Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Einleitung 1
1. Der Terminus Antonymie 1
2. Die Bildung der Antonymie 3
2.1 Inkompatibilität und Antonymie 3
2.2 Skalare 3
2.3 Bildung des Antonyms durch Voransetzungen 4
3. Kategorien der Antonymie 5
3.1 Komplementäre Antonymie 5
3.2 Konträre Antonymie 6
3.3 Direktionale Antonymie 6
3.4 Konverse Antonymie 7
3.5 Ein Wort - zwei Bedeutungen 8
Schlusswort 9
Literaturverzeichnis 10
I
Einleitung
Bei dieser Arbeit geht es darum, das Phänomen des Bedeutungsgegensatzes Antonymie zu untersuchen. Der Titel dieser Arbeit - ,,Antonyme - Wörter des Gegensinns" lässt die Schwierigkeit einer genauen und expliziten Definition von Antonymen noch nicht erahnen, diese wird einem erst bei einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema bewusst. In diesem Sinne befasse ich mich in meiner folgenden Arbeit zuerst mit dem Terminus „Antonymie“, um zu erfassen, welche Bedeutung dieser hat und wie er eventuell im alltäglichen Sprachgebrauch enthalten ist. Um Letzteren näher zu kommen, vertiefe ich im 2. Punkt die Bildung der Antonymie, wobei ich auf die Inkompatibilitätstheorie, das Skalensystem und die Bildung von Antonymen durch Voransetzungen eingehe. Abschließend begebe ich mich in das Feld der Kategorien. Hier stellt sich die Frage: Inwiefern ist die Antonymie in unserem Wortschatz enthalten und wie können wir sie bewusst wahrnehmen? Um auf diese Frage eine mögliche Antwort zu geben, hoffe ich, einige Ansätze aufgestellt zu haben, die für den vorgegebenen Rahmen dieser Hausarbeit ausreichend sind. Im dritten Punkt stelle ich die Kategorien komplementäre, konträre, direktionale und konverse Antonymie vor.
1. Der Terminus Antonymie
Der Begriff des Bedeutungsgegensatzes gehört schon lange zur Reflexion über Sprache und ihre semantische Bedeutungsmöglichkeit. Die Antonymie ist eine Relation, die vom Prinzip des Gegenüberstellens abgeleitet ist und nur von Semem zu Semem funktioniert. Die Strukturierung der Wörter von der Antonymie her anzugehen, ist gewiss sehr aufwändig, da es eine problematische Vielfalt an Gegensatzrelationen gibt. Diese Herangehensweise hat aber auch einige Vorteile. Denn die Antonymie gilt als eine semantische Beziehung, die natürlich und ausführlich in der lexikalischen Strukturbildung verankert ist. Somit hat sie gegenüber anderen Sinn-Relationen, wie der Hyponymie oder der Synonymie, aufgrund ihrer Deutlichkeit einen Vorteil.
„Antonymie ist die lexikalische Codierung von negationsinvolvierenden Kontrasten, aufgrund derer sich Wörter interpretatorisch zu Paaren […] von Gegenwörtern gruppieren […], und Antonymie ist diejenige Sinn-Relation, die zu ihrer Realisierungneben der in lexikalischen Primäreinheiten - über das produktivste und reichhaltigste
1
Inventar an Wortbildungsverfahren verfügt […]. Antonymie ist daher im Prinzip präziser fassbar als andere „-nymie“-Relationen […].“ 1
Im Zuge der in der Semantik fortschreitenden terminologischen Präzisierung gewinnt der Ausdruck Antonymie gegenüber Gegensatz, Gegenteil, Gegenwort, Polarität o. ä. (bzw. deren Entsprechungen in den verschiedenen Sprachen) immer mehr an Verbreitung. 2 Die Bildung der linguistischen Fachtermini Antonym und Antonymie, die aus den griechischen Lexemen αντι ‘gegen’ und όνομα ‘Name’, ‘Wort’ abgeleitet sind, lässt sich nicht mit Sicherheit datieren. Die gängigen linguistischen Wörterbücher machen dazu - wenn überhaupt - nur ungenügende Angaben. Man weiß nur, dass bereits vor über zweitausend Jahren mit dem Wissenschaftler Aristoteles die Entstehung des Antonyms zustande gekommen ist. Die wohl verlässlichsten Informationen kann man bei H. Geckler (1980) finden. Hiernach besteht der französische Terminus antonyme immerhin seit P. Ackermanns Dictionnaire des antonymes ou contremots von 1942. In der Einleitung zu Ackermanns Wörterbuch werden die Termini antonyme und antonymie ohne Erklärung benutzt, sodass anzunehmen ist, dass die beiden Wörter schon vor 1842 als linguistische und semantische Termini eingeführt worden sind.
Heute verstehen wir die Antonymie in zwei Weisen. Zum einen wird darunter allgemein das Phänomen des Bedeutungsgegensatzes verstanden, zum anderen fassen einige Linguisten darunter nur eine Kategorie der verschiedenen Gegensatztypen, die meist durch die Gradierbarkeit (bzw. Polarität) charakterisiert ist. Darunter sind zum Beispiel J. Lyons (1968, 1977) und O. Gsell (1979). 3
Es ist nicht unschwer zu erkennen, dass Antonymie nur auf einen relativ geringen Teil des Wortschatzes zutreffen kann. Während alle Klassen vollbedeutender Wortarten Synonyme ihrer Glieder hervorbringen können, kann es überall dort, wo eine gewisse Polarität nicht möglich ist, auch kein Antonym geben. So treten zum Beispiel bei Gegenstandsbezeichnungen (Möbelbezeichnungen, Gebäudebezeichnungen, Gerätenamen), Kollektiva (Herde, Gebirge, Gestirn) oder Stoffbezeichnungen keine Antonyme auf. 4 Daraus ergibt sich, dass Antonyme an das Vorhandensein qualitativer Merkmale gebunden sind, die sich
1 Lang, Ewald (1994): Antonymie im Lexikon und im Wörterbuch : Projekt D2: Duale Operatoren, Bergische Universität, GHS Wuppertal, Fachbereich 4 Sprach- und Literaturwissenschaften, Wuppertal: Sonderforschungsbereich 282, S. 1
2 Vgl. Nellessen, Horst (1982): Die Antonyme m Bereich des neufranzösischen Verbs, Tübingen: Narr, S. 14
3 Vgl. Nellessen, Horst (1982): S. 14 f.
4 Vgl. Lewandowski, Theodor (1990): Linguistisches Wörterbuch 1, Heidelberg/Wiesbaden: Quelle und Meyer, S. 148 ff.
2
Arbeit zitieren:
Zeynep Özmen, 2011, Antonyme – Wörter des Gegensinns, München, GRIN Verlag GmbH
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