I
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Tod und Gesellschaft 3
2.1. Historischer Überblick vom Umgang mit dem Tod 3
2.2. Der Tod heute: Hospitalisierung und Tabuisierung 5
3. Die Medien und der Tod 7
3.1. Allgemeiner Überblick 7
3.2. Der Tod als dramaturgisches Mittel 10
4. Six feet under. Gestorben wird immer 10
4.1. Inhalt der Serie und Ordnung der dargestellten Welt 11
4.2. Fakten zur Serie 15
5. Sterben, Tod und Trauer in Six feet under 18
5.1. Trauer in Six feet under - Ein individueller Prozess 19
5.2. Das Geschäft mit dem Tod - Die Bestattungsindustrie 23
5.3. Der Tod im Alltag - Verdrängung und Rückkehr über den Bildschirm 25
5.4. Sterben in Six feet under - Modellierung eines Todesbildes 29
6. Fazit 33
7. Literaturverzeichnis 36
8. Abbildungsverzeichnis 38
1
1. Einleitung
„Im Umgang mit den Toten zeigt sich die Kultur eines Volkes.“ 1 (Perikles) Wie mag dann wohl der griechische Feldherr Perikles unsere Kultur sehen? Wie gehen wir mit unseren Toten um? Und was sagt das über unsere Kultur aus?
Fest steht, dass die westliche Kultur in den letzten Jahrzehnten eine eigene Todes-vorstellung entwickelt hat. Der Begriff der Todesverdrängung ist inzwischen in aller Munde, doch ganz so einfach wie noch vor einigen Jahren kann man diese These nicht mehr betrachten. Der Tod hat einen Weg gefunden in unsere Gesellschaft und unseren Alltag zurückzukehren. Über einen wesentlichen Bestandteil der westlichen Kultur, die Medien, kommt der Tod täglich ins Bewusstsein der Menschen. Doch die Frage, der sich diese Arbeit widmen soll, ist, wie der Tod in den Medien dargestellt wird und welchen Einfluss dies auf die Todesvorstellung des Rezipienten hat. Normalerweise ist der Tod für uns kaum greifbar, da er in den Medien meist nur in extremer Form, wie bei Kriegen oder Unfällen, in Erscheinung tritt. Tatsache ist, dass die Medien überwiegend den grausamen, ungewöhnlichen oder spektakulären Tod zeigen. Es gibt kaum einen Fernsehabend, an dem nicht gemordet und gestorben wird, und anschließend ein zufriedengestellter Kommissar den Tathergang aufdeckt und den Mörder ins Gefängnis befördert.
Auch öffentliches Sterben stößt auf große Publikumsresonanz. Der Tod von Lady Diana oder Papst Johannes Paul II. sind nur zwei der zahlreichen Beispiele dafür, dass der Tod über die Medien verstärkt in unser Leben tritt, während er individuell verdrängt und tabuisiert wird. Öffentliche Diskussionen über Todesthemen wie Euthanasie erzielen im Publikum hohes Interesse. Das Beispiel von Ramon Sampedro 2 und die dadurch hervorgerufenen Reaktionen weltweit und in der Presse machen dies deutlich.
Ein natürlicher, meist langwieriger Sterbeprozess durch Altersschwäche oder Krankheit wird in den Medien selten gezeigt, was zu einer verzerrten Wahrnehmung beim Rezipienten führt, da der „unspektakuläre“ Tod in den Medien meist nur einen Randplatz bekommt.
1 Friedrichs (2009), S.19.
2 Ramon Sampedro, der ganzkörpergelähmt war, kämpfte jahrelang vor Gericht für das Recht auf Sterbehilfe. Letztendlich ohne Erfolg, weshalb er seinem Leben illegal ein Ende setzte.
2
Dies trifft auch auf die Fernsehserie Six feet under (SFU) zu, die sich, als eine der wenigen Formate in Film und vor allem Fernsehen, der Präsenz des Todes im Leben widmet. Das Besondere an der Serie ist, dass sie alltägliche Erfahrungen aufgreift und der Tod somit wieder dahin kommt, wo er eigentlich Auftritt, im Alltag der fiktionalen Charaktere. Deshalb wurde SFU für diese Arbeit als Beispiel gewählt, anhand dessen auf deskriptive und hermeneutische Weise untersucht werden soll, wie To-desvorstellungen durch die Medien vermittelt werden und welche Wahrnehmung dies beim Rezipienten bezüglich seines eigenen Blickes auf den Tod hervorruft.
Um Herauszufinden, wie die Medien Vorstellungen vom Tod beeinflussen, wird zunächst ein Überblick über das Verhältnis zwischen Gesellschaft und Tod gegeben. Anhand eines historischen Überblicks werden die gravierendsten Unterschiede der Todesbilder in den vergangenen Epochen aufgezeigt. Die aktuelle Todesvorstellung und die damit verbundenen zwei Hauptmerkmale Tabuisierung und Hospitalisierung sollen anschließend erläutert werden.
Im nächsten Kapitel wird das Verhältnis von Tod und Medien beleuchtet. Hierbei soll zunächst geklärt werden, wo der Tod in den Medien in Erscheinung tritt und welche Funktionen die Todesdarstellung in den Medien hat. Ein weiterer Unterpunkt widmet sich der Bedeutung des Todes in dramaturgischer Hinsicht.
Der nächste Teil der vorliegenden Arbeit stellt SFU vor. Das Konzept der Serie wird erläutert und Figuren, Inhalt und Handlungsstränge werden vorgestellt. Im Anschluss werden Fakten zur Serie genannt und die öffentlichen Reaktionen auf SFU aufgezeigt.
Aufbauend darauf widmet sich das fünfte Kapitel dem Hauptaugenmerk der Arbeit, der Analyse der Serie. Hierfür werden verschiedene Aspekte beleuchtet, die deutlich machen sollen, wie in SFU Sterben, Tod und Trauer dargestellt werden und zu welchen Deutungsmöglichkeiten dies beim Rezipienten führen kann. Zunächst soll die Widerspiegelung in Form des Trauerprozesses und das Bestattungswesens analysiert werden. Im Anschluss daran, wie die Serie den Tod in den Alltag integrieren kann. Zuletzt wird untersucht, wie in SFU gestorben wird und welches Todesbild die Serie damit modelliert.
Am Schluss dieser Arbeit sollen eine kurze Zusammenfassung der erzielten Ergeb- nisse und ein Fazit stehen.
3
2. Tod und Gesellschaft
„Recht unwahrscheinlich ist, dass jemals eine Gesellschaft mehrheitlich das Eindrin- gendes Todes ins Leben der Menschen freudig begrüßte.“ 3 Doch es gab wohl Zeiten in denen man mit größerem Erfolg die Gewissheit des sich nähernden Todes in das Verständnis des Lebens integrieren konnte als in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 4 Das folgende Kapitel soll daher zunächst einen Überblick geben, wie die Menschen in den verschiedenen Epochen mit dem Tod umgingen. Anschließend folgt eine kurze Bestandsaufnahme des heutigen Umgangs mit dem Tod.
2.1. Historischer Überblick vom Umgang mit dem Tod
Seit sich die Menschen ihres Todes bewusst sind, versuchen sie, einen Weg zu finden, mit der eigenen Sterblichkeit umzugehen. Dies geschieht in den unterschiedlichen Kulturen auf verschiedenste Weise. Auch in der abendländischen Kulturgeschichte, brachte jede zeitgeschichtliche Epoche ein neues Todesbild und somit neue Umgangsformen mit Sterben, Tod und Trauer mit sich. Schon die griechische Philosophie beschäftigte sich eingehend mit dem Tod. In der Bevölkerung herrschte noch keine scharfe Trennung von Diesseits und Jenseits,
denn „alles [war] erfüllt vom Wirken der Götter.“ 5 Die Griechen orientierten sich stark an vorgegeben Mythen. Doch die Philosophen begannen sich davon zu distanzieren. Eine wesentliche Rolle spielte hierbei Platon, der die Lehre der zwei Welten vertrat. Demnach trennt sich die Welt in einen sichtbaren Teil, den Leiblichen, und einen Teil der Ideen, die Seele. „Der Tod spielte für Platon deshalb eine so wesentliche Rolle, weil der Tod von Grund auf die Bewegung des Lebens und des Sterbens in Frage
stellt.“ 6 Er beschrieb als einer der ersten die Idee der Seelenwanderung, und trennte sich damit von dem vom Mythos vorgegebenen Todesbild. 7
Im Mittelalter wird das Thema Sterben und Tod deutlich aufgewertet. Es entsteht die „ars moriendi“, die Kunst zu sterben. Man entwickelte die Hoffnung, das Sterben sei
3 Kübler-Ross (1976), S. 32.
4 Vgl. Kuhnen (2005), S.19.
5 Pennington (2001), S.36.
6 Ebd., S. 37
7 Vgl. Ebd., S.35 ff.
4
lernbar, und somit überwindbar. Sterben war eine öffentliche Angelegenheit, und der Tod ein ständiger Begleiter in Zeiten von Krieg und Pest. Die größte Angst hatte
man, im Gegensatz zu heute, vor dem schnellen unerwarteten Tod. 8 Dieses neue Todesbild beschreibt einen eigenen, pathetischen und individuellen Tod, den der französische Historiker Philippe Ariès den „eigenen Tod“ nennt. Besondere Aufwer- tungerfährt das Todesthema im 16. Jahrhundert mit den Totentänzen, Abbildungen von Rundtänzen mit jeweils einem Toten und einem Lebenden. „Der moralisch- erzieherischeZweck ist der, die Ungewißheit der Todesstunde und die Gleichheit der
Menschen angesichts des Todes vor Augen zu führen.“ 9 Durch die Darstellung körperlicher Verwesung, entstand ein „memento mori“: Denk daran, dass du sterben musst.
In der Renaissance wurde dies von einem „memento vivere“ abgelöst. Man hatte die Vorstellung, dass der Tod seinen Schrecken verliert, wenn man sich auf das Diesseits konzentriert, und das Leben in vollen Zügen genießt. Es begann durch Fortschritte in der Wissenschaft eine sachlich-rationale Einstellung zum Tod. In diesem
Zuge folgte eine gewisse Aussöhnung mit dem Tod. 10 In der Reformationszeit machte das Todesbild einen weiteren Schritt in Richtung Individualisierung. Durch die Ausbreitung der Geldwirtschaft, entstanden Ablasszahlungen und somit ein Indivi-
dualgericht am Jüngsten Tag. 11
In der Barockzeit wanderte der Fokus mehr auf den Tod des anderen als auf den eigenen Tod. Das Todesthema hielt Einzug in die Literatur, wo sich eine „Blut-, Todes- und Verwesungsromantik“ entwickelte. Der Tod wurde patethisch gefeiert, überhöht, dramatisiert und mit heftigen Emotionen verbunden. Es gab pompöse Begräbnisse, und der Grundtonus war, dass nicht die Toten, sondern die Hinterbliebenen zu betrauern waren. 12
Ab dem 18. Jahrhundert entstand eine neue Empfindsamkeit. Der Tod war nicht mehr vertraut, galt aber als „schön“, als etwas, dass ästhetisiert werden musste, um es zu vertuschen. Beispielsweise wurden keine Leichname mehr gezeigt. Es erfolgte eine Intensivierung der Trauer, da der Glaube keinen ausreichenden Halt mehr bot,
8 Vgl. Ebd., S.55
9 Ariès (1980), S. 149
10 Vgl. Mischke (1996), S.87ff.
11 Vgl. ebd., S.90 ff.
12 Vgl. ebd., S.95ff.
5
um den Tod zu akzeptieren. In der Romantik wurde der Tod nach außen hin abgeschirmt, um das geliebte Wesen unsterblich zu machen.
„Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts begann der Tod Angst einzuflößen. Die Menschen fingen an, ihn zu verschweigen, auch die Geistlichen und Ärzte. Die Künstler hörten auf ihn bildlich darzustellen. Es wurde ernst […] Tod und Sterben hörten auf, ihm Bewuss-
13 tsein der Menschen zu existieren.“
Trauernde durften ihren Schmerz in der Öffentlichkeit nicht mehr zeigen. Durch die Aufklärung verbreitete sich die sachlich-rationale Einstellung zum Tod weiter. 14 Durch die Entdeckung der Hygiene, verlagerten sich beispielsweise die Friedhöfe an die Stadtränder. 15
2.2. Der Tod heute: Hospitalisierung und Tabuisierung
Der Umgang mit dem Tod heute zeichnet sich durch zwei Hauptmerkmale aus: Hospitalisierung und Tabuisierung, die sich auch in zahlreichen historischen Studien abzeichnen.
Ariès konstatierte in den 1970er Jahren, dass sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem Beginn der Industrialisierung die Beziehung zwischen Tod und Gesellschaft in Europa schrittweise veränderte. Ariès geht von drei Etappen aus, in denen der Tod sich von etwas Vertrautem zu einem versteckten und verheimlichten Ereignis entwickelte: Ab circa 1850 wurde der Tod zunehmend als etwas Schmutziges, Hässliches und Unpassendes wahrgenommen, so verschwieg man zum Beispiel Todkranken ihre aussichtslose Lage. Ab ungefähr 1917 wurde öffentliche Trauer unterdrückt und galt als beschämend und verboten. Die dritte Etappe zeichnet sich durch den Prozess der Hospitalisierung, der Verlagerung des Todes ins Krankenhaus nach dem
zweiten Weltkrieg aus. 16
Auch Marianne Mischke datiert den Beginn des „Verbergen des Todes“ zur selben Zeit. Eine wichtige Veränderung sieht sie in der Zeit ab 1930: „Innerhalb einer einzigen Generation hat sich eine vollständige Umwälzung der Alltagswirklichkeit und der Einstellung zum Tode vollzogen. Die Naturwissenschaften setzten
17 sich immer mehr durch und bestimmten mit ihren Erkenntnissen die Realität.“
13 Ebd., S. 102
14 Vgl. ebd., S. 99ff.
15 Vgl. ebd., S.105ff.
16 Ariès (1977), S.164 ff. 17 Mischke (1996), S.102
6
Als Konsequenz wurde der Tod nicht mehr als etwas Magisches, Mystisches oder als Übergang in eine neue Welt gesehen, sondern lediglich als Ende biologischer Funktionen. Durch diese Entwicklung verschiebt sich der Kompetenzbereich des Todes in die Disziplinen Medizin und Naturwissenschaft und somit ins Krankenhaus, was den Tod aus der Gesellschaft verschwinden lässt. 1990 starben 80% der Menschen in Krankenhäusern, um 1900 waren es gerade mal 10%. Der Rest starb zu Hause bei
seinen Angehörigen. 18 Sterbende werden von den Lebenden isoliert. Somit wird der Tagesrythmus durch den Tod eines Angehörigen nicht gestört und damit weniger sicht- und nachvollziehbar. Die früheren Funktionen der Familie des Sterbenden werden von öffentlichen Institutionen übernommen, wodurch eine Sterbeindustrie entstanden ist. Es werden immer weniger Rituale und Zeremonien eingehalten und die anonymen Bestattungen nehmen zu. 19
In vielfacher Weise wir der Tod tabuisiert. Zum einen durch Sprache, da man unfähig ist über den Tod zu kommunizieren, weil er aus dem Leben ausgegrenzt wurde. Das Sprechen über den Tod ist unangenehm und gegenüber Trauernden ist man verunsichert und hilflos. Nach Mischke ist dies in einer todverdrängenden, leistungs- und spaßorientierten Gesellschaft eine verständliche Reaktion. Hinzu kommt, dass Tote meist als ideale Menschen hingestellt werden: „Auf Friedhöfen wimmelt es von Nek-rolügen.“ 20 Auch Kinder sollen vor dem Tod „bewahrt“ werden, indem man sie bei- spielsweisenicht auf Beerdigungen mitnimmt. 21 Eine weitere Form der Tabuisierung ist die Unterdrückung der Trauer. „Trauer ist nicht gleich Trauer. Unsere moderne Gesellschaft verhält sich der Trauer ge- genüberduldend ungeduldig. In den meisten Situationen wertet man sie als zu langwierig, als unangebracht, nicht rasch genug abklingend usw. ab. In der Öffentlichkeit wird sie oft genug versteckt und als Krankheit betrachtet, also als etwas Unnatürliches, ja sogar Pathologisches, das bekämpft werden muss. […] Die Trauer in der Moderne ist zu einem
22 privaten, isolierten und ganz und gar individuellem Ereignis geworden.“ Der Tod ist heute in der westlichen Gesellschaft vollständig durchgeplant. Der Tote wird durch zahlreiche bürokratische Prozesse geschleust bis er seine letzte Ruhe findet. Die Industriegesellschaft verbietet das Zeigen starker Trauer in der Öffentlichkeit und der Mensch setzt die Hoffnung ganz auf das Diesseits. Deshalb bestimmen Erfolg, Arbeit und Konsum die Existenz. Man hat Angst vor dem Tod, der als Still-stand interpretiert wird, was in der Industriegesellschaft nicht akzeptabel ist. Es gibt
18 Vgl. ebd., S.103
19 Vgl. ebd., S.105ff.
20 Ebd., S.114
21 Vgl. ebd., S.111ff. 22 Pennington (2001), S.156
7
Normen für alle Verhaltensweisen gegenüber dem Sterben. Am Grab muss es still sein, auf Friedhöfen darf nur mit gedämpfter Stimme gesprochen werden etc. So gibt es auch diese „Vorschriften“ für die Trauernden. Innerhalb kürzester Zeit sollen sie wieder „funktionieren“ und in den Alltag zurückkehren. In der Regel bekommt ein Ar- beitnehmerdrei Tage Zeit, um nach einem Todesfall wieder in den Beruf zurückzukehren. 23
3. Die Medien und der Tod
„Kein Mord ist so brutal, kein Krieg ist so verheerend, dass er vom Nachrichtenspre- chernicht mit seinem ‚Und Jetzt…‘ aus dem Bewusstsein des Zuschauers gelöscht werden könnte.“ 24 In den meisten Publikationen wird der Einfluss der Medien auf den Umgang mit dem Tod negativ dargestellt. Daher ist es nötig zu wissen, in welchen Bereichen der Massenmedien der Tod auftaucht, wie er dargestellt wird und welche Funktion diese Darstellung von Sterben in den Medien erfüllt.
3.1. Allgemeiner Überblick
Aus soziologischer Sicht beschreibt Klaus Feldmann fünf Funktionen, die den Medien im Umgang mit dem Tod zukommen. Er sieht die Medien als „Spiegel von ge- sellschaftlicherWirklichkeit.“ Das bedeutet, dass Menschen in Bereiche Einblicke erhalten, die sie sonst nicht bekommen, zum Beispiel Kriege oder Intensivstationen. Zudem dienen Medien als „kulturelles Forum“, das neue Rituale für Massengesellschaften schafft. Mit eigenen Gesetzen und Mechanismen bereiten die Medien das Thema Tod auf z.B. durch Agenda Setting. Außerdem haben Medien die Aufgabe der Sozialisation und Integration. Als letzte Funktion nennt Feldmann den Austra-gungsort für Konflikte verschiedener Gruppen beispielsweise bezüglich aktiver Ster-
behilfe. 25
Im Ganzen herrscht eine Zähmung und Affektkontrolle durch die Medien vor und Trauerreaktionen werden ausgeblendet. Durch Film und Fernsehen können Bezie-
23 Vgl.Mischke (1996), S.115ff.
24 Ebd., S.201
25 Vgl. Feldmann (2004), S.113
Arbeit zitieren:
Simone Rieger, 2009, Der Tod in den Medien, München, GRIN Verlag GmbH
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