realisieren lassen und zugleich das Eintauchen in eine Religion durch eine Fantasiereise ermöglichen. So ist ein Miterleben von Religionen ersichtlich sowie das Glaubensverständnis dieser.
Im allgemeinen Sinne dient der interreligiöse Unterricht dem Vermeiden von Missverständnissen, das Aneignen von Kenntnissen über fremde, religiöse Traditionen und Bräuche sowie nach Nipkow, die „Erziehung zur Toleranz“. 2 Ansatz und Konzepte zum interreligiösen Lernen in England Der erfahrungsbezogene Ansatz
Mit der Frage: Wie man die Schüler angemessen an verschiedene Religionen heranführen kann?; Haben sich David Hay und John Hammond am Beispiel des erfahrungsbezogenen Ansatzes versucht, diese Frage zu beantworten.
David Hay von der Nottingham University führte in den 70er und 80er Jahren quantitative und qualitative Forschungen über die religiösen Einstellungen der Britischen Bevölkerung durch. Die Ergebnisse stimmen nicht mit dem von ihm erwarteten Bild einer weitgehenden säkularisierten, kirchen- und religionsfernen Gesellschaft überein. Über zwei Drittel der Befragten berichteten zögernd über eigene religiöse Erfahrungen. So verschwammen die klaren Kategorien von Religion und Religionen mit- und ineinander. Das liegt daran, dass Religionskritik der vergangenen Jahrhunderte ein Weltbild und ein Klima geschaffen hat, in dem Menschen ihre religiösen Erfahrungen verdrängen. So ist Religion ein Tabu-Thema, das vermieden wurde, um nicht als verrückt oder dumm zu gelten. Primär trifft diese Aspekte auch auf den Religionsunterricht zu. Demzufolge können Schüler nur ein positives Verständnis von Religion entwickeln, wenn sie ihre ablehnenden Voreinstellungen überwinden. So entwickeln David Hay und John Hammond einen erfahrungsbezogenen Ansatz (experiential approach). Sie verstehen ihren Ansatz als Fortführung der Phänomenologie Smarts. 3
Das bedeutet, dass der erfahrungsbezogene Ansatz sich im Gegensatz zu innerlichunbeteiligten, rein äußerlichen Beschreibungen der Weltreligionen, die fälschlicherweise als
2 Vgl. Nipkow, Weltreligionen im Unterricht oder interreligiöses Lernen. Weinheim, 1994, S. 202.
3 Vgl. Bauer, Zwischen Religionskunde und erfahrungsorientiertem Unterricht, Münster, 1999, S. 256.
2
„phänomenologisch“ bezeichnet wurden sieht. So boten diese Methoden keine Anhaltspunkte um Erfahrungen nachempfinden zu können.
Wenn man jedoch die Erfahrungen ausblendet hat dies zu Folge, dass weder die Faszination entstehen kann, die eine Religion auf ihre Gläubigen ausübt, noch die Realität deutlich wird, auf der der Glaube gegründet wurde.
Demzufolge ist es so, dass bloße Beschreibungen einer Religion dieser nicht gerecht werden können. Einen Ausweg sieht Hay in einer Erkundung der „erfahrungsbezogenen Dimension“, einer der sechs Religionsdimensionen Smarts. Hier werden zwei Schritte der phänomenologischen Methode zentral:
1. Eigene vorgefasste Einstellungen werden ausgeklammert, um so das Bild, das wir zunächst von der Welt haben, auf die „reinen Phänomene“ zu „reduzieren“. 2. Man soll sich in die Welt eines anderen versetzen können, um mit dieser Person in
Stellt sich jedoch die Frage: In welchem Zusammenhang stehen nun, die eigenen Erfahrungen der Lernenden mit den Erfahrungen der Religionsanhänger die es zu verstehen gilt? Religionen sind für den erfahrungsbezogenen Ansatz lediglich Ausdruck innerer religiöser Erfahrungen, sie sind Ausdruck von Spiritualität, die den Kern jeder Religion bilden. Wer Gläubige und deren Religionen verstehen möchte, muss zu ihren spirituellen Erfahrungen vorstoßen. Spiritualität ist für jeden Menschen zugänglich (das heißt auch für Schüler). Es ist jedoch so, dass kulturelle Vorherrschaft viele Lernende daran hindert, ihre eigenen Erfahrungen zum Verständnis von Religionen zu nutzen. Nun sollen Schüler beim erfahrungsbezogenen Ansatz durch Unterrichtsaktivitäten Erfahrungen machen, die ihnen helfen Religionen zu verstehen.
Durch Aktivitäten soll die eigene spirituelle Erfahrungsdimension bewusst gemacht werden und dadurch Abwehrhaltung überwunden werden sowie vermitteln, wie Gläubige sich selbst, die Welt und ihre Religion erfahren.
Hay und Hammond veröffentlichten 1990 ein Handbuch „New Methods“ solcher Aktivitäten, die in praktischer Erprobung zusammengestellt wurden.
4 Ebenda. S. 257.
3
Arbeit zitieren:
Julia Steblau, 2011, Interreligiöses Lernen am Beispiel des „erfahrungsbezogenen Ansatzes“, München, GRIN Verlag GmbH
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