Erziehung in der Türkei und ihre
Folgen für die Migration
von Frank Mattioli-Danker
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Aktuelle Situation türkischer Menschen in Deutschland 2
3. Das Leben der Menschen in Subay 3
3.1. Der Lebensunterhalt 3
3.2. Die familiäre Hierarchie 4
3.3. Der Umgang mit der Ehre 5
4. Veränderungen durch die Migration 6
4.1. Veränderungen in der Erziehung 6
4.2. Folgen der Migration für die Familien 7
5. Fazit 8
6. Literaturverzeichnis 9
7. Anlagen – Landkarten und Statistiken
1. Einleitung
In der folgenden Ausarbeitung zeige ich die traditionellen Lebensformen der türkischen Gesellschaft und die Folgen für die Erziehung der Kinder in türkischen Familien und die Stellung der Frau auf, um zu verdeutlichen, in welchem Kontext die türkischen Migranten in Deutschland leben.1 Meine Aussagen beziehen sich dabei auf die Feldstudien von Professor Schiffauer, der die soziale Welt eines Dorfes vom Standpunkt der Beteiligten erforschte2 und in seinen Büchern „die Bauern von Subay“3 und „die Migranten aus Subay“ darstellte. Damit wurde die dörfliche türkische Gesellschaft nicht aus der Vogelperspektive beschrieben, sondern von unten als Handlungsfeld. (Schiffauer 1987, S.9)
2. Aktuelle Situation türkischer Menschen in Deutschland
Seit der über 30 Jahre andauernden Einwanderung von Menschen aus der Türkei leben in Deutschland derzeit knapp 2 Millionen Türken. Davon sind ca. 1.080.000 männliche und 915.000 weibliche Ausländer, die aus der Türkei stammen. An den deutschen Schulen befinden sich ca. 500.000 schulpflichtige Kinder und Jugendliche türkischer Abstammung. Hinzu kommen bis Ende 2000 ca. 400.000 Menschen, die in Deutschland eingebürgert wurden und früher die türkische Staatsangehörigkeit hatten4 (Statistisches Bundesamt, 1999/2000). In der Literatur finden wir folgende Beschreibungen über die Lebenssituation der türkischen Familien und ihre Herkunft: „Alle Untersuchungen betonen die an Autorität ausgerichtete patriarchalischen Strukturen der … Arbeiterfamilien, die für die vorindustrielle, agrarisch geprägte Lebensordnung typisch, für die Industriestaaten jedoch dysfunktional sind. Die ausländischen Eltern, vor allem die Väter, fordern, in manchen Fragen geschlechtsspezifisch differenziert, ein … erhöhtes Maß an Gehorsam und Autorität“. (Boos-Nünning 1994, S.6) Der größte Teil der in Deutschland lebenden Familien stammt aus ländlichen Gegenden in der Türkei. (Özkara 1988, S.49)
In der Anlage habe ich eine Landkarte von der Türkei beigefügt. Die Migranten stammen meistens aus Zentralanatolien, eine gebirgige ländliche Gegend. In diesen Regionen gibt es grundsätzlich nur Landwirtschaft. Größere Städte und Industrie fehlen, so dass es keine Arbeitsplätze gibt, die für die finanzielle und soziale Absicherung sorgen. Schiffauer beschreibt, dass die Bauern von Subay ihre Gegend selbst als vernachlässigt und zurückgeblieben beschreiben. Diese Einstellung entsteht durch fehlende Elektrizität, fehlender zentraler Wasserversorgung und schlechter Verkehrsanbindung. (Schiffauer 1987, S.11)
3. Das Leben der Menschen in Subay
[...]
1 Wobei wir natürlich davon ausgehen, dass es nicht „die türkischen Migranten“ gibt, so wie es auch nicht „die Deutschen“ gibt. Jeder Mensch ist individuell, aber aufgrund der Feldstudie von Schiffauer lassen sich Rituale und gesellschaftliche Werte und Normen aufzeigen.
2 Schiffauer hat im Sommer 1977 und im Winter 1982/83 insgesamt acht Monate Feldforschung betrieben.
3 Alle Orts- und Eigennamen wurden verändert.
4 Nachdem die rechtliche Situation in Deutschland verändert wurde, haben insbesondere 1999 und 2000 185.000 Menschen von der Einbürgerung gebrauch gemacht.
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Frank Mattioli-Danker, 2003, Erziehung in der Türkei und ihre Folgen für die Migration, Munich, GRIN Publishing GmbH
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