Inhaltsverzeichnis
I) Problematik des Kartenverständnisses S 2
II) Potentielle Beeinflussung durch Geschichtskarten S 3
1.) Grundlegende Aspekte. S 3
2.) Unterschiedliche Kartentypen S 3
3.) Historische Wandel im Kartographischen Zeichensystem S 4
4.) Grundlagen zum Kartenverständnis S 5
5.) Ausgewählte Fallbeispiele S 6
a) Die Varusschlacht S 6
b) Das Frankenreich Karls des Großen S 7
c) Der Dreißigjährige Krieg und der Westfälische Frieden S 7
d) Mitteleuropa nach dem Westfälischen Frieden (Schulbuchkarte) S 8
e) Zeitalter des Imperialismus S 9
f) Deutschland im 20. Jahrhundert. S 10
III) Abschließende Zusammenfassung S 11
IV) Literaturverzeichnis S 12
1
I) Problematik des Kartenverständnisses
Karten haben eine wichtige Orientierungsfunktion im Alltag. 1 Sie können uns täglich in Form eines Stadtplanes, eines Autoatlasses oder als Skizze in einer Zeitung begegnen. Doch obwohl eine häufige Auseinandersetzung mit Karten und kartenähnlichen Abbildungen unumgänglich ist, scheint es trotzdem, dass die Kulturtechnik des Kartenlesens eher autodidaktisch und nebenher erlernt wird. 2 Im Geschichtsunterricht liegt das Augenmerk wohl eher auf der Verwendung anderer Quellen, wie historischen Texten und Bildern, als auf der Nutzung historischer Karten und dem Gebrauchen von Geschichtskarten. Eine grundlegende Einführung in die eigentliche Kartenarbeit findet im Unterricht auch kaum Platz. 3 Doch genau dies wäre von entscheidender Wichtigkeit, wenn es darum geht, mit der dargestellten „Wirklichkeit“ richtig umzugehen. Geschichtskarten veranschaulichen Staatengebilde, doch darüber hinaus verdeutlichen sie historische Zustände, Entwicklungen und Zusammenhänge. 4 Um diese Kriterien jedoch korrekt auffassen zu können, müssen Karten gelesen und nicht nur betrachtet werden. Genauso ist es essentiell, Karten die die gleichen Aspekte thematisieren, untereinander zu vergleichen um somit zu einer objektiven Geschichtsbetrachtung und auch - auffassung zu gelangen. 5
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik der Beeinflussung durch Geschichtskarten. Ob im Sinne gewollter Manipulation oder durch ungewollte Einflussnahme auf den Betrachter, Geschichtskarten können die objektive Geschichtsbetrachtung beeinträchtigen. Daher sollen einflussnehmende Aspekte durch Kartenbetrachtung in dieser Arbeit näher erläutert und thematisiert werden sowie anhand von exemplarischen Fallbeispielen verdeutlicht werden.
1 Sauer 2000, S 37.
2 Sauer 2000, S 37.
3 Sauer 2000, S 37.
4 Hantsche 1991, S 257.
5 Hantsche 1991, S 257.
2
II) Potentielle Beeinflussung durch Geschichtskarten
1.) Grundlegende Aspekte
Eine Karte veranschaulicht historische Inhalte mit Hilfe von graphischer Darstellung. Aufgrund ihrer Eingeschränktheit durch graphische Zeichen und durch maximal stichpunktartig verwendbare Beschriftung muss eine Karte zugleich aber stark abstrahieren und vereinfachen. Dies kann sogar soweit führen, dass sich einiges überhaupt nicht darstellen lässt und manche Sachverhalte so vereinfacht werden müssen, dass sie ihrer historischen Bedeutung und Gegebenheit nicht mehr gerecht werden können. 6 Schließlich muss eine Karte stets eine eindeutige Aussage treffen, was letztlich bedeutet, dass in ihr bereits eine Interpretation der dargestellten Aspekte enthalten ist, zumal jede Geschichtsschreibung auch an ihre Entstehungszeit gebunden ist. 7 Karten sind also zeichenhafte Verdichtungen, die man nur mit dem Beherrschen ihrer Symbolsprache verstehen kann. 8
Dieses Konglomerat aus bereits getätigter Interpretation, dargestellter Sachverhalte und eventuell sogar weggelassener Fakten im Zuge einer Vereinfachung oder aufgrund von Propa-ganda führt schließlich zu einer nichtobjektiven Darstellung von Geschichte. Daher ist es von großer Bedeutung, diese Karten nicht unreflektiert oder ungeprüft sprichwörtlich für bare Münze zu nehmen. Es kann durch eine knappe Fassung ein zu einseitiges Bild entstehen, die Karte kann also, gewollt oder ungewollt, Einfluss auf das Geschichtsbild ihres Betrachters nehmen, 9 zumal sich kartographische Informationen im Gesamtbild wesentlich effizienter in Form von „mental maps“ ins Gedächtnis einprägen lassen als textlich-verbale Informationen. 10
2.) Unterschiedliche Kartentypen
Zunächst einmal gilt es zwei Arten von Karten zu unterscheiden: Geschichtskarten und historische Karten. Während die Geschichtskarte mit Hilfe späterer Darstellung einen historischen Sachverhalt thematisiert, handelt es sich bei der historischen Karte um eine Karte, die in der Tat in der Vergangenheit entstanden ist und daher nicht zwingend ein
6 Hantsche 1991, S 258.
7 Hantsche 1991, S 257.
8 Sauer 2000, S 38.
9 Hantsche 1991, S 258.
10 Sauer 2000, S 38.
3
Arbeit zitieren:
Alexander Hofstetter, 2006, Geschichtskarten als Medium zwischen Objektivität und tendenziöser Beeinflussung, München, GRIN Verlag GmbH
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