I. Inhaltsverzeichnis
I. Inhaltsverzeichnis
I. Inhaltsverzeichnis. II
1. Einleitung. 1
2. Schriftkultur im Mittelalter 3
2.1 Definitionen. 3
2.1.1 Oralität 3
2.1.2 Literalität 3
2.2 Schriftkultur im Mittelalter 4
2.3 Analphabetismus im Mittelalter 6
3. Die Hausmarke. 9
3.1 Definition 9
3.2 Hinweise auf den Ursprung. 9
3.3 Welche Personenkreise führten Hausmarken 10
3.4 Verwendung. 11
3.4 Hausmarken als Unterschrift. 12
4. Die Hausmarke als Unterschrift auf Urkunden und Schriftstücken aus dem Mittelalter 13
5. Fazit und Ausblick. 15
II. Anhang. III
III. Literaturverzeichnis. VIII
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1. Einleitung
1. Einleitung
Die Fertigkeit zu Schreiben ist heute in vielen Ländern, vor allem in Europa, weitgehend eine Selbstverständlichkeit. Jeder lernt in der Schule von Kindesbeinen an Lesen und Schreiben. Dies beherrscht man in seiner Muttersprache und darüber hinaus auch in anderen Sprachen. Überall trifft man auf Schrift. Ein Tag ohne ein einziges Wort zu lesen oder geschrieben zu haben ist für unsere moderne Kultur ungewöhnlich. Werbungen, Zeitschriften, Bücher, Verträge, Überweisungen, Notizen und andere Schriftakte begegnen uns ständig.
All diese Schriftakte sind Zeichen einer hoch entwickelten Schriftkultur. Die moderne digitale Welt wäre ohne Schrift undenkbar. „Wer Lesen und Schreiben kann, ist klar im Vorteil“ so lautet ein einfacher Spruch, der die Sache auf den Punkt bringt. Unsere moderne Kultur legt großen Wert auf Schrift und Schriftstücke. Geschriebenes steht im Mittelpunkt - das geschriebene Wort gilt. Schrift war und ist schon immer mit Macht verbunden. Man setzt seinen Namen unter einen Vertrag oder eine Überweisung ohne groß über diese Fertigkeit nachzudenken. Die Unterschrift ist eine Selbstverständlichkeit unsere Zeit. Diese Rechtskräftigkeit unseres Namens unter einem Schriftstück erleichtert den Alltag, die Bürokratie und die Geschäfte.
So einfach wie das heute ist, war das im Mittelalter nicht. Die Gesellschaft war geprägt von mündlicher Kommunikation. Verträge jeglicher Art wurden durch einen Handschlag oder mündlich vereinbart. Schrift existierte und wurde angewendet, doch bildete die Verbindlichkeit des Wortes das Zentrum der frühmittelalterlichen Kommunikation - das Wort galt. Doch die schriftkulturelle Entwicklung wuchs in allen Lebensbereichen. Immer öfter wurden die Menschen mit dem Medium Schrift konfrontiert. Im Mittelalter mussten Menschen Dokumente jeglicher Art mit einem rechtskräftigen Zeichen versehen, auch wenn sie nicht Lesen oder Schreiben konnten. Eine Unterschrift, wie wir sie heute kennen, ist zu dieser Zeit keine Selbstverständlichkeit. Viele konnten noch nicht mal
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1. Einleitung
ihren eigenen Namen schreiben. Hier kommt nun ein alter Tradition ins Spiel, die den schreibe- und leseunkundigen Menschen des Mittelalters eine Alternative bot, solch ein rechtskräftiges Zeichen als Unterschrift zu leisten, die Hausmarke.
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2. Schriftkultur im Mittelalter
2. Schriftkultur im Mittelalter
Jede Epoche in der Geschichte hat ihre eigenen schriftkulturellen Entwicklungsschritte. Die Entwicklung der Schrift fand in Europa schon in der Antike ihre Anfänge und auch wenn viele Quellen von einem „finsteren Mittelalter“ sprechen, so war diese Zeit nicht ausschließlich ein kultureller Rückschritt im Vergleich zur Antike, wie dieses humanistisches Urteil noch oft zitiert wird. 1 Trotz einer dominierenden Oralität, machte die Schriftkultur auch im Mittelalter weiter ihre Entwicklungsschritte.
2.1 Definitionen
2.1.1 Oralität
Oralität bezeichnet die Fertigkeit einer Kultur, Sprache anzuwenden, um Wissen zu erhalten. Sprache kann in vielen Formen auftreten wie die Zeichensprache oder die Körpersprache. Sie dient aber immer dem Zweck der Kommunikation. Um miteinander zu sprechen und um Wissen weiterzugeben ist es unerlässlich die Sprache zu verstehen und anwenden zu können. In allen Kulturen wurde die Oralität verwendet um das Wissen dieser Kultur zu bewahren. Das Gedächtnis der Beteiligten ist das Speichermedium. Die mündliche Überlieferung ist die dominierende Fähigkeit um Information und Wissen weiterzugeben und somit zu erhalten. Sie findet ihren Ausdruck in vielfältiger Art. „Vor allem Erzählungen, Mythen und Herkunftssagen wurden von Sprechern und Sängern vorgetragen und von den Anwesenden aufmerksam rezipiert.“ 2
2.1.2 Literalität
Literalität wird als das Vermögen einer Kultur verstanden, Schrift entwickelt zu haben und anzuwenden. Das Hervorbringen von Schrift und
1 Vergleiche: Peter Stein, Schriftkultur, Seite 147, Lüneburg, 2005
2 Werner Rösener, Aspekte der adligen Erinnerungskultur im Mittelalter, in Günter Oesterle, Erinnerung, Gedächtnis, Wissen, Seite 407-408, Göttingen, 2005
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2. Schriftkultur im Mittelalter
der Umgang damit bezeugen einen Entwicklungsschritt einer Kultur. Mit Hilfe von Schrift wird Kommunikation betrieben und kulturelle Eigenheiten werden bewahrt. Schrift dient als Speicher von Informationen, Wissen, Erinnerungen und traditionellen Handlungen. Diese Art der Speicherung überdauert einen längeren Zeitraum als die orale Variante. Der Inhalt des schriftlich gespeicherten Wissens kann nicht so leicht verfälscht werden, wie bei der mündlichen Überlieferung. Jedoch kann es bei der Schrift durch Übersetzungsfehler oder Fehlinterpretationen zur Verfremdung der Originaltexte kommen.
Literalität meint , dass es sich um das handschriftliche Erzeugen von Schrift handelt. Das eigenhändige Hervorbringen von Schrift steht hier im Mittelpunkt.
2.2 Schriftkultur im Mittelalter
Von der Antike her gab es Schrift und Schriftsysteme, auch deren Anwendungsgebiete und -weisen. Diese wurden auch zu Beginn des Mittelalters weiterhin teilweise angewendet und übernommen, allerdings in einem weit weniger großen Umfang. Die Schriftkultur brach erheblich ein. Im frühen Mittelalter war der christliche Kulturraum von der dominierenden Macht der Religion und somit der Kirche geprägt. 3 Das Wort war sehr gewichtig und die Gesellschaft kommuniziert weitgehend oral, allerdings ist diese Kommunikation bereits literal geprägt. 4 Schrift existiert und wurde benutzt, allerdings konnten nur wenigen Menschen diese auch
hervorbringen. Schriftstücke wurden in verschiedensten Formen ausgetauscht, kopiert, entworfen und weiterentwickelt. Die Schriftkultur durchlief einschneidende und weitreichende Veränderungen. In den Klöstern, dort hauptsächlich in den Bibliotheken wurde das Wissen der damaligen Zeit in Form von Büchern und Schriftstücken zusammengetragen und gebündelt. Schriften aus der Antike wurden ebenfalls dort verwahrt. Zum Teil waren riesige Bibliotheken in den Klöster
3 Vgl. Stein, 2005, S. 129
4 Vgl. Stein, 2005, S. 149
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2. Schriftkultur im Mittelalter
vorhanden, die allerdings meist nur einem ausgewähltem Kreis zugänglich war en. Ein lateinischer Satz bringt diese Situation auf den Punkt. „claustrum sine armario, qausi castrum sine armamentario“ - „Ein Kloster ohne Bücherkammer, ist wie eine Festung ohne Waffenkammer.“ 5 Die Bibliothek war die „Schatzkammer“ des Klosters. Das Buch ein Schatz, den es zu horten galt. 6 In den Skriptorien der Klöster fanden viele schriftkulturellen Entwicklungsschritte statt. Mönche, die Schreiben und Lesen konnten, kopierten, überarbeiteten und schrieben Bücher und Schriftstücke. Die Schreibkompetenz war jedoch unabhängig von der Lesekompetenz. Vielfach waren es unterschiedliche Schriftarten, wie die karolingische Minuskel, die auf das Pergament oder Papier aufgetragen wurden. Dies geschah alles per Hand und jedes Buch war eine Einzelanfertigung mit einer eigenen Entstehungsgeschichte. Die Bücher des Mittelalters wirken wie Kunstwerke. Die Mönche arbeiteten für das eigene Kloster, für fremde Klöster, für Adelige oder andere Auftraggeber, die ein Schriftstück erhalten wollten. Neben den schreibenden Mönchen in Klöstern gab es berufsmäßige Buchhändler und Schreiber, die Bücher und Urkunden verkauften, vertrieben und anfertigten, und zwar während des gesamten Mittelalters. 7
Ab dem 12. und 13. Jahrhundert stieg die Anzahl der Urkunden und Schriftstücke erheblich an. 8 Durch das aufstrebende Bürgertum verbunden mit der Ausweitung des Handels rückte die Schrift immer mehr in den Mittelpunkt. Ab dem 12. Jahrhundert wurde die Schrift das Medium der Kommunikation aufblühender Städte, die Kommunikationszentren bildeten. 9 Die schriftkulturelle Entwicklung fand nun nicht mehr nur in Klöstern statt, sondern findet sich immer mehr in den Städten wieder. Dadurch lernten immer mehr Menschen Lesen und Schreiben. Es entstand nach und nach eine Manuskriptkultur die ihre Kommunikation auf
5 Vgl. Karl Suso Frank, Lesen, Schreiben und Bücher im frühen Mönchtum in Ursula Schäfer, Schriftlichkeit im frühen Mittelalter, Seite 7, Freiburg, 1993
6 Vgl. Ursula Schäfer, Schriftlichkeit im frühen Mittelalter, Seite 2, Freiburg, 1993
7 Alfred Wendehorst, Wer konnte im Mittelalter lesen und schreiben?, in Johannes Fried, Schulen und Studium im sozialen Wandel des hohen und späten Mittelalters, Seite 10, Sigmaringen, 1986
8 Hagen Keller, Pragmatische Schriftlichkeit im Mittelalter, Seite 2, München, 1992
9 Vgl. Rösener in Oesterle, 2005, S. 410
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Arbeit zitieren:
Lilly Field, 2009, Die Hausmarke - Die Unterschrift der Analphabeten im Mittelalter, München, GRIN Verlag GmbH
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