2
Inhalt
Einleitung 3
1. Die Orishas 4
2. Musikproduktion in Kuba 6
3. Texte 7
4. Rassenprobleme 8
5. Kultureller Austausch 9
Fazit 10
Literatur 12
3
Einleitung
„Kubanische Musik“ ist ein weitgefasster Begriff, obwohl er in den meisten musikalisch vorgebildeten Europäern oftmals ein ganz bestimmtes Bild hervorrufen dürfte. Die wenigsten werden jedoch zwischen Kuba und HipHop eine Verbindung vermuten und doch gibt es sie. Kubanischer Rap stellt eine eher neue Form der Musik dar und ist daher im Gegensatz zu Stilen wie Salsa, Rumba, Mambo oder kubanische Klassik von den empirischen Musikwissenschaften noch weitgehend unerforscht. Trotz intensiver Recherche im Rahmen dieser Arbeit war es daher auch schwierig, wissenschaftliche
Veröffentlichungen zu dem Thema zu finden. 1
HipHop galt auf Kuba noch bis vor ein paar Jahren, als die Musik der amerikanischen Imperialisten und war daher nicht nur verpönt, sondern auch offiziell verboten. Die Ächtung des Rap führte dazu, dass die jungen Rap- Künstler nur über sehr schlechte Ausstattung verfügten und praktisch keine Möglichkeit hatten, jemals eigene Platten aufzunehmen. Die Einstellung der Regierung zu Rap änderte sich jedoch in den folgenden Jahren graduell aber drastisch: vom Verbot zur finanziellen Unterstützung. Die Regierung begann, sich mit der neuen Jugendkultur zu arrangieren. Der kubanische Kulturminister, Abel Prieto, sagte öffentlich, er wolle den Rappern die Freiheit geben, ihren neuen Einfluss auf kulturelle Art zu demonstrieren. (“ […] the freedom to claim
their power culturally.“) 2 Als der Rap sich als neue Musikrichtung auf Kuba zu etablieren begann, wurde er zunächst von der traditionellen Musikszene belächelt und schließlich als etwas eher „Nerviges“ betrachtet. (Der Vergleich mit der vom Rock dominierten Popszene in den USA der späten 70er liegt nahe, als der Rap begann, sich dort durchzusetzen.) Für die traditionellen kubanischen Musiker waren die Rapper zunächst nichts anderes als eine
1 Aufgrund des Umfangs der Arbeit wurde von einer Einteilung in Kapitel abgesehen. Die
Ausführungen werden durch gedankliche Einschübe in Form von thematischen Exkursen
gegliedert.
2 Zit. n.: Sokol, Brett: MUSIC; Rap Takes Where Free Expression Is Risky, in: New York Times,
3. September 2000.
4
Gruppe von Teenagerm, die mit ungewohnten, seltsamen Sounds aus
eigenartigen Maschinen aufwarteten. 3 Doch auch in den Köpfen der kubanischen Musikszene beginnt sich das Bild allmählich zu wandeln: Rap wird mehr und mehr akzeptiert.
Seit 1996 gibt es das jährliche Rap-Festival in einem Außenbezirk von Havanna, im Anfiteatro Alamar. Beim fünften Festival im Jahr 2000 gab es bereits mehr als 200 Gruppen, die sich an dem Event beteiligten. Das Festival dauert 4 Tage, an denen allabendlich jeweils etwa 2500 hauptsächlich
schwarze Rap-Fans erscheinen. 4
1. Die Orishas
Im Jahr 2000 gewann das Trio Amenza, das seit der Gründung des Festivals zu den bekanntesten Rap-Gruppen in Kuba gehört, mit einem Song über Rassismus auf Kuba den ersten Platz. Das Trio löste sich kurz danach auf. Zwei der ursprünglichen Mitglieder, Ruzzo und Yotuel, trafen sich in Paris wieder und gründeten mit zwei anderen havannischen Kubanern das Rap- Quartett „Orishas“, die eine Mischung aus HipHop und traditioneller kubanischer Musik á la Buena Vista Social Club macht. Mit ihrem ersten Album ist die Gruppe gerade auch in Europa relativ erfolgreich. Benannt hat sich die Gruppe nach den Gottheiten der Santeria, jener Religionsmixtur aus afrikanischem Glauben und Katholizismus, die ausschließlich auf Kuba vorzufinden ist. Offensichtlich möchte die Band schon durch den Namen ihren Bezug zu Kuba deutlich machen.
Das gilt übrigens auch für den Titel des ersten Albums „A Lo Cubano“. Der Musiker Livan, der bereits seit Mitte der 90er in Frankreich lebt, entwickelte zusammen mit dem französischen Produzenten Niko, der als Koryphäe der
3 Vgl.: Sokol.
4 Auf dem Festival im Jahr 2001 waren jedoch auch mehrere militärische Polizeieinheiten
anwesend, ein Zeichen dafür, dass dem Rap und seinen Anhängern auch heute noch kein
uneingeschränktes Vertrauen entgegen gebracht wird.
Arbeit zitieren:
2002, Musik in Kuba - Rap in Kuba, München, GRIN Verlag GmbH
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