1 Einleitung 3
2 Das Prädikativ - Definitionen. 4
Fl ämig 4
G ötze/Hess-Lüttich 5
Musan 6
Pittner /Berman 6
Duden -Grammatik 6
3 Sonderfall "Freies Prädikativ" 8
Musan 8
Fl ämig 8
G ötze/Hess-Lüttich 9
Pittner /Berman 9
Duden -Grammatik 9
4 Freie Prädikative in der Praxis 11
5 Resümee 16
Literaturverzeichnis 17
Anhang 18
Beispiels ätze. 18
2
1 Einleitung
Freie Prädikative - Was ist das? Ein einfaches Nachschlagen in einer beliebigen Grammatik reicht nicht aus, um diese Frage zufriedenstellend zu beantworten. Das zusätzliche Konsul-tieren einer weiteren Grammatik wirft nur noch weitere Fragen auf, da sich nicht nur die Definitionen der freien Prädikative unterscheiden, sondern schon die der Übergeordneten Kategorie der Prädikative an sich.
Ziel dieser Arbeit ist es deshalb, die Auffassungen verschiedener Grammatiken in Bezug auf das sprachliche Phänomen "freies Prädikativ" wiederzugeben, vergleichend zu betrach-ten, zusammenzufassen und anhand einiger Beispiele in die Praxis umzusetzen. Da sich die Definitionen des freien Prädikativs auf den entsprechenden Begriff des Prädi-kativs stützen, ist es unerlässlich zunächst erst einmal diesen Begriff zu klären, was wieder-um in den vorliegenden Grammatiken unterschiedlich vorgenommen wird.
Die Grundlage zum Vergleich der Definitionen des Prädikativs im Allgemeinen bildet hier die Beschreibung Flämigs in seiner Grammatik des Deutschen 1 . Bei der darauf folgenden Be-trachtung des Sonderfalls "freies Prädikativ" wird die Definition Musans Satzgliedanalyse 2 als Fundament verwendet, da sie eindeutig vom Begriff "freies Prädikativ" spricht und auch ansonsten das klarste Bild dieses Terminus gibt.
Eine weitere Schwierigkeit im Vergleich mehrerer Grammatiken besteht neben der Defini-tion des entsprechenden Begriffs auch in dessen Terminologie, die teils synonym verwen-det wird, teils andere Aspekte eines Terminus bezeichnet. In der Beschreibung der jewei-ligen Definition wird darum die Terminologie der entsprechenden Grammatik verwendet. Im letzten Teil dieser Arbeit wird der Versuch unternommen, eine zusammenfassende Definition über das freie Prädikativ aus den verschiedenen Ansätzen zusammenzufügen. Der Überschaubarkeit halber soll für diese Zusammenfassung die Terminologie der Duden-Grammatik 3 verwendet werden.
In diesem auch sehr praktischen Teil werden ferner einige Beispiele analysiert, welche von einem im Seminar verwendeten Übungsblatt stammen.
1 FLÄMIG, Walter: Grammatik der Deutschen. Einführung in Struktur- und Wirkungszusammenhänge. Erarbeitet auf der
theoretischen Grundlage der "Grundzüge einer deutschen Grammatik". Berlin 1991.
2 MUSAN, Renate: Satzgliedanalyse. 2., aktualisierte Auflage. Heidelberg 2009.
3 DUDENREDAKTION (Hrsg.): Duden. Die Grammatik. Band 4. Nach den Regeln der deutschen Recht-schreibung 2006
überarbeiteter Neudruck der 7., völlig neu erarbeiteten und erweiterten Auflage. Mannheim 2006.
3
2 Das Prädikativ - Definitionen
Es bietet sich an, dieses Kapitel mit einem Überblick über Flämigs Definition und Termi-nologie zu beginnen, da sich die weitere Untersuchung des Prädikativs auf dessen Beschrei-bung beziehen wird. Desweiteren werden die Grammatiken von Götze/Hess-Lüttich 4 , Musan, Pittner/Berman 5 und die Duden-Grammatik vergleichend betrachtet.
Flämig
Flämig definiert das Prädikativ als "notwendige Ergänzung[...] bestimmter Verbklassen mit Satz-gliedcharakter, die als direkte Konstituenten des Prädikats auftreten" 6 . Das heißt, das Prädikativ bildet zusammen mit einem Kopulaverb 7 , Funktionsverb 8 oder einigen Verben anderer Klassen 9 das Prädikat. Prädikative stehen "normalerweise platzfest am Ende der Prädikatsgruppe, sofern dieser Platz nicht von einer Verbform beansprucht wird" 10 , können allerdings zu Zwecken der Hervorhebung auch einen Platzwechsel erfahren.
Tritt das Verb in Form eines Kopulaverbs auf, bezieht sich das Prädikativ auf das Subjekt des Satzes und kann durch Substantivgruppen im Nominativ (in festen Wendungen auch im Genitiv oder durch als/wie angeschlossen), Adjektivgruppen, Adverbgruppen, Präpo-sitionalgruppen (hier allerdings auch in Verbindung mit Funktionsverben) oder als ein-facher oder erweiterter Infinitiv verkörpert werden. Hierbei besteht zwischen Subjekt und Prädikativ Kongruenz bezüglich Person und Numerus.
Gehört das Verb einer der anderen genannten Klassen an, bezieht sich das Prädikativ auf das Akkusativobjekt. Diese Prädikative erscheinen als Substantivgruppen im Akkusativ, Adjektivgruppen oder Präpositionalgruppen.
4 GÖTZE, Lutz/HESS-LÜTTICH, Ernest W. B.: Grammatik der deutschen Sprache. 3., vollständig neu bearbeitete und
aktualisierte Auflage. Gütersloh/München, 1999.
5 PITTNER, Karin/BERMAN, Judith: Deutsche Syntax. Ein Arbeitsbuch. 4., aktualisierte Auflage. Tübingen 2010.
6 Zitat: Flämig 1991, S. 111.
7 Flämig nennt hier: sein, werden, bleiben, scheinen und heißen. (Flämig 1991, S. 367).
8 "Funktionsverben übernehmen als 'Ersatzverben' mit eingeschränkter oder aufgegebener Eigen-bedeutung die
grammatischen Verbfunktionen in Wortgruppen, in denen gewöhnlich ein ursprüng-liches Verb substantiviert
wurde." (Flämig 1991, S. 368.)
9 Diese bezeichnet Flämig als Verben des Nennens und nennt als Beispiele: nennen, heißen, schimpfen, schelten,
ernennen, erklären und andere. (Flämig 1991, S. 113).
10 Zitat: Flämig 1991, S. 114.
4
Götze/Hess-Lüttich
Götze/Hess-Lüttich nennen das in dieser Hausarbeit Prädikativum genannte Phänomen 'Einordnungsergänzung', "übersetzen" diesen Begriff allerdings selbst mit Gleichsetzungsnominativ, Subjektsprädikativ, Prädikatsnomen und Prädikativum. Die Einordnungsergänzungen definieren Götze/Hess-Lüttich als "solche konstitutiven Bestandteile des Satzes, mit denen die Person, das Ding oder ein Abstraktum einer Klasse zugeordnet werden" 11 . Götze/Hess-Lüttich setzen gewissermaßen das (allgemeine) Prädikativ mit dem Subjektsprädikativ gleich. 12 Das Objektsprädikativ wird im folgenden Kapitel allerdings auch als Einordnungs-ergänzung bezeichnet, unterscheidet sich von der subjektbezogenen Einordnungser-gänzung allerdings anhand des Satzbauplanes. 13 Der Bauplan eines Satzes mit "Subjekts-Einordnungsergänzung" wäre demnach: Verb + Subjekt + Einordnungsergänzung (Beispielsatz 1), derjenige der "Objekts-Einordnungsergänzung": Verb + Subjekt + Akkusativergänzung + Einordnungsergänzung (Beispielsatz 2). Allerdings werden bei Götze/Hess-Lüttich nur Nomen als Einordnungsergänzungen ver-standen. Würde es sich bei einem entsprechenden Wort um ein Adjektiv handeln, würde dieses nach Götze/Hess-Lüttich als Artergänzung bezeichnet, 14 welches wohl nicht den in anderen Grammatiken als Prädikativa bezeichneten Phänomenen zugeordnet würde, zu-mindest wird dies nicht erwähnt. Der Satzbauplan für diese Zuordnung lautet: Verb + Sub-jekt + Artergänzung, wobei sich dieser Überschrift direkt der nächste Bauplan anschließt: Verb + Subjekt + Akkusativergänzung + Artergänzung 15 .
Götze/Hess-Lüttich unterscheiden hier noch zwischen der Valenz des Adjektivs (Beispiel-satz 3) und der Valenz des Verbs (Beispielsatz 4). Verbvalenz ist demnach gegeben, wenn es sich bei dem entsprechenden Verb um ein Vollverb mit Eigenbedeutung handelt.
Die Valenz des prädikativen Adjektivs besteht dann, wenn sich das entsprechende Verb um ein Hilfsverb handelt.
Diese werden als "weitgehend bedeutungsleer" 16 definiert. Götze/Hess-Lüttich unterscheiden im Folgenden zwischen den verschiedenen Valenzklassen des Adjek-tivs und folgern, dass statt der
11 Zitat: Götze/Hess-Lüttich 1999, S. 465.
12 Ebd.
13 Ebd, S. 466.
14 Ebd, S. 468.
15 Dies ist etwas irreführend, da sich Götze/Hess-Lüttich im der Überschrift anschließenden Kapitel sowohl auf Sätze
beziehen, die eine Akkusativergänzung beinhalten, als auch auf Sätze, welche dies nicht tun, darum wäre vielleicht
eine Überschrift bzw. ein Bauplan nach dem Schema: Verb + Subjekt (+ Akkusativergänzung) + Artergänzung
sinnvoller als zwei direkt aufeinanderfolgende Kapitel-überschriften. Auch insgesamt ist die Beschreibung des
Prädikativs nach Götz/Hess-Lüttich sehr unübersichtlich und dient wenig dazu, den Sachverhalt genauer
nachzuvollziehen.
16 Zitat: Götze 1999, S. 468.
5
Arbeit zitieren:
Elisabeth Eidner, 2011, Prädikative Konstruktionen im Deutschen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Germanistik - Linguistik: Prädikative Konstruktionen im Deutschen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Germanistik - Linguistik: neuer Titel erschienen: Prädikative Konstruktionen im Deutschen
Elisabeth Eidner hat einen neuen Text hochgeladen
Relativ(satz)konstruktionen im gesprochenen Deutsch
Syntaktische, prosodische, sem...
Karin Birkner
Die Freie Universität Berlin (1967-1973) Hochschulbau, Team-X-Ideale u...
The Free University Berlin (19...
Karl Kiem, Mary Pepchinski
Fidel y la Religion: Conversaciones Con Frei Betto Sobre el Marxismo y...
Fidel Castro, Frei Betto
Honours and Awards of the German States.(Die Ehrenzeichen Des Deutsche...
Von Hessenthal Schreiber
Gemeinsame Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizeri...
Supplement 3, Band 30
M. F. Fey
0 Kommentare