erhebung zurückgegriffen wird, ist es sinnvoll die entsprechenden Begrifflichkeiten zu übernehmen. Die OECD benutzt das Konzept der mathematical literacy. Unter literacy v ersteht man im englischen Sprachraum eigentlich die Fähigkeit zu lesen, in der PISA Studie 2000 wurde dieser Begriff auch auf die Leseleistung an-gewandt und beschreibt “die Fähigkeit zu lesen, um zu lernen”. Analog dazu wurde dieser Begriff auf die mathematischen Fähigkeiten übertragen. Im Deutschen ließe es sich mit mathematischer Grundbildung übersetzen(vgl. Prenzel, 2004, S.48). Die OECD beschreibt es so:
Die bei PISA erfolgte Beurteilung der mathematischen Kenntnisse und Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern beruht auf dem Konzept der „mathematischen Grundbildung“. Dabei geht es um die Fähigkeit einer Person, die Rolle zu erkennen und zu verstehen, die Mathematik in der Welt spielt und sich in einer Weise mit Mathematik zu befassen, die den Anforderungen des Lebens dieser Person entspricht (OECD, 2004, S.6).
2
2.2 Das schulische Selbstkonzept
Unter den vielen Faktoren die schulische Erfolge bestimmen, wird immer auch das Selbstkonzept genannt. Seit den 1970er Jahren gibt es eine starke Veränderung in der Forschung zur Entstehung und Entwicklung des Selbstkonzeptes. Es gab eine Verschiebung von eigenschaftsbasierten Theorien hin zu kognitiven Modellen (vgl. Jerusalem, 1997, S. 3).
„Das Selbstkonzept kann als eine Gedächtnisstruktur definiert werden, die alle auf die eigene Person bezogenen Informationen enthält. Es schließt u.a. das Wissen um die eigenen Kompetenzen, Vorlieben und Überzeugungen ein“(Wild, 2006, S. 225). Demnach ist das schulische Selbstkonzept nicht statisch, sondern verändert sich im Laufe der Zeit und ist vielen Einflüssen ausgesetzt. Das schulische Selbstkonzept entsteht mit der Einschulung, und ist zu diesem Zeitpunkt noch recht unspezifisch, bzw. gibt es die Neigung zur Selbstüberschätzung.
The general pattern is for children to have optimistic beliefs and values in the early grades, which decline across the school years. (Eccles, 2000, S. 77)
Im Laufe der Schulzeit passt sich das Selbstkonzept vermittelt über u.a. soziale Bezugsgruppeneffekte in der Regel der tatsächlichen Leistung an (Festinger, 1954). Andere Faktoren sind dimensionale, kriteriale und temporale Vergleiche. Der dimensionale Vergleich bezieht sich auf einen Vergleich mit anderen Domänen, hier z.B. mit der Leistung im Fach Deutsch. Der kriteriale Vergleich bezieht sich auf die Erfüllung eines Kriteriums, z.B. das Bestehen einer Prüfung oder die Versetzung in die nächsthöhere Klassenstufe und der temporale Vergleich bezieht sich auf einen Vergleich mit früher erbrachten Leistungen(vgl. Frey, 1990). Die dadurch initiierte Veränderung des Selbstkonzepts wird in der Literatur oft mit dem Schlagwort: „Vom Optimisten zum Realisten“ betitelt (Helmke, 1998, Titel).
Die OECD verwendet für die PISA-Untersuchung den Begriff Fähigkeitsselbstkonzept. Dieser geht zurück auf Untersuchungen von Shavelson und seinen Mitarbeitern 1976, bzw. wurde in in Zusammenarbeit mit H. Marsh 1986 überarbeitet. An der Spitze der -auch Marsh/Shavelson-Modell genannten-Selbstkonzeptpyramide steht dabei das allgemeine Selbstkonzept. Davon ausgehend wird unterteilt in die Dimensionen schulisches Selbstkonzept und nichtschulisches Selbstkonzept, letzteres beeinhaltet soziale, emotionale und physische Dimensionen. Das schulische Selbstkonzept beinhaltet u. a. die Subdimensionen verbales und mathematisches Selbstkonzept (vgl. Marsh, 1990). Das Selbstkonzept hat dabei eine wichtige Funktion:
3
Arbeit zitieren:
Hendrik Martens, 2011, Die Auswirkungen des Selbstkonzeptes auf die Mathematikleistung in Abhängigkeit vom Bildungsstand der Eltern, München, GRIN Verlag GmbH
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